Max in Australien #2: Job- und Wohnungssuche in Sydney

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Vom »Pizza-Allrounder« zum Kellner im 3-Sterne-Restaurant – ein Besuch bei der australischen Partnerorganisation macht’s möglich. Hinter Backpacker Max liegt ein aufregender erster Monat in Sydney. Er begibt sich auf Jobsuche, verrät seine vermeintliche Superstrategie und fällt dabei etwas auf die Nase. Ob es bei der Wohnungssuche wohl auch Komplikationen gab?

Wow… Heute vor einem Monat begann mein Work and Travel-Abenteuer in Australien mit meinen ersten Tage in Sydney. Einer Stadt, von der ich noch nicht wusste, wie sehr sie mich in ihren Bann ziehen würde. Wild, laut, kunterbunt und nun meine Heimat für die kommenden drei Monate. Aber fangen wir ganz von vorne an:

Flug und Ankunft in Australien

Max und andere Backpacker am Flughafen in SydneyObwohl ich den Hinflug alleine angetreten bin, war ich, nachdem ich mich auch vom letzten Familienmitglied verabschiedet hatte, nur ganze fünf Minuten alleine. Schon im vollen Wartebereich am Gate 4 für den Flug Frankfurt – Dubai habe ich die ersten Backpacker kennengelernt, alle genauso aufgeregt wie ich. Die Angst vorm »Alleinefliegen« war somit schon mal »verflogen«.

Nach einer 48-stündigen Anreise durch 8 Zeitzonen und einmal quer über den Pazifischen Ozean, fühlte sich das Stockbett im 4-Mann-Zimmer des YHA-Railway Hostels im Zentrum von Sydney an wie ein Himmelbett.

Jetlag-Stimmung in AustralienEs muss ein Bild für die Götter gewesen sein, als man in den Eingangsbereich des Hostels trat und dort auf einem Sofa acht Backpacker sehen konnte, die gerade aus Frankfurt angekommen waren und alle wie auf Kommando über ihrem Handy, Buch oder gar ihrem Abendessen eingeschlafen waren – aber genauso ist’s gewesen.

Erst nach einer großen Mütze Schlaf und einem kräftigen Backpacker-Royal-Frühstück (Toast mit Käse, Müsli und Instant-Kaffee) kam dann langsam die Erkenntnis, dass wir unser Ziel erreicht hatten – Australien, gut 14.500 km von der Heimat entfernt.

Max vor der Harbour Bridge in SydneySomit dauerte es nicht lange, bis uns der Entdeckergeist gepackt hatte und wir uns auf den Weg machten, Sydneys Geheimnisse und Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Ein Foto vor dem Sydney Opera House und eines auf der Harbour Bridge zählen dabei zu den »Must-Haves« in den ersten Tagen und sind fast wichtiger als Schlaf und Essen.

Meine Superstrategie – Jobsuche leicht gemacht

Schon in der ersten Woche in Sydney zeigt sich, wer mit welchen Zielen und Erwartungen hergekommen ist. Kurz gesagt gibt es zwei Arten von Backpackern hier in Australien: Die einen, die in den ersten Wochen Wert darauf legen, viel zu reisen, zu erleben und erstmal das Land kennenzulernen, bevor sie sich einen Job suchen. Und dann gibt es die, die mit wenig Geld ankommen und sich direkt als Ziel setzen, für die nächsten Monate zu arbeiten, um dann mit dem stolz verdienten Geld reisen zu können – ganz nach dem Motto: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Ich zähle mich zu der zweiten Art. Da die Jobsuche jedoch vor allem hier in Sydney nicht gerade leicht ist (sehr viele Backpacker suchen Arbeit), ist es vor allem wichtig, sich richtig zu verkaufen und viel Ehrgeiz zu zeigen.

Eine gute Unterstützung war für mich das australische Partnerbüro von Stepin, das mir mit Hilfe eines Lebenslaufgenerators einen perfekten CV erstellt hat. Somit wurde aus meinem deutschen Job als einfacher Pizzalieferant auf dem e-Bike mal eben ein top »Allrounder in fields of Restaurant and Retail« mit einer »Can-Do Attitude« und »Attention to details«!

