Die meisten Erfahrungsberichte beginnen damit, dass die AustauschschülerInnen davon erzählen, dass sie schon seit ihrer Kindheit ein Auslandsjahr in den USA machen wollen, um den amerikanischen High School Spirit zu erleben. Für mich war es eine eher spontane Entscheidung und es stand schnell fest, dass ich mein Auslandsjahr in England machen möchte. Ich wollte in das »Land von Shakespeare, Churchill, den Beatles, John Connolly, Harry Potter, David Beckhams rechten Fuß und David Beckhams linken Fuß«, wie es Hugh Grant als Premierminister in »Tatsächlich…Liebe« beschreibt. Dies sind natürlich nicht die einzigen Gründe: Ich war immer schon von der Sprache, dem Meer und London fasziniert.

Mein zweites Zuhause

Ich entschied mich, an eine Schule im Süden von London zu gehen, in einer Stadt an den Ausläufern des Ärmelkanals. Für mich war es eine ganz schön große Veränderung, von meiner Heimatstadt Wien in eine kleinere Stadt zu ziehen, in der ich mich an einige Dinge erst gewöhnen musste. Ich musste lernen, dass die Busse nicht alle fünf Minuten fahren und, dass die Geschäfte nicht bis 20:00 Uhr offen haben. Doch auch diese kleinen Fettnäpfchen haben unweigerlich zum Charme meines Auslandsaufenthaltes beigetragen. Ein weiterer wichtiger Punkt neben des Ortes, der mein zweites Zuhause ausgemacht hat, war meine Gastfamilie. Diese bestand aus Hostmum, Hostdad, zwei Gastbrüdern, meiner italienischen Gastschwester und den Katzen, Monty und Misty. Vor allem meine Gastschwester hat zu der außergewöhnlichen Zeit beigetragen und wir sind in der kurzen Zeit zu Schwestern geworden. Wir haben auch fest vor, uns in näherer Zukunft wieder zu sehen.

Ein komplett neues Schulsystem

Das Highlight meines Aufenthaltes war es, ein komplett neues Schulsystem kennenzulernen, in welchem ich mich sehr gut zurechtgefunden und wohlgefühlt habe. Die Besonderheit an einem Sixth Form College wie ich es besucht habe, ist, dass man nur drei bis vier Fächer wählt, die man dann vier Stunden pro Woche hat. Dies bedeutet, dass man viel detaillierter arbeiten kann und sich mit einem Thema auch in der Tiefe auseinandersetzt. Ich hatte Biology, Politics, Law und einen Englischkurs, den jeder Austauschschüler dort besuchen muss. Wie man an meiner Fächerwahl schon erkennen kann, gibt es viele Fächer, die es in Deutschland und Österreich nicht gibt und daher lohnt es sich, etwas komplett Neues auszuprobieren, um eventuell auch seinen zukünftigen Berufswünschen näher zu kommen. Durch die unterschiedlichen Fächer kann man wertvolle Erfahrungen sammeln, die es in der Heimat nicht gibt.

Das Meer hat mich schon immer fasziniert.

Mein persönliches Fazit

Ich würde an meiner Entscheidung, ein Auslandsjahr zu machen definitiv nichts ändern. Obwohl manche Zeiten schwierig waren, vor allem die Eingliederung zurück zu Hause während des Lockdowns und allgemein die Ungewissheit während der Pandemie, würde ich keines meiner Erlebnisse missen wollen. Aus allen positiven und negativen Erfahrungen kann man sehr viel lernen und alle Momente meines Auslandsaufenthaltes haben zu meiner persönlichen Weiterentwicklung beigetragen. Ich kann voller Überzeugung sagen, dass dies die beste Entscheidung und bisher beste Zeit meines Lebens war.


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