Markus hat uns diese Woche einen weiteren Beitrag für seine Gastartikelserie auf der Weltneugier zukommen lassen. Diesmal hat er Niagara-on-the-Lake besucht und festgestellt, dass die Kleinstadt historisch schwer beladen ist: Mit nur 15 000 Einwohnern ist Niagara-on-the-Lake sicherlich nicht »groß«. Aber dafür war die Kleinstadt schon Hauptstadt der Provinz Upper Canada, Schauplatz des Krieges von 1812 gegen die USA und seit 2003 National Historic Site. Bei soviel Geschichte auf einem Fleck muss sich der Weg dorthin doch lohnen?!

Viele Geschichten in Kanadas Geschichte

Ich komme nicht daran vorbei mir einen Chrashkurs in der Geschichte der Niagara-Halbinsel zu erteilen. Dass Niagara-on-the-Lake zum historischen Brennpunkt wurde, hängt mit der grenznahen Lage zu den USA zusammen. Das Städtchen liegt an der Mündung des Niagara Flusses in den Ontario-See und war vor 200 Jahren von strategischer Bedeutung.

Ein Blick auf die Skyline von TorontoIm Jubiläumsjahr des »War of 1812« dreht sich alles um den Krieg gegen die Vereinigten Staaten, der 20 000 Tote forderte und drei Jahre andauerte. Es gibt viele Ausstellungen und Führungen unter anderem in Fort George. In dem ehemaligen Militärlager kann man auch nachgestellte Kriegsszenen mit Schauspielern verfolgen.

Die Jubiläumsfeierlichkeiten sind nicht so ganz mein Fall. Kanada und Krieg ist für mich eine etwas merkwürdige Kombination, erlebe ich die Kanadier doch als äußerst freundlich und entspannt. Zum Glück ist Niagara-on-the-Lake nicht nur für den Historiker ein Leckerbissen.

Mit Ruhe und Gemütlichkeit

Niagara-on-the-Lake hat Flair. Und das gibt von mir ein ganz dickes Plus. Während sich 20 Kilometer südlich in Niagara Falls die Touristenmassen an den Waserfällen sammeln, ebbt hier der Besucherstrom auf angenehme Weise ab. Es ist belebt, aber nicht überfüllt. Die Uhren ticken langsamer und ich habe alle Zeit der Welt um mich in Ruhe umzuschauen.

Niagara-on-the-Lake: DowntownDer Himmel ist wolkenlos, so dass ich vom Ufer der Ontario-Sees eine herrliche Aussicht bis hin zur Skyline von Toronto habe. Viele »Locals« verbringen ihren Nachmittag am See beim Grillen oder einfach nur Entspannen. Das Zentrum von Niagara-on-the-Lake ist eine lebhafte Mischung aus Boutiquen und Bistros. Das ist bis zu einem bestimmten Maß auf die Wochenendtouristen gemünzt.

Trotzdem habe ich das Gefühl, dass sich die Inhaber mit ihren originellen Läden authentisch präsentieren. Wer die Stadt genauer erkunden will, kann das mit Hilfe eines geführten Spaziergangs oder per Kutsche machen.

Paradies für Weinliebhaber

Zwei weitere Punkte, welche die Kleinstadt berühmt gemacht haben sind das jährliche (George Bernard) Shaw-Theaterfestival und der Wein. Die Niagara-Halbinsel hat im Vergleich zum Rest Kanadas ein mildes Klima, so dass sich wagemutige Winzer mit dem Weinbau versuchten und bis heute Erfolg damit haben.

Shop in Niagara-on-the-Lake(Fast) Überall finden sich Weingüter, die je nach Ausrichtung vom Riesling bis zum Merlot alles anbieten. Und meiner Meinung nach durchaus auf hohem Niveau was die Qualität angeht. Es werden Bustouren von Niagara-on-the-Lakes und Niagara Falls aus angeboten, die gleich fünf verschiedene Weingüter auf dem Programm haben.

Wer ein Schnäppchen in Sachen Ticket sucht, kann online bei Groupon&Co für 35 CAD fündig werden. Ich beende meine Ausflug in Niagara-on-the-Lake bei einer Tasse Kaffee in einem der zahlreichen Cafés. Wer mehr Zeit mitbringt, sollte der Niagara-Halbinsel unbedingt ein verlängertes Wochenende über drei bis vier Tage widmen. Es lohnt sich in jedem Fall!

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