High School USA: Mettes Auslandsjahr in Montana

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Traumhafte Natur, wilde Hirsche im Garten, die Schneeberge vor der Tür – Mette aus Schleswig-Holstein hat im Norden der USA ein zweites Zuhause gefunden. 2016 war die 16-Jährige für ein halbes Jahr als Austauschschülerin in Montana und hat sich bei ihrer Gastfamilie pudelwohl gefühlt. Wie sah ihr typischer Tagesablauf aus? Was macht den Bundesstaat Montana so besonders? Und was gehörte zu Mettes Highlight in den USA?

Der Start in mein Auslandsjahr

Als mir Mitte Dezember 2015 mitgeteilt wurde, dass ich eine Gastfamilie hätte, wurde der immer näher rückende Auslandsaufenthalt noch realistischer. Noch ca. ein Monat blieb mir zu diesem Zeitpunkt, bevor es auf in die USA ging. Die letzten Wochen in Deutschland vergingen von da an wie im Flug und dann war es soweit: letzter Schultag, diverse Abschiede und dann ging es auch schon ab zum Flughafen, wo ich mich von meiner Familie in Deutschland verabschieden musste.

Nach einigen vergossenen Tränen, begann aber auch schon die Vorfreude auf das »neue« Leben in einer anderen Kultur und mit einer Familie, die ich bisher nur von E-Mails und zwei Face-time-Telefonaten kannte. Stundenlang war ich in diesem Zustand der Aufregung, da der Flug nach Montana ziemlich lange dauert. Dann endlich betrat ich amerikanischen Boden. Nach dem Umstieg in New York und weiteren Flugstunden landete ich dann endlich in Missoula, Montana.

Die erste Woche mit meiner Gastfamilie in Amerika

Als ich den Flieger verließ, stieg die Aufregung. Gleich würde ich also meine Familie auf Zeit sehen, wie würde der erste Kontakt verlaufen? In diesem Moment schossen mir hunderte Fragen gleichzeitig durch den Kopf.

Mette mit ihrer amerikanischen GastfamilieDer Flughafen war klein und schon bald war ich bei den Gepäckbändern, die sich in der Eingangshalle befanden. Aber meine Gastfamilie war nicht da. Bei dem Blick auf die Uhr bemerkte ich, dass unser Flieger 15 Minuten zu früh gelandet war. Deshalb musste ich mich gedulden.

Und dann kam der große Moment: meine Gastfamilie betrat den Flughafen. Meine Gastbrüder (11 und 13) hatten nette Schilder gebastelt und alle schlossen mich sofort herzlich in die Arme. Auf Anhieb fühlte ich mich wohl. Die Müdigkeit war auf einmal verflogen (ich hatte seit fast 24 Stunden nicht geschlafen) und ich war froh, nun meine Gastfamilie näher kennenlernen zu können.

Zuhause angekommen zeigten mir meine Gastbrüder stolz das Haus. Mein Zimmer hatte meine Gastfamilie mit viel Liebe von einem Arbeitszimmer in ein Schlafzimmer umgewandelt. Noch am Abend saßen wir alle zusammen und unterhielten uns. Kurz darauf gab ich meiner Familie die Gastgeschenke. Dann hieß es aber ab ins Bett, schließlich war es schon spät.

In meiner ersten Woche in Amerika hatte ich noch keine Schule, da das alte Schuljahr noch lief. Trotzdem war ich nicht alleine zuhause, da mein Gastvater (als Biologe) viel von zuhause arbeitete. Nachmittags, nachdem meine Gastbrüder aus der Schule kamen, haben wir gemeinsam Sachen unternommen: Wir haben Brettspiele gespielt, sind gemeinsam durch die Nachbarschaft spaziert, sind rodeln gegangen und und und…

Am Wochenende habe ich zum ersten Mal Langlauf gemacht, mein jüngerer Gastbruder und mein Gastvater haben es mir mit viel Geduld beigebracht. Die Natur, durch die wir gefahren sind, war traumhaft. In den folgenden Wochen haben wir noch öfter Langlauf gemacht und die Strecken wurden länger und länger.

Mein erster Schultag

Dann nach einer Woche des Einlebens stand auch schon der erste Schultag an. Ich war natürlich sehr nervös. Auf der Fahrt zur Schule habe ich unsere Fahrgemeinschaft kennengelernt, die aus meinem jüngeren Gastbruder, mir und zwei süßen Kindern (6 und 9) aus der Nachbarschaft bestand. Glücklicherweise hatte ich meinen Stundenplan bereits im Voraus organsiert und bei einem Treffen mit dem »Counselor« meine Kurse gewählt.

