Aborigines – Australiens Ureinwohner

Aborigines – Australiens Ureinwohner

Mit der heute startenden Themenwoche wird sich die Weltneugier den australischen Ureinwohnern, den Aborigines bzw. Aboriginal People, widmen. Woher kommen sie und was macht sie und ihre Geschichte aus?

Versuchen wir uns zunächst über die sprachliche Ebene anzunähern. Die Bezeichnung Aborigines wurde von den weißen Siedlern im 18. Jahrhundert eingeführt und leitet sich vom lateinischen »ab origine« (dt. »ursprünglich«) ab. Mit dem Begriff wurde in der Tradition der römischen Überlieferung ein sagenhaftes Stammvolk der italienischen Gegend Latium bezeichnet. Für einen Großteil der heutigen indigenen Bevölkerung Australiens ist dies allerdings eine rassistische Fremdbezeichnung, die seit Jahren eine Diskussion in der australischen Öffentlichkeit ist. Viele Ureinwohner verwenden daher zunehmend regionale Eigennamen.

Wie die Aborigines nach Australien kamen

Die Aboriginal People gelten als eine der ältesten Kulturen der Menschheit, die mit Ausnahme von den letzten 200 Jahren relativ isoliert vom Rest der Welt lebte. Über ihre Ursprünge war lange Zeit wenig bekannt und dementsprechend variieren die Schätzungen, wann genau sie den australischen Kontinent besiedelt haben. Neuere Funde gehen inzwischen davon aus, dass die ersten Aborigines-Stämme vor ca. 50.000 – 60.000 Jahren aus Asien eingewandert sind.

Die untergehende Sonne bescheint den Ayers RockDa durch die Eiszeit die asiatische Inselwelt nur durch eine schmale Meerenge von Australien getrennt war, erscheint es relativ wahrscheinlich, dass sie auf diesem Weg auf den fünften Kontinent gelangten. Mit dem Abklingen der Eiszeit stieg jedoch der Meeresspiegel wieder an und Australiens neue Bewohner wurden auf natürliche Weise isoliert.

Aborigine ist nicht gleich Aborigine

Angaben zu der konkreten Anzahl der Ureinwohner variieren zwischen 750.000 und 1,5 Millionen. Eine gesicherte Tatsache ist aber, dass sie eine äußerst heterogene Gruppe von nomadisch lebenden Jäger- und Sammler-Stämmen bildeten, die alle über eigene Bräuche, Riten und vor allem auch unterschiedliche Sprachen verfügten. Je nach Quelle bzw. Definition existierten vor der Ankunft der weißen Siedler zwischen 400 bis 700 dieser Stammesverbände.

Durch die Siedler sinkt die Anzahl der Aborigines massiv

Mit dem Eintreffen der ersten britischen Sträflingstransporte im Jahr 1788 und den später folgenden Siedlern begann die Zahl der Aborigines rapide zu sinken. Neben eingeschleppten Krankheiten, waren es vor allem gewaltsame Konflikte mit den Neuankömmlingen, die dazu führten, dass bis 1947 nur noch 75.000 Ureinwohner übrig geblieben waren. Zwar ist ihre Zahl heute wieder auf ca. 464.000 gestiegen, jedoch bestehen nach wie vor eine ganze Reihe ungelöster Konflikte.

Dementsprechend lassen sich die australischen Ureinwohner von zwei Seiten aus betrachten. Zum einen als eine der ältesten Kulturen der Welt, zum anderen als eines der sensibelsten Themen der australischen Innenpolitik. Beiden Perspektiven soll im Rahmen dieser Themenwoche ein Platz eingeräumt werden.

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