Mit diesem nur dezent aufpolierten CV bewaffnet, habe ich mich nach dem Einführungsseminar für die nächsten drei Tage vor den Laptop gesetzt und mich über Gumtree (das größte Jobportal hier in Australien) und der eigenen Jobseite des Partnerbüros bei jedem Restaurant, Hotel oder Café beworben, das ich finden konnte. Das Resultat waren 9 Coffee-To-Go, 14 Stunden Arbeit und rund 40 im »Copy-Paste-Verfahren« abgeschickte Bewerbungen.

Die Folgen meiner vermeintlichen Superstrategie

In den folgenden Tagen bekam ich dann 7 Anrufe. Was einen im ersten Moment vielleicht freut, stellte sich im zweiten Moment jedoch als kleines Problem heraus. Da die Australier sich hier alle mit Vornamen vorstellen und auch nicht erwähnen, von wo aus sie anrufen, war es für mich unmöglich, herauszufinden, wer mich gerade anruft, bzw. um welche von meinen 40 Bewerbungen es sich gerade handelt.

Zudem hatte ich mir teilweise die Jobanzeigen nicht gründlich genug durchgelesen, wodurch ich mich beispielsweise ausversehen für einen Job in Tasmanien beworben hatte (Luftlinie Sydney – Tasmanien knapp 1.000 km) und beim folgenden Telefonat beinahe einem Bewerbungsgespräch zugestimmt hätte…

Mein erster Job in Sydney

The Bridge Room-TeamDennoch: Nach knapp einer Woche hatte ich meinen ersten Job. Auch hier hatte ich mir leider die Jobanzeige nicht gründlich genug durchgelesen und mich somit mal eben in einem der Top-Restaurants von Sydney beworben, dem 3-Sterne-Restaurant »The Bridge Room«, wo ein 3-Gänge-Menü um die 120 AUD kosten sollte.

Somit waren die Erwartungen an mich ziemlich hoch. Ich musste so schnell wie möglich das Menü auswendig lernen, Teller durften nur mit Stoffservierten angefasst werden, jeder Tisch und jede Person am Tisch hatte eine Nummer und somit war es nicht gerne gesehen, wenn man den Teller zur falschen Person oder im aller größten »Horrorszenario« zum falschem Tisch bringt.

Doch das Schlimmste war, dass man jedem Gast genau erklären musste, aus welchen Zutaten sein Gericht besteht und wie es zubereitet wurde. Selbst die Bäckereien von den verschiedenen Brotsorten musste man wie aus dem Schlaf aufsagen können – und viele Leute wollten das auch noch wissen…

Ein Beispiel gefällig?
»Right here we have the Fraser-Island Spanner Crab with Artichoke Butter, Spring Artichoke petals and shaved Macadamia on Top. It is served with a Finger Lime Dressing and white Spring Flowers – Enjoy

Vom »Pizza-Allrounder« zum Profikellner?

Puhh… Mit meiner eher aufpolierten Erfahrung als »Pizza-Allrounder« stand ich also nun in einem der besten Restaurant Sydneys und sollte Teller tragen, die mehr wert waren, als mein Bett im Hostel. Um mein Gefühl dabei zu beschreiben: Ohne große Kellnererfahrung in einem australischen 3-Sterne-Restaurant anzufangen, ist in etwa vergleichbar damit, seine erste Fahrstunde in einem Formel-1-Wagen zu haben.

Essen im Restaurant »Bridge Room«Ganze drei Wochen habe ich mein Bestes versucht, bis ich für mich die Entscheidung getroffen habe, dass ich nicht mehr weiter machen kann/will. Ich habe zwar gutes Geld verdient, aber ich bin nicht nach Australien geflogen, um mir von meinem Chef täglich anhören zu müssen, was ich alles falsch gemacht habe.

