Max in Australien #3: Meine ersten zwei Monate als Backpacker

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Dass das Leben in Sydney teuer ist, musste Max im Rahmen seines Working Holidays in Australien in den letzten zwei Monaten am eigenen Leib feststellen. Jeden Tag gibt es für ihn und seine Backpacker-Freunde Toast, Nudeln oder Reis. In Sydney hat Max schon viele verschiedene Jobs ausprobiert, doch so langsam kommt der Wunsch auf, weiterzureisen. Wohin führt ihn sein Trip wohl als nächstes?

Mein Australien-Abenteuer »so far«

Nach guten zwei Monaten in Sydney kennt man sich langsam gut aus. Man weiß, wo man am besten einkaufen gehen sollte, man findet sich langsam im Bus- und Bahnverkehr zurecht und vor allem: man weiß, wie man sein Nachtleben am besten genießt.

Halloweenparty in SydneyVon der Halloweenparty im Stammclub, über den »DSDS-Contest« in der Lieblings-Karaokebar, bis zum 24/7 geöffneten Internetcafé, wo ich bereits knapp 100 AUD ausgegeben habe, ist in dieser Stadt einfach alles möglich, um die Langeweile fern zu halten.

So kommt es schnell, dass man vor lauter Spaß und Heiterkeit den Überblick über die Finanzen verliert. Denn wenn eine Sache in Sydney schier unmöglich ist, dann ist es, sein Geld zu sparen.

Backpacker-Discount

So entwickelt jeder Backpacker seine ganz persönliche Geiz-Strategie. Da wir aus einem altbekannten Werbeslogan wissen, dass Geiz geil ist, hat das Ganze auch einen Namen: »Backpacker Discount« – zu Deutsch: Backpacker Rabatt. So wird von allem natürlich nur das Billigste gekauft, das teure Bus- und Bahnsystem wird so gut es geht »umlaufen« und jede öffentliche Trinkwasserstelle wird zum Backpackertreffpunkt Nummer 1.

Auf der Backpacker-Menükarte steht jeden Tag Toast, Pasta oder Reis. Fleisch, Obst oder Gemüse sind zu teuer und werden durch Eier und Fruchtsäfte ersetzt. Dadurch wird das Einkaufen immer wieder zum Spaß für die gesamte Backpacker-Familie, da jeder das billigste Angebot sucht.

Ruhe, ich will schlafen!

Ich bin stolz zu sagen, dass mittlerweile endlich alle Möbel den Weg in unser Apartment gefunden haben. Sogar das W-LAN hat unser Vermieter nach langem Kampf endlich installiert – das ist schon mehr als wir erwartet hatten.

Max' Apartment-Familie in SydneyInsgesamt wohne ich nun mit sieben anderen Backpackern zusammen, eine lustige Mischung aus Engländern, Schweden und Deutschen. Somit ist 24 Stunden Betrieb in der lauten »Unit 88«. Leider auch, wenn man nachts versucht zu schlafen, weil man morgens früh raus muss, die »Roommates« sich aber gerade auf den nächtlichen Clubbesuch vorbereiten. Da helfen keine Kopfhörer, nur ein lautes: »Shut up!« gefolgt vom Knallen einer Tür. Je lauter, desto länger hält die Ruhe an.

Arbeit, Arbeit, Arbeit

Weniger stolz bin ich darauf, dass mein Plan, mir in Sydney mein Geld für meine Reisen zu verdienen, bisher nicht ganz aufgegangen ist.

Max bei seinem Flyerjob in SydneyMein Job als Kellner im Munich Brauhaus macht mir zwar sehr viel Spaß, aber bringt mir kaum mehr als 25 Stunden Arbeit die Woche. Daher war ich gezwungen, Ausschau nach einem Zweitjob zu halten.

Auch aus Lust auf etwas Neues habe ich mich deshalb bei verschiedenen Stellen beworben und insgesamt sechs weitere Gelegenheitsjobs ausprobiert. Somit habe ich mich in den bisherigen zwei Monaten in Sydney als Carwasher, Laborer, Flyer-Verteiler, Foodrunner, Kitchenhand und Fundraiser ausprobiert. Eine verrückte Zeit, in der ich jede Woche mit neuen Herausforderungen, wie einer verklebten Autofensterscheibe oder dem Finden des richtigen Briefkastens für meine Flyer zu kämpfen hatte. Auf den Job als Fundraiser möchte ich aber nochmal genauer eingehen:

»Have you heard about »Make-A-Wish«?«

Jeder Backpacker kommt irgendwann mal an den Punkt, sich auf der Straße als Fundraiser wiederzufinden. Auch ich wollte es einmal ausprobieren und so stand ich kaum eine Woche nach meiner Bewerbung bei einer Fundraiser-Organisation mit einem blauen »Make-A-Wish«-T-Shirt vor dem Central City Bahnhof.

