High School in Neuseeland macht Spaß – die Ferien noch viel mehr! Aaron nutzt die freie Zeit, um möglichst viel zu erleben und zu erkunden. Er verbringt eine Woche im Urlaubsparadies seiner Träume – den Fidschi-Inseln. Auch mit seiner neuen Gastfamilie unternimmt Aaron viel, lernt Auckland und seine Umgebung richtig kennen und entspannt sich im Ferienhaus mitten im Urwald. Genau so sollten Ferien sein!

Ferienstart

Die Ferien waren für mich nicht nur sechs Wochen (wie in Deutschland), sondern fast drei Monate lang. Das lag daran, dass wir als International Students die Endjahres-Prüfungen nicht mitschreiben mussten, und darüber war ich mehr als froh. Nicht zuletzt wegen der Tatsache, dass am Ende dieser Prüfungszeit ein Trip zu den Fidschi-Inseln angeboten wurde. Für mich als Europäer war Fidschi immer nur Wunschdenken. »Ach, wäre es doch schön, sich bei himmelblauem Wasser, 35 Grad und nicht enden wollendem Sonnenschein am Strand auf Fidschi zu entspannen.« Doch da war ich nun – drei Stunden, einen Katzensprung vom Urlaubspardies meiner Träume entfernt. So war aus Wunschdenken auf einmal pure Realität geworden.

Urlaubsparadies

Als wir dann auf Fidschi ankamen, dachte jeder erst einmal das Gleiche: »Verdammt, ist das heiß!«. Das wurde dann aber ganz schnell zu: »Verdammt, ist das schön!«. Die Insel, auf der wir wohnten, hieß Treasure Island und war etwa 20 km vom »Festland« (der größten Insel Viti Levu) entfernt. Wir fuhren also mit dem Boot los und nach 10 Minuten fing es an zu regnen. Na toll, da ist man schon mal auf Fidschi und dann regnet es. Allerdings sollte das (zum Glück) der letzte Regen sein, den wir für die nächste Woche zu Gesicht bekommen würden.

Mann mit Fackeln

Als wir dann endlich ankamen, war der Schauer auch schon wieder vorbei: Sonnenschein und ein singendes und Gitarre spielendes Empfangskomitee erwarteten uns. Langsam begann ich zu verstehen, warum viele Leute – besonders in Neuseeland – sagen, dass Fidschianer die freundlichsten Menschen sind, die sie je getroffen haben. Jeder auf der kleinen Insel – die man in 15 Minuten locker umrunden konnte – stellte sich vor und wollte einfach ein bisschen plaudern. Ich habe mich gleich richtig wohl gefühlt.

Und unsere Hütten – ein Traum. Wir hatten ein Upgrade auf die luxuriösesten Hütten bekommen und direkt vor unserer Tür erwarteten uns Hängematten unter Palmen am Strand. Wir blieben insgesamt für 3 weitere Tage auf dieser Insel und es war einfach großartig.

Fidschi Time

Wir sind geschnorchelt, Jetski gefahren, haben uns am Strand gesonnt und uns im wirklich guten Inselrestaurant die Bäuche vollgeschlagen. Und das alles in »Fiji time«. Jeder, der einmal nach Fidschi kommen sollte, wird das sofort merken. Es heißt nicht mehr und nicht weniger als die totale Nichtexistenz von Zeit.

Sonnenuntergang am Meer

Wenn einer der Schnorchelführer zum Beispiel gesagt hat, es geht um zwei Uhr los, konnte das so gut wie alles bedeuten. Um zwei, um drei, vielleicht auch um vier Uhr. Für einen Deutschen erschließt sich dieses Konzept erst einmal nicht so richtig. Ich für meinen Teil habe es aber nach ein wenig Eingewöhnung einfach nur genossen. Genau so sollten Ferien sein.

Kuata

Nach drei Tagen fuhren wir zur nächsten Insel – Kuata: ein wenig größer und nicht so luxuriös, jedoch nicht minder schön. Vor allem unter Wasser gab es einiges zu sehen. Ein Mädchen in unserer Gruppe machte dort gleich ihren Tauchschein (einen schöneren Ort dafür gibt es wohl kaum), aber das war mir dann doch ein wenig zu extrem. Ich war mit einem Tauchgang für Anfänger und Schnorcheln mit Haien voll und ganz zufrieden.

Ausblick von der insel aufs Meer

Schnorcheln mit Haien

Ersteres war toll. Surreal, aber dennoch toll. Es fühlte sich an wie Fliegen, nur war man 12 Meter unter Wasser und bekam die tollsten Sachen zu sehen. Kunterbunte Fische, Moränen, ja sogar Korallen, die ihre Farbe ändern.

