Hey, ich bin Leonie, 16 Jahre alt, und habe ein halbes Auslandsjahr in Kanada, Nova Scotia, verbracht. Es war die beste Entscheidung, die ich jemals hätte treffen können! Deshalb möchte ich gerne meine Erfahrungen mit dir teilen.  

Warum ich mich für Nova Scotia entschieden habe? Mir war von Anfang an klar, dass ich meinen Auslandsaufenthalt irgendwo verbringen möchte, wo ich noch nie war. Ich habe mir verschiedene Videos und Erfahrungsberichte von Stepin durchgelesen. Letztendlich hat mich Nova Scotia mit der atemberaubenden Natur überzeugt. Im Ausland wollte ich nicht in einer Großstadt leben, weil ich in Deutschland bereits in der Nähe von Frankfurt lebe.

Am 31. August ging meine Reise los. Als erstes flogen wir nach Montreal und hatten dort einen langen Aufenthalt, aber das war halb so schlimm, denn schon dort habe ich Bekanntschaften geschlossen. Von dort aus ging’s für mich weiter nach Halifax, die Hauptstadt von Nova Scotia.

Als ich dort aus dem Flugzeug ausgestiegen bin, haben mich bereits meine Gastmutter, MaryDean, mein Gastvater, Blair, sowie meine beiden internationalen Gastgeschwister Mint (aus Vietnam) und Laura (aus Spanien) mit einem großen Schild erwarte, auf dem »Welcome in Nova Scotia, Leonie« stand. Nur noch eine 45-minütige Autofahrt stand mir bevor, bis ich in meinem Zuhause in Walton, einer sehr kleinen Stadt direkt am Meer, angekommen bin. Mein Zimmer hatte einen Meerblick und es war auch nur ein zweiminütiger Fußweg, bis man mit seinen Füßen im Sand stand. Ich konnte es erst gar nicht fassen, dass ich gerade anfing, meinen Traum zu durchleben.

Von zu Hause bis zum Meer war es überhaupt kein weiter Weg.

Fünf Tage lagen zwischen meiner Ankunft und dem Schulbeginn. Diese Tage haben sich sehr gut geeignet, um meine Gastfamilie besser kennenzulernen und gemeinsam Aktivitäten zu unternehmen, wie zum Beispiel klettern im Kletterwald oder ein Kinobesuch.

Meine Gasteltern hatten bereits vor mir und meinen Gastschwestern 25 internationale Schüler aufgenommen und haben von jedem Einzelnen ein Bild im Haus aufgehangen und bekommen regelmäßig Besuch von ihnen.

Nun stand der erste Schultag vor der Tür. Meine Gastgeschwister und ich konnten es kaum erwarten und waren sehr nervös. Wir machten uns richtig viele Gedanken und merkten anschließend, dass diese nicht nötig waren, doch wir fragten uns trotzdem: Werden wir schnell Freunde finden? Sind die Kanadier offen zu uns oder ist es eher schwierig mit ihnen in Kontakt zu treten? Werden wir alles während des Unterrichts verstehen?

Doch als wir zum ersten Mal mit dem gelben Schulbus zur Schule gefahren sind, waren wir von dem Aussehen der Schule überwältigt. Sie sah genau so aus wie in amerikanischen High School Filmen. Das Schulsystem unterscheidet sich sehr von dem deutschen, denn man hatte vier Fächer, die man frei wählen darf. Ich hatte Kunst, Sport, Englisch und Wissenschaft. Jeden Tag hat man all seine Kurse, aber immer in einer anderen Reihenfolge. In jeder Mittagspause finden verschiedene Aktivitäten statt. An einem Tag kann es ein Sportwettbewerb zwischen Schülern und Lehrern in der Sporthalle sein und am nächsten Tag macht man sich auf der Bühne in der Cafeteria zum Affen. Am Ende der ersten Schulwoche haben sich bereits Freundschaften unter den ungefähr 50 internationalen Schülern, die ebenso wie ich die Avon View High School in Windsor besuchten, gebildet. Es war erstaunlich, wie viele Jugendliche aus so vielen unterschiedlichen Ländern auf dieselbe Idee wie ich kamen und einen Auslandsaufenthalt in Kanada verbringen wollten.

An meiner High School gab es richtig viele Internationals!

