Sven in New York #3: Begegnungen mit dem Guten, Wahren, Schönen

  • Sven in New York #3: Begegnungen mit dem Guten, Wahren, Schönen
  • Sven in New York #3: Begegnungen mit dem Guten, Wahren, Schönen
  • Sven in New York #3: Begegnungen mit dem Guten, Wahren, Schönen
  • Sven in New York #3: Begegnungen mit dem Guten, Wahren, Schönen
  • Sven in New York #3: Begegnungen mit dem Guten, Wahren, Schönen
  • Sven in New York #3: Begegnungen mit dem Guten, Wahren, Schönen
  • Sven in New York #3: Begegnungen mit dem Guten, Wahren, Schönen
  • Sven in New York #3: Begegnungen mit dem Guten, Wahren, Schönen
  • Sven in New York #3: Begegnungen mit dem Guten, Wahren, Schönen
  • Sven in New York #3: Begegnungen mit dem Guten, Wahren, Schönen

Im zweiten Teil von Svens New York-Reiseberichts geht es um einige Begegnungen mit dem Guten, Wahren, Schönen. Brooklyn Heights, Fußball-Bundesliga in New York, die 5th Avenue, Besuche im Guggenheim-Museum, dem High Line sowie dem Central Park stehen auf der Tagesordnung. Und natürlich darf auch wieder ein Stück NYC-Cheesecake nicht fehlen.

Freitag, 29.04.2011: War das Wetter gestern eher in der Kategorie »bescheiden« zu verorten, strahlt am Morgen die Sonne an einem klaren, blauen Himmel.

Schild der Brooklyn Heights Promenade

Eine nette Kollegin meinte vor Kurzem zu mir, dass New York diesbezüglich ein ganz eigenes Blau im Himmel habe. Gerne gebe ich Ihr da Recht :-). Es stimmt wirklich. Wie dem auch sei, ein solcher Morgen lädt zum Flanieren durch die Stadt ein und der erste Programmpunkt für den heutigen Tag lautet: Ein kurzer Besuch von Brooklyn Heights.

Brooklyn Heights und seine Uferpromenade

Man wundert sich ja immer wieder, was man bei vorherigen Besuchen einer Stadt alles nicht gesehen hat. Brooklyn Heights ist bei mir ein solcher Fall und es hat mich wirklich umgehauen, einen solch idyllischen Ort nicht unweit von Manhattan zu finden.

Drei Radfahrer vor der New Yorker Promenade

Geprägt ist das Viertel vor allem durch seine liebevoll restaurierten viktorianischen Häuser, die von zahlreichen Grünanlagen, Gärten und Parks umgeben sind.Es ist wirklich wunderschön, aber New York wäre nicht New York, wenn die Stadt nicht noch einen oben drauf setzen würde. Der Blick von der Uferpromenade oberhalb des Brooklyn-Queens-Expressways auf Downtown Manhattan. Großartig.

Ich unterhalte mich mit einer Amerikanerin, die Literaturwissenschaften an der NYCU studiert und mir einiges über die (literaturhistorische) Bedeutung des Viertels zu berichten weiß: Arthur Miller, Norman Mailer, Thomas Wolfe und Truman Capote haben hier gelebt bzw. gearbeitet und nicht gerade unbekannte Werke wie »Tod eines Handlungsreisenden«, »Die Nackten und die Toten« oder »Frühstück bei Tiffany« verfasst.

Ich ertappe mich bei dem Gedanken, dass dies tatsächlich ein Ort des »Guten, Wahren, Schönen« sein muss und ich hier sofort meine Zelte aufschlagen würde. Nachdem meine neue Bekanntschaft allerdings mitbekommen hat, dass ich aus Deutschland komme, wechselt unser Gesprächsthema relativ schnell zu Franz Werfel, Thomas Mann und Immanuel Kant, zu denen sie mich während der folgende Stunde Löcher in den Bauch fragt (…) wir einigen uns am Ende auf Hannah Arendt (…) auch eine Form des Kulturaustauschs ;-).

