Sri Lanka – die ehrenwerte Insel

Sri Lanka – die ehrenwerte Insel

Wenn ich mir ein Stepin-Programm aussuchen dürfte, wäre meine erste Wahl das Freiwilligenarbeitsprojekt auf Sri Lanka, der kleinen Insel vor der Küste Indiens. Während viele Reisende den langen Flug nach Australien oder Neuseeland auf sich nehmen, faszinieren mich Orte oder Destinationen, die nicht so stark in Jedermanns Kopf präsent sind und Sri Lanka zählt eben auch dazu.

Wandmalereien im Gebirge von Kandy, Sri Lanka

Durch den Bürgerkrieg zwischen den zwei größten Bevölkerungsgruppen Sri Lankas, den Tamilen und den Singhalesen, gehörte Sri Lanka über 50 Jahre lang zu den Destinationen, in die man besser nicht reiste. Doch da seit 2009 Waffenstillstand herrscht, hat auch das Auswärtige Amt seit einigen Jahren wieder grünes Licht gegeben und auch Sri Lankas Norden kann ohne Sorgen frei bereist werden. Die Wirtschaft hat sich wieder erholt und jährlich strömen mehr und mehr Touristen auf die Insel. Während in den 50er Jahren die Agrarwirtschaft und der Export die Standbeine der Wirtschaft waren, so ist der Tourismus zu einer wichtigen Dienstleistung geworden,  die Arbeitsplätze schafft und Einkommen sichert. Sri Lanka gehört nicht mehr nur bei Kulturreise-Anbietern zum Portfolio. Auch Veranstalter von Pauschalreisen und Last-Minute Reisen bieten einen entspannten Urlaub auf Sri Lanka an, wie zum Beispiel lastminute.de. Doch das echte Sri Lanka lernt man natürlich nicht in den Touristengebieten kennen. Dazu lohnt es sich auch die von den Touristen unberührten Gegenden zu erkunden, traditionelle Gerichte zu probieren und mit Land und Leuten in Kontakt zu kommen.

Einige Fakten zur Geschichte Sri Lankas

Schon die Briten, Niederländer und Portugiesen fanden an der grünen Insel Gefallen, welche nicht nur mit ihrer vielfältigen Flora und Fauna beeindruckt, sondern auch mit den feinen Sandstränden, den hohen Kokospalmen und dem glasklaren Wasser. Doch die ersten Einwanderer und Eroberer Sri Lankas waren die Inder (die heutigen Singalesen), die es ja schließlich bei einer Entfernung von 55 km zum Festland nicht weit hatten. Sie waren auch diejenigen, die die Entwicklung Sri Lankas – oder Ceylon, wie es damals noch hieß, vorantrieben und den Ureinwohnern, die hauptsächlich Reis anbauten oder Pflanzen und Beeren sammelten, mit moderner Ackerbau-Technik, Politik und Staatsführung wirtschaftlichen Wachstum bescherten.

Sri Lanker bei der Feldarbeit mit seinem Elefant

Erst danach folgten die Briten, Niederländer und Portugiesen, die verschiedene Teile der Insel besetzen und so die heutige Kultur Sri Lankas beeinflussten.
Nicht nur Sri Lankas Architektur enthält Elemente des britischen Kolonialstils. Auch die Sprache, insbesondere die tamilische, enthält einige Wörter aus dem Englischen oder Portugiesischen. Des Weiteren spiegeln sich in der Religion die ethnische Vielfalt Sri Lankas und die verschiedenen kulturellen Einflüsse wieder. Während Singalesen vorwiegend Buddhisten sind, orientieren sich Tamilen mehr an dem Hinduistischen Glauben. Doch, als Überbleibsel aus der Zeit der Engländer und Portugiesen, ist auch der christliche Glaube vertreten. Es ist also nicht verwunderlich, wenn man außer riesigen Tempelanlagen, zahlreichen Klöstern, prunkvollen Götterstatuen und anderen buddhistischen oder hinduistischen Gebetsstätten auch einige Kirchen findet. Anders als in anderen Ländern leben auf Sri Lanka die Anhänger der verschiedenen Glaubensrichtungen friedlich zusammen, denn die Religion – ist man nun Buddhist, Christ oder Moslem – spielt eine wichtige Rolle im Alltag.

