Rezension: »Eine Reise durch Schottland«

Rezension: »Eine Reise durch Schottland«

Beeindruckende Highland-Landschaften, abwechslungsreiche Festivalkultur sowie mysteriöse Spukgeschichten treffen in Schottland aufeinander. Touristen können zwischen ländlichen Idyllen und modernen Städten wählen. Dass Schottland viel zu bieten hat wird im geophon-Hörbuch »Eine Reise durch Schottland« mehr als deutlich. Nicht nur eine schöne und neugierig machende Reiseeinstimmung, sondern auch historische Hintergründe werden auf dieser CD geboten.

Los geht’s aus Edinburgh

Der Ausgangspunkt der Reise ist Edinburgh. Hier wird der Hörer zunächst durch die New Town, danach die Old Town bis schließlich zum Edinburgh Castle geführt. Dieses liegt in der Altstadt, am oberen Ende der Royal Mile. Oben angekommen werden geschichtliche Fakten rund um die Burg erläutert. Mit einem lauten Knall wird der Hörer dann zurück ins Hier und Jetzt geholt: der Kanonenschuss, der täglich um ein Uhr mittags vom Castle aus abgefeuert wird.

Rind vor einer schottischen LandschaftEin Mitglied der »Royal Artillery« erzählt von seiner Aufgabe als Verantwortlicher für das Abfeuern der Kanone. Beim Verlassen der Burg gibt es außerdem einen Überblick über die zahlreichen Festivals der Stadt: Das Fringe Festival und das Edinburgh Military Tattoo sind nur zwei Beispiele für die pulsierende Festivalkultur der Stadt (Track 1).

Im nächsten Track wird die literarische Geschichte des Landes beleuchtet. Der Besitzer des »Old Town Book Shops« berichtet von seiner Arbeit. Klassische Schreiber wie Robert Burns, aber auch moderne Autoren wie Ian Rankin spielen in Ron Williams’ Laden eine Rolle. Zu Ian Rankin hat er sogar eine kleine Anekdote parat: zu Studienzeiten soll er selber in dem Buchladen gearbeitet haben. Wer nach dem Besuch im Buchladen noch immer nicht genug von schottischer Literatur hat, kann der Literary Pub Tour beiwohnen. An dieser Stelle wird das Gedicht »Address To Edinburgh« von Robert Burns rezitiert, ein schöner und passender Abschluss (Track 2).

Der Schottenkilt oder Robert the Bruce und Golf

Mit dem lauten Rattern der Tartan Webstühle erlebt der Hörer ein weiteres Stück schottischer Kultur. Abgesehen von der Geschichte des Kilts wird endlich die Frage »Was trägt der Schotte unterm Kilt?« beantwortet, aber an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Amüsant aber auch leicht gruselig geht die Tour weiter in die dunkleren Ecken der Altstadt. Hier hört man eine der unzähligen Geistergeschichten Edinburghs und taucht in das 17. Jahrhundert ein (Track 3). Weiter geht die Reise mit einer ungewöhnlichen Themenkombination. Was Schottlands Nationalheld Robert the Bruce mit Golf zu tun hat bleibt unklar.

Mann in Schottenkilt und DudelsackDennoch werden interessante historische Fakten zur Schlacht von Bannockburn (1314) geliefert. Auch zur Golftradition und dem dazugehörigen Museum gibt es einige wissenswerte Fakten (Track 4). Tradition hat natürlich auch schottischer Whisky und der Besuch eine Brennerei sollte bei einer Schottlandreise obligatorisch sein (Track 5).

Ländliches Schottland

Weit abseits vom schottischen Festland führt die Reise nach Shetland. Mit seiner Kombination aus skandinavischer und schottischer Kultur beinhaltet auch dieser Track aufschlussreiches Wissen über die kleine Insel und ihre Eigenheiten (Track 6). Etwas zusammenhangslos wirkt die kurze Passage über die Highlands, die jedoch mit einer wunderbaren Liebeserklärung an das schottische Hochland in Form eines Burns-Gedichtes (»Mein Herz ist im Hochland«) endet. Natürlich ist auch Nessie Thema der Hörreise und man darf gespannt lauschen, wenn zwei Männer von ihren Beweisen, dass Nessie existiert, berichten (Track 7).

Auch die beiden Inseln Isle of Skye und Isle of Mull sind eine Reise wert. Skye lockt mit schottischem Bier und einem professionellen Geschichtenerzähler, der eine seiner Geschichten zum Besten gibt: »Der Hufschmied und das böse Wasserpferd«. Mull hingegen feiert ein Revival der gälischen Sprache und lädt Touristen zum Wale beobachten ein (Track 8 und 9).

Glasgow – die Stadt der Musik

In starkem Kontrast zum ländlichen Lebensstil der kleinen Inseln steht Glasgow. Die Metropole wurde zur Unesco Stadt der Musik gekürt. Sie besticht nicht nur mit kultureller Vielfalt, sondern auch mit herausragender Architektur von Charles Rennie Mackintosh. Ein weiterer fester Bestandteil der schottischen Kultur ist der Dudelsack. Im Nationalen Dudelsack Zentrum (»National Piping Centre«) in Glasgow kann man alles über die »Sackpfeife« (»Bagpipe«) erfahren und das Spielen des Instrumentes erlernen (Track 10 und 11).Zum Abschluss der Tour geht es zurück nach Edinburgh. Hier gibt es noch einmal eine kurze Zusammenfassung der Reise, bei der die Vorzüge Schottlands betont werden (Track 12).

Fazit zum Buch Schwinds

Alles in allem bietet der Autor Kai Schwind mit »Eine Reise durch Schottland« einen interessanten und atmosphärischen Abriss der schottischen Kultur und Geschichte. Detaillierte und liebevolle Beschreibungen der Umgebung und der Menschen führen den Hörer durch städtische und ländliche Gegenden.

Schottische Landschaft im SonnenuntergangDie geschichtlichen Daten und Fakten wirken nie langweilig, sondern sind mit Wortwitz und interessanten Details versehen. Besondere Authentizität gewinnt das Reisehörbuch durch die zahlreichen O-Töne. Nicht nur der schottische Akzent, sondern auch die einzigartigen Geschichten vermitteln einen unverfälschten Eindruck Schottlands.

Soundeffekte und musikalische Untermalungen mit (schottischer) Musik sorgen für ein angenehmes und abwechslungsreiches Hörerlebnis. Und auch die Stimme der Sprecher Matthias Keller, Sabine Mazay und Kai Schwind machen das Zuhören leicht. Neben der CD an sich bietet auch das Booklet einige nützliche Informationen. Viele der genannten Orte sind mit Adresse und Website zu finden, ein kleiner Stadtplan sorgt für die nötige Orientierung und eine Karte Schottlands lässt erkennen, wo sich die erwähnten Inseln befinden.

Außerdem enthält das Booklet zusätzliche Informationen: das Burns-Gedicht »Mein Herz ist im Hochland« (»My Heart’s In The Highlands«) und ein schottisches Rezept. Auch werden einige Filme, die in Schottland spielen, und schottische Autoren kurz erwähnt. »Good things come in small packages« – der Titel des letzten Tracks gilt nicht nur für Schottland sondern auch für diese CD. Eine klare Empfehlung!

Eine Rezension von Jessica Eickmann.

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