Grob erklärt sind Fundraiser Verkäufer, die versuchen, Passanten in ein Gespräch zu verwickeln, um sie dann davon zu überzeugen, ein Spendenabo für eine Wohltätigkeitsorganisation abzuschließen. Die Wohltätigkeitsorganisation, für die ich auf der Straße stand, hieß »Make-A-Wish«. Das ist eine weltweit agierende, sehr bekannte Kinderorganisation, die den Lebenswunsch todkranker Kinder erfüllt.

Mein Stolz, für diese wirklich ehrenvolle Organisation zu arbeiten, traf jedoch schnell auf das allgemeine Desinteresse der Straße. Als Fundraiser ist man nämlich nicht nur ein wohltuender Verkäufer, sondern in erster Linie Störobjekt Nummer 1, das den Eingang zum Bahnhof versperrt und einem nur Blödsinn verkaufen will. Nach nur einer Stunde auf der Straße stehen und Leute ansprechen, hatte ich damit meine Lektion gelernt: Kein. Mensch. Will. Mit. Dir. Reden.

Trotz aller Versuche und einer langen Liste von »Pick-Up-Lines« – lustiger Sprüche, mit denen man die Leute zum Stehenbleiben motivieren will – war das Einzige, was ich erntete, ein Kopfschütteln, ein Wegdrehen und schließlich ein hübscher Rücken, der davon läuft. Eine ganze Woche habe ich mich versucht und letztendlich sogar zwei Unterschriften für ein Spendenabo bekommen, schließlich dann aber für mich beschlossen: Das Kapitel »Fundraising« ist für mich beendet.

Es weihnachtet im Hochsommer

Kaum vorstellbar, aber auch bei 30°C im Schatten waren die Straßen Sydneys weihnachtlich geschmückt.

Plastik-Weihnachtsbaum in AustralienDabei passte der Kunstschnee in den Schaufenstern der Läden genauso wenig zur Stadt wie Sonnencreme zum Zimtstern. Fast schon gewaltsam zwang sich die Weihnachtsstimmung auf und ja, auch ich habe mir eine Weihnachtsmütze gekauft.

Und nicht nur das: Unsere lustige kleine WG hat entschlossen, einen Weihnachtsbaum zu kaufen. Natürlich ganz traditionell aus Plastik und im Stile des Backpacker-Discounts schön billig. Wie eine Familie haben wir den Baum abends aufgebaut, Weihnachtslieder gesungen und ja, es hat sich ein bisschen weihnachtlich angefühlt. Nur die zwei Ventilatoren, die wir ebenfalls gekauft hatten, weil wir für die Klimaanlage in unserer Wohnung sonst einen deftigen Aufpreis zahlen müssten, haben nicht ganz ins Bild gepasst.

Das Leben in Sydney

Ich bin echt stolz zu sagen, dass ich nun in einer der weltoffensten Städte der Welt wohne. Egal wen man trifft, egal wo man sich aufhält, überall trifft man Leute mit den unterschiedlichsten Kulturen und Geschichten. Doch kommt man erst einmal aus Sydney raus, trifft man auf das wahre Australien, das sagt einem jeder Backpacker, der erst einmal gereist ist, bevor er nach Sydney gekommen ist.

Ausflug zu den Figure Eight Pools bei SydneyAuch ich habe langsam den Wunsch weiterzureisen. Da ich Sydney vor allem mit Arbeit verbinde, möchte ich langsam einmal etwas Neues sehen.

Ich würde sagen, es ist Schicksal, aber ich habe mir letztens meine Bewerbung in Tasmanien noch einmal rausgesucht und mich ein weiteres Mal beworben. Mit ein bisschen Glück sitze ich bald schon im Flieger nach Tasmanien und wer weiß, was mich dort noch erwarten wird. So viel von mir, das Abenteuer schläft nie und ich heute wohl auch nicht mehr, denn es ist Freitag…

Bis bald,
Euer Max

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About Max

Max

Max ist 19 Jahre alt und kommt aus der Nähe von Hamburg. Nach 13 Jahren Schule hält ihn nichts mehr in der Heimat und so packt er seinen Rucksack, um als Backpacker die Welt zu erkunden.


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