Erfahrungsbericht: Freiwilligenarbeit #1 – Zwei Schwestern engagieren sich – Von Speyer in die Welt

Erfahrungsbericht: Freiwilligenarbeit #1 – Zwei Schwestern engagieren sich – Von Speyer in die Welt

Von Speyer am Oberrhein hinaus in die Welt – für Katrin und Corinna Barho stand dieser Wunsch schon lange fest. Die große Schwester hat’s vorgemacht und ging als Freiwilliger Helfer nach Cusco, Peru. Drei Jahre später zog die jüngere Corinna nach und engagierte sich sechs Wochen lang auf Sri Lanka. Beiden hat es super gefallen, weswegen ich sie heute über ihre Erlebnisse vor Ort und ihre Beweggründe für Freiwilligenarbeit ausquetsche. :)
Die beiden haben viel zu erzählen, deswegen wird in Kürze auch der zweite Teil des Interviews folgen.

Corinna auf Sri Lanka: Das Schildkröten-Projekt

Hallo, liebe Mädels! Vielen Dank, dass ihr euch heute die Zeit genommen habt, uns ein paar Fragen zu euren Auslandserfahrungen zu beantworten. Zuerst möchte ich mal die Fakten klären. Also wer von euch war wann wo? Wie lange? Was habt ihr dort genau getan, also welcher Natur waren eure Projekte/ Aufgaben?

Corinna: Hallo, ich war 2013 von Juni bis August in Sri Lanka. Dort habe ich bei verschiedenen Projekten mitgemacht, da von Stepin in Asien ein „Bausteinsystem“ angeboten wird. Das heißt, ich konnte meine 6 Wochen aufteilen und mir aus der großen Auswahl an Projekten diejenigen heraussuchen, die mir am besten gefallen haben. Das habe ich auch voll und ganz ausgekostet und war 2 Wochen in Kandy, der kulturellen Hauptstadt Sri Lankas und dem Hauptsitz der Freiwilligenprojekte. Dort habe ich eine Woche die Einführungswoche mitgemacht, in der wir in die Kultur reinschnuppern konnten und viele Ausflüge rund um Kandy gemacht haben. In meiner zweiten Woche in Kandy habe ich dann morgens junge Kindermönche zwischen 6-12 Jahren in Englisch unterrichtet und mittags war ich in einem Waisenhaus für Babies und Kleinkinder. Nach diesen zwei Wochen in Kandy ging es dann für mich weiter nach Pinnawela, einem Ort in dem es eine große Auffangstation für Elefanten gibt. Dort hatte ich die Möglichkeit, die Elefanten näher kennen zu lernen und sie bei Ausritten zu begleiten, sowie sie in dem Fluss zu waschen. Für meine letzten 3 Wochen ging ich dann nach Ambalangoda, einer Stadt an der Südküste Sri Lankas. Dort habe ich zwei Wochen lang in einer Auffangstation für verletzte und kranke Schildkröten mitgeholfen. Wir haben sie gefüttert, gewaschen, neu angekommene Schildkröten verarztet und sogar Eier gefunden und in die Station gebracht. Meine letzte Woche in Sri Lanka verbrachte ich dann mit der „Body and Mind Week“. In dieser Woche hatten wir morgens Yoga am Strand und mittags Ayurveda-Massagen.

Katrin in Peru: Viva el Peru

Katrin: Ich war im Juli und August 2010 in Cusco, Peru. Insgesamt für acht Wochen, davon habe ich vier Wochen einen Sprachkurs besucht, weil ich Spanisch noch nicht in der Schule hatte. Während der Zeit habe ich bei einer Peruanerin gewohnt, mit noch zwei anderen europäischen Mädels. Danach bin ich für vier Wochen in eine Art WG gezogen, mit anderen Freiwilligen, und habe in einem Kinderhort gearbeitet. An den Wochenenden blieb zum Glück noch viel Zeit zum reisen, die ich auch gut genutzt habe, um Peru zu erkunden. :)

Was hat euch dazu bewogen, ausgerechnet Freiwilligenarbeit zu machen? Ist der Wunsch schon früh in euch gereift oder war das eine spontane Entscheidung?

Katrin: Ich wollte das eigentlich schon immer machen. Mit dem 4-wöchigen Sprachkurs konnte ich dann mehrere Sachen verbinden: Ich konnte in einem Land helfen, in dem die Menschen es nicht so gut haben wie in Deutschland. Ich konnte ein Land erkunden, in das ich schon immer einmal reisen wollte; Südamerika allein deswegen schon, weil es so weit entfernt ist und deshalb natürlich ein perfektes Ziel, um großes Fernweh zu stillen und Peru, weil es in den Bergen liegt. Cusco, umringt von den Anden, auf 3500 Metern über dem Meeresspiegel, das war für die Skifahrerin und Abenteurerin in mir ein Riesen-Traum. Das Land ist unglaublich reich, allein landschaftlich hat es so viel zu bieten, und dennoch wird jede helfende Hand gebraucht. Die Leute sind super freundlich, aber – typisch südamerikanisch – auch etwas unorganisiert und verpeilt.
Mit der Wahl dieses Landes hatte ich die Möglichkeit, nach dem Abi mein eigenes Ding zu machen und allein diese schöne Welt zu erkunden. Und doch hatte ich immer Menschen um mich, die sich um mich gekümmert haben und mit denen ich tolle Freundschaften geschlossen habe. Ich konnte eine neue Sprache lernen und mir mit meinen Spanischkenntnissen dasTor zu so vielen anderen Ländern öffnen.

