Sven in New York #4: Von Taxen, Radfahrern, Fähren und Menschen

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Der letzte Teil des New York-Reiseberichts hat ja mit einem kurzen Hinweis auf die Grand Central Station geendet und auch wenn auf diese Weise die chronologische Reihenfolge der Ereignisse etwas durcheinander gerät, dürfen einige Bilder nicht fehlen…

New York und seine Verkehrsmittel

Eine gute und weit gereiste Freundin von mir vertritt die Auffassung, dass man, um eine Stadt und ihre Bewohner wirklich kennen zu lernen, mindestens zwei Dinge machen sollte: a) lokale Bars abseits der Touristenpfade besuchen und b) öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Wie Recht sie doch hat.

New Yorker Wall Street StationVon der Sache mit den Bars wurde ja schon berichtet, hier soll es daher um die öffentlichen Verkehrsmittel gehen: U-Bahn, Taxi und Fähre – den Bus habe ich nicht benutzt. Zunächst die New Yorker U-Bahn, deren Bahnhöfe und Züge nach wie vor einen etwas heruntergekommenen Charme versprühen. Ein Tipp für alle, die längere Zeit in New York sind: Kauft Euch eine MetroCard!

Obwohl man mit einem Einzelticket für $2,25 innerhalb von 2 Stunden soweit fahren kann wie man will, ist es schon etwas nervig, jedes Mal ein neues Ticket lösen zu müssen. Mit einem 7-Tage-Ticket ($29) nutzt man die U-Bahn einfach nach Lust und Laune. Inzwischen wird beim Kauf der Karten allerdings nach einem fünfstelligen ZIP-Code gefragt, den man einfach mit der Angabe »00000« beantworten kann.

New York TaxiUnd auch wenn man in diversen Reiseführern immer noch liest, dass die New Yorker U-Bahn gerade nachts nicht unbedingt wirklich sicher sei, kann ich diesen Eindruck nicht bestätigen. Zumindest empfinde ich es nicht unsicherer als in anderen Großstädten auch. Wem das aber zu heikel ist, kann immer noch auf ein Taxi zurückgreifen.

Auch Taxis sind nicht gerade unbeliebt in New York

Die New Yorker lieben ihre Yellow Cabs und nutzen sie auch dementsprechend häufig. Nicht umsonst sind sie eines der prägendsten Elemente des Manhattaner Straßenbilds. Grundsätzlich sind Taxis wesentlich günstiger als in Deutschland und in der Regel auch gut zu bekommen. Man stellt sich einfach an den Straßenrand und hält den Arm raus bzw. winkt das Taxi heran (»Street Hail«). Ein weiteres sehr typisches Bild für New York.

Street Hail in New YorkJedes Yellow Cab hat auf dem Dach ein dreigeteiltes Licht angebracht. Nur wenn das Mittlere der drei brennt, ist das Taxi auch frei bzw. »on duty«, wie der New Yorker sagt. Zwar kann es je nach Tageszeit und Verkehrsaufkommen etwas dauern, aber länger als 15 Minuten habe ich nirgendwo gewartet. Auf jeden Fall eine Pflichtveranstaltung für jeden New York-Besuch.

Staten Island Ferry und die Statue of Liberty

Damit zum dritten öffentlichen Verkehrsmittel, das uns auch wieder zurück zur Chronologie der Ereignisse führt: Der Fähre, genauer gesagt der Staten Island Ferry.

Pantomime im New Yorker ParkSonntag, 01.05.2011: Bei strahlendem Sonnenschein strömen unzählige Touristengruppen in den Battery Park, um von dort eine der Fähren zur Statue of Liberty zu nehmen. Entsprechend stehen im Park viele als Lady Liberty verkleidete Pantomimen herum, mit denen man sich – gegen Bezahlung – ablichten kann. Wohl dem, der ein Teleobjektiv hat und aus der Distanz zu fotografieren vermag ;-).

Obwohl die Freiheitsstatue inzwischen wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist, lohnt sich ein Besuch eigentlich nicht. Zum einen ist es völlig überfüllt und zum anderen gibt es – bis eben auf Lady Liberty selbst – nichts auf der kleinen Insel zu sehen. Darüber hinaus darf man sich ziemlich aufwendigen Sicherheitskontrollen unterziehen.

Meine Tipp, um die Freiheitsstatur zu sehen – die Fähre

Dann lieber entspannt einen kleinen Ausflug mit der Staten Island Ferry unternehmen, ein paar Fotos von New Yorks Wahrzeichen im Vorbeifahren machen und den Blick von Staten Island auf Mahattans Skyline genießen. Im Gegensatz – auch zu Taxi und U-Bahn – hat diese Fähre einen unschlagbaren Vorteil: Sie ist umsonst ;-). Dafür verkehrt sie allerdings auch nur auf einer Strecke. Nämlich rund um die Uhr zwischen der südlichen Spitze Manhattans und Staten Island.

New York FerryDie Insel selbst ist lediglich eine reine, relativ dünn besiedelte Wohnsiedlung und viele Bewohner nutzen die ca. 20-minütige Fahrt mit der Fähre, um in Manhattan zur Arbeit zu kommen. Aber wenn man einen guten Blick auf die Statue of Liberty erhaschen will, ist die Fähre wirklich die beste und vor allem günstigste Variante.

Von großen Reiseplänen für die Zukunft und Radfahrern in NYC

Einer meiner großen Pläne in den nächsten Jahren ist immer noch eine Schiffsreise nach New York. Und auch wenn die Staten Island Ferry nicht mit einem Ozeandampfer zu vergleichen ist, erhält man auf der Rückfahrt nach Manhattan zumindest einen Eindruck davon, wie sich die Reisenden und Emigranten zu Beginn des 20. Jahrhunderts gefühlt haben müssen, als sie die Freiheitsstatue und die Skyline Manhattans erblickten.