Kleidung

Die Kleidung von Sri Lankerinnen ist sehr bunt. Im Alltag tragen sie oft Kleider in leuchtenden Farben und glänzenden Stoffen und auch ihre Saris, die sie zu feierlichen Anlässen tragen, schimmern in Orange, Blau, Türkis, Gold oder Grün. Ein Sari besteht aus einem langen Stück Stoff, den man sich um den Körper wickelt. Unter dem Sari trägt man einen langen Unterrock und ein Choli, eine Art enganliegende Bluse zum Zuknöpfen. Viele Frauen tragen dazu auch ein Bindi. Das Bindi ist ein auf die Stirn aufgemalter, roter Punkt oder aufgeklebter Schmuck, der früher als Hinweis darauf galt, ob eine Frau verheiratet ist oder nicht. Heute tragen aber auch unverheiratete Frauen ein Bindi. Besonders Bindis aus Schmuck und Perlen sind beliebt, daher gibt es sie mittlerweile in allen Formen und Farben passend zum Sari. Auch der richtige Arm-, Ohr- und Halsschmuck ist wichtig und dabei gilt nicht „Weniger ist mehr“. Ganz im Gegenteil, denn je goldener, schwerer und kostbarer der Schmuck, umso reicher ist die Familie. Der Schmuck der Frauen wird zudem von Generation zu Generation weitergegeben.

Essen und Trinken

Traditionelle Gerichte aus Sri Lanka sind sehr scharf und enthalten eben die orientalischen Gewürze, die man aus Südindien und Sri Lanka kennt: Kardamom, Kümmel, Zimt, Chili und Koriander.  Zu jeder Mahlzeit wird eigentlich Reis gegessen, sogar zum Frühstück. Neben Reis gelten auch verschiedene Pfannkuchen (mit oder ohne Eier), Nudeln oder Hülsenfrüchte, wie Linsen,  als morgendliche Nahrung. Mittags und abends isst man Curry, was ähnlich zubereitet wird wie in Südindien. Als Curry wird nicht etwa das Gewürz bezeichnet, sondern ein Gericht, welches aus Fleisch, Fisch oder Garnelen besteht, mit verschiedenen Gemüsesorten gekocht und mit einer scharfen Soße zusammen gegessen wird. Nachspeisen oder Süßigkeiten enthalten Kokosnuss, Honig, Rosinen oder Reis und werden ebenfalls mit außergewöhnlichen Gewürzen wie Zimt und Kardamom zubereitet. Wie in jedem Asiatischen Land isst man ausschließlich mit den Fingern und nur der rechten Hand.

Gewürzstand in Sri Lanka von mcaysavage von FlickR

Kokospalmen, Regenwald und Indigopflanzen

Die Sri Lanker sind freundliche und offene Menschen, die viel lächeln und  sich untereinander mit viel Respekt begegnen. Aber ich denke, ich würde auch den ganzen Tag lächeln, wenn ich auf einer Insel leben würde, die schon zu den Zeiten der Römer als Paradies auf Erden galt. Diese Bezeichnung rührt vor allem von Sri Lankas wunderschöner Natur, den Tieren und dem Klima her. Diese sind sehr vielfältig, da auf der Insel zwischen drei landschaftlichen Regionen unterschieden wird: Den Küstenregionen, in denen man schöne, weiße Palmenstrände vorfindet; die Hochlandebenen, in denen der berühmte Tee angebaut wird und Regenwälder vor sich hin wuchern; und die Tieflandebenen, die ein wenig trockener sind und in denen vorwiegend Buschland zu finden ist.

Kandy Trekking Tour auf Sri Lanka

Die feucht-warme Luft, die durchschnittlichen 27-30 Grad und der milde Meereswind bieten in ihrer Kombination den unterschiedlichsten Pflanzen und Tieren den perfekten Lebensraum: Elefanten, Affen, Riesenschlangen, Krokodile, Warane, Leoparden, Gecko, Schildkröten  und Papageien leben in den verschiedenen Regionen auf der Insel. Das Klima schafft auch optimale Bedingungen, um wichtige Exportgüter wie Reis, Kokos, Tee, Zuckerrohr, Indigo, Tabak und Kaffee, Kurkuma, Zimt und Chili anzupflanzen. Auch fleischfressende Pflanzen wachsen in den Regenwäldern.  Zum Leidwesen der Einwohner bringt das feuchte Biotop aber auch Störenfriede mit sich, wie zum Beispiel Moskitos, Blutegel oder Bakterien und Viren, die sich schnell – vor allem auch durch das Wasser – verbreiten. Besonders als Tourist sollte man daher vor der Reise  überprüfen, welche Impfungen man braucht, ob Malaria-Gefahr besteht und welche Medikamente oder Salben man vorsichtshalber empfohlen werden. Außerdem sollte man kein Leitungswasser trinken oder sich damit die Zähne putzen, da sonst Keime in den menschlichen Organismus gelangen können.

 

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