Lara in Australien #6: Abenteuer Outback

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High School-Stipendiatin Lara aus Sachsen-Anhalt ist nun schon seit knapp drei Monaten als Austauschschülerin in Australien. In ihrem fünften Bericht hat sie uns von ihrem Schulalltag und einem Trip nach Melbourne erzählt. Heute nimmt sie uns mit auf ein Outback-Abenteuer im Zentrum Australiens…

Ganz ehrlich: Wenn man nach Australien geht und nicht den Sonnenuntergang am Uluru gesehen hat, da fehlt doch ganz offensichtlich etwas, nicht wahr?

Tourguide Justin im Kings CanyonVon Sydney über Alice Springs zum Kings Canyon
Wenn man über Australien spricht, denken die meisten wohl an Kängurus, Sonne, den Weihnachtsmann in Badehosen und was noch? Natürlich das Outback in Zentralaustralien! Und genau dort ging es für mich diesen Monat für ein Wochenende hin. Mein Trip startete am Freitagmorgen. Mein Gastvater Paul hat mich zum Flughafen in Sydney begleitet und mir beim Check-In geholfen, bevor sich unsere Wege für die nächsten paar Tage trennten. Im Flughafen bin ich dann auch schnell auf den Rest der Gruppe gestoßen, denn der Kurztrip nach Zentralaustralien wurde von meiner australischen Partnerorganisation durchgeführt.

Gegen Mittag sind wir schließlich in Alice Springs gelandet und wurden von unserer Begleiterin Juat und unserem Tourguide Justin empfangen. Prompt hieß es dann schon wieder sitzen, denn uns stand eine fünfstündige Busfahrt zum Kings Canyon bevor, wo wir die erste Nacht verbringen wollten.

Natürlich gab es auch Pausen, z.B. um die Wasservorräte aufzustocken. Unseren ersten Stopp haben wir bei einer Kamelfarm eingelegt. Davon gibt es in der Wüste recht viele, denn lange Zeit waren Kamele das einzige Transportmittel in Australien.Lagerfeuer im Outback Australiens Wir durften sogar eine kleine Runde auf den Kamelen reiten und ich muss sagen, dass sie wirklich nicht umsonst den Titel „Wüstenschiffe“ tragen.

Danach ging es wieder zurück in den Bus, um den Rest der Strecke zu bewältigen. Die Zeit haben wir uns mit Kartenspielen, „Wer bin ich?“ und dem Verputzen von Keksen vertrieben. Da kam uns der Stopp – nicht weit entfernt vom Camp – ganz recht. Hier sollten wir Feuerholz für die Nacht sammeln. Den ersten Tag haben wir wirklich größtenteils nur mit der Fahrt zum Kings Canyon verbracht. Nach dem Abendessen und einer Runde Marshmallows am Lagerfeuer haben wir uns dann unter freiem Himmel in unsere Schlafsäcke verkrochen.

Garden Eden in AustralienWanderungen durchs Outback
Am nächsten Morgen hieß es für uns alle: Früh aufstehen! Weil die Sonne hier mitten im Outback so sengend heiß ist, war es wohl das Beste, die Wanderung durch den Kings Canyon am Vormittag zu absolvieren. Der Kings Canyon (der im Gegensatz zum Grand Canyon in den USA den Namen zurecht trägt, weil der Grand Canyon laut Definition gar kein Canyon ist) war ursprünglich einmal der Grund des Meeres, wurde durch die Plattentektonik allerdings an die Oberfläche gedrückt und gibt nun – mit all seinen Musterungen – Einblicke in längst vergangene Zeiten. Im Kings Canyon befindet sich zudem wortwörtlich der Garten Eden: Eine Wasserressource, die nie vollkommen austrocknet. Ein kleines bisschen Grün zwischen dem roten Gestein – es war einfach atemberaubend!

Nach der Wanderung habe ich gemeinsam mit ein paar anderen Austauschschülern Kings Canyon in Australiendie Chance genutzt und mir bei einem Helikopterflug noch einen Überblick über den gesamten Kings Canyon und die Umgebung verschafft. Am Horizont war sogar der Uluru zu sehen. Leider war der Rundflug viel zu schnell vorbei und gegen Mittag haben wir auch schon unseren Campingplatz geräumt und uns zum nächsten Camp aufgemacht.

Auf dem Weg dorthin haben wir noch einmal Feuerholz gesammelt und konnten den Mount Conner aus der Ferne betrachten. Auf den ersten Blick sieht dieser zwar aus wie der Uluru, dabei ist er höher und die Felswände sind nicht so eben. Das macht den Mount Conner allerdings kein bisschen weniger sehenswert. Nach einem Fußmarsch standen wir auf der Spitze eines Hügels, an dessen Fuß sich ein riesiger Salzsee erstreckt. Naja, zumindest wäre hier in der Regenzeit ein See. Wir haben statt des Sees eine flächendeckende Salzkruste gesehen und ich war von diesem Anblick total begeistert.

