Hallo, ich bin Lea und möchte ein wenig von meinem Auslandsjahr in den USA berichten. Monatelang wartete ich auf den entscheidenden Anruf, der mir verkünden würde, wo ich mein nächstes Jahr verbringe. Währenddessen hatte ich die Chance viel über das Auslandsjahr zu lernen, durch die Vorbereitungsseminare von Stepin sowie durch die Geschichten von Returnees. 

Ich machte mir Gedanken wo ich wohl landen würde, ob in der Kälte Alaskas oder im sonnigen Florida. Der Tag an dem Stepin mir verkündete, dass sie eine Gastfamilie für mich gefunden haben war einer der aufregendsten überhaupt:) 

Orientation in New York City 

Zunächst ging es für mich los nach New York zu den Orientation Days. Ich würde jedem zukünftigem Austauschschüler ans Herz legen an diesen teilzunehmen, da es drei unvergessliche Tage für mich waren. Bereits am Flughafen in Hamburg traf ich auf weitere Steppies, mit denen ich meine Zeit in New York verbringen durfte. Die Orientation Days waren eine schöne Möglichkeit, neue Freundschaften zu schließen mit Austauschschülern von überall aus der Welt, New York City zu erkunden, sowie um letzte Fragen vor dem Flug ins neue Zuhause zu stellen. Die Tage vergingen wie im Flug und schon saß ich im Flieger nach Denver-Colorado. Meine Gastfamilie empfing mich super herzlich und ich fühlte mich sofort gut aufgenommen, vor allem da meine dreijährige Gastschwester direkt meine Hand nahm und anfing mir Geschichten zu erzählen.

Mein zweites Zuhause 

Ich hatte das große Glück in einer Gastfamilie gelandet zu sein, bei der ich mich von Anfang an wie ein Teil der Familie gefühlt habe. Meine Gastfamilie besteht aus meiner Gastmutter, meinem Gastvater und meinen zwei kleinen Gastschwestern (drei und ein halbes Jahr alt). Ich habe eine sehr enge Bindung zu meinen Gasteltern, weshalb ich mich während des Auslandsjahres dort geliebt, aufgenommen und respektiert gefühlt habe. Meine Gasteltern hatten immer ein offenes Ohr für mich und haben mich behandelt wie Ihre eigene Tochter.

Ich (links) und meine Gastfamilie

Wir lebten in einem kleinen Dorf im Osten Colorados. Dies war selbst für mich eine große Umstellung, an einem Ort zu leben wo wirklich jeder jeden kennt und ein Jahrgang nur aus ca. 20 Personen besteht. Jedoch hat es auch seinen Charme und ich habe diesen Ort schnell in mein Herz geschlossen. Sehr beeindruckt hat mich die Weitläufigkeit Colorados. Wir lebten ca. drei Stunden mit dem Auto von den Rocky Mountains entfernt, jedoch konnte ich die Berge trotzdem von meinem Fenster aus sehen. Die Natur in Colorado hat mich sehr fasziniert, im Sommer waren die Felder bedeckt mit Sonnenblumen soweit das Auge reicht und im Winter war das ganze Land mit Schnee bedeckt und ohne Sonnenbrille war es nicht möglich etwas zu erkennen. Ich bin jeden Morgen zu einem unglaublich schönen Sonnenaufgang aufgewacht und konnte abends einen genauso schönen Sonnenuntergang bewundern.

Sonnenblumen soweit das Auge reicht! <3

Woran ich mich ebenfalls gerne erinnere ist einer meiner ersten Tage in Limon. Einige meiner Freundinnen die ich beim Volleyball kennengelernt habe, sind mit mir aus dem Dorf raus gefahren. Da dort keine Häuser oder Straßenlaternen waren, konnte man den gesamten Sternenhimmel mit der Milchstraße sehen!  

Nach sechs Monaten erfuhr meine Gastmutter jedoch, dass Sie aufgrund ihrer Arbeit so schnell wie möglich nach Alabama umziehen musste. Es war ein aufwendiger Prozess, jedoch durfte ich letztendlich gemeinsam mit meiner Familie in die Südstaaten ziehen. Ende Februar ging der dreitägige Roadtrip mit dem Umzugswagen durch insgesamt sieben Bundesstaaten los. Es war unbeschreiblich für mich, vor allem, da wir Colorado im tiefsten Winter verlassen haben und in Alabama bei ca. 25°C angekommen sind.

Die letzten vier Monate meines Auslandsjahres verbrachte ich nun in einer größeren Stadt an der Grenze zu Georgia. Mir sind direkt viele Unterschiede zu Colorado aufgefallen, wie z.B. das Klima, die Natur, der Akzent und die Menschen im Allgemeinen. Es war nochmal eine Art »Culture Shock«, als ich nach sechs Monaten Leben in der Wüste dort angekommen bin. Da ich aus Hamburg komme (wo es jeden zweiten Tag regnet) hat mir keiner meiner Freunde geglaubt, wie sehr ich mich über Regen gefreut habe. Das ist kein Spaß, Ich stand bei uns am Fenster und war gefühlt der glücklichste Mensch der Welt, nach sechs Monaten etwas für mich »alltägliches« wieder zu sehen. 

High School & Freunde 

Aufgrund meines Umzuges hatte ich einen direkten Vergleich zwischen einer kleinen High School mit ca. 100 Schülern und einer großen High School mit ca. 3000 Schülern. Ich muss ehrlich sagen, dass beides seine Vor- und Nachteile hat. Natürlich bietet eine große High School ein größeres Sport- und Kursangebot und man hat die Möglichkeit, mehr Menschen kennen zu lernen. In einer kleinen High School jedoch ist alles sehr viel persönlicher, du bekommst eine engere Verbindung zu deinen Mitschülern, kennst sogar den Vornamen von deinem Busfahrer, dem Lehrer und dem Hausmeister und die Chance, dich in der Schule zu verlaufen, ist sehr gering ;)  

Ich mit einigen meiner Freunde in den USA

Dieses Jahr hat mir gezeigt, dass es möglich ist, überall wo du hingehst Freunde zu finden. Solange du dir selber treu bist und offen auf jede Situation zugehst, wird es dir nicht schwer fallen. 

Ich möchte an diesem Punkt einmal sagen, dass es natürlich nicht selbstverständlich ist, während seines Auslandsjahres viel zu reisen. Jedoch muss ich aus meiner Erfahrung sagen, dass meine Gastfamilie mir sehr viele Träume erfüllt hat und mir unglaublich viele Orte gezeigt hat. Als ich am Anfang meines Auslandsjahres in einer Kleinstadt »mitten im Nirgendwo« stand, hatte ich nie damit gerechnet, dass ich im Laufe der nächsten zehn Monate die Rocky Mountains sehen würde, zweimal in Florida sein würde und in einen komplett anderen Staat ziehen würde. Ich habe mich einfach darauf eingelassen und das Beste aus meinem Jahr gemacht. Freunde finden sich überall auf der Welt, solange man offen mit seiner Situation umgeht und bereit für alles ist. Deshalb möchte ich jedem zukünftigen Austauschschüler mit auf den Weg geben, einfach für alles bereit zu sein und so viel wie möglich auszuprobieren!  


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