Max in Australien #4: Welcome to Tasmania!

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Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verließ Max sein liebgewonnenes Sydney, um für einige Zeit in Tasmanien als Kellner zu jobben. Schluss mit FlipFlops und Sonne pur – auf der australischen Insel erwartete ihn Aprilwetter, sodass er sich so manches Mal im Zwiebel-Look kleiden musste. Erfahre heute, warum sich in Tasmanien besonders viele Nepalesen tummeln und was Max an Heilig Abend angestellt hat.

Aufbruch ins Neue

Um mich herum ist es kalt und dunkel. Anstatt Hochhäuser sehe ich nur Bäume, Büsche und in kurzer Entfernung das Blau vom Wasser. Mein T-Shirt und die FlipFlops habe ich gegen zwei Pullover und meine wärmsten Schuhe ausgetauscht. Aber was ganz besonders auffällt: es ist komplett ruhig um mich herum. Wo bin ich wohl?

Wo man das Gras wachsen hört

Ja, es hat mich in die Weiten Tasmaniens verschlagen. Nur ein paar Tage nachdem ich mich ein zweites Mal beworben hatte, kam die Zusage für den Job als Kellner in der Lake St. Clair Lodge.

Max Backpack am Flughafen HobartDanach hieß es: Flug buchen, Tasche packen und den vollen Straßen von Sydney »Goodbye« sagen. So schnell kann’s gehen.

Ich will ehrlich sein, ich war doch schon ziemlich traurig, als ich Sydney verlassen hatte. Es ist ein weiterer Aufbruch ins Ungewisse und ein weiteres Mal Abschied nehmen von Leuten, mit denen man in den letzten 2,5 Monaten viel erlebt hat. Aber ständige »Goodbyes« gehören genauso zum Backpackerleben, wie das Entdecken neuer Länder und Städte.

Von Stadt kann aber keine Rede sein

Ich befinde mich aktuell im Herzen von Tasmanien, am Lake St. Clair, dem mit 164 m tiefsten See Australiens – und hier tobt der Bär. Der nächste Ort – und damit auch der nächste Supermarkt – liegt gute zwei Stunden Autofahrt entfernt, es gibt kaum Handyempfang und außer einem Bus, der 4x die Woche vorbeischaut, gibt es keine Möglichkeiten, diesen Ort ohne Auto zu verlassen.

Natürlich hatte ich mich vorher schon allumfassend über meine neue Heimat informiert und deshalb vorsorglich Lebensmittel und alles Lebenswichtige eingekauft… Das hätte zumindest ein schlauer Max gemacht. Der echte Max hat sich zwar informiert, dummerweise aber nur eine Packung Nudeln und Toast eingekauft. Somit hieß es in meiner ersten Woche erstmal »FDH« für mich – »Friss die Hälfte«…

Warm wie eine Zwiebel

Auch meine Ankunft am Lake St. Clair war weniger erfreulich. Tasmanien und speziell das höhergelegene Zentraltasmanien ist wesentlich kälter als das restliche Australien.

Derwent Bridge – Max neues ZuhauseDass es jedoch nur frostige 5°C waren, die mich bei meiner Ankunft am Lake St. Clair begrüßt haben, hat mich doch überrascht. Da meine dickste Jacke nicht dicker als ein T-Shirt ist, mussten meine zwei vorhandenen Pullis und die Jacke drüber reichen – mehrschichtig wie eine Zwiebel also…

So hatte ich mir den Sommer in Tasmanien nicht vorgestellt, vor allem nicht, wenn man aus dem kochend heißen Sydney kommt.

Mein Job in Tasmanien

Meine Arbeit befindet sich direkt am See, wo ein kleines Dorf aus hübschen Hütten liegt, die man wie ein Hotelzimmer mieten kann. Zum gesamten Resort gehören noch ein Campingplatz, ein Fähranleger und ein kleines Restaurant, in dem ich als Festangestellter meine 40 Stunden/Woche arbeite.

Max als Kellner in TasmanienWohnen tue ich dagegen im 5 km entfernten sogenannten »Staff Village«, bestehend aus drei kleinen Hütten, in denen jeweils vier Mitarbeiter wohnen. Die Hütten sind weder gut isoliert, noch besitzen sie eine Heizung. Das Leitungswasser sollte man vorm Genießen abkochen, geheizt wird mit Wärmestrahlern, wobei regelmäßig die Sicherung rausspringt.

Das Ganze gibt’s dann im Kombi-Preis mit einer winzigen Mahlzeit pro Tag aus dem Restaurant für 28$ die Nacht. Ganz schön teuer und sogar teurer als das Apartment in Sydney, was ein kleiner Dämpfer für die eigentlich unglaublich schöne Natur um mich herum ist. Aber auf jeden Fall eine Erfahrung und ich fühle mich trotz anfänglicher Startprobleme recht wohl hier.

