Henrieke ist weltneugierieg und hat Lust auf Kulturaustausch, eine fremde Sprache und einen Tapetenwechsel auf Zeit. Und so packte sie im August 2018 ihren Koffer, stieg ins Flugzeug und startete voller Vorfreude in ihr Auslandsjahr. Wie es ihr in den USA ergangen ist und ob sie bald schon wieder zum nächsten Abenteuer aufbrechen möchte, kannst du hier lesen.

New York, wir kommen

Meine Reise hat vor einem Jahr am 01.08.2018 begonnen, als ich mit mehr als 30 weiteren Austauschschülern den Frankfurter Flughafen verließ. Es ging los nach New York City zu unserer viertägigen Orientation und jeder von uns war aufgeregter als der andere. Die Euphorie, Aufregung, Nervosität und natürlich die Vorfreude waren einfach überwältigend. Mir stand ein halbes Jahr voller Erfahrungen, Erlebnissen und tollen Eindrücken bevor! Nach dem langen Flug kamen wir endlich in der Stadt der Träume, NYC, an und trafen dort auf Teilnehmer aus aller Welt. Jeder von uns, ob aus Spanien, Portugal, Deutschland oder China, hatte den gleichen Wunsch. Die Welt entdecken! Zunächst konnten wir erstmal die Stadt entdecken und dabei durften Touristenklassiker wie der Times Square, die Freiheitsstatue oder der Central park natürlich nicht fehlen. Mein persönliches Highlight war die Broadway Show am letzten Abend, die ich mit 5 weiteren Austauschschülern anschauen durfte. 

Die New York Orientation war der perfekte Start in mein Auslandsabenteuer und hat mir die Möglichkeit gegeben, die Vorfreude mit Anderen zu teilen! 

6 Mädchen vor der Freiheitsstatue
Mit meinen neuen Freundinnen vor der Freiheitsstatue

Country Roads, take me HOME

Während der 5 Monate habe ich bei meiner Gastfamilie im Osten West Virginias gewohnt. Als ich die vier das erste Mal traf, war ich wahnsinnig aufgeregt und konnte es kaum erwarten, sie richtig kennenzulernen. Wir kannten uns bisher nur von Fotos, Videos und den Nachrichten auf WhatsApp. Meine beiden Gastschwestern Cheyenne und Payton sowie ihre Eltern standen mit einem selbstgemalten Schild am Flughafen und lächelten mich an, als ich auf sie zu kam. Ich las »Welcome to the USA Henrieke« und fühlte mich sofort willkommen. Ich hatte Sorge, dass es zunächst »awkward« oder unangenehm sein könnte, doch wir haben sofort viel geredet und gemeinsam über unsere Nervosität gelacht. Meine Gastfamilie besteht nicht nur aus meinen Gasteltern und Gastschwestern, sondern auch aus Hund Brewster und den drei Katzen Peanut Butter, Chocolate und Sugar. In den ersten Tagen wurde ich erstmal von vielen neuen Eindrücken, einer riesigen »Welcome Party« und der amerikanischen Kultur überrumpelt, doch unser gemeinsamer Urlaub in Ocean City war dafür umso entspannter. Eine perfekte Gelegenheit zum Ankommen, Quatschen, Kennenlernen und natürlich Spaß haben.  

Familie mit zwei Kindern und Gastschüler, die ein Willkommensplakat hochhalten
Empfang meiner Gastfamilie

Pompoms, Footballspiele und jede Menge Schoolspirit! 

