Malina in Asien #1: Sawadee Kha – Willkommen in Thailand

Malina in Asien #1: Sawadee Kha – Willkommen in Thailand

Hier bin ich also, in der Lobby eines Hostels mitten im Handwerkerviertel Bangkoks. Ein paar Gehminuten nach Norden erwartet mich das quirlige Chinatown, östlich ragen moderne Wolkenkratzer in die Luft. Durch die offene Tür zur Straße dringt das laute Knattern der Motorräder und TukTuks herein, gemischt mit den Schreien der Marktsteher, die ihre Ware anpreisen. Hin und wieder fährt ein geschäftstüchtiger Thai auf seinem, zur dampfenden Garküche umgebauten, Fahrrad vorbei.

Freiwilligenarbeit in Asien: Markt in Chiang MaiIch mache mich bereit, um mich zum mit Stepin vereinbarten Treffpunkt aufzumachen. Nachdem ich den Schlüssel abgegeben und mir den Rucksack auf meine Schultern gehievt habe, verlasse ich den klimatisierten Raum. Eine Welle von warmer, feuchter Luft schlägt mir entgegen und ich muss einmal tief einatmen, um mich daran zu gewöhnen. Mein Weg führt mich ein paar Meter weiter zum Chao Phraya, der Mutter allen Wassers. Es ist der größte Fluss Bangkoks. Sehr behutsam gehen die Thais allerdings nicht mit dieser Mutter um, denn südlich der Hauptstadt ist sie biologisch tot, so stark ist die Verschmutzung.

Zahlreiche Longtailboote, Schlepper, Frachter, Touristenboote und Restaurantschiffe verkehren täglich hier. Ich habe es allerdings auf eine der öffentlichen Fähren abgesehen, die flussauf- und abwärts eines der effizientesten und billigsten Verkehrsmittel darstellen, besonders wenn im Herzen die Stoßzeiten anbrechen. Ich genieße die Fahrt jedes Mal, obwohl es oft etwas eng werden kann. Der Fahrtwind bringt Erfrischung und während ich die vorbeiziehenden Tempel und die extravagante Skyline betrachte, habe ich etwas Zeit, die vergangenen Wochen noch einmal Revue passieren zu lassen und versuche Thailand zu erfassen.

Freiwilligenarbeit in Asien: SukhothaiEigentlicher Grund meiner Reise in das Land des Lächelns ist das Programm »Freiwilligenarbeit in Thailand«, welches noch vor mir liegt, bestehend aus einer Kulturwoche, einem Aufenthalt im Waisenhausprogramm, dem Elefantencamp und einer Buddismuswoche. Ich habe mich allerdings schon etwas früher auf den Weg gemacht, um mit meinem Freund Thailand in einer kleinen Rundreise auch selbst zu erkunden. Von Bangkok aus in den Norden, mit Zwischenstopp bei den Tempelruinen der alten Königsstadt Sukhothai, bekommt man einen Hauch Geschichte zu spüren und erfährt mehr über den Werdegang Thailands, während man mit einem Leihrad die Gegend erkundet.

Danach verweilen wir ein paar Tage in Chiang Mai, der zweitgrößten Stadt Thailands. Mit einem ansprechenden Altstadtteil wirkt die von Bergen umgebene Stadt schon weitaus beschaulicher als Bangkok und bietet kulturelle und vor allem kulinarische Highlights. Nicht umsonst ist sie auch ein beliebtes Ziel für Auswanderer und Auslandsaufenthalte. Zahlreiche Läden, Restaurants und leckere Essensstände locken mit guten Angeboten und auch die Nachtmärkte lassen das Herz eines Reisenden höher schlagen. Unter Tags bietet sich ein Besuch in einem der über hundert Tempel Chiang Mais an.

Freiwilligenarbeit in Asien: Tempel in Chiang MaiBesonders auf dem Weg in den Norden tummeln sich Backpacker, viele mit der Absicht in ein Nachbarland überzusetzen. Will man nette, offene Gesellschaft, kann man sich so einige Abende mit den Erzählungen eines gesprächigen Rucksacktouristen vertreiben oder sich sogar mit einigen auf die Weiterreise begeben. Manchmal  ist es eben doch schöner gemeinsam. Und nirgends so einfach wie im Backpackermekkah Thailand.

Unser nächstes Ziel liegt einen Inlandsflug weiter südlich. Es ist die Insel Kho Lanta. Beworben wird sie als eine der ruhigeren und vom Tourismus eher verschonten Gebiete im Süden, ganz im Gegensatz zu Kho Samui und Kho PhiPhi.

Doch auch Kho Lanta ist schon lange kein Geheimtipp mehr: Auf der Westseite der Insel säumen sich die Resorts und Bars. Wenn man jedoch danach sucht, findet man hier tatsächlich noch einsame Traumstrände und Buchten und kann neben einem Holzbungalow am fast menschenleeren Strand einen Kokosnusscocktail unter einer Palme genießen. Für diejenigen, die schon nach Kurzem genug von der Idylle haben, werden von verschiedenen Anbietern Tagestouren zu den umliegenden Inseln, Tauchertrips und Wanderungen angeboten.

Freiwilligenarbeit in Asien: Kho Lanta BeachMit kleinen Zwischenstopps geht es in einer insgesamt zwölfstündigen Fahrt wieder zurück in die Hauptstadt.
Thailand hat sich mir nun von mehreren Seiten gezeigt, mit den größten Gegensätzen und schrägsten Widersprüchen. Nun freue ich mich, das Land endlich näher kennenzulernen und nicht mehr nur aus der Sicht eines Touristen zu sehen. Ich bin gespannt, wie sich Land und Leute mir noch zeigen werden in den kommenden Wochen.

Mit der Fähre angekommen betrete ich den Pier und steuere den vereinbarten Treffpunkt an, der Kulturwoche entgegen…

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About Malina

Malina

Als ehemalige Stepin-Teilnehmerin hat Malina den einen oder anderen Asien-Tipp beigesteuert und uns in neun wunderbaren Berichten an ihren Erlebnissen als Volunteer teilhaben lassen: eindrucksvolle Kultur, ehrwürdige Traditionen, pures Leben und so manche Extreme. Wann immer es Malina wieder in die Ferne zieht, wird sie auch weiterhin als Gastautorin auf der Weltneugier darüber berichten.

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