Vegan reisen: 5 Anfänger-Tipps für den nächsten Urlaub

Vegan reisen: 5 Anfänger-Tipps für den nächsten Urlaub

Deine Reisepläne für 2016 stehen schon? Perfekt. Zu deinen guten Vorsätzen fürs neue Jahr gehörte auch, die eigene Ernährungsweise zu überdenken und vielleicht sogar auf »vegan« umzustellen? Daran sollst du natürlich bestenfalls auch beim nächsten Auslandsaufenthalt und vegan Urlaub machen nicht gehindert werden, die Umsetzung kann aber – gerade als Neuling in Sachen »vegane Ernährung« – manchmal überfordern. Wie du dich am besten auf deinen Urlaub oder den nächsten größeren Trip vorbereitest, sagen wir dir im folgenden Blogpost. Alles halb so wild. Versprochen!

Und nicht vergessen am Ende bei unserer Umfrage abzustimmen: Vegan – PRO oder CONTRA?

Vegan funktioniert auch unterwegs!

Egal, ob vegane Ernährung für dich nur eine kurzfristige Challenge bedeutet oder du dich komplett einer veganen Lebensweise verschreibst: außerhalb der eigenen vier Wände erfordert dies ein wenig Vorbereitung und Planung. Vor allem denen, die noch nie vegan unterwegs waren, soll dieser Artikel als Starthilfe dienen. Keine Angst – alles gar nicht so kompliziert wie man denkt. Du hast doch sicher auch schon mal für deinen Arbeitsalltag oder vor dem Besuch bei Freunden und Verwandten vorgesorgt. Was da im Kleinen klappt, lässt sich genauso problemlos auch aufs Verreisen übertragen. Nur Mut!

Bei uns im Stepin-Team sind auch einige Veganer (und Vegetarier) vertreten und da wir nicht nur privat, sondern auch rein jobtechnisch bedingt ständig für euch »on the road« sind, haben wir uns in letzter Zeit immer häufiger mit dem Thema »Vegane Ernährung auf Reisen« beschäftigt. Auch wenn du dich selber nicht vegan ernährst, aber vielleicht demnächst mit Veganern verreist, kann unser Brainstorming hilfreich sein. Vielleicht bist du ja auch Vegetarier oder hast eine Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Unterwegs oder auf Reisen ist dann ein wenig Flexibilität und dein Organisationstalent gefragt. Nichtsdestotrotz kann und soll dies kein vollständiger Ratgeber zum komplett veganen Urlaub sein, sondern beschränkt sich hier ausschließlich auf das Thema »Essen«. Wir geben dir 5 Tipps aus eigener Erfahrung und versprechen dir: vegan unterwegs – (meistens) kein Problem!

1. Vorbereitung ist alles

vegan-on-the-road-baobab-wegweiserAm Anfang steht ganz klar die Recherche. Dank Internet ist die Vorbereitung auf einen Auslandsaufenthalt mittlerweile wirklich problemlos machbar. Du solltest dir auf jeden Fall die Frage stellen, welche Art von Urlaub der nächste Trip überhaupt wird und welche Ressourcen dir dabei zur Verfügung stehen. Es ist wichtig, das vorab zu klären, dann kann eigentlich nichts schief gehen.

Auch vegane/vegetarische Reiseführer sind mittlerweile erhältlich, falls man sich nicht nur auf Informationen aus dem Netz verlassen möchte. Je nach Zielort ist ja auch nicht zwingend eine permanente Verbindung zum Internet gegeben, da kann es praktisch sein gebündelte Infos in Schriftform dabei zu haben. Eine Vielzahl rein veganer Blogs, die sich nicht nur auf das Teilen veganer Rezepte spezialisiert haben, können auch eine große Hilfe bei deiner Vorbereitung sein und tolle Anregungen liefern. Oft wird dort auch von unterschiedlichen Reiseerfahrungen berichtet und wie es unterwegs mit der Verpflegung geklappt hat.

