Miriam in Neuseeland #9: Abenteuer »Camp Taurewa«

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Austauschschülerin Miriam freut sich über die Verlängerung ihres High School-Stipendiums, worüber sie in ihrem letzten Blogpost berichtet hat. Sie genießt ihren Schüleraustausch in Neuseeland und entdeckt die vielseitige Insel. Dieses Mal geht es für die 16-Jährige zusammen mit anderen Internationals im Rahmen des »Camp Taurewas« auf Abenteuerreise. Sie lernt die schönsten Gegenden Neuseelands kennen und erlebt Tage voller Action und Spaß.

It’s a dangerous business, Frodo, going out your door. You step onto the road and if you do not keep your feet, there’s no knowing where you might be swept off to. (J.R.R. Tolkien)

Was im Leben wirklich zählt

High School-Stipendiatin Miriam genießt die Natur Neuseelands 101 Tage ist es her, dass ich das erste Mal neuseeländisches Land betreten habe. 101 Tage, in denen ich Abenteuer erlebte, von denen ich sonst immer nur geträumt habe. Im Moment lebe ich meinen Traum, der fünf Jahre lang, nicht aus meinem Kopf verschwinden wollte. Nicht nur, dass ich hier manche meiner besten Freunde kennenlernen durfte, auch die Erfahrungen, die ich hier sammeln darf, werden mich für den Rest meines Lebens an das erinnern, was im Leben wirklich zählt: Glücklich sein.

»Camp Taurewa«

Neuseelands Landschaften sind unbeschreiblich vielfältig: Von endlosen Stränden, verlassenen Inseln und Regenwäldern, bis zu Vulkanen und schneebedeckten Gletschern. Ich hatte das riesige Glück vom 12. bis zum 16. Oktober am »Camp Taurewa« teilnehmen zu können, das dieses Mal nur für Internationals stattfand. Mit meinem relativ kleinen Reiserucksack bin ich mit knapp 25 anderen Menschen aus der ganzen Welt zum Tongariro National Park gefahren, der ca. 40 Minuten von LakeTaupo entfernt liegt.

Beim ersten Vortreffen für das Camp wurde uns das Programm mitgeteilt: Ein langer Track (Wanderung), Klettern, Hot Pools, Wildwasserrafting und der Besuch der Waitomo Caves – eine Höhle mit abertausenden Glühwürmchen an der Decke. Schon seit fünf Jahren steht diese Höhle auf meiner »Bucket list«. Wie unglaublich meine Reaktion war, als ich erfuhr, dass ich diesen Punkt abhaken durfte, könnt ihr euch sicherlich vorstellen.

Die Glühwürmchen-Höhle

Nach einer knapp 3,5-stündigen Autofahrt kamen wir in Waitomo an und zu meiner großen Enttäuschung durften keine Bilder gemacht werden, weil sonst die Glühwürmchen aufhören würden, zu leuchten. Wir wurden etwa 30 Minuten von unserem Guide durch die Tropfsteinhöhle geführt, während wir mehr Wissen über die Maorikultur und die Geschichte der Höhlen sammeln durften.

Dann ENDLICH wanderten wir die Wendeltreppe herunter, die uns zu den Booten bringen sollte. Am Anfang haben wir gar nichts gesehen, da sich unsere Augen erst an die Dunkelheit gewöhnen mussten, doch als sich dann über uns die Höhlendecke vergrößerte und sich in einen Sternenhimmel aus kleinen grün-weiß leuchtenden Punkten verwandelte, konnte ich meinen Mund nicht wieder schließen. Ich war so fasziniert von der Schönheit dieser kleinen Wesen, dass ich bis wir aus den Booten stiegen und das Tageslicht wieder erblickten, nicht aufhören konnte, zu lächeln.

Tongariro National Park

Nebelfreie Sicht auf Mt. Tongariro und Mt. NgauruhoeNach ca. 8 Stunden Fahrt inkl. einer langen Mittagspause, fuhren wir an dem kleinen grünen Schild vorbei, dass uns im Tongariro National Park willkommen hieß. An den ersten beiden Tagen wurde uns leider die atemberaubende Sicht auf die drei Vulkane Mt. Tongariro, Mt. Ruapehu und Mt. Ngauruhoe, den Schicksalsberg aus »Herr der Ringe« versperrt, da der Nebel viel zu dicht war.

Leider wurde auf Grund des schlechten Wetters auch das Snowboarden, worauf ich mich am meisten gefreut hatte, gestrichen. Dafür sind wir dann aber trotzdem in den Schnee gefahren und haben eine Schneeballschlacht veranstaltet. Manche Internationals hatten noch nie zuvor Schnee gesehen, was die Erfahrungen noch einmal schöner gemacht hat. Es sind eben die kleinen Dinge, die zählen.

Teamgeist & Freundschaft

Das Camp sollte uns nicht nur einen Einblick in Neuseelands Landschaften geben, sondern auch den Teamgeist und unsere Freundschaften stärken. Deshalb wurden wir in vier Gruppen aufgeteilt und mussten z.B. für das komplette Team kochen (inkl. Nachtisch). Meine Gruppe wurde direkt am ersten Tag zum Frühstück verdonnert, was hieß, dass wir um 6:00 Uhr aufstehen mussten. Doch dadurch, dass wir alle zusammen gearbeitet haben, hat es sogar Spaß gemacht! ;-)

Klettern in Okahune

Am zweiten Tag ging es dann nach Okahune, wo wir zum Rockclimbing fuhren. Ich bin ein begeisterter Kletterer, doch meine Höhenangst machte es mir nicht gerade einfach, die Routen zu beenden. Doch da ich, seit dem ersten Wochenende hier, jede Woche klettern gehe, habe ich die Angst vor der Höhe zum Teil verloren und kann meine Routen beenden.

