Work and Travel Kanada: Interview mit der Stepin-Teilnehmerin Constanze Fischer

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Ein Land der Freiheit und der vielen Möglichkeiten. Die Weltneugier im Gespräch mit der 20-jährigen Constanze Fischer über die Vorzüge von Work and Travel in Kanada und ihre ganz besonderen Reisemomente. Für die Teilnahme ist ein Working Holiday Visum notwendig, die kanadische Botschaft gibt nur ein begrenztes Kontingent pro Jahr aus.

Stepin: Hallo Constanze. Schön, dass du dir Zeit genommen hast für unser Interview. Ohne Umschweife möchten wir auch gleich loslegen mit unseren zahlreichen Fragen. ;-) Wann warst du in Kanada zum Work & Travel und was bewog dich zu diesem Trip?

Constanze: Ich war von April 2010 bis März 2011 in Kanada. Ich hatte schon lange den Traum nach Kanada zu kommen. In der Schulzeit bewog mich zunächst die Zweisprachigkeit des Landes dorthin zu gehen, allerdings nutzte ich dies später weniger. Ein weitere Grund war die Freiheit, die mir ein riesiges Land bot, das Multikulti der Kanadier und die verschiedenen Landschaften, die meines Erachtens in Realität noch viel schöner sind als man sie vielleicht erwartet.

Stepin: Warum ausgerechnet Kanada?

Constanze: Ich hatte einiges über Kanada gelesen, auch Berichte von Backpackern und jeder sagte, dass Kanada auch gut alleine bereisbar sei und man auch die Möglichkeiten habe, mit Bussen kreuz und quer durchs Land zu fahren. Zudem hat man alles in Kanada: Vom Atlantik bis zum Pazifik mit Bergen, Seen und weiteren tollen Landschaften.

Constanze als Greenkeeper auf einem RasenmähertreckerStepin: Welche Jobs hast du in Kanada angenommen?

Constanze: Ich habe für einem Golfkurs in Toronto gearbeitet. Ich habe dort nur acht Wochen gearbeitet, aber es hat riesigen Spaß gemacht. Das Team dort war sehr lustig und auch sehr gemischt mit lauter Leuten, die auch aus verschiedenen Ländern Europas auch Work and Travel in Kanada gemacht haben.

Ansonsten war ich noch sehr viel wwoofen (kurz für Willing Workers On Organic Farms). Hier habe ich sehr viele unterschiedliche Erfahrungen gesammelt, gute wie schlechte, aber ich habe den Vorteil dabei gesehen, dass man wirklich Kanadier kennenlernt und nicht nur andere Ausländer.

Stepin: Wie kamst du mit der Kultur zurecht? Was ist anders?

Constanze: Kanadische Kultur? Das ist eine gute Frage. Da Kanada so groß ist, gibt es sehr viele verschiedene Kulturen im Land. In den Städten ist es ein absoluter Kulturmix und in den ländlichen Regionen haben viele Kanadier europäische Wurzeln und bringen so einen Teil ihrer europäischen Kulturen ins Land, wie z.B. die Musik, die religiösen Feste oder auch einfach nur die Sprache. Viele Leute sprechen noch ihre zweite Sprache. Auch das Essen macht einen Teil ihrer Kultur aus.

Ich empfand das alles als sehr faszinierend und habe mich sehr wohl gefühlt. Es ist nicht wirklich ein Kulturschock, wie man ihn sich vielleicht vorstellt. Man ist eher einer der Masse und eigentlich ist auch jeder offen ihm seine Kultur zu zeigen.

Stepin: Du bist als Backpacker natürlich viel gereist. Was sind deine Top 3 Reisemomente?

Constanze und Bekannte: Spielerei im SchneeConstanze: Hm, das ist wirklich schwierig zu sagen. Ich habe viel gesehen und erlebt. Ein ganz toller Moment war die Entscheidung, nach Neufundland zu reisen. Ich hatte die Region gar nicht eingeplant, weil es halt doch ziemlich schwer erreichbar ist. Ich habe mich über Nacht dazu entschieden und bin mit einem Australier für eine Woche dann in Neufundland gewesen.

Ein zweiter toller Moment war die 14-tägige Reise in den Rocky Mountains. So viel Schnee und die Ruhe, die von den Bergen dort gegeben wird, sind einfach mit nichts, was ich hier in Europa bis dahin gesehen habe, vergleichbar.