Die ersten Schultage waren sehr aufregend, da ich neue Lehrer und Mitschüler kennengelernt habe und auch in neuen Fächern saß. Schon bald kannte ich jedes Gesicht (die Schule hat nur 160 Schüler). Die Nervosität legte sich langsam und ungewohnte Dinge wie die »Pledge of Allegiance«, das tägliche Beten oder Lunch in der Cafeteria und der Gang zum »Locker« wurden selbstverständlich.

Meine Heimat auf Zeit: Missoula im Bundesstaat Montana

Ich bin sehr froh, nach Montana gekommen zu sein. Zu Beginn in Deutschland fiel es mir schwer mir ein Bild von Montana zu machen, da der Staat nicht sehr touristisch ist und man im Ausland wenig hört. Das war aber ganz gut, denn man wird umso positiver überrascht. Montana ist ein wunderschöner Staat mit traumhafter Natur und vielen Tieren. Die Leute sind sehr naturverbunden und es gibt verschiedenste Outdoor-Aktivitäten.

Schnee im Wald in Montana, USAEs liegt lange Schnee, daher ist Montana ein Paradies für Wintersportler. Im Frühling ist es angenehm mild und im Sommer sehr heiß und trocken. Die Natur ähnelt der Süddeutschen oder Österreichischen, ist nur naturbelassener. Es gibt hohe Berge und grüne Wiesen im Sommer, aber auch weite trockene Prärien.

Montana ist größer als Deutschland, hat aber nur knapp 1 Million Einwohner. Es gibt große Seen, wilde Flüsse, viele Wälder, Gebirgsketten, Prärien und viel mehr. In Montana gibt es sehr viele Hirsche (mehr als Menschen). Beim Frühstück oder Abendessen waren sie meist in unserem Garten und ich konnte sie beim Essen aus der Nähe beobachten. Auch wenn man den Garten betrat, waren sie überhaupt nicht scheu. Sie haben aber, zum Leid meiner Gastmutter, alle Pflanzen im Beet gefressen. Als ich einmal Fahrrad fuhr, haben sie mir die Straße blockiert und wollten partout nicht weichen.

Missoula in Montana, USAObwohl Montana sehr ländlich geprägt ist, ist Missoula mit ca. 65.000 Einwohnern angenehm groß. Missoula selber ist wegen der Universität voller junger Leute und eher alternativ geprägt. In »Downtown« gibt es tolle individuelle Läden, aber auch eine große »Mall«. Obwohl Missoula weder an der Küste noch an einem See liegt, fließen drei Flüsse durch Missoula. Viele junge Leute nutzen eine Strömungsschnelle zum Surfen.

Mit den Annehmlichkeiten einer größeren Stadt, kann man in Missoula trotzdem alles gut mit dem Fahrrad erreichen. Es gibt an großen Straßen sogar extra Fahrradspuren, da sich viele Studenten kein Auto leisten können oder dies aus ökologischen Gründen nicht wollen. Außerdem gibt es auch ein recht gutes öffentliches Verkehrsnetz, dessen Nutzung sogar gratis ist. Missoula ist eine hippe Stadt und sehr quirlig, aber kaum verlässt man sie, befindet man sich in der wunderschönen Wildnis Montanas.

Meine amerikanische High School

Meine Schule, die Loyola Sacred Heart High School, war wirklich toll. Ich würde sie zwar nicht als die typisch amerikanische High School bezeichnen, aber trotzdem hatte ich dort eine tolle Schulzeit. Besonders gut gefallen hat mir die Größe, mit nur 160 Schülern war alles sehr familiär. Jeder kannte jeden und daher gab es auch kaum Lästereien oder Gerüchte. Alle haben sich als große Familie gesehen.

Loyola Sacred Heart High School in Montana, USADa Loyola katholisch ist, wurde jeden Morgen gebetet. Neben der »Pledge of Allegiance« hat es Zusammenhalt geschaffen, da alle das Gleiche getan haben und die gleichen Überzeugungen teilten.

Auch das akademische Niveau war sehr hoch. Manche Kurse waren sogar arbeitsintensiver und anspruchsvoller als der deutsche Unterricht. Insgesamt musste ich mehr für die Schule machen, obwohl ich auch in Deutschland immer alle Aufgaben gewissenhaft erledige.

