Maori – die Bewohner des Landes der langen weißen Wolke

Maori – die Bewohner des Landes der langen weißen Wolke

“Tawera is the bright star of the morning. Not less beautiful is the Jewel of my heart.” So beginnt ein berühmtes Liebesgedicht, geschrieben von Neuseelands Ureinwohnern – den Maori. Sie gelten als besonders wortgewandt und sind Meister der Rhetorik. Aber auch Gesang, Tanz und Musik zählen zu ihren Talenten. Zudem sind sie bekannt für ihre kunstvollen Schnitzereien, Schmuckanfertigungen und Kunstwerke. Doch wer sind sie eigentlich, diese artistischen Tangata Whenua, die Bewohner des Landes?

Neuseeland: Maori Statue
Auf selbstgebauten Kanus kamen sie von den polynesischen Inseln nach Neuseeland – oder Aotearoa, wie sie es nennen – und fanden auf dem neuseeländischen Inselstaat ihre neue Heimat. Diese konnten sie auch ungestört besiedeln, bebauen und ihre eigene Kultur entwickeln, bis im späten 17. Jahrhundert die Pākehā, die „Besucher, die kamen und nicht wieder gingen“, Neuseeland für sich entdeckten und beschlossen dort zu bleiben. Kriege um Land und Eigentum kostete vielen Ureinwohnern das Leben. Erst 1970 wurde die Kultur der Maori als offizielle Kultur neben der der Engländer in Neuseeland anerkannt.

Neuseeland: Spiegelsee

Und das war auch gut so, denn die Kultur der Maori ist einmalig und ein echter Touristenmagnet. Nicht nur die Maori Sprache, die zwar von wenigen gesprochen wird, aber deren Wörter sehr oft in dem neuseeländischen Dialekt wiederzufinden ist, sondern auch die Kunst, die  sich in der Architektur, in der Bekleidung, im Schmuck oder im Handwerk wiederfindet, machen die Kultur der indigenen Stämme einzigartig. Nicht nur das, auch der berühmte Haka-Tanz, der Kriegstanz, der den Gegner einschüchtern soll, ist ein besonderes Merkmal der Kultur. Neuseelands Rugby Mannschaft, die All Blacks, schüchtern mit diesem Tanz und gruseliger Gesichtsbemahlung vor jedem Spiel ihre Gegner ein. Tanzt man den Haka, klopft man sich auf die Schenkel, stampft hart in den Boden, streckt dem Gegner die Zunge raus und verdreht dabei die Augen, ganz so als wäre man vom Teufel besessen. Aber keine Sorge, die Maori haben schon länger Abstand vom Kannibalentum genommen. ;)

Neuseeland: schneebedeckte Berge

Ebenfalls herausstechend (im wahrsten Sinne des Wortes) ist die Vorliebe der Maoris für ihre speziell gemusterten Tattoos und Hautbemalungen. Diese bestehen aus feinen, geschwungene Linien, die ein bestimmtes Motiv bilden. Maori Männer sind meistens an Brust, Schultern und Beinen tätowiert, während Frauen vornehmlich an Kinn und Mund ihre Bemalungen tragen. Früher zeigte man mit den Tattoos, den Moko, seinen sozialen Status. Wer viele Mokos hatte, war in der Rangliste automatisch höher, als jemand, der gar keine besaß. Da der Kopf bei den Maoris als heilig gilt, sind Mokos am Kopf oder im Gesicht Zeichen eines besonderen sozialen Rangs. Viele Stammesanführer trugen beispielsweise ihre Moko-Verzierungen im Gesicht. Während die Verzierungen heutzutage wie üblich tätowiert werden, wurden sie früher zusammen mit einem Farbstoff, der in Pilzen vorhanden ist, in die Haut geschabt, sodass nicht nur die Farbe auf der Haut zu sehen war, sondern auch Erhebungen durch die Narben.

Auch die Begrüßung, der Hongi, ist eine besondere Maori Sitte. Man drückt Stirn und Nase an die des Gegenübers, gibt sich die rechte Hand und fasst mit der Linken an den Ellbogen des Anderen und atmet dabei zweimal laut aus. Klingt vielleicht etwas merkwürdig, soll aber bedeuten, dass man vom ordinären Besucher zum Tangata Whenua, dem Bewohner des Landes, wird.

Um die Maoris während einer spannenden Rundreise in Neuseeland kennenzulernen, sollte man einen Ausflug in das Dörfchen Whakarewarewa planen, in dem eine der größten Maori-Gemeinschaften in ihren kleinen bunten Häusern zusammen leben. Dort kann man auch die traditionellen Haka-Tänze beobachten oder zuschauen, wie die Maoris ihrem Handwerk nachgehen: Sie schnitzen Skulpturen, fertigen Schmuck aus Jadestein an oder flechten Körbe aus Bast. Doch der Ort ist auch wegen seiner sprudelnden Erdquellen und Geysiren bekannt auf denen die Maoris ihr Essen zubereiten oder das warme Wasser zum Baden benutzen.

Neuseeland: Whakarewarewa

Nach der Einigung der neuseeländischen  Regierung und der Maori in 2008, erfuhr die Maori Kultur einen regelrechten Aufschwung. Daher werden viele traditionelle Maori-Feste in Neuseeland gefeiert und jedes Jahr kommen mehr Termine dazu, an denen man Maori-Tänze bewundern oder Maori-Essen probieren kann. Solche Feste sind also ebenfalls eine gute Gelegenheit, die Kultur von Grund auf kennenzulernen.

Neuseeland: Berge im Frühling

Ein besonders bekanntes Fest ist das Kāwhia Kai Festival in Hamilton Waikato was jedes Jahr am 6. Februar, am Waitangi Day, stattfindet. Neben traditionellen Tänzen und Gesängen steht bei diesem Festival vor allem „Kai“, die Esskultur im Vordergrund. Dort kann man Muscheln, besondere Fischsorten, Schlammschnecken und Haileber probieren, die mit Gänsedisteln, Wasserkresse und anderen uns unbekannten Kräutern mariniert und verfeinert werden. Für alle, die im Februar nicht in Neuseeland sind und unbedingt ein solches Food Festival erleben möchten, können im März das Hokitika Wildfoods Festival  in West Coast, im November das Kai in the Bay Festival in der Hawke’s Bay oder das Tauranga Moana Seafood Festival  in der Bay of Plenty besuchen. Während bei den Festivals in der Bay of Plenty eher Fisch auf die Teller kommt, kann man auf dem Wildfood Festival eher (noch) ausgefallenere und ungewöhnliche Speisen probieren: lebende Maden, Pukeko Vogel, Schafhoden  und mein persönlicher Favorit – Eiscreme mit Wespenlarven!

Am 27. Juni, wenn die Pleiaden (ein sogenannter Sternenhaufen) am Himmel erscheinen, feiern die Maori Neujahr. Während des Matariki ehren sie das Land, auf dem sie leben dürfen und pflanzen symbolisch neue Bäume. Aber auch die Felder werden bestellt und bepflanzt, da die Pleiaden auch bedeuten, dass die optimale Zeit für die Felderbestellung gekommen ist. Überall in Neuseeland kann man Feste besuchen oder Theaterstücke oder Tanzdarbietungen anschauen.

Jedes Jahr findet in Neuseeland das Polyfest statt, eine Veranstaltung zu der alle polynesischen Stämme kommen und gegeneinander in Tanz, Gesangs oder Musik-Wettkämpfen gegeneinander antreten. Wer die Chance hat, zu dieser Zeit in Auckland zu sein, sollte dem Fest auf jeden Fall einen Besuch abstatten.

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