Der sogenannte »Vegan Passport« ist ebenfalls für kleines Geld im Netz erhältlich und kann direkt über die Vegan Society bezogen werden. Er listet alle für vegane Ernährung ausgeschlossenen Zutaten in 85 verschiedenen  Sprachen auf und passt als handliche Broschüre in jede Hosentasche. Die neue Auflage für 2016 wird gerade vorbereitet und erscheint in Kürze. Das Ding ist ganz praktisch für nicht-europäische Sprachen, ansonsten einfach alle nicht gewünschten Zutaten vor der Reise übersetzen (Google Translate ist hier völlig ausreichend, Wörterbücher stehen mittlerweile auch online zur Verfügung) und notieren.

Grundsätzlich gilt: Einfach kurz die Situation erklären und notfalls auch mit wenig(er) zufrieden sein. Auf freundliche Nachfrage gab es bisher auch im Ausland immer irgendeine alternative Essensoption.

2. Selbstversorger oder lieber verwöhnen lassen?

Wie oben schon erwähnt, hängt von der Antwort auf diese Frage ab, wie die Vorbereitung auf deinen Trip aussehen muss. Dabei spielt das Zielland unserer Meinung nach eine eher untergeordnete Rolle. Das gleiche gilt natürlich auch für Nicht-Veganer, allerdings ist bei veganer Ernährung eine genauere Planung erforderlich.

Für Selbstversorger:

Die Art wie du reist und wo du schläfst entscheidet darüber, welche Ressourcen dir unterwegs zur Verfügung stehen. Bist du meistens abseits der Zivilisation zu finden und nur mit deinem Rucksack ausgestattet, musst du dein Equipment vor der Reise gut organisieren und speziell benötigte (ungekühlte) Fertigprodukte schon von zuhause mitnehmen. Vegane Energieriegel lassen sich auch ganz einfach selbst herstellen und sogar vegane Trekking-Fertiggerichte sind beim Outdoor-Spezialisten deines Vertrauens mittlerweile erhältlich.

vegan-on-the-road-baobab-frontWenn du dir irgendwo ein Apartment oder eine Ferienwohnung mietest und die nächste Einkaufsmöglichkeit halbwegs erreichbar ist, hast du eigentlich schon gewonnen. Für größere Orte lassen sich die entsprechenden Supermarktketten samt Angebot schnell im Internet herausfinden. Zumindest innerhalb von Europa hat uns das Sortiment an pflanzlichen Milchalternativen und Fleischersatzprodukten echt oft umgehauen. Und was gibt es Tolleres, als in ausländischen Supermärkten die Produkte zu erkunden?

Für Genießer:

Wenn du dich lieber komplett verwöhnen lässt und keine Lust hast selbst zu kochen, bleibt dir nur die Möglichkeit eine Unterkunft mit Verpflegung zu buchen oder auswärts essen zu gehen. Hotels oder Restaurants mit komplett veganem Angebot, wie von Vegan Welcome gelistet, machen dir das Leben da natürlich leicht und du kannst dich einfach zurücklehnen und genießen.

Ansonsten besteht immer die Möglichkeit vor der Ankunft nachzufragen, welche Optionen für Veganer, aber auch für Vegetarier oder Allergiker angeboten werden können. Die meisten Hotels sind in dieser Hinsicht sehr entgegenkommend und können zumindest Sojamilch beim Frühstück und eine abgewandelte Variante des angebotenen Menüs garantieren. Notfalls: Salat und Pommes gibt’s auf fast jeder Speisekarte oder dem Büffet!

Speisekarten in Restaurants geben oft auch mehr her als zunächst befürchtet. Gerade die italienische oder asiatische Küche punktet mit viel Gemüse und Reis/Pasta. Käse kann man immer abbestellen und wegen weiterer kritischer Zutaten einfach mal nett nachfragen. Im Steakhouse oder Fischrestaurant wird’s natürlich schwer, aber das versteht sich ja irgendwie von selbst.

