Im Laufe der letzten 25 Jahre durften wir durch unsere Arbeit mit verschiedenen Partnerorganisationen viele wunderbare Weggefährten kennenlernen, die uns auf unserer Reise unterstützt haben. Unser Jubiläum wollen wir auch als Anlass nehmen, um euch diese Kolleg:innen einmal vorzustellen. Den Anfang macht heute eine tolle Non-Profit-Organisation, die fast von Anfang an dabei war: PAX, einer unserer Partner im USA Classic-Programm.

Bitte stellen Sie sich und Ihre Organisation einmal kurz vor.

Grüß Gott! Das letzte Mal, das ich regelmäßig Deutsch benutzt habe, war während meines Master-Studiums in Wien (Schwerpunkt: International Relations). Da ich einige Jahre davor ein Jahr in Mainz verbracht habe (als Austauschstudent und Marketingpraktikant), biete ich euch auch ein »Gude!« an. Mein Name ist Nicholas Burtscher. Ich bin Direktor für Marketing und Kommunikationen bei PAX – Program of Academic Exchange und komme ursprünglich aus Michigan.

Wie Stepin arbeitet PAX im Bereich des internationalen Bildungs- und Kulturaustauschs und vor allem des Schüleraustauschs. Obwohl wir auch amerikanische Schüler:innen ins Ausland schicken, ist die große Mehrheit unsere Teilnehmer:innen »inbound« — das heißt, die USA sind für sie das Zielland. Zusätzlich zu Deutschland, Österreich und der Schweiz arbeiten wir noch mit Schüler:innen aus ungefähr 70 Ländern (Ihr könnt euch »The PAX World« auf pax.org/map anschauen, wenn ihr wollt).

Auch wenn unser Hauptsitz (und mein Büro) sich in Port Chester, New York befindet (bisschen nördlich von New York City) haben wir kleine Büros in Seattle und Tokyo, sowie eher unregelmäßig verteilte Mitarbeiter:innen in anderen Orten der USA. Da wir Gastfamilien und High Schools in fast jedem Staat der USA haben, sind natürlich unsere »Community Coordinators« (die die Schüler:innen vor Ort betreuen) fast überall in Amerika.

Was ist für uns das Beste an unserer Arbeit? Die Menschen, ganz ohne Zweifel — unsere großzügigen Gastfamilien, unsere engagierten Mitarbeiter:innen, und vor allem die Schüler:innen. Wir sind immer beeindruckt von unseren Austauschschüler:innen und ihrer Bereitschaft, so ein wichtiges Abenteuer durchzuführen. Das braucht Mut und ist für uns immer eine Inspiration.

Wie lange arbeiten Sie schon mit uns zusammen? Und wie würden Sie die Zusammenarbeit beschreiben?

Unseren Archiven zufolge arbeiten wir seit 1998 mit Stepin zusammen. Das ist also seit »Jahr 2« von Stepin, wenn ich mich nicht irre. Insgesamt gab es bereits mehr als 2.200 PAX-Steppies in den USA!

Was die Arbeitsbeziehung betrifft, sage ich einfach, dass wir Glück haben, einen internationalen Partner wie Stepin zu haben­. Vor allem sage ich das, weil wir zusammen so viele erfolgreiche Austausche gemacht haben und so viele Leben in den USA sowie in Deutschland berührt haben.

Das passiert nur, wenn du einen zuverlässigen und professionalen Partner hast und wenn beide eine sehr ähnliche Vision schätzen. Aus unserer Sicht ist das bei PAX und Stepin so, und wir freuen uns auf die nächsten 25 Jahre.

Warum ist ein Auslandsjahr so eine wertvolle Erfahrung für junge Menschen?  

Es gibt viele Gründe, warum Schüleraustausche für sehr wertvolle Erfahrungen sorgen. Die allerersten Sachen, an die die Leute normalerweise denken, sind die Zielsprache und -kultur. Dazu würde ich wahrscheinlich auch die eigene Kultur hinzufügen. Erst, wenn man die eigene Kultur verlässt und sie plötzlich erklären muss, wird es klar, wie viele Löcher es in der eigenen Kenntnis gibt — viel wird für selbstverständlich gehalten. Na gut, da die meisten sich das mit der Sprache und den Kulturen gut vorstellen können, konzentriere ich mich auf etwas anderes und genauso wichtiges…

Durch Schüleraustausch lernst du dich kennen. Auch wenn das keine konkrete Fähigkeit wie eine Sprache ergibt, spüren es die meisten Teilnehmer:innen am alle intensivsten. Es macht auch Sinn. Für fast alle ist es das erste Mal, dass sie ohne ihre Eltern und ohne ihren Bekanntenkreis sind. Auf eine ganz spannende Art nehmen sie alles, was sie von ihren Eltern, Freund:innen, Lehrer:innen, bisherigen Erfahrungen, usw. gelernt haben und alles, was sie sind, und stellen sich bei einer fremden Gemeinschaft in Ohio, Mississippi, Texas, Washington oder wo auch immer in den USA vor.

Das ist lustig. Das macht Spaß. Das ist interessant, und die Austauschschüler:innen sind interessant für die neugierigen Amerikaner:innen. Es gibt Erfolge. Es gibt unvergessliche Momente. Und es gibt Fehler, viele, viele Fehler. Groß oder dramatisch müssen die Fehler nicht sein, aber zu Hause wären sie nie passiert. Das heißt, die entsprechenden Lektionen wären niemals gelernt worden. Es gibt tatsächlich keinen besseren Lehrer als Misserfolg und keine wichtigere Erfahrung als etwas Schwieriges zu tun.

