Max in Australien #5: Per Anhalter durch Tasmanien

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Max hat nach Monaten der Schufterei auf Tasmanien genug Geld gespart, um sich die Insel einmal genauer anzuschauen. Schnell seine sieben Sachen gepackt, geht es los auf dem Overlandtrack, der größten Wanderroute Tasmaniens. Hier erlebt Max so manches Abenteuer und lässt sich dabei von nichts aus der Ruhe bringen.

Wenn die Ferne ruft

Vier Monate ist es her, dass ich meinen ersten Schritt auf australischen Boden gewagt habe. Vier Monate, in denen ich fast durchgehend gearbeitet, gespart und gegeizt habe. Das Resultat lässt sich sehen und so steht für mich jetzt eines fest: Raus aus dem Arbeitsalltag, rein ins pure Abenteuer!

Mein Backpack ist gepackt. Mein Kopf ist voller Ideen, voller Wünsche und Träume, die ich mir jetzt endlich erfüllen darf. Auf mich wartet ein Land, das größer ist als Europa und einen in seiner Vielfalt fast erschlägt. Mit 15 kg auf dem Rücken habe ich Deutschland verlassen, jetzt sind es 27 kg. Wie eine Schildkröte, die ihr Haus auf dem Rücken trägt, wage ich den ersten Schritt meiner Reise und komme direkt ins Wanken. Doch das hemmt meine Reiselust nicht im Geringsten.

Wildes Tasmanien – ich komme!

Max macht einen Luftsprung auf den Felsen des Lake St. Clair Zu Beginn meiner Reise steht eines fest: Ich möchte Tasmanien nicht verlassen, ohne einmal richtig das Land, seine Geheimnisse und Schätze entdeckt zu haben.
Berge kann ich auch in Deutschland sehen, doch einen besteigen? Wasserfälle gibt es überall in Australien, doch in einem schwimmen? Wandern durch eine Bergwüste? Trinken aus den frischesten Wasserquellen Australiens? Schlafen unter einem Sternenhimmel, von dem ich nicht einmal träumen könnte?

So kommt für mich überhaupt nicht in Frage, mich nach meinem letzten Arbeitstag auf die faule Haut zu legen. Meine Tasche ist gepackt: Verpflegung für 6 Tage, Wechselklamotten, Schlafsack, Regensachen, Campingkocher und alles, was ich brauche, um die größte Wanderroute Tasmaniens zu überwinden – den Overlandtrack.

Lasse nichts zurück außer Fußspuren

Rückblickend kann ich mit Stolz sagen, dass diese Erfahrung zu einer der schönsten bisher zählt. Es ist schwer in Worte zu fassen, wie berauschend es ist, durch die Weiten einer so unberührten Natur zu laufen und dabei selber Teil dieser zu sein. Man ist komplett auf sich gestellt, ganz ohne Strom, Handyempfang oder einen Supermarkt, an dem man mal eben stoppen kann. Alles was man zum Leben braucht, trägt man bei sich.

Max auf den Holzstegen des Overlandtracks in malerisch grüner LandschaftDas Licht ist weg, wenn die Sonne untergeht und kommt auch erst wieder, wenn die Sonne am nächsten Tag aufgeht. Wasser zum Kochen holt man sich aus dem nächstgelegenen Fluss. Und besonders wichtig: Lasse nichts zurück außer Fußspuren. Also nimmt man natürlich auch seinen Müll mit sich herum.

Nix mit Luxus und so

Kurz gesagt: Ich bin 6 Tage lang 6-8 Stunden täglich gewandert mit einem 15kg-Rucksack auf dem Rücken. Auf meiner Route habe ich so manche Weggefährten getroffen und hatte interessante Gesprächsthemen, meist und sehr ausgiebig über Essen und ein warmes Bett zuhause. Sogenannte »Sidetracks« führten zu unvergesslichen Wasserfällen, Bergen und Tälern, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt.

Max Zelt mit Steinen und Ästen vor Regen und Wind geschütztAbends erreichte ich meist total erschöpft und hungrig eines der sogenannten »Camps« die auf dem Overlandtrack in bestimmten Abschnitten verteilt sind. Hier konnte ich entweder campen, oder in kleinen Gemeinschaftshütten übernachten, die außer Tischen, Stühlen und Holzbänken, auf denen man seinen Schlafsack ausbreitet, keinen Luxus bieten. Aber dafür ist man auch nicht hergekommen. Geht die Sonne am nächsten Tag wieder auf, juckt es einem schon in den Beinen und man kann kaum erwarten, weiter zu ziehen.

