Leonie hat es zum Schüleraustausch nach Irland gezogen. Im kleinem Örtchen Oughterard hat sie die Zeit ihres Lebens verbracht, viele Freunde gefunden und von dort aus natürlich die wunderschöne Grüne Insel erkundet. Was sie sonst alles während ihrer High School Zeit erlebt hat, beschreibt sie in ihrem Bericht.

Leonie und Freundin machen ein Selfie

Mein Name ist Leonie und ich war Anfang 2018 für fünf Monate in Irland. Dort war ich in einem kleinen Ort namens Oughterard, in der Nähe von Galway. Bei meiner Ankunft war es schon Abend und als ich mit meiner Gastmutter, Marry, in das Örtchen fuhr, war es überall noch hell mit Lichterketten erleuchtet. Es sah so schön aus, dass ich mich sofort wohl gefühlt habe. Oughterard besteht zwar nur aus zwei kleinen Supermärkten, einem Hotel und 13 Pubs, aber es wurde mein Zuhause für die kommende Zeit mit all den Ups und Downs, die ein Schüleraustausch mit sich bringt.

Die Schule

Ich komme aus Hamburg und gehe hier auf eine Stadtteilschule. Die Schule in Oughterard war ganz anders und vor allem der Unterricht länger. Die Schule begann jeden Morgen um 9 Uhr und war zwischen 15 und 16 Uhr zu Ende. In Irland hat man jedes Fach jeden Tag, das ist ziemlich anstrengend, weil man in jedem Fach auch immer Hausaufgaben auf bekommt. Diese sind aber nur zur Wiederholung des gerade durchgenommenen Unterrichtsstoffes gedacht und sind daher meist schnell erledigt. In Irland lernen die Kinder ab dem Kindergarten Irisch, diesen Kurs musste ich auch belegen. Außerdem hatte ich noch Home Economics, ein Fach in dem man Themen wie Essen, Familie, Heirat, Scheidung und vieles mehr bespricht. So ein ähnliches Fach hatte ich auch schon in Deutschland, aber in Irland ist alles viel mehr Theorie.

Ich habe schnell viele Freunde gefunden, mit denen man in der Mittagspause viel und ausgelassen reden konnte. Es gab in der Schule eine Gruppe aus Iren und International Students, die haben mich sofort und ohne Probleme aufgenommen. Danach musst du aber auch einen Schritt machen und auf sie zugehen.

Sicht auf Strand in Irland

Wie ein üblicher Tag ablief

Ich bin immer gegen 8 Uhr morgens aufgestanden und habe mich ganz entspannt fertig gemacht. Die lange Suche nach dem passenden Outfit konnte ich mir sparen, da ich eine Schuluniform hatte. Ich war jeden Morgen alleine, da meine Gastschwester früher als ich aus dem Haus musste und meine Gastmutter später, aber das machte mir nichts aus. Mein Weg zur Schule war leicht. Zu Fuß habe ich nicht einmal 10 Minuten gebraucht.

Die Zeit in der Schule verging meist sogar richtig schnell, da wir alle 40 Minuten den Raum wechseln mussten, so kommt ein bisschen Abwechslung in den Schulalltag, zumindest für mich. Die kürzeren Unterrichtstunden und die Uniform sind für mich die größten Unterschiede zur deutschen Schule, aber auch, dass alle Lehrer eher auf freundschaftlicher Basis mit den Schülern umgehen. Daher ist auch eine ganz andere und gute Atmosphäre in der Schule. Letztendlich stellte sich auch die strengste Lehrerin als super nett und hilfsbereit dar.

Leonie springt mit Pferd über Hindernis

Wenn die Schule vorbei war bin ich entweder mit meinen Freundinnen ins Fitnessstudio gegangen oder ich war reiten. Etwa 15 Minuten mit dem Fahrrad von meinem Haus entfernt hatte ich die Möglichkeit, in einem Stall zu reiten. Wenn ich nach der Schule da war, musste ich meist zwei bis drei Pferde reiten und danach habe ich noch die Pferde gefüttert. Das war für mich sehr gut, da ich die Bewegung und frische Luft brauche. Ich durfte auch immer Freunde mitbringen und ihnen das Reiten »beibringen«. Der Besitzer und seine Familie haben mich sehr geschätzt, das hat mir ziemlich viel bedeutet. Abends habe ich dann immer mit meiner Familie gegessen und Fernsehen geschaut oder ich habe meine Hausaufgaben gemacht.

Familie & Freunde

Es ist wichtig, immer im guten Kontakt mit deiner Familie und der Familie von deinen Freunden zu bleiben, denn so vertrauen sie dir mehr und du hast mehr Möglichkeiten. Ich war einen Tag mit meiner Freundin in Dublin und habe daraufhin die ganze Woche noch bei ihr in den Ferien verbracht. Auch mit meiner Gastmutter habe ich ein paar Ausflüge gemacht. Wir haben uns zum Beispiel während eines Tagestrips jeweils Kylemore Abbey und Clifften angeschaut. Obwohl ich mit meiner Gastmutter auch mal kleine Meinungsverschiedenheiten hatte, haben wir uns insgesamt gut verstanden. In den Situationen wo es nicht gut in deiner Gastfamilie läuft, ist es wichtig, darüber zu reden. Nur so könnt ihr das vermeintliche Problem aus der Welt schaffen. Ich habe mit meinen Freundinnen und mit meinem Local Coordinator gesprochen. Das hilft und tut gut.

Mein schönster Tag

Wie schon erwähnt, war ich mit einer Freundin für einen Tag in Dublin. Wir haben morgens um 6:30 Uhr den Bus von Galway nach Dublin genommen und abends wieder zurück. Ich weiß noch, es war der 14.2. – also Valentinstag – und wir haben uns einen wunderbaren Tag in Dublin gemacht. Nachdem wir morgens ankamen, haben wir uns erst einmal ein Tagesticket für die Stadtrundfahrt gekauft.  Daraufhin sind wir in den nächsten Bus gehüpft und immer da ausgestiegen, wo wir wollten. Wir haben uns das Trinity College angeschaut, ein paar Kirchen und mein persönliches Highlight: das Guiness Store House. Da kann man sehen, wie das Bier genau gebraut wird und selber dazu noch ein paar Spiele spielen. Das Haus ist einfach atemberaubend schön.  Den ganzen Tag haben wir damit verbracht durch die Stadt zu bummeln und uns alles anzuschauen. Da wir beiden Mädchen die Großstadt nicht verlassen konnten, ohne shoppen zu gehen, haben wir das den ganzen Nachmittag noch gemacht. Alles in allem war dies einer der schönsten Tage in Irland für mich.

Steilküste in Irland bei Sonnenschein

Ein Auslandsjahr lohnt sich definitiv! Du lernst mit anderen Situationen umzugehen, die du nicht gewöhnt bist und erweiterst deinen Horizont. Es ist einfach super interessant und lehrreich in einem anderen Land zu leben, nicht als Tourist, sondern als ein Teil der Gemeinschaft. Auf und abs gab es bei mir auch mal in der Familie und zum Ende hin mit einer Freundin. Ich denke aber, dass das ganz normal ist – jede Familie und jede Freundschaft hat gute und mal schlechte Zeiten, aber mit ein bisschen Mut und Vertrauen in einen selbst lässt sich das alles lösen. Wenn du etwas willst, dann hast du eigentlich auch das Vertrauen in dich selbst, es zu schaffen, du musst es nur machen!

Eure Leonie


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