Schottland – nicht gerade das typische Ziel für ein Auslandsjahr. Aber es war mein Ziel. Schon als kleines Kind wollte ich unbedingt in das Land der Sagen und Highlands. Und mit Stepin wurde es mir sogar möglich gemacht, ein ganzes Jahr dort zu verbringen.

Ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, als ich in den Flieger gestiegen bin, vollkommen aufgeregt und gespannt auf das, was wohl kommen mag. Und dann war ich plötzlich schon am Flughafen in Edinburgh und wurde zusammen mit meiner italienischen Gastschwester abgeholt. Mein Leben war auf einmal so anders – von einem Moment auf dem Anderen, aber es war wundervoll.

Meine neue Heimat

Ich lebe zusammen mit meinen Gasteltern, deren Tochter und meiner Gastschwester. Meine Gastfamilie ist super nett und nachdem ich mich hier eingelebt habe muss ich sagen, dass ich mir keine bessere Familie hätte wünschen können. Die Gegend in der ich lebe ist sogar fast noch besser: ein kleines Dorf mit ein paar hundert Einwohnern, einem Hotel mit Golfplatz und einem kleinen Café. Der Fluss Tweed ist direkt vor unserer Haustür und oft gehe ich dort mit den zwei Hunden meiner Gastfamilie spazieren. Alles in allem ist es ein Traum.

Doch Schottland ist für mich generell wie eine kleine andere Welt. Nicht nur dass es andere Maßeinheiten gibt, hier eine andere Sprache gesprochen wird, nein selbst Autos fahren auf der falschen Seite. Die Landschaft – sie ist atemberaubend. Und ich kann jedem da draußen nur empfehlen, einmal eine Reise in die Heimatstadt von Harry Potter zu machen: Edinburgh.

Die schottischen Highlands
Mitten in den schottischen Highlands

Meine Schule

Auch die Schule ist hier natürlich total anders und wenn ich ehrlich bin, hat es mich ziemlich überrascht, wie sehr. Mal abgesehen von dem offensichtlichen Fakt, dass wir Schuluniform tragen müssen – in meinem Fall ist das ganz klassisch eine weiße Bluse, schwarzer Rock oder Hose, schwarze Schuhe und die Schulkrawatte – ist auch die Fächerverteilung ganz anders. Da man hier in der »Oberstufe« am Ende jedes Jahres eine abiturähnliche Prüfung schreibt, hat man danach auch die offizielle Qualifikation in diesem Fach und muss es nicht noch ein weiteres Jahr belegen. Somit hat man maximal fünf Fächer, unter denen in meinem Fall auch Tanzen war. Ja, Tanzen als Schulfach! Wer hätte das gedacht. Und da man seine Fächer frei wählen kann, gibt es die Möglichkeit aus so vielen unterschiedlichen tollen und auch manchmal wirklich nützlichen das auszusuchen, was am Besten zu einem passt.

Meine Freunde

Ich bin hier im Abschlussjahrgang und der Gedanke, dass meine neuen Freunde in ein paar Monaten zur Universität gehen, während ich noch zwei Jahre zur Schule gehen muss, ist ziemlich komisch. Zum Glück bin ich aber nicht die Einzige – an meiner Schule sind wir acht Austauschschüler aus verschiedenen Ländern und alle untereinander richtig gute Freunde geworden. Ich habe jetzt Freunde aus Italien, Polen, Amerika oder auch anderen Teilen Deutschlands und ich möchte keinen von diesen Menschen missen.

Typisch schottlisches Wetter – ich liebe es!

Und ich

Es ist wundervoll, wie ich langsam aber sicher ein Teil dieses Landes werde. Als eine Freundin von mir plötzlich meinte, mein Englisch ist so gut, dass sie mich fast mit einer Muttersprachlerin verwechseln könnte, habe ich vor Freude fast geweint. Und nachdem überrascht festgestellt wurde, wie sehr ich den schottischen Akzent adaptiert habe, konnte ich nicht mehr aufhören zu lächeln.

Aber ich meine, natürlich habe ich mich verändert und wenn es nur der Fakt ist, das ich meine Liebe zu Hunden entdeckt habe. Ich bin selbstbewusster und eigenständiger geworden und habe neben all den kulturellen Unterschieden auch mich selbst neu entdeckt.

Es ist hier alles freier, unkomplizierter und viel weniger oberflächlich. Schottland wird immer einen Platz in meinem Herzen haben und ich weiß jetzt schon, es wird mich immer wieder hierhin zurückziehen.

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