Gute Vorbereitung ist alles – oder auch nicht

Lustige Nebenstory: Wo ich gerade einmal geizige und vielleicht auch etwas riskant-wenige 200 Dollar für Ausrüstung, Verpflegung und Zelt ausgegeben hatte, trifft man auch so manchen Profiwanderer, dessen Wanderstock allein schon die Hälfte meines Budgets einnimmt.

So unterschieden sich aber auch die Wandererfahrungen. Während ich schon am Startpunkt des Tracks – am Cradle Mountain – nach nicht einmal einer Stunde mit Sang und Klang im prasselnden Regen weichgewaschen war, stiefelten neben mir die Globetrotter-Jacken nur so vorbei.

Max beim Wandern im RegenWie unvorbereitet ich war, zeigte auch, dass ich am ersten Tag noch mit Portmonee in der Hosentasche losgelaufen bin. Nicht dass ich unterwegs meine Kreditkarte brauchen würde… Ich hatte weder eine vernünftige Regenhose, noch einen Regenschutz für meinen Rucksack. Bei zwei Grad, Wind und Regen haben mich drei T-Shirts, zwei Pullis, eine Sommerjacke und eine Regenjacke warmgehalten. Doch wer will schon auf alles vorbereitet sein, das wäre langweilig.

Die Nord- und Ostküste per Anhalter

Nach dem Overlandtrack hörte für mich das Abenteuer jedoch nicht auf. Da Tasmanien sehr dünn besiedelt ist und es nur eine sehr teure und ziemlich selten fahrende Buslinie quer durch Tasmanien gibt, entschied ich mich, etwas Neues auszuprobieren.

Mit Pappschild bewaffnet stand ich an der Straße, der Daumen war raus und zeigte in die Richtung, in die ich will: Richtung Abenteuer!
Per »hitchhiking«, also per Anhalter, bereiste ich die nächsten Tage Tasmaniens Nord- und Ostküste. Es ist verblüffend, wie viele nette und hilfsbereite Menschen Tasmaniens Straßen befahren. Nie länger als 20 Minuten musste ich warten, bis mich jemand mitnahm.
Dies soll niemanden auf falsche Ideen bringen, denn per Anhalter zu fahren birgt natürlich gewisse Risiken und man sollte sehr vorsichtig sein, zu wem man sich ins Auto setzt.

Am Wineglass Bay keinen Wein dabei

Doch zählt diese Erfahrung für mich ebenfalls zu einer meiner unvergesslichsten Erlebnisse. Es ist weder luxuriös, noch vorhersehbar, doch mit etwas Mut und einem Lächeln auf den Lippen kann man einiges erreichen.
Max auf den roten Felsen der »Bay of Fire«Insgesamt saß ich in einer Woche in knapp 8 verschiedenen Autos zusammen mit pensionierten Polizisten, professionellen Fischköder-Sammlern und sogar einer amerikanischen Backpackerin. Ich war am nördlichsten Punkt Tasmaniens und konnte mir dort den Sonnenuntergang anschauen, habe auf den feuerroten Steinen der Bay of Fire ins Meer geblickt und hätte am Strand von Wineglass Bay fasst ein Glas Wein getrunken, wenn ich eines dabeigehabt hätte.

Tasmanien, mein Herz gehört dir

So fühlte es sich fast an, meine Heimat erneut zu verlassen, als ich schließlich wieder in Hobart, der Hauptstadt Tasmaniens ankam, um mich mit gepackten Taschen und bereit zu machen für meinen Flug zurück auf den warmen und deutlich größeren Inselbruder von Tasmanien: Australien.

Tasmanien du hast mein Herz gewonnen und ich werde dir versprechen, bald wieder zu kommen, um auch den Rest von dir zu erkunden!

So viel von mir,

Euer Max

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About Max

Max

Max ist 19 Jahre alt und kommt aus der Nähe von Hamburg. Nach 13 Jahren Schule hält ihn nichts mehr in der Heimat und so packt er seinen Rucksack, um als Backpacker die Welt zu erkunden.


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