Nach ihrer ersten Woche im Elefanten-Projekt in Umphang stand für Verena die Fahrt nach Wang Nam Khiao auf dem Programm. Hier nahm sie im Rahmen ihrer Freiwilligenarbeit in Thailand zusammen mit einem französischen Volunteer am Buddhismus-Projekt teil und erlebte fünf abwechslungsreiche Tage. In ihrem heutigen Blogpost berichtet Verena unter anderem von morgendlichen Gesängen im Kloster, der »breakfast only«-Regel und einem ungewöhnlichen Treffen mit dem ranghöchsten Mönch des Tempels.

Buddhismus-Projekt – Tag 1

Fahrt nach Wang Nam Khiao

Montagmorgen ging die Fahrt mit dem Truck los. Zum Mittagessen stoppten wir an einem kleineren Wasserfall. Wir picknickten mit Papaya-Salat und Sticky-Rice, eines meiner Lieblingsgerichte hier in Thailand.

Wasserfall ThailandNach einem kurzen Spaziergang am Wasserfall setzten wir die Fahrt fort und kamen bald an der Unterkunft, dem »Forest View Resort« in der Nähe von Wang Nam Khiao, an. Die Volunteer-Unterkunft bot eine super schöne Aussicht über den angrenzenden Nationalpark, doch leider verbrachten wir dort nur zwei Nächte.

Buddhismus-Projekt – Tag 2

Almosen für die Mönche

Dienstagmorgen starteten wir schon sehr früh ins Programm: um 6:00 Uhr fuhren wir zu einem nahegelegenen Tempel um den Mönchen Almosen zu geben. Jeden Morgen versammeln sich die Mönche und laufen durch die Dörfer und Städte um Almosen der Anwohner entgegenzunehmen. Diese bestehen normalerweise aus Getränken und Essen. Meist warten die Leute an einer bestimmten Straße, an der die Mönche vorbeikommen, um ihnen dort gemeinschaftlich ihre Spenden zu bringen.Almosen verteilen für Mönche in Thailand

Wichtig hierbei ist, dass man keine Schuhe tragen darf und die Kessel in denen die Mönche das Essen sammeln nicht berühren darf. Generell sollte man – vor allem als Frau – vorsichtig gegenüber den Mönchen sein, da man sie nicht berühren darf und ein Mönch nichts direkt aus der Hand einer Frau entgegennimmt.

Die Grundlagen des buddhistischen Glaubens

Danach gingen wir zur Meditation in den Tempel und es gab endlich Frühstück. Am Nachmittag konnten wir uns eine Dokumentation über das Leben Buddhas ansehen und erhielten so schon die wichtigsten Informationen über die Grundlagen des buddhistischen Glaubens. Der letzte Programmpunkt an diesem Tag war der Besuch eines Aussichtspunkts über den Nationalpark, von dem aus man wilde Büffelherden durch Fernrohre beobachten konnte. Die Aussicht war wirklich wunderschön!

Buddhismus-Projekt – Tag 3

Tagesablauf im Kloster

Auch der Mittwoch begann schon sehr früh. Diesmal fuhren wir direkt zum Kloster, um dort Almosen in Form von Reis an die Mönche zu geben. Die kommenden Tage sollten wir in genau diesem Kloster verbringen. Wir bezogen unsere Zimmer, die zwar einfach und zweckmäßig gestaltet, aber trotzdem sehr schön waren. Auch das Gelände des Klosters, mit viel Grün und einem See, gefiel mir sofort.Tempelgelände Thailand

Nachdem die Taschen abgestellt waren, gingen wir ein weiteres Mal in den Tempel zum morgendlichen »Chanting«, was man als eine Art Kirchengesang betrachten kann. Danach gab es ein gemeinschaftliches Frühstück zusammen mit allen anderen Bewohnern der Tempelanlage. Das Frühstück sollte allerdings unsere einzige Mahlzeit an diesem Tag sein, da wir versuchten, wie die Mönche, nur morgens zu essen und danach nicht mehr.

Nach dem Frühstück hatten wir Freizeit, die wir zur Meditation oder zur Erkundung des Tempelgeländes nutzen konnten. Gegen 15:00 Uhr ertönte ein Gong über das gesamte Gelände. Das war unser Zeichen, wieder aktiv zu werden und bei den alltäglichen Arbeiten im Tempel, wie dem Straßenkehren oder Trinkwasser abfüllen zu helfen. Den Abschluss des Tages bildete ein weiteres Mal das »Chanting«. Gegen 21:30 Uhr ging unser erster Tag im Kloster zu Ende und wir gingen hungrig ins Bett.

Buddhismus-Projekt – Tag 4

Bloß nicht einschlafen!

Am nächsten Tag durften wir den Tempelalltag einmal komplett durchlaufen, weshalb der Wecker schon um 3:00 Uhr morgens klingelte.

Um 3.30 Uhr startete das morgendliche »Chanting«, für uns war dabei die größte Herausforderung, bei den Gesängen der Mönche nicht einzuschlafen. Während diese danach zur Meditation übergingen, machten wir uns noch einmal auf den Weg zurück ins Bett, doch schon um 6:00 Uhr hieß es wieder Almosen an die Mönche verteilen.Tempel in Thailand

Der restliche Tagesablauf war der gleiche wie am Tag zuvor, doch diesmal entschieden wir uns zusammen mit unserer Koordinatorin zum gemeinschaftlichen Schummeln was die »breakfast-only«-Regel betraf und machten einen kurzen Ausflug zum nächsten Supermarkt.

Buddhismus-Projekt – Tag 5

Ein ungewöhnliches Treffen

An unserem letzten Tag im Tempel wurden wir von dem ersten »Chanting« verschont und starteten den Morgen erst mit den Almosen für die Mönche. Nach dem Frühstück wurden wir zum ranghöchsten Mönch des Tempels gebracht und erlebten hier ein recht ungewöhnliches Treffen. Statt eines ernsten spirituellen Lehrers, trafen wir einen fröhlichen und Witze reißenden älteren Mönch an.

So richtig verwirrt waren wir, als er nach dem Segensspruch anfing, mit Süßigkeiten und Erdbeermilch-Trinkpäckchen auf uns zu werfen. Als dann noch Gebetsbücher und CDs über unsere Köpfe hinweg flogen, wussten wir gar nicht mehr, was wir davon halten sollten. Später wurde uns erklärt, dass das seine Art sei zu zeigen, dass er anderen gerne gibt, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

Besichtigung einer Pilz-Farm

Je mit einer Tüte voller Süßigkeiten, Getränke, CDs und Gebetsbücher verließen wir das Kloster und machten uns auf den Weg zum letzten Programmpunkt dieser Woche. Mister Mushroom hieß die Pilz-Farm, die wir besichtigen durften.

Bis zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht einmal bewusst, dass es überhaupt so etwas wie eine Pilz-Farm gibt, deshalb war das Ganze doch recht interessant anzusehen. In dunklen und feuchten Gewölben wuchsen dort aus aufgereihten Plastiktüten die Pilze heraus.Pilzfarm Thailand

Schon wieder ist eine Volunteer-Woche vorbei und ich mache mich auf den Rückweg nach Singburi. Nächste Woche werde ich noch einmal zum Elefanten-Projekt nach Umphang fahren, von dort werde ich mich bald wieder melden.

Liebe Grüße,
Eure Verena

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