Miriam und ihre Gruppe am Start des Whakapapaiti Valley Track in NeuseelandUm das Ganze ein bisschen lustiger zu gestalten, gab es kleine Wettbewerbe, z.B. wer am schnellsten eine Route bis ganz nach oben klettert. Scott aus Norwegen hat sogar einen neuen Hallenrekord aufgestellt – 10 Meter in 6 Sekunden!

Eine Wanderung in den Bergen

Durch den Sonnenaufgang geweckt, machten wir uns am nächsten Tag auf die große Tour in die Berge, wo wir auch die Nacht verbringen sollten. In zwei Gruppen aufgeteilt, fuhren wir zum Whakapapaiti Village, denn dort startete unser Track in die Berge.

In den fünf Stunden, die es dauerte, bis wir an unserem Hut (Hütte) ankamen, sahen wir traumhaft schöne Landschaften und auch das Wetter spielte mit, sodass wir alle drei Vulkane sehen könnten – extrem selten.

Unter anderem mussten wir einen Fluss durchqueren. Anstatt hüfthohes Wasser und starke Strömungen, wie alle es sich vorgestellt hatten, stellte sich die größte Herausforderung des Tages als ein vier Meter breiter Bach heraus. Trotzdem wurden unsere Wanderstiefel klitschnass und konnten es nicht erwarten, am Feuer getrocknet zu werden.

Gemütlicher Hütten-Abend

Angekommen am Hut, wurden uns verschiedene Jobs zugeteilt. Eine Gruppe stellte die Zelte auf, die andere kochte Abendessen. Es hat sich von Anfang an so angefühlt, als würden wir einen Familienurlaub machen.

Sonnenuntergang in NeuseelandDa es allmählich dunkel wurde, stellten wir Kerzen in unserer Hütte auf und Marin aus Belgien überredete uns zu dem Spiel »Werwolf«. Mit dem besten französischem Akzent und der kreativsten Geschichte, wurde dieser Abend zu einem der schönsten meines Lebens. Nachdem wir gegessen hatten, rief eine Freundin ganz aufgeregt in die Hütte hinein, dass wir alle unbedingt rauskommen und uns DAS ansehen sollten:

Über unseren Köpfen breitete sich ein Sternenhimmel aus, so schön, wie ich es noch nie zuvor gesehen hatte. Da wir mitten in der Wildnis ohne Elektrizität waren, konnten wir endlos Sterne zählen. Mr. Broadbend deutete in die Mitte des Himmels und sagte, dass dies die Milchstraße sei. Ich konnte meinen Augen nicht trauen, denn dieser Anblick war so wunderschön und klar, dass man sogar andere Planten sehen konnte. Die einzigen, die nach einer halben Stunde immer noch in die niemals endende Ferne starrten, waren Marin und ich. Das war mit die bedeutendste Erinnerung aus Neuseeland für mich bis jetzt.

Wanderung Teil 2

Stepin High School-Stipendiatin Miriam genießt die Panoramasicht über den Gipfeln NeuseelandsDa wir unter Zeitdruck standen, mussten wir am nächsten Morgen zum Sonnenaufgang aufstehen und weiter wandern. Vor uns der Schicksalsberg, auf den das rote Licht der Sonne schien und in unseren Ohren, das ständige Rauschen des Flusses.

Als wir nach knapp 40 Minuten an unserem Ziel, einem relativ großen Hügel, ankamen, blieb uns kaum Zeit zum Fotos machen, da wir alle damit beschäftigt waren, die Landschaft vor uns zu bestaunen: Keine einzige Wolke war am Himmel zu sehen, da sich diese unten am Hügel stauten. Wir standen buchstäblich über den Wolken, vor uns alle drei Vulkane, mit ihren schneebedeckten Gipfeln. Ich kann das Gefühl von purem Glück und Freude nicht in Worte fassen, deshalb überzeugt euch einfach selbst von den Bildern.

Wildwasser-Rafting

Nachdem wir ca. um 9 Uhr wieder am Van ankamen, fuhren wir zum Rafting. Wir waren alle immer noch in Gedanken bei der letzten Nacht, die uns für immer im Gedächtnis bleiben wird. Unglaubliche 16 Kilometer paddelten wir Wasserfälle und kleinen Strudel hinunter. Einige Boote blieben sogar stecken und unser Guide musste helfen. Wir fuhren an Schluchten, Regenwäldern, Palmen und Steinwänden vorbei. Ganze 5 Mal wurde ich aus dem Boot geschupst und am Ende gingen sogar fast alle aus unserem Boot schwimmen. Dieser Tag war so abenteuerlich und erlebnisreich, dass ich Seiten darüber schreiben könnte.

Diese Erfahrung hat mich gelehrt wie unglaublich wunderbare Menschen in dieser kleinen Welt leben und, dass Distanz kein Hindernis dafür sein sollte, Freundschaften zu schließen. »Camp Taurewa« war mit eins der bedeutendsten Dinge, die mir je in meinem Leben passiert sind und ich hatte die große Ehre, diese Erfahrung mit wunderbaren Menschen aus der ganzen Welt zu teilen.

Eure Miri

>>Miriams nächster Artikel: Hobbiton, »Leavers Dinner« und Showcase«<<

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About Miriam

Miriam

Miriam aus Königswinter gehörte zu unseren Stipendiaten der Saison 2015/16. In Avondale bei Auckland besuchte die 16-Jährige für 3 Monate eine neuseeländische High School. Hier auf der Weltneugier berichtete sie regelmäßig von ihren Erlebnissen.

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