Sonnenuntergang am UluruUluru – der heilige Berg der Aborigines
Getoppt wurde das Ganze am Abend, als wir zum Uluru (Ayers Rock) gefahren sind, um den Sonnenuntergang anzusehen. Filme und Bilder vom Uluru mögen zwar schon atemberaubend sein, aber nichts kommt der Erfahrung so nah, wie das Schauspiel mit eigenen Augen zu sehen. Der Moment hält zwar nur für eine kurze Dauer an, dafür ist er aber umso eindrucksvoller.

Nach einer weiteren Nacht unter dem klaren Sternenhimmel der südlichen Hemisphäre hieß es dann: Noch früher aufstehen als tags zuvor. Im Dunkeln verließen wir unser Camp in Yulara, einer Stadt, die nur des Tourismus wegen errichtet wurde und deren 3.000 Einwohner ausschließlich Angestellte des Ayers Rock Resorts sind. Jedenfalls näherten wir uns dem Uluru diesmal von der anderen Seite, um den Sonnenaufgang zu bestaunen. Dieser Anblick war genauso eindrucksvoll wie der Sonnenuntergang am Abend zuvor. Natürlich wollten wir den Uluru auch aus der Nähe in Augenschein nehmen und dazu bekamen wir auch gleich im Anschluss die Chance.

Sandmalereien im Outback AustraliensWährend eines etwa zweistündigen Fußmarsches umrundeten wird den Uluru zur Hälfte und haben im Anschluss von Justin und im Cultural Centre viel über die Geschichte der hiesigen Mala-Leute und die Tjukurpa erfahren. Mich persönlich haben die Aborigines und ihre Kultur vollkommen fasziniert. Besonders interessant fand ich es, mich am Uluru mit einigen Aborigines über ihre Bilder zu unterhalten, denn hinter jedem Bild steckt eine Geschichte. Zum Glück hatte mir mein Gastvater Paul schon vorher davon erzählt, sonst hätte ich wohl gar nicht nachgefragt, als ich mir zwei der Malereien als Souvenir ausgesucht habe.

Leider sind bei unserem Uluru-Besuch auch ein paar Touristen auf diesen heraufgeklettert. Das ist meiner Meinung nach äußerst respektlos, denn der Uluru ist den Aborigines heilig und sie dulden uns Touristen nur unter Auflagen. Eigentlich sollte man es daher zu schätzen wissen, überhaupt so nahe heranzudürfen. Anders ausgedrückt: Ein Freund lädt euch herzlich ein und bittet euch die Schuhe im Foyer auszuziehen, weil der Teppich im Zimmer ein Familienerbstück ist. Was die Touristen auf dem Uluru machten, ist quasi dasselbe wie mit schlammigen Schuhen über den Teppich laufen. Macht man nicht, oder? Ich habe es jedenfalls nicht getan. Vielleicht hat ja der eine oder andere von euch demnächst auch einen Trip nach Australien geplant – ich möchte hier niemanden anprangern, es ist mir nur wichtig zu zeigen, wie bedeutsam der Uluru für die Aborigines ist und was wir für sie tun können.

Kata Tjuta in AustralienZu guter Letzt: Kata Tjuta
Danach ging es zum Kata Tjuta, der namensgebenden Gebirgskette für den Nationalpark, in dem sich auch der Uluru befindet. Nach einer kurzen Unterrichtseinheit in Geologie und einer kleinen Wanderung, machten wir uns auch schon wieder auf den Rückweg ins Camp.

Da wir Austauschschüler uns alle gewünscht hatten, noch einmal den Sonnenuntergang zu sehen, hat Justin uns an einem Aussichtspunkt nahe unseres Campingplatzes abgesetzt und wir konnten ein weiteres Mal den feuerroten Uluru bewundern.

In dieser Nacht haben wir alle unter freiem Himmel geschlafen, nachdem wir uns zuvor noch ein wenig Feuerholz geborgt haben. Okay, „borgen“ ist jetzt nicht ganz richtig, schließlich können die anderen Camps mit der Asche im Nachhinein auch nichts mehr anfangen. :-) Aber das ist eben Australien: lauter hilfsbereite und liebe Leute.

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie schön der Nachthimmel hier im Outback aussieht. Da wir fernab von jeglichen Metropolen sind, ist die Luft- und Lichtverschmutzung wesentlich geringer und man sieht so viele Sterne, die über der Stadt meistens verborgen bleiben. Wir konnten sogar die Milchstraße und Sternschnuppen sehen. Am nächsten Morgen räumten wir dann unser Lager und machten uns auf zu dem kleinen Flughafen nahe Yulara. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie schwer uns allen der Abschied gefallen ist.

Dieser Kurztrip war eine wunderbare Erfahrung für mich und am liebsten wäre ich noch länger geblieben. Leider gehen auch die schönsten Momente im Leben vorbei, aber das ist kein Grund für mich traurig zu sein, denn es stehen bereits lauter neue Abenteuer vor der Tür, von denen ich euch in meinem nächsten Bericht erzählen werde!

Eure Lara

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About Lara

Lara

Lara aus Aschersleben hat im Rahmen ihres Stipendiums 5 Monate lang eine australische High School besucht. Hier auf der Weltneugier hat die 16-Jährige regelmäßig von ihren Eindrücken berichtet.

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