Eine der besten Erfahrungen meines Auslandsaufenthaltes war definitiv das Cheerleading und die damit verbundenen Footballspiele. Cheerleader mit Pompoms und Schleifen waren für mich immer der Inbegriff einer amerikanischen High School und diesen Sport einmal hautnah zu erleben war ein kleiner Wunsch von mir. Ich hätte niemals erwartet, es wirklich in das Team meiner Schule zu schaffen, doch als es nach den Tryouts auf einmal hieß, ich sei dabei, war die Freude natürlich riesig. Dreimal die Woche standen Footballspiele auf dem Plan, fast jeden Tag Training und Begriffe wie »toe touch«, »back handspring«, »touchdown« oder »back spot« gehörten zur allgemeinen »Cheerleadersprache«. Mein Alltag war perfekt gefüllt und ich hatte viel Spaß. Das Cheerleading hat mich näher an alle Events meiner Schule gebracht und mir die volle Portion »Schoolspirit« ermöglicht. Außerdem fiel es mir somit leichter Freunde zu finden, da ich sofort freundlich aufgenommen wurde. Ein weiterer Höhepunkt war auch die verrückte Spiritweek, in der es jeden Tag ein neues Motto gab und der Homecoming Ball! Um ehrlich zu sein hatte das Schulleben mehr mit Klischees aus Filmen wie »High School Musical« gemeinsam, als ich dachte. Jeder hat seine Schule unterstützt, war stolz und hatte jede Menge Spirit. Dieser Zusammenhalt hat mich besonders begeistert und inspiriert! 

Cheerleading-Girls in einer Turnhalle
Das Größte: mein Cheerleading-Team

Mein TippEinem Sportteam oder Club beizutreten ist eine gute Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen und Freunde zu finden. Egal ob ein bekanntes Hobby oder etwas neues wie Marchingband, Drama, Cheerleading oder Show Choir. Die Zusammengehörigkeit ist in jedem Team zu finden! 

Freunde aus aller Welt 

In den USA habe ich nicht nur viele tolle amerikanische Freunde gefunden, sondern habe mich auch sehr gut mit anderen Austauschschülern verstanden. Durch die Treffen und Ausflüge mit meinem Local Coordinator habe ich zum Beispiel eine sehr gute Freundin aus Spanien kennengelernt, die ebenfalls ihr Auslandsjahr in West Virginia verbracht hat. Häufig war es einfacher mit Freunden über Probleme zu reden, wenn diese in der gleichen Lage sind. Beim Thema Heimweh oder kleinen Problemen mit unserer Gastfamilie, konnten wir uns gut austauschen und uns gegenseitig Tipps geben. Witzig war es auch, gemeinsam über den Kulturschock, kleine Sprachprobleme oder verrückte amerikanische Dinge zu lachen. Auf unserem Trip zu den Niagara Fällen habe ich auch einige deutsche Freunde wiedergetroffen und durfte erfahren, was sie bisher alles erlebt haben. Durch die Freundschaft zu Austauschschülern aus aller Welt habe ich somit die Möglichkeit bekommen, nicht nur viel über die amerikanische Kultur zu lernen, sondern mein Wissen weltweit zu erweitern!  

zwei lächelnde Mädchen vor den Niagara Fällen
Gemeinsam mit meiner spanischen Freundin an den Niagara Fällen

Der Abschied und das Ende meines Auslandsabenteuers… 

Im Januar letzten Jahres war meine Zeit dann leider schon zu ende und es hieß: Abschied nehmen. Abschied nehmen von meiner Gastfamilie, meinem zweiten Zuhause, meinen Freunden… Besonders zum Ende der 5 Monate, hatte ich das Gefühl eine starke Bindung zu meiner Gastfamilie aufgebaut zu haben und wäre gerne länger geblieben. Ich habe mich aber auch riesig auf Zuhause gefreut und war somit sehr zwiegespalten. Das Heimweh war immer ein kleines Problem für mich gewesen und während meiner Zeit konnte ich es nie so richtig abschalten. Trotzdem habe ich jeden Moment genossen und konnte besonders durch das Heimweh mein Zuhause in Deutschland neu wertschätzen. Außerdem habe ich mich in den USA selbst gefunden, konnte viel über mich lernen und bin über meine Grenzen hinausgewachsen! Ich bin froh, diesen Schritt gegangen zu sein und kann es kaum erwarten, nach der Schule wieder ins Ausland zu gehen.

zwei kleiner Mädchen umarmen ein größeres Mädchen
Meine Gastschwestern

Ich empfehle jedem, der andere Kulturen kennenlernen möchte, offen und abenteuerlustig ist, ein Auslandsjahr zu machen. Ob 10, 5 oder 3 Monate, es ist eine Erfahrung fürs Leben! 


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