Miriam in Neuseeland #8: Ein Wunder!

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Die drei erlebnisreichen Monate von Miriams High School-Aufenthalt in Neuseeland sind so gut wie vorbei. Während die 16-Jährige uns in ihrem letzten Blogpost noch von ihrem Surfkurs und dem Besuch eines Nationalparks berichtet hat, erzählt sie uns heute von ihren tolle Neuigkeiten, die in ihr eine Achterbahnfahrt der Gefühle ausgelöst haben…

Achterbahnfahrt der Gefühle

Die letzten paar Wochen kann man wahrhaftig als Achterbahnfahrt der Gefühle beschreiben: Von Heimwehtränen und Freudentränen, harten Rückschlägen, die ich einstecken musste und einem riesigen Geschenk, das ich bekommen habe war alles dabei… Ich hoffe sehr, all meine Gefühle und das, was passiert ist verständlich beschreiben zu können, damit ihr versteht, was auf der anderen Seite der Welt und in meinem traumhaften Leben passiert.

Sonnenuntergang in NeuseelandJetzt aber alles der Reihe nach: Seit dem Beginn meiner Zeit hier in Aotearoa war das Verhältnis zu meiner Gastfamilie etwas schwierig. Meine brasilianische Gastschwester und meine Gastmutter haben sich nicht besonders gut verstanden und das hat es mir nicht unbedingt leichter gemacht, eine Beziehung zu den beiden aufzubauen.

Leider ist meine Gastfamilie außerdem nicht gerade motiviert gewesen, mir die neue Kultur und das Land zu zeigen, was mich unheimlich traurig gemacht hat. Ich wusste, dass ich nur eine begrenzte Zeit in Neuseeland habe und deswegen so viel wie möglich sehen und erleben will. Aber ich habe mich nicht unterkriegen lassen und meine eigenen Wege gefunden, Surfen oder Wandern zu gehen und mehr von der Landschaft und vor allem von der Kultur kennenzulernen. Das enge Verhältnis zu einer Gastfamilie, was mir so sehr fehlte, konnte ich durch Freundschaften ausgleichen.

Ich kann euch an diesem Punkt nur Eines sagen: Ich habe gemerkt, wie wichtig mir Freunde und Menschen sind. Hätte ich bestimmte Personen hier nicht kennengelernt, wären meine Neuseeland-Erfahrungen nicht so wunderbar geworden, wie sie es heute sind. Ich wäre niemals dazu gekommen, im Winter unter Wasserfällen zu schwimmen oder in hohen Wellen surfen zu gehen. Ich bin so dankbar dafür, meine Freunde hier kennengelernt zu haben, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann.

Der Gastfamilienwechsel

Da sich die Probleme mit meiner Gastfamilie häuften und immer schlimmer wurden, beschlossen meine Gastschwester und ich, die Familie zu wechseln. Juls wird nach den Ferien bei einer Freundin wohnen und ich sitze gerade im Wohnzimmer meiner neuen Gastfamilie. Ich schaue mich um und muss lächeln, da ich nun wirklich eine Familie habe, die mich gerne hier hat und mich das auch oft spüren lässt.

Stipendiatin Miriam mit ihrem KumpelMeine Gastmutter Diane ist 50 Jahre alt und hat einen 10-jährigen Sohn namens Sean. Beide lieben die Natur, gehen so oft wie möglich an den Strand, sind glücklicherweise auch Vegetarier, haben einen Hund und leben nur 2 Minuten von der Waterfront entfernt. Kurz gesagt: Ich bin überglücklich, all die Dinge, die ich in meiner ersten Familie so vermisst habe, nun endlich zu meinem Alltag zählen zu können.

Da gerade die Ferien angefangen haben, bin ich heute mit meiner Familie (ich lasse das »Gast-« bewusst weg!) an den Strand gefahren. Wir haben gepicknickt und den Wellen zugeschaut. Danach sind wir zu den Waitakere Ranges gefahren und haben uns ein paar Tramping Tracks näher angeschaut. Um mich in meinem neuen Zuhause willkommen zu heißen, sind wir am Abend Chips (Pommes) essen gegangen. Durch meine schwierige Zeit bei meiner alten Gastmutter, ist mir klar geworden, wie wichtig kleine Momente sind und dass ich diese auf jeden Fall mehr schätzen sollte.

Alles nur ein Traum?

Vielleicht fragt ihr euch da draußen jetzt wieso ich für die letzten paar Tage, die mir bis zu meinem Heimflug nach Deutschland noch bleiben, die Gastfamilie wechsle… Wieso habe ich meine letzten Tage in Neuseeland nicht einfach genossen und meine kostbare Zeit mit etwas anderem verbracht, als meinen Koffer zu packen und mich von meiner Gastmutter zu verabschieden? Ich sage es mal so: Es ist ein Wunder geschehen! Ich persönlich kann es wirklich nur »Wunder« nennen, ein riesiges Geschenk, das mir gegeben wurde…

Küste in NeuseelandVor einigen Tagen hat mich Michelle, die Partnerin von Stepin in Neuseeland, angerufen, um mit mir über meinen Gastfamilienwechsel zu sprechen. Natürlich war sie sehr verwundert darüber, dass ich für eine so knappe Zeit noch wechseln möchte und deswegen fragte sie mich, ob es nicht möglich wäre, dass ich meinen Aufenthalt in Neuseeland verlängere. Länger bleiben zu dürfen war natürlich mein größter Wunsch, doch mein Stipendium war nun mal vorbei und noch einen Term zu bleiben einfach zu teuer. »Let’s see what I can do sweetheart. I am sure we will find a way for you to stay.«, waren Michelles Worte. Natürlich war ich einfach nur geschockt, im positiven Sinne. Konnte es wirklich sein, dass ich die Möglichkeit bekommen würde, länger in diesem Land zu bleiben?

