Steffi in Norwegen #2: Farmlife & Farmwork

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Snakker du norsk? – Gar nicht so einfach, sich auf einer fremden Sprache zu verständigen. Doch Steffis Gastfamilie gibt sich große Mühe und zur Not helfen ja auch noch Mimik und Gestik, um sich auszudrücken. Was gehört zu ihren Aufgaben auf der Farm und was treibt Steffi, wenn sie mal nicht im Stall ist?

Aller Anfang ist schwer…

So viele andere Gewohnheiten, eine fremde Sprache um mich herum und meine Lieben in Deutschland, die mich über Facebook mit Fragen löchern. Da fiel es mir am Anfang teilweise schon etwas schwer, aber inzwischen habe ich mich super in Norwegen eingelebt. Zum Beispiel schaue ich abends mit meiner Gastmutter gerne die Serie Friends (ein idealer Netflix-Ersatz ;-)), außerdem werde ich mit Süßigkeiten und Essen verwöhnt. Als ich Ingvild das erste Mal beim Einkaufen begleitete, sagte sie mir, ich könne mir 10 Sachen aussuchen, 5 gesunde und 5 ungesunde. Da fühlt man sich doch gleich wie zuhause.

Snakker du norsk?

Am meisten Probleme aber hatte beziehungsweise habe ich mit der Sprache. Ich wusste, dass die Kinder Lilly und Vivian kein Englisch sprechen und darum habe ich mich vorab bemüht, etwas Norwegisches zu lernen. Jedoch fällt es mir noch schwer, die Sprache im Alltag anzuwenden und vor allem zu verstehen.

Gastschwester Lilly mit Schlitten in NorwegenSo ist mir erst nach einer Woche aufgefallen, dass die Jüngste Probleme bei der Aussprache des Buchstabens »R« hat und stattdessen »L« sagt. Die Eltern sind aber sehr motiviert dabei, mein Norwegisch zu verbessern und erklären mir die verschiedensten Worte. Bei den Kindern versuche ich vieles mit Mimik und Gestik auszudrücken. Falls das nicht klappt, einfach Lächeln oder eine Grimasse schneiden, dann ist auch alles gut.

Nur noch am Essen

Was weiterhin sehr ungewohnt für mich war, sind die vier Mahlzeiten pro Tag. Beginnend mit dem Frühstück, bei mir meistens ein Müsli mit leckerer frischer Kuhmilch, folgt zwischen 11:00 und 12:00 Uhr bereits eine Brotzeit. Die warme Hauptmahlzeit, bei der alle zusammen am Tisch sitzen, gibt es bei uns um 15:30 Uhr.

Zu Beginn wird ein kleines Gebet gesungen. Nach dem Gericht gibt es stets noch ein kleines Dessert. Dabei sind meine Gasteltern ziemlich kreativ, wie ich finde. Sie präsentieren alles von Pudding, Früchten, Eis, Kuchen über Obstgelee mit Milch und zu den meisten Sachen gibt es noch die allseits geliebte Vanillesoße. Wenn alle fertig gegessen haben, wird noch ein Abschlussgebet gesprochen und alle sagen »Takk for maten«, übersetzt »Danke für das Essen«. Zu guter Letzt folgt am Abend noch eine Brotzeit. Klingt nach viel Essen – ist es auch!

Farmwork? – Let’s go!

Abgesehen vom Essen, verbringe ich natürlich einige Zeit im Stall bei den Kühen. Um halb acht heißt es für mich Arbeitskleidung anziehen. In meinem Fall bedeutet das, in meine mitgebrachten alten Kleider zu schlüpfen und darüber eine etwas dickere Jacke anzuziehen, die mir meine Gastfamilie leiht. Praktischerweise ist der Stall direkt neben dem Wohnhaus, so habe ich keinen weiten Weg zu meiner Arbeit und muss auch nicht lange draußen in der Kälte verharren. Im Stallgebäude ist es wärmer, denn auch die Kühe wollen nicht frieren.

Was getan werden muss:

KälbchenAls erstes muss ich den Filter wechseln, durch den die frisch gemolkene Milch in den Tank transportiert wird, und die Milch für die Kälber warm stellen. Wenn ich mich danach zu den Kühen und Bullen begebe, liegen die meisten noch faul in ihren Startlöchern. Sobald ich das ganze Licht eingeschalten habe, stehen sie nacheinander auf und glotzen mich wortwörtlich an. Ich übersetze das immer mit: Gib mir Essen!

Also verteile ich Heu, Kraftfutter und säubere die Ställe. Das ist teilweise schon anstrengend, denn abgesehen von der körperlichen Arbeit zappeln die Kälber zum Beispiel wild herum, schlagen teilweise aus oder eine erwachsene Kuh steht stur im Weg und will sich ums Verrecken nicht bewegen… Es ist also nie langweilig! Letztendlich nimmt das alles etwa zwei Stunden in Anspruch.

Traktor fahren!

Steffi im Traktor in NorwegenAm Abend erfolgt das Prozedere erneut, wobei nicht mehr alle Gehege ausgemistet werden müssen und somit bin ich nur rund eine Stunde im Stall.