Frauen mit Kinderwagen auf einer Brücke

Von der Promenade gelangt man dann zum Brooklyn Bridge Park an der Old Fulton Street, der direkt unter besagter Brücke liegt und einen wirklich tolle Perspektive auf das Bauwerk erlaubt. Wesentlich unterhaltsamer finde ich hier allerdings ein französisches Paar, das mit einem italienischen Fotografen eine Fotosession absolviert.

Sie sollen für ihn tanzen und es geht dem Italiener vor allem darum, den Moment abzupassen, in dem die Frau vom Mann durch die Luft gewirbelt wird. Leider klappt das – trotz zahlreicher Versuche – nicht so ganz und ich bin mir nicht sicher, ob die beiden dort immer noch weiter tanzen müssen.

Meat-Packing District und der High Line Park

Eingang zum High Line Park

Eine der neuesten Attraktionen Manhattans ist der High Line Park. Seit Juni 2009 können Besucher von der Gansevoort Street bis zur West 20th Street auf einer ehemaligen, alten Hochbahntrasse einige Meter hoch über dem belebten New Yorker Straßenverkehr durch eine schöne Park- und Grünanlage spazieren.

Neben und auf den Schienen wachsen Bäume, Sträucher und Blumen über eine Strecke von 2,3 Kilometern, welche durch die Stadtteile Meatpacking District und Chelsea führt.

Frau entspannt auf einer Bank in einem Park

Dazwischen gibt es zahlreiche kleine Bänke und Liegen, auf denen sich durchaus hervorragend eine oder mehrere Pausen einlegen lassen. Das habe ich selber ausgiebig getestet und bin tatsächlich tief und fest auf einer der Liegen eingeschlafen, während unter mir der Verkehr der 9th Avenue tobte ;-). Doch viele andere tun es mir gleich.

Empfehlenswert ist vor allem das Sonnendeck zwischen der 14. und 15. Straße, welches einen großartigen Blick über den Hudson River gewährt.

Bundesliga im Nevada Smiths

Samstag, 30.04.2011: Die Fußball-Bundesliga bog an diesem Wochenende in ihre Endphase ein und es stand der 32. Spieltag auf dem Plan. Hurra, die einzig wahre Borussia aus Mönchengladbach steckt mitten im Abstiegskampf. Aber es bestand immer noch die rechnerische Hoffnung, den Klassenerhalt – oder zumindest den Relegationsplatz – aus eigener Kraft schaffen zu können. Einzige Voraussetzung: Das Team gewinnt sein Auswärtsspiel in Hannover.

Eine Fußballkneipe in New York

Nun sind unsere amerikanischen Freunde nicht unbedingt als Fußball-Enthusiasten bekannt – siehe dazu auch die Verwendung von »soccer« ;-) – trotzdem gibt es mit dem Nevada Smiths auf der 74th Avenue auch mitten in Manhattan die Möglichkeit, sich Fußball live im TV anzuschauen. Der Laden ist ja inzwischen durch die deutschen Medien bekannt gemacht worden. Man muss halt nur früh aufstehen.

Gesagt, getan – um 09:30 Uhr morgens stehe ich mit ca. 20 Dortmundern und 2 weiteren Gladbach-Fans an der Bar einer dunklen Kneipe, trinke Bier und starre angespannt auf einen riesigen Plasma-Bildschirm an der Wand, auf dem die Bundesliga-Konferenz von Deutschlands einzigem Pay-TV-Sender läuft. Dortmund kämpft um die Meisterschaft, wir um das nackte Überleben. Fußball ist – um den guten Bill Shankly sinngemäß zu zitieren – eben keine Frage von Leben und Tod, es ist noch viel ernster.

