Sven in New York #5: Von Politik, dem Fluch interessanter Zeiten und Sternennächten

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Im letzten Artikel von Svens New-York-Serie berichtet er vom Morgen nach den »Breaking News« über den Tod Osama Bin Ladens in New York, seinem Besuch im MoMA (Museum of Modern Art) und dem Times Square, bis er sich wieder auf den Weg in die Heimat macht.

New York Denkmal am Ground ZeroMontag, 02.05.2011: Der Morgen nach den »Breaking News« des gestrigen Abends beginnt relativ trüb und New York ist in einen leichten Nieselregen gehüllt. Immer noch sind die Ereignisse in Pakistan und Präsident Obamas Rede aus dem Weißen Haus das zentrale Thema auf allen Kanälen. Sarah und ich machen uns nach dem Frühstück auf gen Manhattan bzw. – wie angekündigt – zum Ground Zero.

Der Morgen danach…

Als wir die U-Bahn an der Haltestelle Wall Street verlassen herrscht – wie nicht anders zu erwarten an einem Montag Morgen – geschäftiges Treiben.

Amerikanische Fahne auf HalbmastViele Leute haben Zeitungen dabei und die Zeitungsverkäufer haben einen regen Umsatz. Anhand der Titelseiten und ihrer Schlagzeilen lässt sich allerdings auch sehr gut einschätzen, auf welcher politischen Seite das jeweilige Blatt steht und welche Form von Journalismus betrieben wird. Folgt man den Gesprächen der Leute, so gibt es auf jeden Fall nur dieses eine Thema.

…am Ground Zero

Je näher wir dem Ground Zero kommen, desto auffälliger sind zwei Dinge: Zum einen die Vielzahl amerikanischer Flaggen in allen Größen und Formen, zum anderen die schiere Menge an Polizei und Security-Personal.

Polizisten zu Pferd in New YorkVon jubelnden bzw. euphorisierten Massen ist hier auf jeden Fall nichts zu sehen. Wir unterhalten uns mit einem der Bauarbeiter, der davon berichtet, dass er eine Angehörige am 11.September 2001 hier verloren hat. Seiner Meinung nach sei es zwar gut, dass man Bin Laden endlich bekommen habe, allerdings frage er sich, warum dies fast 10 Jahre gedauert habe.

Etwas ähnliches hörten wir gestern schon einmal in der Hotel-Lobby – kein einziges Opfer wird dadurch wieder lebendig. Dies mag sicherlich nur ein sehr subjektiver Eindruck sein – andere Leute haben von ganz anderen Kommentaren und Begegnungen berichtet – trotzdem findet das Sprichwort, dass Trauernde nicht nach Rache dürsten, an diesem Ort (s)eine Bestätigung.

Aufseher am Ground ZeroUnd dass Ground Zero immer noch ein Ort des Gedenkens ist, zeigt sich auch am Verhalten der Besucher. Es herrscht eine sehr ruhige, fast andächtige Atmosphäre. Wahrscheinlich wird man in einigen Jahren von einem historischen Ereignis sprechen, umso seltsamer erscheint es, genau an dem Ort zu stehen, an dem dieser Teil der Geschichte seinen Anfang genommen hat.

Manchmal scheint es tatsächlich ein Fluch zu sein, in »interessanten Zeiten« zu leben.

Zu Besuch im MoMA – Van Goghs Sternennacht und Popkultur

Ich erwähnte ja bereits im Bericht über den Besuch der Guggenheim-Sammlung, dass ich ein großes Faible für die New Yorker Kunstmuseem habe.

Van Goghs »Sternennacht«Und mein liebstes von ihnen ist immer noch das »Museum of Modern Art« (MoMA).Mitten im Getümmel zwischen 5th und 6th Avenue gelegen, findet sich eine der größten und spektakulärsten Kunstsammlungen der Moderne.
Das für mich schönste Bild der Sammlung – und ein wesentlicher Grund, dem Museum immer wieder einen Besuch abzustatten – ist Vincent Van Goghs »Sternennacht«.

Ich kann noch nicht einmal genau sagen, was mich daran so fasziniert, aber das Erlebnis ein solches Werk im Original sehen/erleben zu können ist einfach unschlagbar. Auch wenn man sich das Erlebnis bei solchen Klassikern mit zahlreichen anderen Besuchern »hart erarbeiten« muss ;-).

Mann vor einer Amerikanische Flagge in einem KunstmuseumDeshalb ein paar Bemerkungen zu amerikanischen Kunstmuseen im Allgemeinen und dem MoMA: Man sollte auf jeden Fall früh dort sein und die Zeit genießen, wenn es noch leer ist. Ab einem bestimmten Zeitpunkt werden die Massen recht anstrengend. Im MoMA ist das Fotografieren ohne Blitz zwar erlaubt, allerdings lohnt es sich nicht wirklich. Meistens rennt jemand durchs Bild.

