Schüleraustausch Kanada: Maren Wendorff über Nova Scotia

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Kanada. Endlose Weiten, spektakuläre Natur, Eishockey und natürlich die Metropolen Vancouver und Toronto. All dies sind Dinge, die man mit dem Land im Norden des amerikanischen Kontinents verbindet. Geht es aber um die kanadische Provinz Nova Scotia, wird der Wissensstand ziemlich dünn. Ein Grund mehr, dieses Thema aufzugreifen und über Maren Wendorff zu berichten, die dort zur Schule gegangen ist.

Über ihren neuen Heimatort

Nicht viel los in Brooklyn – Brooklyn heißt das kleine Nest, das im Zuge meines Schüleraustausch in Kanada, für zehn Monate mein neues Zuhause war. Der Ort liegt einige 1.000 Meilen von dem New Yorker Stadtteil entfernt, von dem ihr alle sicher schon einmal gehört habt. Mein Brooklyn ist viiiieeel kleiner. Es hat so um die 500 Einwohner. Es gibt keine Geschäfte und keinen Pub, dafür aber einen Spielplatz. Für alle, die am liebsten Shoppen gehen, ist das definitiv nicht die Top-Location. Alle Häuser haben riesige Grundstücke. Irgendwie ist Brooklyn wie Sprockhövel, mein deutscher Heimatort. Will heißen: Hier ist nix los. Aber alles ist irgendwie weitläufiger in Nova Scotia.

High School in Nova Scotia: Mit der Gastfamilie am MeerNova Scotia ist eine kleine Halbinsel im Südosten Kanadas. In der kleinen Provinz gibt es keinen Ort, der weiter als 60 Kilometer vom Meer entfernt liegt. Der Atlantik »is all around!« Und der Ozean bescherte mir auch mein schönstes Erlebnis: Wir sind von einer Eisenbahnbrücke hinunter in den Atlantik gesprungen. Oh ja, die Tage am Strand sind einfach unvergesslich!

Und ihre High School

Coole Schule, coole Lehrer – Die Kanadier haben ein Dauerabo auf einen Top-Ten-Platz bei Pisa. Nicht zu Unrecht, denn die Lernvoraussetzungen sind genial. Meine High School im Nachbarort Liverpool (wirklich, das ist der Name!) ist hochmodern und hat eine Topausstattung bis hin zur Tafel, die ein elektronisches Wunderding ist.

In der Ganztagsschule gibt es eine super Cafeteria mit stets frischem Essen. Und nachmittags ist immer etwas los in den schuleigenen Clubs. Klar, stehen Sportarten wie Eishockey, Fußball und Basketball im Vordergrund. Und es ist Ehrensache, die Schulteams bei Heim- und Auswärtsspielen anzufeuern.

High School in Nova Scotia: Maren vor ihrem SchulbusDer Unterricht ist viel lockerer als bei uns in Deutschland. Es gibt kein blödes Abfragen von Wissen, dafür mehr Diskussionen. Da wird zur Wissensvermittlung auch mal gebastelt. Und das macht riesig Spaß! Manches ist ganz schön ungewohnt. Dazu gehört auf jeden Fall, dass die Lehrer in Kanada viel cooler sind. Wir in Deutschland lernen viel disziplinierter.

Aber wenn du die richtigen Fächer wählst – und das sind viel weniger als bei uns in Deutschland – kannst du später zu Hause wieder in deine Klasse einsteigen. Das Beste aber ist: Wenn’s um die Fahrt zur Schule geht, habe ich so etwas wie VIP-Status! Morgens schon wartet der vorgewärmte Bus auf mich in der Hauseinfahrt. Nur für mich! Nee, nicht dass ihr auf falsche Gedanken kommt: Meine Gastmutter Gerry fährt den Schulbus. Und den parkt sie halt immer in der Hauseinfahrt. ABER: Jeden Morgen bin ich der erste Fahrgast mit Stammplatz-Garantie!

Auch ihre Gastfamilie ist etwas ganz besonderes

Hummer essen, bis der Arzt kommt – bevor ich nach Brooklyn in meine Gastfamilie kam, hatte ich noch nie Hummer gegessen. Heute, zurück in Deutschland kann ich sagen, dass ich noch nie in meinen Leben so viel Lobster in mich reingeschaufelt habe wie in meiner Gastfamilie. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Mein Gastvater Joe ist hauptberuflicher Lobsterfischer.

High School in Nova Scotia: Maren mit ihrem Gastvater dem HummerfischerDas Hummerfischen ist ein harter Job. Die Fangsaison geht von Dezember bis Mai. In diesen Monaten macht sich Joe um drei Uhr nachts an die Arbeit und fährt mit seinem Boot hinaus. Und erst am Abend kehrt er heim. Das Ergebnis: Mehrere hundert der Scherentiere hat er heimgebracht. Lobster sind hier fast ein Grundnahrungsmittel.

Für einen Hummer zahlst du direkt beim Fischer fünf Dollar, im Restaurant hat sich der Preis auf wundersame Weise dann verfünffacht! Aber das ist immer noch günstig zu den Preisen, die bei uns in Deutschland verlangt werden. Aus dem Grundnahrungsmittel wird da schnell eine Delikatesse!

Die Zubereitung der Schalentiere ist denkbar einfach: In einem großen Kessel – und ich meine wirklich groß! – kocht Joe Wasser. Da kommen die Viecher rein und alles wird gut gesalzen. Joe sagt, die sind sofort tot. Ich will’s ihm mal glauben. Jedenfalls habe ich bei meiner Gastfamilie so viel und so oft Lobster  gegessen, bis der Arzt kommt! Und ich sage euch: Am leckersten schmecken die Dinger mit geschmolzender Butter drauf und Krautsalat!

Über die Kanadier an sich – und einen Speziellen

Kanadier sind alle ein bisschen verrückt – ich sage euch, die Kanadier sind alle ein bisschen verrückt. Glaubt Ihr nicht? Hier ein Beispiel: Während es bei uns Hupkonzerte bei einer Hochzeit oder der gewonnenen Fußball-WM gibt, machen die Menschen hier bei jeder Gelegenheit Hup-Wettbewerbe und das vorzugsweise morgens, wenn die Sonne aufgeht oder in den Abendstunden. Kanadier lieben die Natur! Kein Wunder bei diesem traumhaften Land!

High School in Nova Scotia: Maren mit ihren Gasteltern Das ganze Leben spielt sich im Freien ab und gegrillt wird bei jedem Wetter. ABER: Gegessen wird immer drinnen! Meine Gasteltern Gerry und Joe sind waschechte Kanadier. Die beiden holen sich junge Leute aus aller Welt ins Haus, damit in der Bude was los ist. Und auch wenn ich schon ihr 25. Gastkind war, haben Sie mich ins Herz geschlossen.

Und dann gibt es da noch einen Kanadier, den ich ins Herz geschlossen habe: Meinen Freund Alex. Auch er ist ein verrückter Kanadier. Wir waren zusammen an der Schule. Im Matheunterricht ist er mir immer tierisch auf die Nerven gegangen. Aber nach vier Monaten hat’s gefunkt. Er hat mich schon für ein paar Wochen in Deutschland besucht und ich war jetzt über Weihnachten und Neujahr wieder in Nova Scotia. Wie das so klappt? Kein Problem. Es gibt ja Skype. Und Brooklyn ist doch genau genommen nur einen Katzensprung von Sprockhövel entfernt. Liegt doch nur der Atlantik dazwischen ;-).

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