Corinna am Lions Rock

Corinna: Bei mir war es so, dass ich schon länger vorhatte, nach meinem Abitur Freiwilligenarbeit zu machen und durch meine Schwester auch mitbekommen habe, dass es eine tolle Art zu Reisen darstellt, weil man die Menschen vor Ort kennen lernt und andere Freiwillige aus der ganzen Welt trifft.

Warum ausgerechnet die beiden von euch gewählten Destinationen? Lebenslanger Traum oder lag es vielleicht an unserem Angebot vor Ort, dass ihr euch für Peru und Sri Lanka entschieden entschieden habt?

Katrin: Wie gesagt, Peru hat so viele meiner Träume in einem vereint. Es ist weit entfernt, bietet Abenteuer und Neuigkeiten. Es ging mir darum, aus unserem Kulturkreis rauszukommen. Andere Welten kennen zu lernen. Eine neue Sprache zu lernen. Südamerika war schon lange ein Traum; es gibt so viel zu entdecken, die Länder Südamerikas unterscheiden sich extrem, und dennoch sind sie auf gewisse Art doch ähnlich. America del sur hat mich bis heute nicht losgelassen und wird mir bestimmt noch ein paar Reisen wert sein. In gewisser Weise war der Aufenthalt in Peru das perfekte Zwischending und ein guter Einstieg damals, dem auch schon eine andere zweimonatige Reise gefolgt ist. Er führte in unbekannte Sphären und doch lernte ich über die Schule, die ich besuchte, die Freiwilligenarbeit und die anderen Mädels in meiner Gastfamilie auch viele Europäer kennen, die den Übergang erleichterten. Wenn die Spanischlücken zu groß waren, konnte jemand mit Englisch aushelfen, wenn man Hilfe beim zurechtfinden brauchte, war immer jemand zur Stelle. Cusco ist ein idealer Ausgangsort, um Peru zu erkunden. Allein die Stadt, die ja mit das größte Reiseziel des Landes ist, hat schon so viel zu bieten, und es macht einfach einen großen Unterschied, ob man dort wohnt und sich zuhause fühlen kann, oder nur eine Woche lang alle Sehenswürdigkeiten abklappert.
Wo sollte man auch lieber wohnen wollen als im „Nabel der Welt“? Das heißt Cusco nämlich übersetzt. Das ist eigentlich Quechua, die Sprache, die noch von der indigenen Bevölkerung Perus gesprochen wird. Auch kulturell ist Peru als Erbe der Inkakultur so unglaublich spannend!

Corinna bei den Kinder-Mönchen

Corinna: Ich hatte schon immer den Wunsch, irgendwann in den asiatischen Teil der Welt zu reisen und das Angebot mit den Bausteinen hat mir sehr zugesagt, weil ich eben alles ausprobieren konnte und in verschiedenen Orten in Sri Lanka leben konnte. Außerdem wollte ich, wie meine Schwester, auch die unbekannte Kultur kennen lernen. Die asiatische Kultur ist in vielerlei Hinsicht ganz anders als unsere europäische. Das macht die Reise zu einem großen Erlebnis und so spannend.

Katrin in Peru: Zusammenhalt unter Freiwilligen

Wie genau lief das ab? Von Ausreise bis Rückreise: Wie war der Flug, die Unterkunft, die Menschen, die Kollegen?

Katrin: Vom Flughafen hat mich direkt Adela abgeholt, die Peruanerin, bei der wir gewohnt haben. Mit einer Französin und einem Mädchen aus Wales haben wir bei ihr gewohnt. Sie wohnt sehr zentral; man kann alles zu Fuß erledigen. Sie hat uns immer bei allem weitergeholfen und natürlich habe ich die neusten Spanischkenntnisse sofort an ihr ausprobiert. Sie konnte fast kein Englisch; umso besser für mein Spanisch:) Am Ende der acht Wochen konnte ich mich gut mit ihr unterhalten, ich habe sie auch während ich dann in der WG gewohnt habe, immer noch besucht. Sie war immer, auch wenns am Anfang einige Spachbarrieren gab, fest davon überzeugt, dass es nicht lange dauern wird, bis ich Spanisch kann und am Ende bestätigte sich: „Ahora estas hablando“:) Marie, meine „Schwester“ aus Frankreich konnte schon super spanisch und konnte zur Not auch immer übersetzen. Bis ich dann am Ende für die Neuen übersetzen konnte! Die Unterkunft war super, für peruanische Verhältnisse erst recht ein Paradies. Besonders die Schule hat mir sehr gut gefallen!

Freiwilligenarbeit in Peru: Machu Picchu

Corinna: Bei meinem Hinflug hatte ich einen Direktflug von Frankfurt nach Colombo. In Colombo wurde ich am Flughafen abgeholt von einem Mitarbeiter der Organisation, was super geklappt hat: Er war direkt in der Ankunftshalle und hielt ein Schild mit meinem Namen. Er fuhr uns dann nach Kandy in das Volunteerhaus. Die Unterkünfte, in denen ich war, waren alle drei sehr gut – in Kandy hatten wir Mehrbettzimmer in einem Haus, das nur von Volunteers bewohnt war. Dreimal am Tag wurde Essen in die Küche gebracht und das Haus wurde schnell zu einem kleinen Zuhause. Die Menschen in Sri Lanka sind alle sehr herzlich und lächeln immer. Wir Volunteers ließen uns davon anstecken und die Stimmung im Haus war immer sehr gut. In Pinawela war ich mit einem anderen Mädchen in einem Hostel untergebracht und in Ambalangoda wohnten wir wieder in Volunteerhaus.

Fortsetzung folgt…

Share this Story

Verwandte Artikel

Hinterlasse einen Kommentar (mind. 10 Zeichen)

Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>