Nach der dritten Woche habe ich also gekündigt – traurig auf der einen Seite, weil ich das Team dort echt lieb gewonnen habe, froh auf der anderen Seite, weil ich endlich dem »Auge Mordors« (so habe ich den Chef dort genannt, da er aus einem kleinen Fenster aus der Küche wie Sauron über sein Restaurant – Mittelerde – blickt und jeden Fehler sofort anprangert) entkommen bin.

Arbeitslos und wieder ganz am Anfang?

Nein. Denn dank meiner neugewonnenen »Can-Do-Attitude« hatte ich mich schon bevor ich gekündigt hatte, um einen neuen Job gekümmert. Im Munich Brauhaus – einem deutschen Restaurant im Oktoberfest-Stil. Man kann es als den krassesten Kontrast bezeichnen, den ich zum BridgeRoom hätte finden können. Kein flammendes Auge, dass jeden Schritt verfolgt, den man macht, dafür eine Menge betrunkener Leute, die sich auch darüber freuen, wenn man ausversehen sechs Liter Bier zum falschen Tisch bringt.

Für mich der perfekte Neustart und nebenbei noch eine gute Möglichkeit, meinen kleinen Backpacker-Bauch, den ich langsam bekommen habe, abzutrainieren. Ich bin sehr optimistisch und freue mich jeden Tag auf meine Arbeit.

Hostel oder Apartment?

Wohnungssuche in SydneySelbst das Hostelleben hier in Sydney ist teuer. So stand für mich fest, dass ich mich sobald ich ein festes Einkommen habe, auf die Suche nach einem Apartment mache. Gleich meiner Jobsuch-Strategie habe ich mehrere Anzeigen auf Gumtree verfolgt und insgesamt drei Wohnungen besichtigt.

Man sollte hier jedoch echt aufpassen, auf wen man sich einlässt. Denn obwohl ich mich bereits für ein Apartment entschieden hatte, die Kaution dafür gezahlt, die Taschen gepackt und das Hostel verlassen hatte, stand ich vor verschlossenen Türen. Der doch so vertrauenswürdige Makler hatte das Apartment bereits anderweitig vermietet, obwohl ich eine Woche im Voraus gezahlt hatte.

Umzug vom Hostel ins Apartment in AustralienWas für mich im ersten Moment natürlich ein Schock war, stellte sich jedoch als Chance heraus. Denn zufällig war gerade ein anderes 8-Personen-Apartment des Maklers fertig renoviert worden, in welches ich zusammen mit einem anderen Backpacker einziehen konnte.

Die Freude war groß, wurde jedoch von einer winzigen Tatsache gedämpft: Das Apartment hatte keine Möbel – zumindest noch nicht. So schlafen wir derzeit wie die Könige zum vollen Preis (180$/Woche) auf alten Matratzen auf dem Boden. Immerhin haben wir Strom, eine Dusche und sogar zwei Stühle, auf denen ich gerade diesen Blogpost schreibe, um ein kurzes Live-Bild abzugeben. Nächste Woche sollen dann sechs weitere Personen einziehen, gefolgt von Möbeln.

Gespannt, auf das was kommt

Max am Meer in SydneyNach nur einem Monat in Sydney kann ich sagen, dass dies bisher die unschönste Zeit hier ist. Wobei man dabei lernt, alles aus einer gewissen Fernsicht zu betrachten.

Denn so, wie ich das hier in meinem Blog beschreibe, klingen die Geschichten nicht nur nach schlaflosen Nächten auf dem Boden, angsterfüllten Arbeitsstunden oder lauten Hostelzimmern… Sondern auch einfach nach verdammt guten Geschichten, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde. So wirft man sich auch immer mit einem kleinen Lächeln ins nächste Abenteuer, voller Neugierde und Erwartung.

In diesem Sinne freue ich mich schon auf meinen nächsten Blogpost und bin gespannt, was bis dahin alles passiert.

Bis bald,
Euer Max

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About Max

Max

Max ist 19 Jahre alt und kommt aus der Nähe von Hamburg. Nach 13 Jahren Schule hält ihn nichts mehr in der Heimat und so packt er sein Rucksack um als Backpacker die Welt zu erkunden.


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