Borussia spielt gut, sehr gut sogar, nutzt aber leider keine der vielen Chancen. Alleine Marco Reus scheint an diesem Tag zum tragischen Helden zu werden (…) bis zur 76. Minuten: Auf Höhe der Mittellinie gelangt er an den Ball und marschiert unwiderstehlich in Richtung Strafraum. Sein Gegenspieler Pogatez greift nicht konsequent genug an und Reus zieht aus knapp 20 Metern ab.

New Yorker StraßenverkehrDer Ball wird länger und länger (…) die Konferenzschaltung ist gerade live drauf (…) ich halte mich am Tresen fest, die Welt scheint in Zeitlupe zu laufen (…) und der Ball schlägt nach endlosen Augenblicken schließlich unter der Latte im Tor von Hannover 96 ein. Unser kleiner Mönchengladbach-Leidensgemeinschaft bricht in Jubel aus.

Die folgenden 14 Minuten werden lang, für meinen Geschmack zu lang. Ich mag den BVB und seine Anhänger nicht. Und ich mag sie noch viel weniger als sie sich öffentlich erblöden, den Club aus der verbotenen Stadt für dessen Sieg gegen Leverkusen mit Sprechchören feiern. Ach, ich habe mich so für meine Landsleute geschämt, kann aber ob unseres glorreichen (und völlig verdienten!!!) Auswärtssieges gelassen über ihre Feier der Meisterschaft hinwegschauen. Im Tabellenkeller brennt noch Licht :-). Aber man ist halt auch Sportsmann und ich gratuliere zum Titelgewinn. Darauf noch ein Bier ;-) (…)

Strand Bookstore

Schock Deine Eltern und lies ein Buch – so, oder so ähnlich lautete der Slogan einer Kampagne zu Beginn der 1990er Jahre. Buchhandlungen, Antiquariate und Bibliotheken gibt es in New York in allen Größen und Varianten. Auch wenn gerade die kleinen Buchläden ihren ganz eigenen Charme versprühen und einige Überraschungen bergen, ist der Strand Bookstore im Greenwich Village sicherlich der beeindruckendste von allen.

Menschen vor dem Strand Book Store

Glaubt man den Betreibern des Ladens, finden sich auf drei Stockwerken und einer Regalstrecke von 18 Meilen mehr als 2 Millionen neue, gebrauchte und auch seltene Bücher. Das Gebäude ist riesig, die schiere Masse an bedrucktem Papier auch. Man könnte sicherlich Tage damit verbringen, durch die Regalreihen zu streifen und immer wieder weitere neue Werke entdecken.

Ich beschränke mich für den Moment auf fünf und amüsiere mich königlich über ein Zitat von John Waters, welches im Schaufenster des Ladens hängt. Kluger Mann ;-).

Weltneugier: New York-231

Guggenheim Museum

Fußball, Buchhandlung, Guggenheim Museum. Da das Gebäude an der 5th Avenue direkt gegenüber des Central Parks liegt – und ich dort mit Freunden für den Nachmittag verabredet war – fiel meine Wahl auf das architektonisch wohl auffallendste der New Yorker Kunstmuseen. Außerdem habe ich ein Faible für die moderne Kunst des frühen 20. Jahrhunderts.

Neben dem grundsätzlichen Interesse für moderne Kunst sollte man für das Guggenheim Museum noch zwei weitere Voraussetzungen mitbringen:

Die Kuppel des Guggenheim Museums in New York

Zum einen eine gewisse Ausdauer, da der Aufgang der großen Rotunde schon recht anstrengend sein kann und zum anderen sollte man nicht unbedingt unter Höhenangst leiden. Aber für beides gibt es Lösungen: Aufzüge, jede Menge Sitzgelegenheiten und die Breite des Rundgangs, so dass man eigentlich nie das Gefühl hat, direkt »am Abgrund« zu laufen.

Wie dem auch sei, große Namen der europäischen Kunstszene sind hier ausgestellt: Kandinsky, Paul Klee, Miro, Picasso, Franz Marc und noch einige mehr. Aufgrund von Platzmangel – vor allem bedingt durch die Bauweise des Gebäudes – kann leider immer nur ein Teil der wohl riesigen Sammlung gezeigt werden.

