Teil 4: Backpacker – Weltreisen als Berufsvorbeitung

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Der dritte Teil unserer kleinen Artikelserie hat mit der Frage geendet, ob der Backpacker in letzter Konsequenz nur noch als ein gelebtes Klischee bzw. Opfer gezielten Tourismus-Marketings zu sehen ist?

Der Backpackertraum Freiheit

Nun, dafür spricht einiges. Doch im vierten Teil soll es nicht darum gehen, uns in die Reihe derjenigen einzureihen, die eigentlich schon immer etwas gegen »Langhaarige und alternative Weltverbesserer« hatten. Eben nicht. Vielmehr wollen wir mit dem letzten Teil der Serie versuchen zu verstehen, was heute noch vom suggerierten Traum erlebter Freiheit übrig geblieben ist.

Ein Backpacker will kein Massentourist sein

Holen wir dazu weiter aus: Zweifellos wird jeder, der sich als Backpacker auf den Weg macht, dies in dem Bewusstsein tun, dass er sich in irgendeiner Form vom Massentourismus unterscheiden möchte.

Ein junger Mann sitzt in einem Auto während die Sonne untergehtDas Spektrum der Motive reicht hier von weltanschaulicher Verachtung bis hin zur rein einfachen Überlegung des kostengünstigen Reisens. Mögen die jeweiligen Motive auch sehr unterschiedlich sein, die angedeutete inhaltliche Spannbreite macht schnell deutlich, welche Veränderungen diese Form des Reisens in den letzten Jahrzehnten durchlaufen hat.

Doch ein Backpacker-Massentourismus hat sich entwickelt

Wie zuvor gesehen, entdeckte die Tourismusbranche den Backpacker in 1990er Jahren als Zielgruppe. Spätestens mit dem Einsetzen dieser Entwicklung wandelte sich dann auch die Klientel der Backpacker.

War man ursprünglich losgezogen, die gesellschaftlichen Verhältnisse durch die Selbsterfahrung in der Fremde zu verändern, sahen sich viele Traveller fortan mit dem Vorwurf konfrontiert, nur noch die Vorreiter des Massentourismus zu sein. Und das weniger von außen als vielmehr aus den Reihen der alternativen Reiseszene selbst. Man kann diese Entwicklung in folgender Formel zusammenfassen:

Vom Aussteiger zum Individualtouristen auf Berufsvorbereitung

Tatsächlich haben die heutigen Rucksacktouristen nur noch wenig gemeinsam mit den Hippie-Utopien und Aussteigerphantasien früherer Jahrgänge. So macht Jana Binder vor diesem Hintergrund darauf aufmerksam, dass sich nur noch ca. 10% aller Rucksackreisenden überhaupt mit dem Gedanken beschäftigen, langfristig auszusteigen.

Backpacking für bessere Jobchancen

Vielmehr werde die Reise immer mehr zu einer berufs- und erfolgsorientierten Qualifikationsstrategie im Sinne einer modernen Version der Grand Tour des 18. Jahrhunderts. Überträgt man diese Reise als Abschluss der Erziehung in die Moderne, so ergibt sich das folgende Bild: Abitur, diverse Praktika, Hochschulabschluss mit Auslandssemester usw. sollen durch die eigene Reise noch überboten werden und einen Vorteil gegenüber der zukünftigen Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt schaffen.

Eine Wanderin steht mit großem Backpack vor NebelDer typische Backpacker erfüllt heute alle Kriterien, die der moderne Arbeitsmarkt von einem Mitarbeiter fordert: Flexibilität, Mobilität, Sprachkompetenz etc. Kurzum, die Reise mit dem Rucksack als Aufnahmeritual und Versuch, sich im globalisierten Dorf zu orientieren. Dies schließt zwar eine Form der Selbstfindung nicht aus, qualifiziert aber niemanden als den besseren Reisenden.

Was bleibt am Ende zu sagen?

Von unserer Seite zunächst einmal nichts mehr. Für den Augenblick interessiert uns vielmehr, was unsere geneigte Leserschaft zu diesem Thema denkt. Wie seht Ihr die Sache mit Work and Travel? Habt Ihr gute oder schlechte Erfahrungen gemacht? Oder seid sogar selbst mit dem Rucksack unterwegs gewesen?

Dann berichtet uns davon in den Kommentaren. Wir freuen uns und sind gespannt.

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Ein Kommentar

  1. sandra klebefolie

    10. August 2016 at 22:33

    Sehr interessanter Artikel. Hoffe Sie veröffentlichen in regelmäßigen Abständen solche Artikel dann haben sie eine Stammleserin gewonnen.

    Antworten

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