3. Vegan muss nicht teuer sein

Ob Low-Budget oder High-End: Vegan geht immer, gerade auch ohne endlose finanzielle Ressourcen. Mit ist es natürlich komfortabler, aber das gilt eigentlich für jeden Luxus, den man sich mit Geld kaufen kann. Entgegen dem Gerücht, vegane Ersatzprodukte wären nur in besonderen Läden erhältlich und außerdem unbezahlbar, behaupten wir einfach mal: das stimmt nicht (mehr)!

Geld spielt bei veganer Ernährung eine eher untergeordnete Rolle, denn Obst und Gemüse gibt es eigentlich auf der ganzen Welt, zumindest in den üblichen Reiseländern. Genauso wie Brot, Reis und Nudeln sind dies eher kostengünstige Lebensmittel. Auf eine ausgewogene Ernährung sollte jeder Veganer achten und (teure) Ersatzprodukte, vor allem Fleischersatzprodukte sind dafür nicht notwendig. Falls sie doch zur Verfügung stehen und man den Geschmack mag, ist das natürlich ein netter Bonus.

4. Vegan bei Gastgebern und reisen mit Nicht-Veganern

Wenn du vorhast, ab sofort alle Nicht-Veganer von deiner neuen Lebenseinstellung und Ernährungsweise auf missionarische Weise zu überzeugen, können wir dir aus eigener Erfahrung sagen: Funktioniert eher selten! Nicht nörgeln, sondern die positiven Seiten veganer Ernährung herausstellen und aufzeigen wie viele Gerichte schon »automatisch« vegan sind. Auch das »Veganisieren« altbewährter Rezepte funktioniert oft leichter als man denkt. Du wirst in überraschte Gesichter blicken und unsere veganen Chocolate-Chip-Cookies hat bisher noch niemand verschmäht.

vegan-on-the-roadFreunde und Familie zuhause mit den Alternativmöglichkeiten zu konfrontieren ist die eine Sache, bist du aber im Ausland privat eingeladen, kannst du auch schnell mal ins Fettnäpfchen treten. Es wirkt natürlich unhöflich, das von den Gastgebern liebevoll zubereitete Essen einfach abzulehnen.

Wenn die Möglichkeit besteht, vorher Kontakt aufzunehmen und deine Situation zu erklären, umso besser. Dann können sich deine Gastgeber darauf einstellen und du gibst ihnen die Chance, auch eine Alternative anbieten zu können. Funktioniert das nicht, geh trotzdem offen mit deiner Ernährungsweise um und lobe die (automatisch veganen) Beilagen. Sehr selten findet sich wirklich gar nichts zu essen. Wie streng man unterwegs an den eigenen Idealen festhält, muss jeder selbst wissen. Mit etwas Feingefühl schafft man es trotzdem, niemanden vor den Kopf zu stoßen.

Je nachdem wie lange du zu Gast bist, kannst du deine Gastgeber natürlich auch einfach selbst bekochen und mit deinen persönlichen kulinarischen Highlights verwöhnen. Lass deiner Kreativität freien Lauf – außerdem, wer wird schon nicht gerne bekocht?

Für gemeinsame Reisen mit Nicht-Veganern gelten im Prinzip die gleichen Tipps wie unter Punkt 2: Die Art des Urlaubs entscheidet über die Art der Verpflegungsmöglichkeiten. Sich auf ein Hotel oder Restaurant zu einigen in dem alle glücklich werden, sollte aber eigentlich kein Problem darstellen.

5. Vegan weltweit

Es gibt Länder in denen vegane Ernährung besonders unproblematisch ist, einfach weil die landestypische Küche schon viel Gemüse oder von Natur aus vegane Lebensmittel enthält. Das trifft zum Beispiel auf die meisten asiatischen Länder zu.

vegan-on-the-road-chopsticksIn Ubud auf Bali findest du zum Beispiel auch in Sachen Restaurants oder Imbiss ein regelrechtes Veganer-Paradies vor. Bei einzelnen Zutaten gilt es wie immer gezielt nachzufragen, wie bei der besonders in Thailand so beliebten Fischsoße, die oft auch in vegetarischen Gerichten als Würzmittel enthalten ist.