Mein persönliches Highlight war die Entdeckung des Bildes Solidity of Fog (Solidità nella nebbia), gemalt 1912 von dem italienischen Futuristen Luigi Russolo. Das ist das Schöne an solch großen Kunstsammlungen – man kann sie mehrfach besuchen und immer wieder neue Sachen, Werke usw. entdecken. Freue mich schon auf die nächste Gelegenheit :-).

Central Park – Ein Nachmittag im Grünen

Ich muss ja gestehen, dass ich bei meinen vorherigen New York-Besuchen nicht sonderlich viel vom Central Park gesehen habe. Lag aber vielleicht auch daran, dass diese im späten Herbst bzw. Winter mit entsprechend schlechtem Wetter gewesen sind.

Willkommensschild zum Central Park

Ein Grund mehr dies heute zu ändern und umso schöner, dies mit einem Treffen mit ein paar meiner alten, guten Freunde kombinieren zu können. Kurzum, es ging mit Kind und Kegel hinaus ins Grüne :-). Ganz schön was los an diesem Samstag: Jogger, Radfahrer, Spaziergänger, Inlineskater und viele, wirklich sehr, sehr viele Brautpaare.

Samstag scheint in Manhattan ein Tag zum Heiraten zu sein, was im Central Park gleichbedeutend mit vielen Photographen-Jobs ist. Ich weiß nicht, ob ich wirklich Lust hätte, bei diesem schönen Wetter an einem Wochenende ans Geld verdienen denken zu müssen.

Fotografin im Central Park

Aber ich habe ja eigentlich auch Urlaub und dementsprechend verbringe ich den Rest des Nachmittags auf einer großen Decke in der Sonne des wunderschParks, esse köstlichen Cheesecake, spiele Fußball mit den kleinen Kindern meiner Freunde und lasse es mir einfach nur gut gehen. Ich darf mich wohl wahrlich als privilegierten Mann betrachten.

Deshalb schreibe ich den Kollegen zu Hause eine Postkarte mit folgendem Wortlaut: »Bin froh, dass ich Euch 2,5 Wochen nicht sehen muss. Trotzdem zauberhafte Grüße aus NYC.« ;-)

5th Avenue und Grand Central Station

Das Guggenheim Museum und die Ostseite des Central Parks liegen direkt an der 5th Avenue und wenn man schon einmal in der Gegend ist, kann man ja auch gleich diesen Weg in Richtung Downtown nehmen.

Straßenschild der 5th Avenue

Die 5th Avenue ist sicherlich eine der bekanntesten Straßen New Yorks, bildet gleichzeitig aber auch das »Rückgrat Manhattans«. Denn von hier aus werden die Querstraßen der Stadt nummeriert: alle Straßen westlich von ihr erhalten den Zusatz »West« (W) und – man ahnt es schon – alle östlich gelegenen den Zusatz »East« (E).

Weiterhin gibt es wohl kaum ein renommiertes Modelabel, das hier nicht eine Dependance hat. Dementsprechend reiht sich ein opulentes Schaufenster an das nächste und Menschen stehen tatsächlich Schlange, um eines der Geschäfte überhaupt betreten zu können. Seltsame Szenen spielen sich ab, trotzdem übt dieser Ort eine seltsame Anziehungskraft aus, der man sich nicht ganz entziehen kann. (…) und nein, ich habe hier nichts gekauft ;-).

Die Radio City Music Hall in New York

Der Weg führt mich weiter gen Süden, vorbei am Rockefeller Plaza, der Radio City Music Hall, der St. John the Divine Cathedral, bevor ich meine Freunde schließlich nach einem leckeren, gemeinsamen Abendessen an der Grand Central Station verabschiede.

Svens vorheriger Artikel Deine Möglichkeiten in den USA

Share this Story

Verwandte Artikel

Hinterlasse einen Kommentar (mind. 10 Zeichen)

Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>