Unsere Stipendiatin Lena wird in der nächsten Zeit ein High School-Jahr in der malerischen Provinz Nova Scotia (Kanada) verbringen. Nach einem fröhlichem Thanksgiving, erlebt Lena nun auch gedrückte Stimmung an einem der wichtigsten Feiertage Kanadas – dem Remembrance Day.

Man kann wirklich sagen, eines meiner beeindruckendsten Erlebnisse hier in Kanada war der Remembrance Day. Alles beginnt mit einer Woche im November, in der wirklich jeder Kanadier eine roten Mohnblumen-Anstecker trägt, um seinen Respekt für alle Kriegsveteranen auszudrücken und niemals zu vergessen, wie schrecklich der Krieg ist. Der 11. November ist offizieller Feiertag und im ganzen Land gibt es Erinnerungszeremonien.

Da ich hier direkt in der Nähe einer ziemlich großen Base der Airforce lebe, habe ich das Ganze noch viel näher miterlebt. Unsere Schule hatte auch eine eigene Zeremonie und es war sehr bewegend: Schüler, die im Militär aktiv sind – was hier auf die meisten zutrifft – haben alles organisiert.

Ein Feiertag gegen den Krieg

Kanadier legen Blumen am Remembrance Day niederEs waren einige Kriegsveteranen da, die sich mit sehr emotionalen Reden an uns gewendet haben und als dann der Vater eines in Afghanistan gefallenen Soldaten zu Wort kam blieb wirklich kein Auge trocken! Als wir nach der Veranstaltung rausgegangen sind, hat niemand gesprochen und es war so atemberaubend, dass ich wirklich das Gefühl hatte, kaum Luft zu bekommen.

Trotz all der Trauer herrschte eine so stolze Stimmung. Ich bewundere diesen Patriotismus, den ich aus Deutschland nicht kenne. In Deutschland hat fast niemand eine Flagge draußen hängen, wobei hier nahezu jedes Haus die Flagge hisst. Für die meisten Kanadier ist das unvorstellbar und sie gucken mich dann immer ganz ungläubig an.

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