Fahrradfahrer in New YorkIrgendwann werde ich diese Reise auf jeden Fall unternehmen. Potentielle Sponsoren und Mitfahrer mögen sich bitte unter: weltneugier@stepin.de melden ;-). Die Rückfahrt nach Manhattan wird von einer Gruppe Radfahrer begleitet, die mit ihren Rädern im Bauch der Fähre verschwinden. Es ist Bicycle-Weekend in New York und entsprechend viele Leute sind mit ihren Zweirädern unterwegs.

Beeindruckendes Bild, auch wenn sie für viele Autofahrer ein ziemliches Ärgernis zu sein scheinen. Zumindest lassen wildes Gehupe und lautes Schimpfen darauf schließen. Aber das ist bekanntlich auch in Deutschland kein unbekanntes Phänomen.

Greenwich Village und Washington Square Park

Zurück in Manhattan führt der Weg nochmals zurück nach Greenwich Village und dem Park am Washington Square. Das Village, wie es die Einheimischen auch gerne liebevoll nennen, fällt im Gesamtkontext Manhattans aus vielen Gründen etwas »aus dem Rahmen«.

»Cafe Wha?« in New YorkZunächst hält sich das Viertel nicht an das für New York so typische Gitternetz von Avenues und Straßen, sondern verläuft an vielen Stellen kreuz und quer. Darüber hinaus tragen die Straßen keine Nummern, sondern – nach europäischem Vorbild – Namen, was – darf man den friendly locals glauben – gerade bei vielen Taxifahrern zu Verwirrung führt.

Greenwich Village gilt weiterhin als alternatives und studentisch geprägtes Viertel, was sich zum einen am niedrigen Altersdurchschnitt der Bewohner, zum anderen durch die Vielzahl an Clubs, Bars, Cafes und Geschäften zeigt. Gerade mit Blick auf die Clubs und Bars gibt es hier einige legendäre Läden: das Blue Note, das Cafe Wa usw.

Schachspieler in New YorkDaneben gibt es zahlreiche Headshops, alternative Buchläden, Wahrsager, Shops für Zubehör und Spiele für Schach sowie einen echt gut sortierten Plattenladen namens »Underground Records«. Ich habe geschlagene 2 Stunden in letzterem verbracht und es genossen, mit dem sachkundigen Personal über diverse Band aus der amerikanischen Hardcoreszene und Jazzgrößen zu fachsimpeln.

Digitale Downloads und MP3 mögen praktisch sein, aber irgendwas fehlt mir dabei (…) da bin und bleibe ich old school und bevorzuge solche kleinen, aber feinen Läden.

Auf zum Washington Square Park

Washington Square Park

Der aber wahrscheinlich schönste und lebendigste Ort im Village ist der Washington Square Park. Gerade an Wochenenden trifft sich hier scheinbar das gesamte Viertel und man sieht bzw. hört zahlreiche Bands, Musiker oder Performance-Gruppen. Umso schöner, dass ich hier den Nachmittag mit meiner lieben Freundin Sarah verbringen darf.

Es gibt wirklich viel zu sehen und zu erleben. Wir genießen unsere Gesellschaft und geben ein Interview an zwei Studenten der NYCU – mit ca. 40.000 Studierenden und 5.000 Professoren übrigens die größte Privatuniversität der USA – die für eine Abschlussarbeit nach der Rolle und Bedeutung des Parks für den Stadtteil fragen.

Als die beiden hören, dass ich aus Deutschland komme, werden sie neugierig und fragen, ob es bei uns auch solche Parks gäbe. Immerhin wissen sie, dass Bonn der ehemalige Regierungssitz der BRD ist ;-). Sarah und ich amüsieren uns königlich. Den Rest des Nachmittags ist »people watching« angesagt.

Big Night Out und Breaking News

Auch der Abend gehört natürlich ganz meiner charmanten Begleitung des Nachmittags. Aber ein Gentleman weiß auch, wann er zu schweigen bzw. die Kamera zu Hause zu lassen hat. Insofern sei an dieser Stelle nur erwähnt, dass es ein ganz zauberhafter Abend war (…) ;-). Als wir aber ins Hotel zurückkehren herrscht große Aufregung in der Lobby.

New Yorker StadtlebenAuf allen TV-Kanälen läuft die Meldung, dass ein Kommando der US Navy Seals Osama Bin Laden in Pakistan getötet hat und Präsident Obama in wenigen Minuten eine Pressekonferenz aus dem Weißen Haus geben wird. Die TV-Bilder zeigen jubelnde Menschenmengen aus New York (Times Square und Ground Zero), Washington und anderen Städten des Landes.

Die Leute in der Hotel-Lobby sind etwas reservierter. Sarah, die immerhin auch Amerikanerin ist, meint, dass ihr diese Bilder Angst machen und greift nach meiner Hand. Der amerikanische Präsident bestätigt die Meldung, die bis dahin nur ein Gerücht war. Weitere Bilder von jubelnden Menschen: USA, USA, USA scheint es landesweit durch die Nacht zu hallen. Eine ältere Dame bemerkt, dass dadurch auch kein einziges Opfer wieder lebendig würde.

Es ist eine seltsame Atmosphäre und ein komisches Gefühl, in diesem Moment in der Stadt zu sein, in der vor fast genau 10 Jahren die Anschläge auf die Twin Towers verübt wurden. Ich frage Sarah, ob sie am nächsten Morgen mit mir zum Ground Zero fährt. Sie lächelt und antwortet: »Mit Dir an meiner Seite gehe ich überall hin.« (…)

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