Eine knappe Woche später bekam ich eine SMS von Chris, dem Chefleiter des International Departments meiner Schule, in der ich gebeten wurde, während der Mittagspause in sein Büro zu kommen. Mit einem mulmigen Gefühl klopfte ich an die Tür, während meine Gedanken nur um eine Sache kreisten: Lass ein Wunder geschehen und mich noch etwas in diesem Land leben lassen!

Mit einem riesigen Lächeln in Chris‘ Gesicht umarmte er mich und fragte, ob ich denn wirklich vorhätte, länger zu bleiben. Ohne zu zögern sagte ich, dass es gerade mein größter Wunsch sei und dass ich dieses wunderbare Land und vor allem die Menschen, die ich kennengelernt habe, nicht verlassen kann, zumindest noch nicht jetzt. Chris‘ Lächeln wurde breiter und er sagte: »Miri, we don’t want you to leave either. It would be a pleasure for us to have you a bit longer around.«

Ich traute meinen Ohren nicht. Mein Mund blieb offen stehen. Freudentränen liefen meine Wangen herunter. Geschah das alles gerade wirklich? War dies nur ein Traum der zu schön sein musste, um wahr zu sein? Nein! Genau das war es nicht. Es war Wirklichkeit. Ein Wunder. Tausend helfende Hände haben es möglich gemacht, dass mein Stipendium verlängert wurde und ich bis Ende Dezember in Neuseeland bleiben darf.

In dem Moment als Chris mir mitteilte, dass es der Wunsch des Kollegiums und des International Departments sei, dass ich bleibe, konnte ich nicht anders, als vor Freude in die Luft zu springen und allen um den Hals zu fallen. Nicht nur ich wollte meinen Aufenthalt verlängern, sondern sogar das Avondale College hat schon fast darauf bestanden, dass ich auch noch am zweiten Term (Quartal) teilnehme.

Träume können wahr werden

Als wäre das Stipendium nicht schon das größte Geschenk, was ich je in meinem Leben erhalten habe, hat das International Department beschlossen, mich auf das Camp Taurewa zu schicken. Dieses Camp liegt mitten auf der Nordinsel, neben Lake Taupo, mitten im Tongariro National Park. Allein daran teilzunehmen, öffnet mir so viele Türen und zeigt mir Dinge, von denen ich nur träumen durfte. Wir werden die Waitomo Caves und Hot Pools besuchen, Bergsteigen und Snowboarden gehen und dazu unzählige Tramps wandern.

Stipendiatin Miriam in NeuseelandIch kann nicht in Worte fassen, was für ein Glück ich habe, im Moment so viel Unterstützung und Hilfe von all den liebenswerten Menschen um mich herum zu bekommen. Wieso ich all das verdiene, frage ich mich seit dem Moment, als Stepin mich vor 8 Monaten wegen des Stipendiums angerufen und mir mitgeteilt hat, dass sie sich für mich entschieden haben. Ich kann es nicht glauben, was für eine riesige Ehre es ist, hier zu sein.

Eines weiß ich jedoch ganz sicher: Meine letzten 84 Tage werde ich so gut nutzen wie überhaupt möglich. Ich werde jeden Moment leben, als sei es mein Letzter und jedem Menschen so begegnen, als wäre es das letzte Mal, dass ich ihn sehe. Jede Möglichkeit möchte ich nutzen, als wäre es die Letzte, die mir jemand anbietet.

Ich möchte, dass ihr Eines immer im Gedächtnis behaltet: Träume können wahr werden, egal wie klein die Chancen stehen. Ich habe bisher nicht an Wunder geglaubt, aber dass ich jetzt doch bis Dezember bleiben kann, lässt mich die Dinge aus einer anderen Perspektive sehen. Ich beginne nun die kleinen Sachen zu schätzen: Das Lächeln von Diane, den Moment, in dem Sean meine Hand nimmt weil er Höhenangst hat oder wenn ich sehe, wie sich kleine Kinder über eine Hand voller Sand freuen.

Ich bin so dankbar für Alles. Doch im Moment ganz besonders für mein Leben.

Eure Miri

>>Miriams nächster Artikel: Abenteuer »Camp Taurewa«<<

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About Miriam

Miriam

Miriam aus Königswinter gehörte zu unseren Stipendiaten der Saison 2015/16. In Avondale bei Auckland besuchte die 16-Jährige für 3 Monate eine neuseeländische High School. Hier auf der Weltneugier berichtete sie regelmäßig von ihren Erlebnissen.

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