Rezension: »Australien in 100 Tagen«

Rezension: »Australien in 100 Tagen«

Wir, das Team der Weltneugier, sind euer verlässlicher Partner, wenn es um Rezensionen und Empfehlungen toller Reiseliteratur geht. Auch heute möchten wir euch wieder ein besonderes Werk ans Herz legen, diesmal handelt es sich nicht nur um ein Buch, sondern um ein Buch zum Film. Das erfolgreiche Filmteam Christian Wüstenberg & Silke Schranz haben sich mal wieder „auf Wanderschaft“ begeben und ihren Trip durch Australien anschaulich dokumentiert.

Caution - kangaroosQuelle: comfilm.de

Es weckt wieder diese unersättliche Sehnsucht nach Australien in einem – auch nach mehrmaligem Besuch auf der schönsten Insel der Welt. Wenn man einmal mit dem Australien-Virus infiziert ist, kann man sich dem nicht mehr entziehen, sollte man es noch so wollen. Deswegen machte ich mir auch keine Gedanken, dass mich das Fernweh wieder so packt, dass es schon fast weh tut und schaute mir ohne Bedenken den Kinofilm »Australien in 100 Tagen« an. Christian Wüstenberg und Silke Schranz, die Macher von „Die Nordsee von oben“, dokumentierten ihre Tour durch Australien, die von Mitte September bis kurz vor Weihnachten  genau 100 Tage dauern sollte – entgegen aller Zweifel von Experten, Freunden und einheimischen Australiern, denen die beiden beim ersten Kontakt mit dem roten Kontinent begegneten und diese Zeit für viel zu wenig hielten.

Die beiden Filmemacher holten sich für ihr Vorhaben Hilfe von einem erfahrenen Reiseveranstalter und haben ihre Reise minutiös durchgeplant. Die meisten Menschen wissen, das Australien riesige Ausmaße hat, können sich aber trotzdem die extrem langen Distanzen nicht recht vorstellen. Selbst ein Vergleich mit Europa, nach dem es von Perth im Westen des Landes bis Cairns ganz im äußersten Nordosten in etwa genauso weit ist wie von Lissabon nach Moskau, fällt es einem schwer, sich das vorzustellen. Kein Wunder also, dass einem einhundert Tage, also etwas mehr als drei Monate,  eigentlich recht lang vorkommen, um eine Reisedoku zu machen. Auch eine Zahl wie 22.000 Kilometer Fahrtstrecke war für meinen Verstand zu abstrakt.

So wundert es nicht, dass gewisse Ansprüche an diesen Film nicht erfüllt wurden. Wer erwartet, dass er auch mal Tiefgründigeres erzählt bekommt – Erlebnisse mit Einheimischen, Kuriositäten und Besonderheiten, all so was halt – wird allerdings enttäuscht . In hundert Tagen ist einfach nicht so viel machbar. Letztendlich führte die Tour genau zu den Touristen-Hotspots, die JEDEM Australien-Reisenden sofort ins Auge stechen und als DIE Attraktionen des Landes bzw. der jeweiligen Region gelten.

Christian und Silke am TermitenhügelQuelle: comfilm.de

Dies ist jedoch kein Nachteil des Films, wie ich nach dem Anschauen feststellen durfte. Christian und Silke sind ja auch mit der Zielsetzung daran gegangen, das GANZE Land zu sehen, in vollem Bewusstsein des Zeitdrucks, dem sie sich damit aussetzen. Sie düsen durch‘s Land, als ob es kein Morgen gäbe und lassen dabei aber auch nichts aus! Die einzelnen Episoden sind meines Erachtens extrem kurz – aber klar, man will ja auch möglichst viel in den knapp 100-minütigen Film reinpacken.

Nach dem Start in Perth, der Hauptstadt Westaustraliens, arbeiten sie sich im Uhrzeigersinn per Campervan durchs Land vor, gehen Wandern, Schnorcheln, Shoppen, Campen. Ob tropischer Regenwald oder schneebedeckte Berge, die südlichste Insel des Great Barrier Reefs oder grün überwucherte Billabongs im Landesinneren – die beiden nehmen ALLES mit, selbst ein Tagesausflug nach Tasmanien darf nicht fehlen.

Es ist schon erstaunlich – Wüstenberg und Schranz haben es geschafft, einen Film zu machen, den man als Backpacker oder ganz normaler Urlauber ziemlich einfach nachverfolgen kann. Ohne Schnickschnack, ohne kitschige Phrasen oder die typische Reisefilmmusik zeigen sie die schönsten Orte des fünften Kontinents, alle fein säuberlich aufgereiht an einer cineastischen Perlenkette. Und was für Perlen das sind!

Green Turtle vor Lady Elliot IslandQuelle: comfilm.de

Wer als Besucher eine der zahlreichen Kinovorstellungen dieser einzigartigen Doku besucht, hat gute Chancen, die Filmemacher persönlich zu treffen und über ihre Erlebnisse auszuquetschen. Dabei wird schnell klar, es waren weder der atemberaubende Uluru (Ayers Rock), noch die Oper in Sydney (das unangefochtene Wahrzeichen Australiens), noch die tausend Inseln des Great Barrier Reefs, was die beiden am meisten beeindruckt hat. Nein- es war das beschauliche Tasmanien, die kleine Insel am südlichsten Zipfel Australiens, die Christian und Silke am schönsten in Erinnerung geblieben ist.

Das Buch zum Film »Australien in 100 Tagen« (2012, MANA Verlag) ist auch als solches zu verstehen. Wenn man wie ich schon mal in Australien war, reicht einem fast „nur“ das gedruckte Werk, um die wunderschönen Erlebnisse nachzuvollziehen. Allerdings kann ich es jedem nur wärmstens empfehlen, sich den Film an einem der zahlreichen Spielorte noch schnell anzusehen, bevor es zu spät ist – oder sich auf die DVD zu freuen, die Anfang 2013 erscheinen wird – die tut’s zu Not auch.

Fazit

Ein gelungener Mitschnitt einer Reise durch Australien, wie sie sich jedes Jahr tausende Menschen allen Alters erträumen und/ oder auch durchführen. Ein Mittel gegen Fernweh ist weder Buch noch Film – ganz im Gegenteil. Aber mit den unzähligen wertvollen Tipps und Fotos ist das Buch sehr gut geeignet, um sich auf die erste oder eine weitere Reise nach Down Under vorzubereiten.

Kurzinfo (Film):
Website: www.australienfilm.de
Spielzeit: 101 Minuten
offizieller Kinostart: 4. Oktober 2012

Kurzinfo (Buch):
Erschienen:  2012 im MANA Verlag
Website: www.mana-verlag.de
Seitenzahl: 368
Format: 18 x 21 cm
ISBN: 978-3-934031-09-8
Preis (D): € 19,80

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