Neues Bett, alte Probleme

In meinem nächsten Leben möchte ich, nebenbei gesagt, gerne Hochbett-Verkäufer in Australien sein. Warum? Schrauben wir mal einfach alles zusammen, was vier Beine hat und verkaufen es als Bett… So hat so gut wie jedes Hostel, jedes Apartment und jede Herberge, in die man kommt, derart qualitativ hochwertige Hochbetten. Quietschende, wackelnde, fast umfallende Hochbetten mit Matratzen, bei denen man die Schrauben schon beim Hinschauen im Hintern spüren kann. Auch meine neue Heimat hat Hochbetten und natürlich habe ich den Schwarzen Peter gezogen und muss oben schlafen. Ein Quietschorchester, das einen Nachts aufwachen lässt…

Auf Wanderschaft

Tasmanien ist bekannt für seine unberührte Natur, reißende Flüsse und hügelige Weiten aus Wald und Feld. Gefühlt wurde jeder bekannte Film, in dem es Landschaftsaufnahmen gibt, hier gedreht, so bilderbuchähnlich ist die Natur hier.

Max in der Landschaft von TasmanienAm Lake St. Clair endet der bekannte »Overland-Track«, eine ca. 6-7-tägige Wanderroute quer durch Tasmaniens Landschaften, die vor allem im Sommer sehr beliebt ist.

Auch mich hat die Wanderlust gepackt und so bin ich direkt an meinem zweiten Tag mit Sack und Pack auf Wanderschaft gegangen. Die Landschaft um mich herum hat mich auch nach 6 Stunden Fußmarsch noch fasziniert und so habe ich die Sonne nicht bemerkt, die mir zuerst noch eine hübsche Bräune, nach kurzer Zeit aber eine alarmierendes Rot auf die Haut gebracht hat. Somit startete meine erste Woche als Kellner erstmal mit einem dicken Sonnenbrand…

Sommer oder Winter – Was denn nun?

Tasmanien scheint in einer April-Krise zu stecken, anders kann ich mir das nicht erklären. Ist man gestern noch bei 26°C im Fluss baden gewesen, fallen einem am nächsten Tag die Augen aus dem Kopf, beim Blick nach draußen: Schneeweiß und eiskalt. Das Wetter spielt hier wirklich verrückt, selbst im Sommer, der laut Kalender aktuell herrschen soll. Immerhin weiß man dadurch immer, was man denn anzieht, wenn man das Haus verlässt: ALLES!

Little Nepal in Tasmanien

Man rechnet ja mit vielem im Leben eines Backpackers. Aber nach Tasmanien zu reisen und in den ersten Wochen mehr Nepalesen als Tasmanier kennenzulernen, überrascht einen dann schon. Hier am Lake St. Clair arbeiten überwiegend Nepalesen, die auf die Bestätigung für ihre permanente Aufenthaltsgenehmigung in Australien warten und dank einer Sonderregelung in dieser Zeit in Tasmanien arbeiten dürfen, anstatt in die Heimat zurückkehren zu müssen.

So wird hier neben Englisch überwiegend »Ich-Versteh-Nix« (Nepali) gesprochen und auch das Essen und die Musik sind überwiegend abendländisch geprägt. Kurz gesagt: Reis, Bollywood und eine Menge »Mitrata« – was so viel wie »Freundschaft« auf Nepali heißt. Eine spannende Horizonterweiterung und ein etwas tieferer Einblick in eine eigentlich so fremde Kultur.

Apropos Kultur: Weihnachten in Australien

Es war schon eine sehr schwere Entscheidung für mich, mein Weihnachten im Weihnachtskostüm bei 30°C am Strand in Sydney zurückzulassen und nach Tasmanien zu kommen, dem einzigen Teil in Australien, wo es an Weihnachten doch noch schneien kann. Man reist nicht um die halbe Welt, um dann doch wieder Schnee an Weihnachten zu haben – so ist zumindest meine Meinung.

Umso trauriger hatte es mich gemacht, als ich erfuhr, dass ich Weihnachten sowie an allen Weihnachtstagen arbeiten musste. Schon wollte ich mich auf das einsamste Weihnachten meines bisherigen Lebens einstellen, da auch meine nepalesischen Kollegen kein Weihnachten feiern. Doch wie es so oft in Australien ist, kam doch alles anders:

Weihnachten am Strand in AustralienAm 24. Dezember erreichte das Wetter Höchstwerte und die Sonne versteckte sich nicht eine Sekunde hinter den sonst so präsenten Wolken hier. Somit hieß es für den kleinen europäischen Teil des Lake St. Clair-Teams nichts anderes, als nach vollbrachter Arbeit mit Arbeitsuniform zum Strand zu fahren. Weihnachtsmütze auf, Badehose an und erstmal einen kräftigen Sprung ins Wasser machen. Spätestens nach der zweiten Flasche Wein fühlte es sich echt wie ein Weihnachtsgeschenk an. Ein wunderschöner Tag, den ich lange in Erinnerung behalten werde.

Morgens früh um 6:00 Uhr hieß es dann Skypen mit der Familie in Deutschland, die gerade vorm Weihnachtsbaum zusammen gekommen war (in Deutschland war es gerade 20:00 Uhr). Da mir meine Eltern ein Paket geschickt hatten und ich heimlich selber ein Paket nach Deutschland geschickt hatte, konnten wir somit sogar eine kleine digitale Bescherung machen. Man weiß, man ist im 21. Jahrhundert, wenn man trotz 16.000 km Entfernung noch ein gemeinsames Weihnachten feiern kann.

In diesem Sinne alles Gute aus Tasmanien,
Euer Max

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About Max

Max

Max ist 19 Jahre alt und kommt aus der Nähe von Hamburg. Nach 13 Jahren Schule hält ihn nichts mehr in der Heimat und so packt er sein Rucksack um als Backpacker die Welt zu erkunden.


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