Merle in Kanada #8: Der Kulturschock back home

Merle in Kanada #8: Der Kulturschock back home

High School Stipendiatin Merle ist wieder zurück in Deutschland – zumindest körperlich… Denn sie denkt noch sehr viel an die Zeit als Austauschschülerin in Kanada zurück und vermisst ihre neu gewonnenen Freunde und Familienmitglieder. Außerdem lernt sie, dass Kulturschock auch andersherum funktioniert. Was das heißt, erzählt sie in ihrem letzten Bericht.

Zu Besuch im alten Leben

Aus der Stadt rein in die Natur, aus einer großen Familie in eine kleine, vom Einzelkind zum Geschwisterkind, aus einer großen Schule in eine kleine auf dem Lande, von einem kleinen Land in ein riesengroßes. So fing meine Reise an. Alles neu.

Auf »neu« war ich jedoch überhaupt nicht eingestellt, als ich zurückflog. Alles bekannt und fremd. Es war wie immer hier und hatte sich trotzdem verändert. So hat es eine Weile gedauert, bis ich mich daran gewöhnen konnte. Es galt das Beste daraus zu machen. Vor allem in den ersten zwei Wochen hat es mir geholfen, mich mit Freunden zu treffen und – ja leider – zu lernen. Die Schule nimmt viel meiner Zeit hier ein, mit Nachholen und langen Schultagen.

Ich vermisse meine Freunde und Familie in Kanada natürlich sehr und – wer hätte das gedacht – auch die Schule. Bis ich erst realisiert hatte, dass ich nicht mehr so schnell zurückkomme, hat es ein bisschen gedauert. Für mich war es als sei ich nur zu Besuch in meinem alten Leben. Ich habe mich gefreut meine Familie und Freunde wiederzusehen, aber nach ein paar Tagen dachte ich »Okay, jetzt habe ich alle gesehen, jetzt kann ich wieder nach Hause fliegen.« In dem Moment habe ich erst realisiert, wie stark mein Zuhause in Kanada wirklich mein Zuhause geworden war.

Alles unverändert – außer ich?

Frühstücksteller mit Brötchen, Spiegeleiern und SpeckIch merke, wie ich anders über Dinge nachdenke, wie ich mit manchen Situationen besser umgehen kann und wie ich Dinge erkenne und bemerke, die mir früher nie aufgefallen sind. Ich habe eine neue Perspektive auf mein Leben in Deutschland bekommen. Ich bin sehr viel unternehmungslustiger und werfe mich lieber in unbekannte Situationen rein, die ich früher eher gemieden habe. Ich mixe neu gelernte Dinge aus Kanada mit den alten, wie zum Beispiel ein deutsches Frühstück, jedoch mit dem bekannten Bacon. Meine Zeit verbringe ich definitiv mehr mit FaceTime und Facebook als ich es je getan habe und ich habe direkt mal aus einem Impuls, der sicher mit der Veränderung zu tun hat, meine Haare kurz geschnitten.

Danke Stepin

Von dem Moment an, als ich zum Stipendientag reingekommen bin, habe ich mich bei euch gut aufgehoben gefühlt. Selbst kleine Fragen bei Unsicherheiten waren immer Willkommen und ihr konntet mir immer schnell bei Problemen aushelfen.
Ich weiß nicht, ob es möglich ist, sich für die Chance zu bedanken, Momente erlebt haben zu dürfen, von denen ich mein Leben lang erzählen werde. Ich habe sehr viele Erkenntnisse und Erlebnisse mitgenommen und ich habe sehr viel über mich selbst gelernt.

Selfie mit Merle und FreundinIch habe so lange darauf gewartet, diese Möglichkeit zu bekommen, dass ich nicht glauben kann, dass die schon vorbei ist und dass ich so viel erlebt habe. Manchmal erinnere ich mich klar an Momente, aber manchmal kommen sie mir vor wie aus einem Traum. Ich denke »Wow, so etwas kann ich doch nicht erlebt haben, oder?«
Ich hatte dort natürlich keinen Urlaub, sondern ein richtiges Leben. Ich habe beste Freunde, eine wahre Schwester und eine zweite Familie bekommen. Über dem Atlantik, 5.000km von mir entfernt, in Kanada. Ich bin ein Nighthawk und ungefähr 1/3 Kanadierin geworden. Danke Stepin!

Wie geht es weiter?

Auch wenn ich noch ein bisschen in der Vergangenheit lebe, geht es weiter. Meine Reiselust hat gerade erst begonnen, Kanada ist erst der Anfang. Ich bin gespannt, was mich noch erwartet.

Es hat mir wirklich viel Spaß gemacht die Blogeinträge zu schreiben und euch ein bisschen mit auf meine Reise zu nehmen. Vielen Dank!

See ya,
Merle

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About Merle

Merle

Merle ist 16 Jahre alt und wird Ende 2016 als Stepin-Stipendiatin für drei Monate in Nova Scotia leben und damit ihren langjährigen Traum von einem Auslandsaufenthalt in Kanada verwirklichen. Merle wird uns durch ihre Blogeinträge auf ihr Abenteuer mitnehmen.


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