Dazwischen fällt zur Zeit wetterbedingt nicht so viel Arbeit an, aber an schöneren Tagen fahren John Helge und ich ab und zu in den Wald und schuften dort fleißig. Maschinen fällen die größeren Bäume und wir machen uns an die kleineren. Dabei durfte ich sogar – obwohl ich darin fast keine Erfahrungen hatte – leichte Aufgaben mit dem Traktor erledigen.

Torero-Kampf gefällig?

Nach zwei Wochen auf der Farm, war es dann soweit, dass John Helge einige Bullen und Kühe verkaufte. Da wurde es richtig interessant! Die Tiere wurden von einem Vieh-Lkw abgeholt, der sich passend an das Tor zum Stall rangierte. Danach bauten wir eine Art Bahn, eine Strecke umrandet von Geländern, Mülltonnen, größeren Maschinen, die die Tiere in den Laster führen sollte. Und dann wurden die Kaliber einzeln oder zu zweit getrieben, was wirklich etwas gefährlich war.

Denn kaum sind sie nicht mehr in ihrem heimeligen Stall, zeigen sie sich ängstlich und unglaublich verunsichert. Das heißt, sie wollen nicht gehen, schlagen aus, dann rennen sie wieder, stoppen schnell und schlagen wieder aus. Ich hielt mich dabei eher im Hintergrund und überließ die Hauptaufgabe den Erfahreneren. Sie haben auf jeden Fall meinen Respekt, denn die Tiere haben so viel Kraft.

Wenn die Kühe Pause haben – Freizeit

Vormittags und nachmittags habe ich dann viel Freizeit. Ich lese gerne vor der Fensterfront im Wohnzimmer mit toller Aussicht auf ein Tal, lerne ein paar Vokabeln um doch noch besser in Norwegisch zu werden oder schaue Fernsehen, denn Filme und Serien laufen meistens auf Englisch. Teilweise bitten mich meine Gasteltern, auf die Kinder aufzupassen, teilweise spiele ich auch einfach so mit ihnen, vor allem wenn es um Lego geht…

Manchmal fahre ich in das Zentrum von Budalen in ein Café und bediene mich reichlich an deren W-LAN. Denn meine Gastfamilie hat keines und der Computer mit Internetanschluss wird von allen Seiten viel Umworben. Weiterhin hätte ich die Möglichkeit in Stooren ein Fitnesscenter zu besuchen, aber ich möchte mir das Geld lieber sparen. Nicht weit von hier gibt es außerdem einen Hof mit Pferden, bei dem meine Gastmutter nach Reitstunden für mich angefragt hat und Skilanglauf ist hier in der Gegend sehr beliebt.

Natürlich helfe ich auch im Haushalt mit – das gehört zum Familienleben nun mal dazu. Bei mir heißt das zum Glück nur Spülmaschine ein- und ausräumen oder mal beim Kochen zur Hand gehen.

Soo viel Schnee!

Am Wochenende habe ich meine eineinhalb freien Tage. Bei dem vielen Schnee und den Bergen bietet sich eines hier natürlich wunderbar an: Schlitten fahren! In der Nähe gibt es ein kleines Skigebiet, das sich perfekt dazu eignet. Die Familie hat zwei Bobs, mit denen die Kids den Berg hinab rasten.

Steffi im Müllsack in NorwegenIch benutzte den provisorischen Plastikersatz: eine Mülltüte! Schnell hineingeschlüpft und schon bin ich wie eine Schildkröte auf dem Rücken den Hügel runtergerutscht. Ich hab mich gefühlt wie ein Kleinkind, aber es hat so viel Spaß gemacht, dass die Kinder ganz neidisch auf meinen Sack waren und tauschen wollten. Also konnte ich doch auch einen Schlitten benutzen und einige Sprünge an den Schanzen hinlegen.

Wo bleibt das Reisen?

Für die ersten zwei Wochen kann ich sagen, dass mein Alltag insgesamt sehr locker und angenehm ist. Selbstverständlich plane ich auch schon meine ersten Trips durch die Gegend. Meine Gastfamilie hat mir eine Karte der Region gegeben und einen Touri-Guide für Trondheim. Zwar war ich am Anfang meines Farmwork-Abenteuers bereits kurz dort, da wir meine Taxation Card und National D-Number beantragen mussten, allerdings möchte ich die Stadt noch viel genauer unter die Lupe nehmen und über mehrere Tage anschauen.

Dafür sammele ich sozusagen Überstunden, damit ich später länger frei haben kann. Des Weiteren hat John Helges Bruder eine Hütte am Trondheim Fjord, in der ich für ein Wochenende übernachten darf. Er rät mir aber, dort erst hinzufahren, wenn es wärmer ist. Über meine erste Reise schreibe ich dann also im nächsten Blogeintrag.

Bis dahin die besten Grüße aus Norwegen!
Eure Steffi

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About Steffi

Steffi

Steffi ist 19 Jahre alt und kommt aus Oberbayern. Um ihre Abenteuerlust und ihr Fernweh zu stillen, fliegt sie 2017 nach Norwegen und berichtet live von ihren Abenteuern auf der Farm.


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