Gleich zu Beginn sagte der »Counselor«, dass es ihr Ziel sei, meinen deutschen Unterrichtsverlust zu kompensieren. An der Schule gibt es nur wenige Wahlmöglichkeiten. Außerdem werden nicht alle Fächer jedes Schuljahr angeboten. Meine Pflichtfächer waren Religion (leider war der Unterricht extrem konservativ), Mathe und Englisch. Außerdem hatte ich noch »Contemporary Global Issues« (ein Fach, das ich jedem Austauschschüler empfehlen würde), »Choir«, »Modern European History« und Spanisch. Das Level vom Spanischunterricht war allerdings sehr gering und ich konnte daher mein Spanisch nicht wirklich verbessern.

Alle anderen Fächer waren aber auf sehr hohem Niveau und daher fiel mir der Wiedereinstieg in die deutsche Schule nicht schwer. Auch der Mathematikunterricht, der in den USA bekanntlich schlecht sein soll, war anspruchsvoll. In Englisch haben wir sehr viele Bücher gelesen und ausführlich analysiert. In »Modern European History« habe ich mehr über europäische Geschichte gelernt als in meiner ganzen deutschen Schulzeit. Der Lehrer ist einfach brilliant und der Unterricht machte sehr viel Spaß.

Insgesamt hat mir der ganze Unterricht trotz der vielen Hausaufgaben und Tests sehr viel Freude bereitet. Ich würde gerne weiterhin zu dieser Schule gehen und hätte mir keine andere gewünscht. Lediglich am Anfang war ich etwas enttäuscht, da die Schule nicht so »typisch amerikanisch« war. Aber gerade, wenn man einen Teil der deutschen Schulzeit verpasst, ist die Schule optimal.

Außerdem, und das ist meiner Meinung nach viel wichtiger, hatten alle Schüler und Lehrer einen respektvollen Umgang miteinander und alle waren sehr sympathisch. Durch die Atmosphäre fühlt man sich pudelwohl und mit seiner Schule verbunden.

Mein Tagesablauf beim Schüleraustausch in den USA

Eigentlich war mein Tagesablauf in den USA nicht sehr viel anders als in Deutschland, was vielleicht auch daran liegt, dass ich an keinem Schulsport, jedenfalls nicht längerfristig, teilgenommen habe. Ich bin morgens aufgestanden und habe gemeinsam mit meinen Gastbrüdern gefrühstückt. Dann sind wir mit der Fahrgemeinschaft zur Schule gefahren. Ich hatte von 8:00 bis 14:50 Uhr Schule. Am Mittwoch hatten wir nur bis 13:20 Uhr Schule und vor der Mittagspause eine Stunde Gottesdienst.

Nach der Schule habe ich dann Hausaufgaben gemacht oder bin Freizeitbeschäftigungen nachgegangen. Manchmal habe ich mich auch nach der Schule mit meinen Freunden »Downtown« in Cafés und Restaurants getroffen. Zum Abendessen ist dann meine Gastmutter nach Hause gekommen und wir haben uns alle beim Essen über den Tag ausgetauscht.

Plätzchen backen mit FreundinnenDanach haben wir Brettspiele gespielt und andere Aktivitäten unternommen. Am Wochenende habe ich oft Sachen mit meiner Gastfamilie unternommen wie Tagesauflüge, Fahrradtouren, Marktbesuche oder einfach den Wocheneinkauf erledigt. Außerdem habe ich meine Freunde getroffen, um zu quatschen, zu backen oder ins Kino zu gehen. Ab und an sind wir auch gemeinsam shoppen gegangen.

Ich musste relativ wenig im Haushalt helfen. Jede zweite Woche musste ich mein Zimmer staubsaugen, da die Putzfrau nur alle zwei Wochen kam. Oft habe ich beim Frühstück beim Obstschneiden geholfen. Zum Abendessen habe ich den Tisch gedeckt und mitgekocht (teilweise auch alleine gekocht) und nach dem Abendessen habe ich den Tisch abgeräumt und das nicht spülmaschinenfeste Geschirr abgewaschen. Bei den Tätigkeiten haben mich auch meine Gastbrüder unterstützt.