Unterwasser schwimmen mit Haien

Das Hai-Schnorcheln hat mich dann aber total umgehauen. Wir sind eine halbe Stunde (Fiji time) mit einem Boot raus aufs offene Meer gefahren. An einer unscheinbaren Stelle hielt das Boot dann an und wir sind alle mit Taucherbrille, Schnorchel und Flossen bewaffnet ins Meer gesprungen. Was sich dort auftat, war atemberaubend. Mitten in einem wunderschönen Riff schwammen diese Haie, drei Meter von uns entfernt. Natürlich waren es ungefährliche Riffhaie, aber trotzdem, wenn man so ein Ding direkt vor der Nase hat, interessiert einen das herzlich wenig. Nach zehn Minuten gab ich mir dann doch einen Ruck und tauchte zu einem der Haie hinunter. Ich hätte ihn anfassen können, so nah war ich (Habe ich natürlich nicht gemacht, man muss es ja nicht gleich übertreiben).

Back in Auckland

Nach vier weiteren wunderbaren Tagen mit Sonne, Meer und Strand machten wir uns schweren Herzens auf zurück nach Auckland. Normalerweise denkt man sich zu Hause angekommen: Ist auch wieder schön, zu Hause zu sein. Nicht aber wenn man gerade von den Fidschi-Inseln kommt. Jeder wollte zurück. Ausnahmslos. Deshalb: »Bucket list« Punkt Nr. 114: nach Fidschi zurückkehren.

Neue Gastfamlie

Den Rest meiner Ferien verbrachte ich dann größtenteils in Auckland, allerdings mit einer kleinen Änderung: einer neuen Gastfamilie. Kurz vor den Ferien eröffnete mir meine erste Gastfamilie, dass sie über die Ferien gerne ein wenig Zeit für sich selbst haben würden. Ich war natürlich ein bisschen geschockt, konnte es aber auch verstehen, da der Vater meiner Gastmutter unter Demenz leidet. Ich stand also vor der Frage, wohin ich gehen sollte. Meine Schule half mir dabei und wie der Zufall so will, hatte ich riesiges Glück.

Mein Nachbar in Deutschland arbeitete neun Jahre in Auckland. In so einer langen Zeit knüpft man natürlich ein paar Freundschaften. Als er letztes Jahr im August beruflich noch einmal nach Auckland kam, lud er mich zu einem Abendessen mit ein paar seiner Freunde ein. Es war ein super Abend, alle waren unglaublich nett, besonders Debbie und Brent, die Gastgeber des Dinners. Und als ich so überlegte, was ich nun machen soll, kam mir die Idee, dass vielleicht für ein paar Wochen bei Ihnen wohnen könnte. Sie sagten ja.

Anniversary Weekend in Hokianga

Ich lebte also für mehrere Wochen mit zwei der offenherzigsten und nettesten Menschen, die ich je getroffen habe. Auch wenn ich meine erste Gastfamilie mag; die Tatsache, dass sie mit mir nie irgendetwas richtiges unternommen haben, hat mich doch ein wenig enttäuscht. All das war mit Debbie und Brent anders. Sie unternahmen sehr viel mit mir.

Ausblick auf Insel und Meer

An den Wochenenden ging ich mit Brent surfen und wandern, wir besuchten Kunstausstellungen, Theater und die Umgebung Aucklands (von der ich bis dahin leider nicht wirklich viel gesehen hatte, da ich Auckland nicht ohne meine Gastfamilie oder organisierter Tour verlassen durfte) und über das »Anniversary Weekend« (ein verlängertes Wochenende speziell für Auckland) fuhren wir weit in den Norden, nach Hokianga, wo meine neuen Gasteltern ein Ferienhaus besaßen.

Nachthimmel

Dieses Wochenende war wundervoll. Zwar war alles sehr einfach eingerichtet, doch das machte den Charme des Ganzen aus. Das Grundstück war riesig, mitten im neuseeländischen Urwald. Von Austern sammeln, über fischen bis hin zu nächtlichen Wanderungen quer durch den Urwald haben wir eigentlich alles gemacht. Nach diesem wunderbaren Wochenende ging es wieder zurück nach Auckland, die Ferien waren jetzt vorbei.

Schon geht die Schule wieder los..

Die letzten Monate meiner Reise verbringe ich jetzt also in der Schule, was aber keinesfalls etwas Schlechtes ist. Bei Fächern wie Outdoor Education (mit Abstand das beste Fach, in dem ich einige meiner besten Freunde gefunden habe) oder Theater kann ich mich wohl kaum beklagen. Außerdem unternimmt das International Department wieder ein paar Trips, auf die ich mich schon freue. Ich bin mal gespannt, was die letzten Monate (in denen es leider wieder etwas kälter wird) noch so bringen werden.

Euer Aaron

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