Da ich relativ viel »Couchsurfen« war, war es immer wieder ein toller und spannender Moment, bei jemandem zu wohnen. Ganz toll war eine Familie auf Prince-Edward-Island, die mich wie ein Mitglied der Familie bzw. wie einen Hotelgast behandelte. Ich aß dort auch den ersten Hummer meines Lebens.

Stepin: Welche 3 Dinge hast du vermisst du bzw. sind dir auf die Nerven gegangen?

Constanze: Brot… das Weißbrot dort ist einfach nur schlabberiger Toast, aber in Toronto gibt es eine deutsche Bäckerei. Vermisst habe ich auch bezahlbaren Käse und Schokolade. Gute Schokolade ist einfach richtig teuer, weil sie komplett aus Europa kommt. Im Allgemeinen sind die Milchpreise so teuer, dass guter Käse nicht bezahlbar ist.

Ansonsten war es schon so, dass man einfach neben dem Essen so die eine oder andere heimatliche Kultur vermisst, z.B. das gemeinsame Essen am Tisch. Übrigens: Ein Wort oder eine Redewendung, an der man in Kanada nicht vorbei kommt: Where are the washrooms? (niemals restroom ;-))

Stepin: Welche drei Tipps würdest du jemandem geben, der Work and Travel in Kanada machen möchte?

Constanze: Schwierig ist es schon zu sagen, was man einem raten soll. Man sollte auf jeden Fall flexibel sein und sich nicht auf einen Job oder speziellen Bus versteifen. Man sollte es einfach mit Ruhe angehen und alles auf sich zukommen lassen.

Biomarkt in KanadaIch fand das »wwoofen« sehr schön, weil man einfach wirklichen Kontakt mit Kanadiern bekommt. Im Job oder beim Reisen stellt sich das als nicht gerade einfach heraus. Außerdem ist es auch eine echte kanadische Erfahrung auf einer einsamen Farm »in the middle of nowhere« zu leben und am flackernden Lagerfeuer die Ruhe zu genießen.

Man sollte aber auch damit rechnen, dass man ein bisschen Zeit braucht, einen Job zu finden und deswegen auch genug Geld für ein paar Wochen braucht. Ich fand es auch immer gut, wenn andere Backpacker einem einen Tipp gegeben haben, wo man doch einen Job relativ leicht finden kann.

Stepin: Vervollständige bitte folgenden Satz: »Kanada ist für mich…«

Constanze vor einem vereisten WasserfallConstanze: …ein Land der Freiheit und vieler Möglichkeiten, zudem ein faszinierender Kulturmix und hat für jeden etwas zu bieten von amerikanischer Kultur bis hin zu den sehr irischen Einflüssen in Neufundland oder dem Oktoberfest in Ontario.

Stepin: Was hat der Kanada-Aufenthalt in dir bewirkt? Wirst du zurückkehren?

Constanze: Er hat mich selbstständiger gemacht, gelehrt nicht schnell aufzugeben und flexibel zu sein. Zudem einfach mal die Ruhe behalten und nicht auf die deutsche Hundertprozentigkeiten zu bestehen. Ich werde auf jeden Fall noch einmal zurückkehren. Ob ich jetzt dort leben wollte, kann ich nicht sagen, aber zum Reisen und Wandern ist es ein Traum.

Stepin: Last but not least: Die berühmt-berüchtigten letzten Worte…

Constanze: Ô Canada ! Terre de nos aïeux, (französisch)
O Canada! Our home and native land! (englisch)
Uu Kanata! nangmini nunavut! (Inuktitut)

Stepin: Vielen Dank, dass du so viel Zeit für uns hattest :-)

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2 Kommentare

  1. Coco

    5. Mai 2011 at 10:41

    toll, danke für den bericht :) für mich gehts in nichtmal 2 Monaten auch los nach Kanada, deshalb hab ich mich sehr gefreut dass hier einige Erfahrungen geteilt werden und auch das mit dem Couchsurfing beruhigt mich, da ich mir schon Gedanken gemacht habe ob das eine gute Idee ist oder nicht :)

    Antworten

  2. BabetteBo

    21. April 2011 at 14:50

    Kanada ist ein sehr schönes Land. Die Wälder und Seen, die Weitläufigkeit. Ich wollte schon immer mal nach Montreal oder Quebec. Leider hab ich es immer nur in die USA geschafft ;-).

    Antworten

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