Hallo, ich bin Carolin, bin 15 Jahre alt und lebe in einem kleinen Dorf in der Nähe von Münster. Ich gehe 2022/23 als Stepin-Stipendiatin in die USA, also wirst du mich nun öfter hier sehen. Wie es dazu gekommen ist, dass ich meinen Traum vom Auslandsjahr in den USA leben darf, erzähle ich dir in diesem Bericht.

Aber als allererstes möchte ich mich ganz herzlich bei Stepin bedanken, für die unfassbare Chance, dieses Auslandsjahr machen zu können. Ihr habt mir damit meinen größten Traum erfüllt. Vielen Dank!

Also…kennst du dieses Gefühl von Fernweh? Wenn dir jeder Muskel in deinem Körper sagt, dass du die Welt sehen möchtest, wissen möchtest, was es da draußen alles noch gibt. Wenn du einfach nur weg willst und neue Menschen, Kulturen und Sprachen kennenlernen möchtest?

So geht es nämlich mir. Ich habe mich schon immer für die Welt interessiert. Ich liebe es einfach, neue Kulturen, Sprachen und Menschen kennenzulernen, die einfach anders sind, als man es kennt. Auf die Idee, ein Auslandsjahr zu machen, bin ich durch eine ehemalige Schülerin meiner Schule gekommen. Ich glaube, ich war zu dem Zeitpunkt ungefähr 12 Jahre alt. Sie ist damals ebenfalls in die USA gegangen und ich habe es durch Zufall mitbekommen. Und bei der Idee hatte ich direkt ein Kribbeln im Bauch.

Eine andere Kultur so hautnah erleben zu können, konnte ich mir im Traum nicht mal vorstellen. Ich habe meinen Eltern noch am selben Tag von der Idee erzählt und sie sagten zu mir, dass mein Traum ohne ein Vollstipendium nicht zu erfüllen sei. Also haben wir nach Organisationen gesucht, die ein Vollstipendium vergeben. Wir sind schließlich auf vier Organisationen gestoßen, die das machen. Ich habe mich dann schon mal erkundigt, welche Voraussetzungen es für die Bewerbung gibt.

Hier seht ihr mich mit dem Material, was ich für meinen Kreativbeitrag gebastelt habe.

Alle Organisationen haben ein Vollstipendium für die USA angeboten, worüber ich mich unfassbar gefreut habe, da ich unbedingt auf einen anderen Kontinent wollte. Außerdem wollte ich unbedingt mal den High School Spirit erleben, mit Prom, Homecoming und den Football-Spielen, und mal ganz andere Schulfächer ausprobieren. Aber auch die typischen Feste, wie zum Beispiel Thanksgiving, feiern und einfach den amerikanischen Lifestyle erleben.

Doch erstmal musste ich noch zwei Jahre warten, bis ich im richtigen Alter war, um mich zu bewerben. Die Zeit habe ich damit verbracht, mir Take-Over und YouTube-Videos zum Thema Auslandsjahr anzuschauen. Im Frühjahr 2021 konnte ich dann anfangen, mich zu bewerben. Als erstes musste ich eine Online-Bewerbung ausfüllen. Dazu musste ich noch eine Lehrereferenz, eine Referenz zu meinem sozialen Engagement und ein Motivationsschreiben einreichen.

Danach habe ich mich an meinen Kreativbeitrag gesetzt. Mein Kreativbeitrag war ein Video, in dem ich erzählt habe, wieso ich die Richtige für das Stipendium bin und warum ich überhaupt ein Auslandsjahr machen möchte. Das Ganze habe ich wie eine Art Wahlkampfvideo für das Auslandsjahr aufgebaut. Darin erzähle ich dann, wieso ich ein Auslandsjahr machen möchte und was meine Motivation dahinter ist und was ich damit bezwecken möchte. Für den Kreativbeitrag sollte man sich auf jeden Fall viel Zeit nehmen. Nach dem Absenden hieß es dann erstmal warten…