Meine amerikanische Gastfamilie

Meine Gastfamilie war einfach perfekt. Mit ihr habe ich das ganz große Los gezogen. Einfach alles hat gepasst und ich habe mich wie ein Familienmitglied gefühlt. Ich hatte ein sehr enges Verhältnis zu meinen beiden Gastbrüdern, aber auch mit meinen Gasteltern hatte ich eine enge Bindung. Wir hatten viele gleiche Interessen und konnten uns stundenlang unterhalten.

Austauschschülerin Mette mit ihren Gastbrüdern in Montana, USAMeine Gastfamilie hat so unglaublich viel für mich getan und ich bin ihnen dafür sehr dankbar. Ich habe meine Gastfamilie in mein Herz geschlossen und vermisse sie jetzt, zurück in Deutschland, sehr. Meine Gastbrüder waren aufgeweckt und an allem interessiert. Sie haben mir täglich ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Meine Gastmutter, sie ist Psychologin, war super einfühlsam und freute sich über den weiblichen Familienzuwachs. Ich war oft mit ihr einkaufen und wir haben auch gemeinsam Kochkurse belegt.

Mein Gastvater Julian war unglaublich hilfsbereit und lustig. Von ihm habe ich auch viel über die Natur gelernt. Er hat alle bei Laune gehalten und neben seinem Beruf auch noch den Haushalt gestemmt. Er hat viel von zu Hause aus gearbeitet, sodass immer jemand im Haus war. Ich glaube eine gute Gastfamilie ist sehr wichtig für einen erfolgreichen Auslandsaufenthalt und ich schätze mich daher sehr glücklich. Ich kann gar nicht mehr auf den Moment warten, in dem ich sie wiedersehe.

Freunde finden in den USA

In den USA ist echte Freunde zu finden gar nicht so leicht, wie es auf den ersten Blick erscheint. Viele Bindungen sind oberflächlich und man kommt eigentlich mit fast jedem gut klar. Es sind allerdings keine Leute auf mich zugegangen, ich musste sie selber ansprechen. Ich persönlich bin recht schüchtern, daher fiel es mir zu Beginn einigermaßen schwer.

Eine Sache, die das Freunde finden erschwert, sind die sogenannten Cliquen. Sobald du dich in der Mittagspause zu einer Gruppe gesetzt hast, bleibst du da auch. Also ist Umorientieren recht schwer, was ich aber glücklicherweise auch nicht wollte. Wenn du erstmal Freunde hast, ist es relativ leicht. Du gehörst dann zur Clique und bist bei jeder Gruppenverabredung dabei, triffst dich aber auch einzeln. Amerikaner unternehmen relativ viel zusammen, allerdings ist man als Austauschschüler auf die Fahrdienste seiner Freunde angewiesen, um wieder nach Hause zu kommen.

Mette mit Cheerleader-FreundinDie Freundschaften werden im Laufe der Zeit immer tiefer und wenn man die USA verlässt, ist die Freundschaft in etwa so eng, wie eine normale Freundschaft in Deutschland. Es ist also nicht so, dass alle Freundschaften oberflächlich sind. Einziger Wermutstropfen an den ganzen Cliquen ist, dass man schwer mit Leuten aus unterschiedlichen Cliquen befreundet sein kann.

Durch Sport oder andere Aktivitäten ist es leichter Freunde zu finden, ich habe zum Beispiel durch eine Freundin beim Cheerleading alle anderen kennengelernt und so sogar meine beste Freundin getroffen. Ohne Sport hätte sich alles anders entwickelt und es wäre viel schwerer gewesen Freunde zu finden.

Essen / Gewicht / Sport

Ich glaube über dieses Thema machen sich zumindest die meisten weiblichen Austauschschüler Sorgen. Vor allem die USA haben den Ruf, eine fettleibige, sich ungesund ernährende Nation zu sein. Selbstverständlich gibt es viele übergewichtige Amerikaner, aber nicht alle sind so. Meine Gastfamilie zum Beispiel hat sich total gesund ernährt. Täglich gab es viel Obst und Gemüse, wir sind kein einziges Mal zu einer Fast Food-Kette gegangen. Meine Gastbrüder haben sogar ganze Hasstiraden über Fast Food-Ketten abgelassen.

Alle Lebensmittel kauften meine Gasteltern entweder auf dem Markt, bei lokalen Läden oder im Bioladen. Meine Gasteltern haben also sehr auf gesunde Ernährung geachtet. Das ist zwar schon sehr besonders, aber es gibt mehr normalgewichtige Amerikaner, als die Deutschen denken. Das mit der Beliebtheit der Fast Food-Ketten ist aber auch kein Klischee, denn nur durch Erzählungen von Freunden könnte ich über 50 Fast Food-Ketten aufzählen. Ich habe in den USA nicht zugenommen, habe mich aber auch wie in Deutschland ernährt.

