High School in Kanada – Zu Hause in zwei Welten – Leben bei einer Gastfamilie

High School in Kanada – Zu Hause in zwei Welten – Leben bei einer Gastfamilie

Erst ein High School Jahr in Kanada und jetzt Gastfamilie für eine brasilianische Schülerin: Ina Dirkmann aus Essen und ihre Familie sind schon ein Weilchen mit Stepin verbunden. Ina bei ihrem Schüleraustausch in Kanada eine großartige Zeit. Und nun hat Familie Dirkmann hier in Deutschland Ana aus Brasilien als Gastschülerin aufgenommen. Ina kann also prima aus beiden Perspektiven berichten.

Ina und Ana am Drachenfels

Heute möchten wir genauer wissen, wie man es sich überhaupt vorstellen kann, einen Gastschüler aus einem anderen Land bei sich zu Hause aufzunehmen und ihr/ihm Deutschland zu zeigen. Außerdem erfahren wir mehr darüber, welche Unterschiede und Parallelen es zwischen den beiden Programmen gibt.

Hallo Ina, vielen Dank, dass du dir heute Zeit für uns nimmst. Erst sollten wir mal die Fakten klären: Wann warst du in Kanada? Wo genau? Für wie lange – und warum überhaupt Kanada?

Hallo :) Ich nehme mir gerne Zeit für euch. Ich habe das Schuljahr 2011/2012 in Truro, Nova Scotia, an der Ostküste Kanadas verbracht. Ich wusste noch nicht genau, wo ich meinen Auslandsaufenthalt verbringen wollte, bis ich bei einer Stepin Informationsveranstaltung war. Wie Kanada dort vorgestellt wurde und die Art der kanadischen Partner hat meine Neugierde auf dieses Land geweckt.

Ana & die Dirkmanns

Offenbar hat dir das Programm und Stepin als Organisation ganz gut gefallen, oder?

Stepin ist eine tolle Organisation. Schon vor dem Auslandsaufenthalt wurde man gut auf das bevorstehende Abenteuer vorbereitet. Während ich in Kanada war, hätte ich mich rund um die Uhr bei Problemen melden können. Das war sehr wichtig für meine Eltern und mich. Und auch bei Ana hat sich jemand immer sofort bemüht, unsere Fragen oder kleinen Probleme zu lösen. Man ist bei Stepin nie auf sich alleine gestellt. Und das ist wichtig, wenn man so weit weg von der eigenen Familie ist.

Und darum hat sich deine Familie dazu entschlossen, auch selbst mal einen Gastschüler aufzunehmen?

In Kanada hatte ich ziemlich viele Geschwister und in Deutschland bin ich ein Einzelkind. Das wollte ich nach dem Jahr nicht mehr sein, also habe ich meinen Eltern vorgeschlagen, eine Gastschülerin aufzunehmen. Ich wollte nicht mehr diese „Stille“ im Haus. Zudem war meine eigene Gastfamilie einfach genial. Aus diesem Grund wollte ich jemand anderen auch so einen fantastischen Austausch ermöglichen.

Du hast jetzt quasi mal beide Seiten des Schüleraustauschs erlebt. Wie hat dein eigenes Dasein als Austauschschüler das Leben mit einer Gastschülerin aus Übersee beeinflusst?

Dadurch, dass ich selber erfahren habe, wie so ein Austauschjahr – auch emotional – abläuft, konnte ich Anas Reaktionen und Emotionen sehr gut nachvollziehen und sie besser verstehen. Außerdem kannte ich ja selbst das Problem, mich richtig zu verständigen und habe mich bemüht, Ana zu helfen und sie zu ermutigen, sich zu erklären, wenn wir sie nicht sofort verstanden haben.

Ausflug nach Langeoog

Wir haben tolle Fotos von dir bekommen, die dich und deine Familie inkl. Ana, eurer Gastschülerin aus Brasilien, auf diversen Ausflügen zeigen. Ihr seid ganz schon viel rumgekommen, oder?

Uns war es wichtig, Ana so viel wie möglich zu zeigen, vor allem auf kultureller Ebene. Wir haben viele Ausflüge gemacht, weil wir auch selber gerne reisen und sind mit ihr z.B. zu Konzerten, ins Ballett oder zu anderen Veranstaltungen gegangen. Es war schön, jemandem unsere Heimat zu zeigen. Und wir haben es ganz anders getan als Touristen, die nicht viel Hintergrundwissen oder Erinnerungen an die Orte haben.

Gibt es eine besonders lustige/ interessante Episode von dir/ euch und Ana, die du gern mit uns teilen möchtest?

Es gibt viele lustige und interessante Momente mit Ana. Wir hatten alle viel Spaß zusammen. Ana hat super in unsere Familie gepasst und wurde von allen, also anderen Familienmitgliedern, der Nachbarschaft und in der Schule, herzlich aufgenommen. Ich glaube der Moment, der mir immer als erstes einfallen wird, wenn ich an Ana denke ist, wie sie auf Ruhrpott gesagt hat „Boa ey, Ina, lasset“, weil ich sie ein bisschen geärgert habe. Alle haben gelacht und von da an war es klar, dass Ana hier in Deutschland und vor allem im Ruhrpott angekommen war.

Urlaub auf Lanzarote

Ana sprach bestimmt am Anfang fast nur Portugiesisch, oder? Wie war das rein sprachliche Verständnis?

Am Anfang war es natürlich etwas schwierig, sich mit Ana zu unterhalten. Wir mussten sehr langsam sprechen und einfache Wörter benutzen. Auch hatte Ana noch Probleme gehabt, sich auszudrücken. Wir haben dann manchmal Englisch und Spanisch zur Hilfe genommen. Aber innerhalb des Jahres, wo Ana hier war, wurde ihr Deutsch immer besser und sie spricht mittlerweile akzentfrei Deutsch. Wir sind stolz auf Ana, dass sie unsere schwere Sprache so super gelernt hat. Ich denke, der beste Weg, eine Sprache zu lernen, ist sich für längere Zeit dort aufzuhalten, wo diese Sprache gesprochen wird.

Inzwischen musste Ana ja wieder abreisen. Werdet ihr Freunde bleiben? Gibt es schon zukünftige Reisepläne?

Ich denke, ein Austausch bringt Freunde fürs Leben. Wir schreiben uns immer mal wieder und skypen ab und zu. Eigentlich wollte ich nach dem Abi 2014 nach Brasilien reisen, aber da zu dieser Zeit dort die WM ist, wird das ein bisschen teuer werden. Vielleicht wird es ja 2015 was. Aber wir werden uns auf jeden Fall besuchen. :)

Woodstockparty

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