Wie wohl Weihnachten in Kanada gefeiert wird? Markus Büssecker, der zur Zeit dort ist, weiß Bescheid und klärt uns heute einmal über die kanadische Weihnacht und den Boxing Day auf. Kanada ist mitten in der Vorweihnachtszeit. Das bedeutet Paraden für Santa Claus, Hektik in den Shopping Malls und die Suche nach den passenden Socken. Schließlich ist Weihnachten in einer Hinsicht wieder typisch kanadisch. Manchmal fühlt es sich wie zu Hause an und dann kommt doch wieder alles ganz anders.

Santa Claus zieht durch die Stadt

Er ist kräftig gebaut, trägt einen roten Anzug mit breitem Gürtel, pflegt einen weißen Rauschebart und nimmt gelegentlich die Form von Christbaumdekoration an. Santa Claus ist Nordamerikas Antwort auf Nikolaus und Weihnachten ohne den Fahrer eines fliegenden Rentierschlittens ist unvorstellbar (am 6. Dezember dagegen musste ich Nikolaus spielen und heimlich Stiefel füllen). Santa Claus ist überall. So wundert es mich nicht, dass die Weihnachtssaison in vielen Städten mit einer Santa Claus Parade eingeläutet wird. Die ist vergleichbar mit einem Karnevalsumzug unter dem Motto »Weihnachten«.

Das bedeutet tausende von Zuschauer und bis zu hundert Themenwagen in den Innenstädten. Besonders bekannt sind die Paraden von Toronto und Vancouver. Interessant ist, dass die Paraden in ursprünglich ein Marketinginstrument von ortsansässigen Geschäften war. Die Unternehmen sponsern den Umzug von Santa um ihre Popularität zu erhöhen.Kamin mit Weihnachtssocken

Geschäftiges Treiben

Weihnachten ist natürlich auch mit der Jagd nach Geschenken verbunden und da wird es vor allem an den Wochenenden in den Malls voll. Längere Öffnungszeiten und Weihnachtsangebote locken potentielle Käufer. Wer sich jetzt auf eine Pause mit einer heißen Tasse Glühwein oder Kinderpunsch auf dem Weihnachtsmarkt freut, der wird allerdings enttäuscht. Weihnachtsmärkte gibt es in Kanada nicht. Warum das so ist, kann mir niemand so richtig beantworten.

In Ansätzen versuchen kleinere Städte ein wenig Budenzauber aus dem Hut zu schütteln. In Toronto bemüht sich der Distillery District um weihnachtliche Atmosphäre. Die Weihnachtsbeleuchtung in den Straßen und an den Häusern ist dann wieder mehr als feierlich. Einige Anwohner nehmen den Begriff »Illumination« sehr ernst und kopieren sämtliche mir bekannte Außenbeleuchtungen aus amerikanischen Weihnachtsfilmen.

Am 25.12. ist Weihnachten!

Allem Trubel zum Trotz ist Weihnachten ein Fest im Kreis der Familie. Am 24. Dezember, »Christmas Eve«, ist allerdings tote Hose angesagt. Wer mag, darf den Weihnachtsbaum schmücken, in die Kirche gehen oder sich um den richtigen Socken kümmern. Denn in der Nacht kommt Santa durch den Kamin und füllt die Socken mit Geschenken. Ich spiele mit dem Gedanken ein besonders großes Exemplar aufzuhängen. Wer weiß, was passiert.

Kanadische Weihnachtskarte

Der 25. Dezember, »Christmas Day«, ist natürlich vor allem für die Kinder spannend. Freunde erzählen mir mit Begeisterung von ihren Erlebnissen aus Kindertagen. Das sind Geschichten über extreme Fühaufsteher, Briefe von Santa und Stiefelspuren im Schnee vor dem Haus. Väter sind weltweit kreativ, wenn es um Weihnachten geht. Nach den Geschenken heißt es vor allem Schlemmen und Entspannen.

Der Truthahn steht in der Menüliste ganz oben und der Tag plätschert dahin. Wer mit Santas Geschenk nicht zufrieden ist, kann sich später am »Boxing Day« (26.12.) in die Umtauschwelle in den Geschäften stürzen… Das klingt für mich viel zu stressig. Außerdem bin ich zuversichtlich. Sollte Santa Probleme mit meinem Socken haben, wird das Christkind sicher aushelfen.

Den schönen Grüßen wollen wir uns natürlich anschließen: Frohe Weihnachten zusammen :-).

< Zu Markus‘ vorherigem Artikel Mehr Infos zum Programm

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