Sport spielt an amerikanischen Schulen eine große Rolle. Schließlich kann man über sportliche Erfolge Stipendien erzielen. Fast jeder übt nach der Schule eine Sportart aus. Zu Beginn meines Austausches habe ich Cheerleading gemacht. Zweimal die Woche fand das Training statt, aber nach einem Monat war die Saison leider vorbei. Die Sportarten der »Spring Season« sprachen mich nicht an. Ich habe Golf ausprobiert, allerdings hat es mir keine Freude bereitet. Dafür habe ich im »Gym« meiner Gastfamilie einmal pro Woche Zumba gemacht.

Skifahren in Montana, USAViele meiner Freunde haben auch keinen Schulsport gemacht, weil sie im Frühling immer jobben, deshalb war ich auch nicht außen vor. Am Ende der Basketball-Saison habe ich mir die Heimspiele angeguckt, da es für uns Schüler kostenlos war. Im Stadion herrschte dann eine tolle Atmosphäre. Ich finde, der Sport verbindet die Schüler noch enger miteinander. Allerdings ist es akademisch gesehen wahrscheinlich nicht so gut, weil die Schüler ständig für irgendwelche Wettbewerbe den Unterricht verpassen.

Mit meiner Gastfamilie war ich wie gesagt öfters Langlaufen. Mit unseren Nachbarn bin ich im Winter jedes Wochenende Ski fahren (Abfahrt) gegangen. Dies hat mir super viel Spaß gemacht, denn die Schnee- und Pistenkonditionen sind einfach ein Traum. Zum Zumba bin ich auch mit dem Fahrrad gefahren, meine Gastfamilie fährt gerne Fahrrad. Das Fahrrad gab mir Flexibilität und Unabhängigkeit. Allerdings wohnte wir auf einem Berg und die Fahrt hoch war ziemlich anstrengend, was mir nicht so gefiel.

Meine Highlights beim Schüleraustausch in den USA

Meine Zeit in den USA war voller Highlights. Es gab so viele, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann. Daher werde ich nun die fünf wichtigsten nennen.

1. Mardi Gras in New Orleans

Im Februar bin ich mit meiner Gastfamilie für 10 Tage nach New Orleans geflogen. Zu dem Zeitpunkt war gerade der Karneval »Mardi Gras« und die Paraden waren sehr unterhaltsam. Da der Bruder meiner Gastmutter der stellvertretende Bürgermeister von New Orleans war, hatten wir eine exklusive Führung durch Aquarium und Zoo. Im Aquarium durften wir die Pinguine füttern und auf den Schoß nehmen. Zu guter Letzt wurden die Füße der Pinguine in Farbe getaucht und sie sind über Papier gelaufen. Nun habe ich bunte Pinguinfußabdrücke. Im Zoo durften wir auch die Elefanten füttern. Außerdem haben wir in New Orleans noch andere Sachen unternommen, wie einen Ausflug in die Sümpfe, eine Friedhofstour und ein Besuch des 9th Ward, der vom Hurricane Katrina 2005 komplett zerstört wurde.

2. Wildtiere im Grand Teton National Park

Während der »Spring Break« sind wir für fünf Tage nach Jackson in Wyoming gefahren. Meine Gastfamilie hatte dort Freunde, bei denen wir gewohnt haben. Die Freunde waren, wie mein Gastvater, Biologen. Kevin, der Freund, hatte gerade einen Elch geschossen, deshalb gab es jeden Tag ein Gericht mit Elchfleisch (von Tacos über Burger bis Spaghetti). In der Zeit sind wir im noch geschlossenen Grand Teton National Park spazieren gegangen und haben Wildtiere wie »Bighorn«, »Sheep«, Bisons und Elche beobachtet. Außerdem waren wir viel in der Natur und sind gewandert.

