Sarah in Argentinien #1: A journey begins

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Unsere High School-Stipendiaten Sarah verbringt 10 Monate in Cordoba, Argentinien und wird uns von ihrem spannenden Aufenthalt in der Ferne regelmäßig berichten. In ihrem ersten Bericht erzählt sie von ihrer Ankunft und den ersten paar Wochen in ihrer neuen Heimat auf Zeit.

Am 19.07.2014 rollte mein pinker Koffer über den Dresdner Flughafen und bei mir rollten die Tränen. Für 10 Monate musste ich mich von der gewohnten Umgebung verabschieden: meiner kleinen Stadt, den Einkaufscentern, der Natur, der Schule, meinen lieben Freunden und natürlich der Familie.

Sarah in Argentinien: Landeanflug auf CordobaIrrwitzig, dass meine Reise so traurig begann, denn der erste Monat hier in Cordoba war definitiv einer der aufregendsten, spannendsten und tollsten Monate meines Lebens. Davon wusste ich damals natürlich noch nichts. Ebenso wusste ich nicht, wie ich mit meinem, sich auf die Grundlagen beschränkenden Spanisch, mit dem übergepackten Handgepäck durch die Kontrolle kommen sollte, wie ich mich am Frankfurter Flughafen zurechtfinden sollte und wie ich das Gedankenchaos in meinem Kopf ordnen konnte.

In den letzten Minuten vorm Abflug war klar, warum ich dieses Abenteuer unbedingt erleben möchte: um eine neue Kultur kennen zu lernen, aufregende Orte, Menschen und Charaktere zu treffen, eine fremde Schule zu besuchen und eine interessante Sprache zu lernen. Und trotzdem gab es da diesen kleinen Gedanken im Hinterkopf, mich im Kofferraum unseres Autos zu verstecken, wieder umzukehren, zurück zu spulen und alles weiterzuleben wie gewohnt.

Der Weg zum Stipendium
Es erklärt sich von selbst, dass ich das nicht tat, denn die Angst vorm Abflug gehört genauso zu einem Auslandsjahr, wie die lange Vorbereitung. Ich erinnere mich noch, wie ich letzten Sommer begann, Bewerbungen zu schreiben und im Herbst erfuhr, eine von den letzten 5 Kandidatinnen für das Argentinien-Stipendium von STEPIN zu sein.
Daraufhin galt es, ein Video zu drehen, einen Song zu schreiben, ein Auswahlgespräch auf Englisch zu führen und schließlich – zu warten. Jeden Tag hoffnungsvoll zum Briefkasten zu rennen um festzustellen, dass dieser immer noch genauso leer war, wie 5 Minuten, 5 Stunden oder 5 Tage vorher.
Schlussendlich kam der Anruf, welcher mein Leben veränderte völlig unerwartet. Ich konnte und kann es nicht fassen, dass mir diese Chance gegeben wird und möchte hiermit nochmal „Muchas Gracias“, vielen Dank, sagen.
Seitdem zählte ich die Monate, Wochen und schließlich die Tage, welche immer schneller vergingen, je näher das Datum der Ausreise rückte. Und dabei gab es noch so viel zu organisieren: Reisepass, Visum, Gesundheitszeugnis, Impfungen, Blutgruppenbestimmung, Unterlagen für die Gastfamiliensuche,….

Auf dem Vorbereitungswochenende von STEPIN wurden uns, 30 zukünftigen Austauschschülern, Lösungen für Probleme im Ausland dargestellt und Fragen rund um das bevorstehende Abenteuer beantwortet. Das ließ den Vorbereitungsstress in Vorfreude weichen.

Its better to see something once, than to hear about it a thousand times

Nach laaangen Flugstunden (Dresden-> Frankfurt, Frankfurt-> Buenos Aires, Buenos Aires-> Cordoba) mit gewöhungsbedürftigem Essen und schnarchenden Sitznachbarn trafen wir am 20. Juli am Central Airport von Cordoba ein. Die Betreuer der hiesigen Partnerorganisation begrüßten uns herzlich und nach holpriger Busfahrt ins Hostel (die argentinischen Fahrgewohnheiten sind nur etwas für Achterbahnliebhaber ;-)) startete dort die 7-tägige Preparing week.

Die ersten Tage in Cordoba
Wir bekamen Spanischunterricht und viele Infos aus erster Hand über das Schulsystem und die Sicherheit. Es gab Ausflüge nach Rio Ceballos und eine Stadtrundfahrt durch Cordoba Centro sowie einen Tanz-Crashkurs. Desweiteren erhielten wir Einblicke in die argentinische Küche und backten am letzten Tag sogar selbst die Empanadas für unsere Gastfamilien.Sarah in Argentinien: Vorbereitungen für die Empanadas Über diese Bescheid wusste ich schon einige Zeit und über E-Mail hielten wir im Vorhinein Kontakt. Als ich meine Ma und die 6-, 11- und 15-jährigen Schwestern das erste Mal sah, war es ein unbeschreibliches Gefühl. Über 3 Wochen leben wir nun schon zusammen und mit jedem Tag schließe ich sie mehr ins Herz.

Der Tagesablauf argentinischer Familien ist nicht mit dem deutschen zu vergleichen. Geplant wird nichts und für Jetlag blieb demzufolge nicht viel Zeit. Häufig finden neue, spontane Ausflüge, Partys oder Familienfeiern statt. Zu diesen fährt man unangeschnallt zu neunt in einem viel zu kleinen Auto. Da kann es schon mal passieren, dass die kleine Schwester im Kofferraum vergessen wird.

Neben dem Familienleben findet mein Leben seit nun mehr als zwei Wochen auch in der Schule statt. Da an den Privatschulen Schuluniformen Pflicht sind, habe ich morgens endlich nicht mehr das Problem, vor einem Schrank voll mit “Nichts zum Anziehen” zu stehen. Stattdessen gibt es entweder Jogginghose und Pullover oder einen übergroßen Faltenrock mit blauem T-Shirt.

Für alle zukünftigen Austauschschüler, die sich vor dem ersten Schultag fürchten: Als blonde Deutsche wird man von allen Seiten angestarrt, die Schule versammelt sich um einen und man wird von jedem gleichzeitig mit Fragen beworfen. Es ist ungewohnt, plötzlich so einen Bekanntheitsgrad zu haben, mit Küsschen überhäuft zu werden und ständig auf offener Straße erkannt und angesprochen zu werden. Vor Allem von dem Macho-Temperament der Jungen fühle ich mich oft noch überrumpelt. Nichtsdestotrotz liebe ich die aufgeschlossen-herzliche Art der Menschen hier, die im Winter sogar den Straßenhunden Pullover anziehen.

Alles in allem war es ein Monat voller erster Eindrücke und vielen kleinen, schönen Momenten, die ihn zu einem großen Ganzen für mich machen.

Never collect hearts or things. Collect moment and places.

Viele liebe Grüße aus Argentinien,

Eure Sarah

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About Sarah

Sarah

Sarah aus Dresden war eine von vier Stipendiaten, die 2014 mit Hilfe von Stepin in der Weltgeschichte unterwegs waren. In regelmäßigen Abständen berichtete sie uns hier auf der Weltneugier von ihrem neuen Leben in Argentinien.

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