Jeder einzelne Moment, den ich für mein Auslandsjahr in Neufundland, Kanada verbringen durfte, war für mich nicht nur eine unbeschreiblich schöne Zeit, sondern auch eine, an der ich mich selbst finden konnte und gewachsen bin.

Hier bin ich zu Hause

Schon immer habe ich vom Bereisen der Welt geträumt und mein erster Schritt war dieses Auslandsjahr. Lange habe ich überlegt, welcher Ort der richtige ist und mich letztendlich für die Provinz Neufundland in Kanada entschieden, eine sehr ländliche Gegend mit kleineren Schulen. Schon bevor ich dort war, habe ich mir Sorgen gemacht, dass ich dann dort nichts zu tun haben werde und es keine Angebote für mich gibt. Doch von dem Moment an, wo ich meine Gastfamilie bekommen habe, waren diese Probleme wie weggewischt und es kam nur noch Vorfreude.

Bei meiner Ankunft war ich zwar überwältigt und habe mich komisch gefühlt, gesagt zu bekommen, dass es jetzt auch mein Haus ist, obwohl ich es davor noch nie gesehen habe. Durch die familiäre Art, die mir meine Gasteltern entgegengebracht haben, war ich nach einer Woche wirklich hier zuhause. Sie haben mich wie ihre eigene Tochter behandelt und ich bin unglaublich dankbar für alles, was sie für mich gemacht haben. Das Essen war immer gut und sie haben mir viel von der Gegend gezeigt. Es gab so viel für mich zu sehen, zu erleben und so viele neue Menschen zum Kennenlernen.

In meinem Auslandsjahr habe ich so einiges erlebt – hier bin ich zum Beispiel beim Raften.

Ich habe bemerkt, dass es ganz egal ist, wo man sein Auslandsjahr verbringt, denn es kommt nur auf die Menschen im Umfeld an und in meinem Fall hätte ich nirgendwo anders sein wollen!

Es sind die kleinen Dinge…

Ich musste nicht in einer Großstadt sein, um immer wieder neues zu sehen und zu erleben! Ich war Raften, Klettern, Zip-Linen, habe Basketball und Badminton gespielt, war auf verschiedensten Veranstaltungen und so weiter. Meine Highlights wirken für manche vielleicht nicht so besonders, aber für mich bedeuten sie alles.

In Neufundland gibt es eine Tradition, die nennt sich »Screech-In« und durch diese wird man ein »Honorary Newfoundlander«. Als Austauschschüler durften wir alle daran teilhaben. Man bekommt einen lustigen Hut aufgesetzt, sagt verschiedene typische Redewendungen auf, probiert traditionelles Essen und dann zum Schluss küsst man einen Kabeljau (das ist ein Fisch). Einfach der Fakt, dass ich eine Urkunde habe, die besagt, dass ich in einer Art und Weise Neufundländerin bin, macht mich so glücklich und ich fühle mich so warmherzig aufgenommen. Ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein erfüllt mich mit Dankbarkeit und Stolz.

Beim »Screech-In« bin ich Neufundländerin geworden – und musste dafür einen Kabeljau küssen.

Auch mit meinen Freunden in den Wald zu gehen und Blaubeeren zu pflücken war etwas ganz Besonderes. Die Natur in Neufundland fasziniert mich sehr, da sie so unberührt und einfach nur wunderschön ist. Ein anderes Highlight war auch der Schneesturm im Januar. Wir hatten eine Woche keine Schule und meine beiden Gastschwestern und ich haben stundenlang an gemeinsamen Fotoalben gebastelt und geredet. Es war so schön, diese Zeit gemeinsam nutzen zu können und wir sind dadurch noch mehr zusammengewachsen.

Nur Mut

Zusammengefasst kann ich sagen, dass diese 5 Monate die besten in meinem Leben waren und ich mehr Selbstbewusstsein dadurch erlangt habe. Man könnte auch sagen, ich habe mich gefunden und sehe meine Stärken. Noch immer pflege ich regelmäßigen Kontakt mit meinen dort gefundenen Freunden und bin stolz darauf, Leute von überall auf der Welt zu kennen.

Meine Freunde und ich beim Blaubeerpflücken

Natürlich war nicht alles perfekt, es gibt immer wieder downs, aber am Ende lohnt es sich immer. Es wird vielleicht nicht, wie man es sich vorgestellt hat, aber das bedeutet nicht, dass diese Zeit schlechter ist. Falls du dir unsicher bist, diesen Schritt zu wagen, dann ist das ganz natürlich, aber ich kann aus Erfahrung sagen, dass ich nichts davon bereue. Wer glücklich sein will, braucht immer Mut. Mut zur Veränderung, neue Wege zu gehen, neue Menschen zu treffen und einfach sein Leben zu leben. Denn man lebt nur einmal und so ein Auslandsjahr erlebt zu haben ist etwas ganz Besonderes!

Ich wünsche allen, die es wagen, eine unbeschreiblich schöne Zeit!


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