3. Die Natur Montanas

Zusammen mit meiner Gastfamilie habe ich einzigartige Tagesausflüge unternommen: Wir sind auf dem Flathead Lake Kanu gefahren, sind zu einem Wasserfall gewandert und haben Vögel im Lee Metcalf Nation Wildlife Refuge beobachtet. Viele der Ausflüge waren sehr naturverbunden. In der Natur Montanas zu sein, ist unbeschreiblich schön und löst pures Glück aus. Es gibt so viel zu entdecken und mein Gastvater hat mir viel in der Natur erklärt. Die Natur auf sich wirken zu lassen, ist umwerfend. Der Flathead Lake ist unheimlich idyllisch, man ist dort umgeben von Kirschplantagen und es gibt hunderte versteckte kleine Buchten mit einem Stück Strand. Das Wasser der Wasserfälle ist glasklar und am liebsten würde man sich direkt unter sie stellen. Die Bäume der Wälder sind so beeindruckend hoch und ehrwürdig, der Duft sowie Klang der Natur sind eine Klasse für sich.

4. Der »Snowball Dance«

Mette im Snowball-Dress mit ihren GastbrüdernDer »Snowball Dance« war für mich das typischste amerikanische Erlebnis. Alle putzten sich mit hübschen Kleidern heraus. Auch ich hatte extra ein glitzerndes Exemplar erworben. Die Nachbarinnen machten mir die Haare. Auf dem »Dance« wurde viel getanzt, neben dem klassischen Tanzen gab es auch »Line Dances« und Paartänze. Die Jungs haben dann die Mädchen aufgefordert. Der Tanz hat unglaublich viel Spaß gemacht und die Zeit verging wie im Flug, am Ende des Abends spürte ich nur deutlich meine Füße. Mehrere Stunden auf 10cm hohen Schuhen zu tanzen ist nicht ganz schmerzfrei. Trotzdem war der Abend einmalig und ich wünschte, solche Veranstaltungen hätten öfter stattgefunden.

5. Schulausflüge

Mit der Schule haben wir mehrere kleine Ausflüge unternommen. Gleich zu Beginn meiner Zeit sind wir zu einer Kirche nach Bonner (eine Nachbargemeinde) gefahren. Dort haben wir uns einen ganzen Tag mit dem Glauben beschäftigt. Es gab mehrere religiöse Spiele und Debatten und der Tag wurde von Jugendlichen gestaltet. Außerdem sind wir zu einer Präventionsveranstaltung zum sicheren Autofahren gegangen. Auf unserem Footballfield wurde ein Unfall simuliert. Dafür wurden extra Schauspieler engagiert und auch Feuerwehrleute, Polizisten, Sanitäter und Bestatter haben dort mitgemacht. Die Szene sollte auf die Gefahren von betrunkenen Autofahren und der Nutzung des Handys beim Fahren hinweisen. Wir alle waren sehr bedrückt nach diesem Ausflug, besonders die Ansprachen von Betroffen haben uns sehr berührt.

Abschied und Rückkehr

Abschied fällt schwer. Immer. Deshalb habe ich die letzten Wochen vor dem Abflug in vollen Zügen genossen, aber trotzdem lief mir die Zeit davon. Die letzte Zeit habe ich besonders intensiv erlebt, da ich alles ausnutzen wollte. Doch der Abschied rückte natürlich immer näher und näher. Als er dann kam, war der Abschied aus den USA härter als der aus Deutschland.

Wann ich meine Freunde und meine Gastfamilie wiedersehen werde, steht in den Sternen. Beim Abschied habe ich Tränen vergossen und es war natürlich nicht leicht. Im Voraus hätte ich nicht gedacht, dass ich mich so schnell so tief in den USA verankern würde. Die Beziehungen, die ich aufgebaut hatte, waren sehr eng. Glücklicherweise haben meine Eltern mich in den USA abgeholt.

Die gemeinsame USA-Reise mit ihnen am Ende meines Schüleraustauschs hat mir mehr Abstand gegeben. Hier in Deutschland habe ich immer noch intensiven Kontakt zu meiner Gastfamilie und meinen amerikanischen Freuden. Ich vermisse sie und auch einige amerikanische Gewohnheiten und Traditionen. Sie sind in meinem Herzen und werden es auch immer bleiben.

Ich kann sagen, dass ich eine zweite Familie und einen zweiten Freundeskreis in einer zweiten Heimat am anderen Ende der Welt gefunden habe. Auch die lange Distanz wird keinen Keil zwischen uns schlagen. Ich bin froh, so enge Bindungen aufgebaut zu haben, denn sie werden sicherlich ein Leben lang erhalten bleiben. Ganz sicher war der Auslandsaufenthalt nicht mein letztes Mal in den USA, denn es zieht mich ins Land meiner Träume zurück.

Eure Mette

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