Ich persönlich liebe Sport und hab somit an vielen verschiedenen Schulteams teilgenommen. Anfangs war es Cross-Country. Zweimal die Woche fand nach der Schule das Training statt. Dort habe ich viele nette Schüler kennengelernt. Unser Team nahm an vielen Wettbewerben teil. Als die Season vorbei war, habe ich mich für Basketball und Badminton angemeldet. Auch in Basketball hatten wir Spiele. Ich kann nur jedem empfehlen, an Schulaktivitäten teilzunehmen, egal ob es Sportarten, Musik oder Kochclubs sind. Es ist die beste Art und Weise sich zu integrieren und neue Freunde zu finden und vor allem mit Kanadiern Kontakt aufzubauen.

Meine Gastfamilie hat viel mit mir unternommen. Zum Beispiel haben mein Gastvater und ich an einer Quad-Tagestour teilgenommen. Im Winter wurde ich fast jedes Wochenende zu einem kleinen Skigebiet gebracht und durfte dort bis abends mit meinen Freunden Ski und Snowboard fahren. Freunde von mir und ich wurden von meinen Gasteltern auch zu Peggy’s Cove, dem berühmten Leuchtturm, gefahren. Für uns Internationals wurden viele Ausflüge geplant: Bowling spielen, eine Nacht lang campen, zwei Tage ins Skigebiet, Essen gehen, Ausflüge nach Halifax…

Bei einem unserer Ausflüge ging es zum berühmten Leuchtturm auf Peggy’s Cove.

Mir hat es so gut in Kanada gefallen, dass ich meine geplanten drei Monate auf fünf Monate verlängert habe. Die Zeit verging so schnell, teilweise zu schnell, wenn man sich erstmal so richtig eingelebt hat. Kanada fühlte sich für mich schnell wie ein zweite Zuhause an. Doch auf einmal stand der Abschied vor der Tür. Dieser Tag zählt definitiv zu den traurigsten Tagen meines Lebens. Es flossen so viele Tränen, von mir, von meinen Freunden und vor allem von meinen Gasteltern. Ich dachte nur darüber nach, wie schade es ist, »Goodbye« zu sagen und erinnerte mich an all die schönen Momente, die ich mit ihnen erleben durfte, denn so eine Freundschaft ist Gold wert. Somit endete mein Traum am 31. Januar.

Natürlich gibt es auch manche Tage, die nicht so laufen, wie man es sich wünscht. Man bekommt Heimweh bekommt und das einzige, was man sich wünscht, ist seine deutschen Freunde oder Eltern in den Arm zu nehmen. Aber glaub mir, das Heimweh geht auch wieder vorbei und sobald man in Deutschland angekommen ist, bekommt man noch einmal Heimweh, nur diesmal genau andersherum: Man vermisst sein Gastland, seinen Gasteltern und seine Freunde.

Als ich wieder zu Hause war, habe ich viele meiner Freunde in Nova Scotia vermisst.

Doch ich kann dir versichern, dass der Kontakt zu ihnen halten kann, wenn man das wirklich möchte. Mich haben bereits vier Freunde besucht, eine aus Frankreich, zwei aus Deutschland und eine aus Dänemark. Ich wäre auch für den Prom zurück zu meiner Gastfamilie geflogen, doch Corona macht leider jedem von uns einen Strich durch die Rechnung. Dennoch telefoniere ich regelmäßig mit meinen Gasteltern, sowie mit meinen internationalen Freunden, obwohl ich bereits fast ein ganzes Jahr schon wieder zurück in Deutschland bin und mein Leben hier wieder weiterlebe.

Ich empfehle jedem Jugendlichen, der die Möglichkeit hat, ein Auslandsaufenthalt zu machen, diese zu nutzen, denn ihr werdet so viel lernen, und zwar nicht nur die Sprache. Ihr werdet auch so viele wertvolle Erfahrungen sammeln und weltoffener und mit neuen, großartigen Freundschaften zurückkommen. Es ist eine außergewöhnliche, unvergleichliche, einzigartige, grandiose, überwältigende und vor allem eine einmalige Erfahrung.

Ich kann es kaum erwarten, meine Freunde und Gasteltern wiederzusehen, zu umarmen und mit ihnen zu lachen.

Eure Leonie


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