Unsere Volunteer-Expertin Lara ist selbst Vegetarierin und hat beim Besuch unserer Projekte in Asien nur positive Erfahrungen gemacht. Auch bei den typischen Reisezielen im Mittelmeerraum brauchst du dir keine Sorgen zu machen, etwas zu essen zu finden. Der Vorteil hier ist, dass Fisch und Fleisch oft getrennt von den Beilagen serviert werden und nicht alles in irgendwelchen Sahnesoßen »schwimmt« oder in Butter getränkt ist.

In den USA und Kanada ist der »Hype« um vegane Ernährung noch stärker ausgeprägt, als dies im Moment in Deutschland oder Europa der Fall ist. Allerdings muss man hier definitiv zwischen Großstädten und ländlichen Gegenden unterscheiden. Während man in Portland, New York City, Toronto oder Los Angeles ein wahres »Veganer Paradies« vorfindet und von der Masse an veganen Essensangeboten fast erschlagen wird, trifft man im Sumpf von Alabama oder in den Tiefen von Kanadas Wäldern wohl eher selten auf Tofu und Co.

vegan-on-the-road-fruitsIm nordafrikanischen und arabischen Raum gibt es die besten Falafel und selbst auf der entlegensten Südseeinsel findest du tolle exotische Früchte. Mach es dir leicht und überlege einfach mal, in welchen ausländischen Restaurants du zuhause am einfachsten etwas Veganes bestellen oder du dir aus dem vorhandenen Angebot leicht etwas zusammenstellen kannst. In den entsprechenden Ländern selbst solltest du dann ebenfalls keine Probleme haben etwas Essbares zu finden.

Eins noch: Erfolgt die Anreise ins Zielland mit dem Flugzeug, hast du bei allen international operierenden Airlines spätestens ein paar Tage vor Abflug die Möglichkeit, ein veganes oder vegetarisches Spezialmenü online vorzubestellen. Die gängigen Codes hierfür lauten VGML (Vegetarian Meal – heißt nur so, ist aber vegan) und VLML (Vegetarian Lacto-Ovo Meal – klassisch vegetarisch), erkundige dich am besten trotzdem sicherheitshalber bei deiner Fluggesellschaft nach den richtigen Bezeichnungen. Auch unsere vegetarischen »Steppies« berichteten auf der Weltneugier schon von ihren Erfahrungen mit diesem Thema.

Jetzt sind wir natürlich neugierig und wollen wissen, wie ihr zum Thema »Vegane Ernährung« steht. Seid ihr selbst vegan/vegetarisch unterwegs oder ist das gar keine Option für euch? Was habt ihr in dieser Hinsicht für Erfahrungen im Ausland gemacht? Stimmt bei unserer Umfrage ab und hinterlasst gerne einen Kommentar unter diesem Artikel!

 

 

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2 Kommentare

  1. Natascha

    1. März 2016 at 15:16

    Hallo Miriam,
    ich mag deinen Artikel über das vegane Reisen, er fasst meiner Meinung nach die wichtigsten Punkte zusammen.
    Besonders hilfreich finde ich HappyCow, hier werden vegane und vegetarische Restaurants auf der ganzen Welt gelistet. HappyCow nutze ich vor jeder Reise, genauso wie ich den VeganPassport immer dabei habe.
    Für mich geht es dieses Jahr an den Gardasee, wo es mit der veganen Verpflegung keine Probleme geben sollte.
    Marina Berati von der italienischen Veggie-Organisation SSNV beantwortet auf meinem Blog die wichtigsten Fragen zum Thema „Vegan in Italien“: http://reise-vegan.de/italien-vegan
    LG
    Natascha

    Antworten

    • Miriam (Stepin)

      Miriam (Stepin)

      7. März 2016 at 17:17

      Hi Natascha,

      danke für dein Feedback und viel Spaß am Gardasee. Bei dem Reiseziel klappt das mit der veganen Ernährung »on the road« sicher gut!

      LG Miriam

      Antworten

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