Eigenheiten der amerikanischen Museen

Insofern lieber die Zeit nutzen und die Kunstwerke auf sich wirken lassen. Besonders mag ich an diesem Museum die de facto nicht vorhandene Trennung zwischen E- und U-Kultur. Hier stehen Pop und klassische Kunst völlig gleichberechtigt nebeneinander. So verwundert es auch nicht, dass aktuell eine Ausstellung über Musikvideos und eine andere über den deutschen Expressionismus parallel laufen. Public Enemy und Otto Dix sind eine interessante Kombination. Sehr schön :-).

Frau vor Zeitungsberichtstafel im New Yorker MoMAIch ertappe mich dabei laut über Parallelen zwischen Van Goghs »Sternennacht« und einigen Szenen aus Jim Hensons »Der dunkle Kristall« nachzudenken. Sarah lacht und sagt: »Wenn Du meinst und es Dich glücklich macht, mein Lieber, dann will ich Dir mal nicht widersprechen.« Pfff, ich behaupte trotzdem, dass es hier eine Anlehnung gibt.

Eine abschließende Bemerkung noch zu den amerikanischen Museen: Da hier nicht wie in Deutschland die öffentliche Hand für eine finanzielle Unterstützung zur Verfügung steht, müssen Gelder über weitere Quellen erschlossen werden.

Und dementsprechend geschäftstüchtig gibt man sich auch: Nahezu jedes Museum verfügt über mehrere Gift Shops, in denen es so ziemlich alles zu kaufen gibt, auf das man ein Logo oder Branding drucken kann. Empfehlenswert im MoMA ist auf jeden Fall der Bookstore und seine unglaubliche Auswahl an Bild- und Fotobänden. Wer diesbezüglich etwas zu einem bestimmten Künstler/Epoche sucht, wird hier garantiert fündig.

Times Square

Eine Kollegin hatte mir am Morgen eine besorgte Nachricht auf Facebook hinterlassen, ich möge doch angesichts der aktuellen Ereignisse den Times Square meiden, da dies ein Ziel für Anschläge sein könnte.

Menschenmassen am Times SquareHmmm, die Sorge ehrt mich natürlich, aber so ganz teilen kann ich sie nicht. Und ein bisschen Tourist muss ja auch sein. Tatsächlich kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der Times Square immer noch eine der Hauptattraktionen der Stadt ist. Menschenmassen und riesige Leuchtreklamen wohin das Auge reicht – ein bekanntes Bild.

Was sich allerdings in den letzten Jahren geändert hat, ist der Umstand, dass ein Teil des Dreiecks nördlich der Kreuzung von Broadway und der 7th Avenue inzwischen zur Fußgängerzone umgewandelt worden ist. Darf man den Berichten meiner New Yorker Freunde glauben, so hat ein Großteil der  Taxi-Fahrer alles andere als »amused« auf diesen Umstand reagiert.

Die Besucher freut es hingegen (…) man trifft Spiderman, Ticketverkäufer für Broadwayshows und Rundfahrten mit Bussen, es gibt »free hugs«, Werbung für Wahrsager und das NYPD darf natürlich auch nicht fehlen. Und die Kollegen waren wirklich omnipräsent an diesem Tag.

Der letzte Abend und Abschied vom Big Apple

An dieser Stelle mache ich es kurz und schmerzlos: Der letzte Nachmittag und Abend im Big Apple vergehen wie im Flug. Wir flanieren den Broadway hinab in Richtung Downtown, überqueren ein letztes Mal die Brooklyn Bridge und so langsam wird es leider auch Zeit, sich von Sarah zu verabschieden.

Der Rest des Abends verläuft eigentlich relativ unspektakulär: ich packe meinen Koffer, gehe noch etwas in Brooklyn essen und lasse die letzten Tage an der Bar Revue passieren. Für den nächsten Morgen stehen dann noch der Check Out, Lunch mit einem alten Freund aus New Jersey und natürlich ein letztes Stück Cheesecake bei Juniors auf dem Programm. Gegen 14:00 Uhr bringt mich ein Taxi zum JFK-Flughafen.

Was bleibt am Ende zu sagen? New York ist und bleibt großartig. Zwar konnte ich wieder einige Punkte von meiner NYC-to-do-Liste streichen, trotzdem gibt es immer noch so viel zu entdecken. Auch dieses Mal habe ich es wieder nicht geschafft, dem Chelsea Hotel einen Besuch abzustatten und auch Conny Island kenne ich bis dato nur aus Reiseberichten. Hmmm, gute Gründe, um der Stadt einen weiteren Besuch abzustatten. Oh, ein Konzert von The Gaslight Anthem würde ich hier auch gerne mal sehen. Aber die werden wohl erst im nächsten Jahr wieder in den USA touren ;-).

Svens vorheriger Artikel Deine Möglichkeiten in den USA

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