Ich glaube, dass ich im Dezember 2021 dann den Anruf von Stepin bekommen hab, dass ich zum Interview mit zwei anderen Bewerbern eingeladen bin. Ich hatte schon bei diesem Anruf Tränen in den Augen, weil ich mich so gefreut habe. Davor war ich schon von zwei anderen Organisationen nach einem Interview abgelehnt worden. Stepin war somit so gut wie meine letzte Chance und ich wollte es wirklich nicht vermasseln. Als dann der Tag des Interviews kam, war ich mega aufgeregt. War aber eigentlich gar nicht nötig, weil alle super nett waren. Ich habe mich sofort wohlgefühlt. Wir haben beim Interview ein paar Gruppenarbeiten gemacht und ein paar Einzelarbeiten. Dazu hatte ich noch ein Kennlerngespräch, wo ich dann auch einen Part auf Englisch hatte, der aber super zu meistern war.

Hier war ich in Berlin für meinen Visuminterview-Termin, was ich mit Sightseeing verbunden habe.

Am darauffolgenden Montag habe ich dann den Anruf von Stepin bekommen, dass ich dieses Jahr meinen Traum leben werde. Ich war so sprachlos, dass ich angefangen habe zu weinen. Ich saß zu dem Zeitpunkt im Schulbus nach Hause, weswegen mich ein paar Leute ein bisschen komisch angeschaut haben. Ich muss schon wieder lächeln, wenn ich an diesen Moment zurückdenke. Das Ganze ist jetzt einfach schon sechs Monate her und es fühlt sich wie gestern an.

Nach dem Anruf ging alles ziemlich schnell. Ich habe den Vertrag unterschrieben und das Stipendium zu einem Aufpreis von fünf auf zehn Monate verlängert. Nach Unterzeichnung des Vertrags ging es an die Gastfamilienbewerbung, was mehr Aufwand war als erwartet (fangt so früh an wie möglich). Dann habe ich den Englisch ELTIS-Test gemacht, der auch nicht wirklich schwer war. Als letztes war jetzt mein Visumantrag dran. Dafür war ich Ende Juni auch in Berlin zum Visumsinterview, was ziemlich schnell ging. Man muss sich darüber nicht zu viele Gedanken machen. Als nächstes steht bei mir nur noch Kofferpacken an.

Eine Gastfamilie habe ich mittlerweile auch schon. Ich werde nach Remus, Michigan gehen. Meine Gastfamilie besteht aus meiner Gastmutter, meinem Gastvater und meiner kleinen Gastschwester. Dazu hat meine Gastfamilie noch einen Hund und eine Katze. Remus ist eine kleine Stadt und ziemlich ländlich, worüber ich ziemlich glücklich bin, da ich selber auf dem Land wohne. Meine Gastschule ist auch nicht weit entfernt. Ich muss sagen, dass ich sehr happy mit meinem Placement bin. In den letzten Wochen habe ich schon viel mit meiner Gastfamilie geschrieben und wir verstehen uns wirklich super.

Seit der E-Mail, dass ich meine Gastfamilie habe, kann ich es gar nicht mehr abwarten, endlich in den Flieger zu steigen. Meine Vorfreude steigt von Tag zu Tag. Ich muss sagen, dass ich unfassbar dankbar bin für diese Chance, und dass ich mich unglaublich auf die Zeit in den USA freue. Vor ein paar Jahren hätte ich mir noch nicht mal in meinen Traum vorstellen können, hier zu sitzen, diesen Bericht zu schreiben und sagen zu können: »Ich hab’s geschafft!« Das wichtigste, was ich gelernt habe in dieser Zeit, ist, dass es sich lohnt, für seinen Traum zu kämpfen und dass man es einfach probieren muss. Denn woher soll man wissen, was hätte sein können, wenn man es nie versucht hat.

Bis bald

Carolin

P.S.: Bei Fragen könnt ihr euch gerne bei mir melden. Ich helfe euch gerne weiter. Ihr könnt mir bei Instagram: carolin.strck oder Snapchat: cast.1318 gerne schreiben.


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