Such dir was aus! Diese Aufforderung wirkt lächerlich, wenn die Weltkarte wie ein Katalog vor dir ausgebreitet liegt. Es scheint nebensächlich für welchen Kontinent, welches Land, welche Stadt du dich entscheidest. Alles liegt nah bei einander. Die Welt auf einen Blick. Genau so erging es mir. Es war an der Zeit sich festzulegen und zu entscheiden auf welchen Kontinent ich das bevorstehende halbe Auslandsjahr verbringen würde. Ich wählte Australien!

Australien bekannt als Down Under. Der rote Kontinent, auf dem mehr Kängurus als Menschen leben und mir bis dahin der unbekannteste aller sieben. Meine Neugier, mehr über Australien zu erfahren war der ausschlaggebende Punkt, der meine Entscheidung fällen lies.

Mein Name ist Sophie. Ich bin 15 Jahre alt und habe vergangenes Jahr meine Heimatstadt gegen die Metropole Sydney, die als zweite Hauptstadt Australiens gilt (Canberra), eingetauscht und sechs Monate lang das Leben als Aussie nachempfunden.

Das Abenteuer beginnt

Mein Abenteuer Australien begann, als mein Flugzeug kurz vor 24.00 Uhr die Startbahn des Frankfurter Flughafens verlies. Es lag ein emotionaler Abschied und viele Tränen hinter, jedoch 14.457 km, 22 Stunden und ein neues Leben, vor mir. Auf mich wartete nicht das klassische »Hostfamily mit Welcomeschild-Szenario«, sondern zunächst einmal drei Tage Orientation die neben dem ersten Einfinden auch zum Auskurieren dienten. Durch die eintägige Reise um die halbe Welt, lagen wir nun acht Stunden der deutschen Zeit voraus. Die gewonnenen acht Stunden revanchierten sich mit einem zweiwöchigen Kampf gegen den Jetlag. Dank spannender Sightseeing-Touren durch Sydney und aufregenden Momenten wie das erste Kennenlernen, war die Müdigkeit jedoch schnell verflogen.

Mein neuer Freund: Zoobesuch bei der Orientation!

Meine Gastfamilie

Während der sechs Monate tauschte ich nicht nur meine vertraute Heimatstadt im Rheinland gegen die Supermetropole ein, sondern auch Großfamilie (fünf Geschwister) gegen meine vierköpfige Gastfamilie mit Hund. Meine Gastfamilie war humorvoll, aufgeschlossen, immer entspannt, locker und spontan wie der Großteil der Aussies. Schnell schloss ich sie, insbesondere meine kleinen Gastgeschwister (ein 5-jähriges Zwillingspärchen) ins Herz. Ich hatte noch eine weitere Gastschwester. Sie war 16 Jahre alt, aus Italien und »Exchange Student« so wie ich. Da unsere Situation die Gleiche war, hatten wir ein sehr enges Verhältnis.

Der multikulturelle Mix meiner Gastfamilie sorgte für ein buntes Zusammenleben. Durch das Aufeinandertreffen drei verschiedener Nationen kam es auch zum Austausch verschiedener Sitten und Bräuche. So lernte ich während meines Aufenthaltes nicht nur das traditionelle australische Anzac Biskuit Rezept kennen, sondern darüber hinaus auch, was eine gute italienische Pizza ausmacht. Durch die Weihnachtszeit begleitete uns die Suche nach »Elf on the Shelf«, bei dem es sich um eine kleine rotgekleidete Stoffpuppe handelt, die bei den Kindern als Santas treuer Gehilfe bekannt ist. Eine Freude für die Zwillinge, zugleich eine nächtliche, sich steigernde Herausforderung für meine Gasteltern.

Neue Entdeckungen

Australien war die perfekte Möglichkeit um neues zu entdecken und auszuprobieren. Insbesondere das vielfältige Sportangebot der sportbegeisterten Nation trug dazu bei. Dancing, Netball und Swimming waren Teil meines Stundenplans. Ich nahm Surfstunden direkt an Australiens bekanntesten Strand (Bondi Beach). Während einer zweiwöchigen Tour in den Norden Australiens entlang des Great Barrier Reefs konnte ich weitere Punkte von meiner Bucket List streichen: Ich ging in dem größten Korallenriff der Welt tauchen, lernte von einem waschechtem Aborigine wie Boomerang und Speer richtig eingesetzt werden, verbrachte einen Tag im Regenwald und schlief eine Nacht unter dem Sternhimmel in den australischen Weiten des Outbacks.

»Aboriginal Culture« – eine interessante Erfahrung

Prägende Erfahrungen, die dich verändern

182 Tage und jeder war erlebnisreich und aufregend auf seine ganz eigene Art. Auch Tage an denen kein Tauchgang entlang des Great Barrier Reefs als Programmpunkt angeführt war, sah ich als Bereicherung. Ich feierte kleine sprachliche Erfolge die konstant »Step by Step« bis zum Ende des Austausches anhielten. Ein ganzes halbes Jahr in dem du einen völlig anderen Lifestyle lebst, Alternativen kennenlernst, Eindrücke sammelst, über dich selbst unzählige Male hinauswächst – solche 6 Monate prägen und verändern deine Persönlichkeit zweifelslos!

Als ich am 22. Dezember meinen Rückweg antrat und bereits auf dem Weg Richtung Boarding war, zog ich mit meinem Koffer entlang einer bunt bemalten Wand, dessen Ende mit den Worten »See you later Sydney« beschrieben war. Ich musste bestätigend schmunzeln, da nichts als die typisch australische Schlussformel »See you later« es besser auf den Punkt hätte bringen können. Es stand fest, dass ich zurückkehren würde. Als mein Flugzeug die Startbahn verlies (dieses Mal in Richtung »alte« Heimat) und ich noch einmal zurückblickte, dachte ich mir beruhigt und voller Zuversicht »See you later Sydney«.


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