So lernt man, wozu man fähig ist. So sieht man klar, dass es im Kopf viele unnötige Beschränkungen gibt—ob es was mit Sprachen, Kulturen, Reisen, Beziehungen, Schule, usw. zu tun hat oder nicht. Austauschschüler:innen überwinden viele schwierige Sachen ohne die Eltern und ohne das normale Stützsystem. Danach können sie optimistisch in die Zukunft blicken, oder zumindest weniger Angst bei den nächsten Schritten des Lebens haben. Austauschschüler:innen lernen, wie man schwierige Sachen tut. Austauschschüler:innen lernen, sich selbst zu vertrauen.

Ehrlich gesagt gibt es so viele Belohnungen, die ein Austauschjahr mit sich bringt. Ich könnte eine ganze Seite über Sachen wie Freundschaft, Neugier, Menschenkenntnis, Vielfalt schätzen, usw. schreiben. »Exchange isn’t a year in your life, it’s a life in a year.«

Was kann man als Austauschschüler:in nur in den USA erleben?

Drei Sachen, die wir regelmäßig von unseren Schüler:innen hören sind folgende…

Natürlich gibt es einen einzigartigen »School Spirit« an amerikanischen High Schools. Sobald die Steppies anfliegen, werden sich all ihre Mitschüler:innen schon auf das nächste Footballspiel freuen. Dieses besondere Wir-Gefühl ist so spannend wie es ansteckend ist und das noch mehr, wenn die Austauschschüler:innen selbst einen Sport spielen (was auf jeden Fall zu empfehlen ist).

Viele Austauschschüler:innen haben nie so viel Diversität erfahren, als während ihrer Zeit in den USA. Das gehört auch zu der USA-Erfahrung und ist für viele Teilnehmer:innen hochinteressant. Sie haben meistens viel von dieser Vielfalt gehört oder sind ihr in der Kunst begegnet, und jetzt können die Teenager sie persönlich erfahren.

Die letzte Sache, die wir immer wieder hören, ist, dass die Amis sehr freundlich und positiv sind. Schüler:innen finden zum Beispiel gute Freund:innen einfacher als sie erwartet hätten. Ihre Gastfamilien gehen mit ihnen wie mit einem echten Sohn oder einer echten Tochter um. Und ihre Lehrer:innen sind sehr bereit, die Schüler:innen zu unterstützen oder auf eine positive Art Probleme anzugehen. Natürlich sind Menschen zentral für die ganze Erfahrung. Aus diesem Grund hören wir dieses Feedback immer gern.

Haben Sie durch die Zusammenarbeit mit uns irgendwelche deutschen Wörter oder Phrasen gelernt?

Da diese Frage zu mir persönlich nicht so gut passt (weil ich Deutsch schon konnte), habe ich meine Kolleg:innen gefragt. Matthew Stainback hatte das Vergnügen, bei Stepin-Infoveranstaltungen in Deutschland teilzunehmen. »Partner aus Amerika« ist bei ihm hängengeblieben, denn vor jeder Präsentation hat er »Und jetzt hören wir von unserem Partner aus Amerika« gehört.

Unseren Präsidenten & CEO Bradley Smith hätte ich gar nicht fragen müssen, denn täglich sagt er »sehr gut!« Und wie alle Amerikaner:innen sagen mehrere von meinen Kolleg:innen ganz gern ein lautes übertriebenes »Hallo!« Für amerikanischen Ohren hört sich das irgendwie sehr nett und lustig an (und ist natürlich sehr einfach zu merken: »Hallo« = »Hello«).

Unser Motto ist »Weltneugier« — was bedeutet das für Sie?

Ich habe doch ein neues Wort von Stepin gelernt! Das man so ein schönes Wort zusammenbasteln darf, ist ein Reiz (und vielleicht ein Vorteil) von Deutsch, meiner Meinung nach. Auf der einer Seite betrachte ich das Wort sehr buchstäblich, weil ich die zwei Teile (»Welt« + »Neugier«) gut kenne, das wäre also ungefähr »eine starke Lust, die Welt zu kennen oder etwas über die Welt zu lernen«.

Bei so einem Wort wird aber viel angedeutet, glaube ich. Natürlich enthält das Wort einen Sinn von Offenheit. Man ist ja aufnahmebereit, denn es ist schwierig, gleichzeitig neugierig zu sein und auch überzeugt, dass deine aktuellen Perspektiven alle »richtig« sind. Es muss einen bestimmten Drang geben, neue Sachen zum Leben hinzufügen, um eine neue, bedeutungsvollere, mehrschichtige Aussicht zu finden.

Ich nehme auch an, dass wenn man Weltneugier für wichtig im Leben hält, man nie wirklich angekommen ist. Anders gesagt, es gibt keinen Endpunkt. Die Reise ist lebenslang und auf eine bestimmte Art das Ziel selbst.

Auf jeden Fall ist es ein gutes Wort für Austauschschüler:innen und ein Konzept, wovon sie gut profitieren können — während ihrer Zeit in Amerika und lange danach. Ich finde, dass es auch ganz gut zu unserem Motto passt: »Opening doors, embracing cultures, becoming family«. Wir sind froh, dass wir zur internationalen Stepin-Familie gehören und wünschen unserem Partner alles Gute zum 25-jährigen Jubiläum!


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