Lara in Australien #5: Zwischen Alltag und Abenteuer

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Fast zwei Monate ist Stipendiatin Lara jetzt schon als Austauschschülerin in Australien. Nachdem sie in ihrem letzten Bericht noch von ihrer Ankunft in Down Under und den ersten Schultagen an ihrer australischen High School erzählt hat, ist sie inzwischen so richtig angekommen. In ihrem heutigen Blogpost berichtet sie unter anderem von ihrem Schulalltag und einem Kurztrip nach Melbourne.

Alles in allem war der Kurztrip nach Melbourne eine wunderbare Zeit, in der ich viel gesehen habe. Das Spannende an Melbourne sind die total faszinierende Kultur und die unterschiedlichen Traditionen.

Stipendiatin Lara beim ImkernSchulalltag in Australien
Nach dem erfolgreichen Wechsel von Klasse 10 zu Klasse 11 wurde der Schulalltag für mich angenehmer. In der 10. Klasse ist es natürlich nicht schlimm gewesen, nur empfinde ich es als angenehmer, Klassenkameraden in meinem Alter zu haben. Außerdem ist es von Vorteil, Unterricht zu haben, bei dem ich mich nicht nur langweile, weil ich alles schon kenne. ;-) Das einzig Blöde an dem Stufenwechsel ist nur, dass ich mich nicht zerteilen kann, denn ich habe bereits in beiden Klassenstufen sehr liebe Menschen kennen gelernt.

An meinen Fächern hat sich durch den Wechsel nicht viel geändert. Mir standen weniger Fächer zur Wahl und so habe ich keine Naturwissenschaften oder Graphic mehr, aber die Fächer rund um Gesundheit und Sport sowie Landwirtschaft habe ich behalten. Außerdem konnte ich nun Hospitality wählen, wo wir die Themen Kochen und (Küchen-)Hygiene behandeln. Ich mag das Fach wirklich sehr, da mir Kochen und Backen viel Spaß macht. Unsere Lehrerin scheint in Hähnchen-Gerichte vernarrt zu sein. Jedes Mal, wenn ich meine Mitschüler frage, was wir denn heute kochen, kommt immer eine Antwort wie „Keine Ahnung, aber ich denke, es ist irgendwas mit Hühnchen“. :-)

Auch bei der Arbeit auf der Farm kann ich jetzt wesentlich mehr mit anpacken. Wir haben schon Bienen umgesiedelt und einen Zaun errichtet, um die Schafe von den Gemüsebeeten fernzuhalten. Traktor fahren und pflügen durfte ich auch schon. Ich war tierisch nervös dabei und wenn ich irgendwann mal bei meiner Führerscheinprüfung genauso fahre – na dann halleluja! :-) Aber ich habe ja noch drei Monate Zeit zum Üben.

Ein geeignetes Schwimmteam habe ich auch endlich gefunden. Ganz ohne meine Leidenschaft für Wassersport geht es eben doch nicht. Es ist anders als die Trainingseinheiten, die ich aus Deutschland kenne, aber es hat mir viel Spaß gemacht.

Kurztrip nach MelbourneSkyline von Melbourne
Kaum war ich dann eine Woche in meiner neuen Klasse, zog es mich und meine Gastfamilie auch schon in den Süden – nach Melbourne. „In den Süden“ soll hier allerdings keine Vorstellungen von weißen Stränden und strahlend blauem Meer erzeugen, schließlich ist alles auf der Südhalbkugel genau anders herum und der Süden somit eher regnerisch und kühl. Mein Gastvater Paul hat mir diesbezüglich erklärt, dass man in Melbourne quasi alle Jahreszeiten an einem Tag durchleben kann, da das Wetter wirklich in Sekundenschnelle von Sonnenschein zu strömendem Regen umschwenken kann.

Grund für unsere Reise war der Beruf meines Gastvaters; für ihn gab es in Melbourne ein paar Seminare und Termine, die er besuchen musste. Außerdem fand in Melbourne zu dem Zeitpunkt eine Messe statt und meine Gastmutter wollte diese Chance nutzen, um sich nach ein paar Waren für das Familienunternehmen umzuschauen. Da hat es sich einfach ergeben, mich, meine Gastgeschwister und Tante Christina mitzunehmen.

Queen Victoria Market in MelbourneSightseeing
Also ging es Anfang August mit dem Flieger nach Melbourne. In direkter Nachbarschaft unseres Hotels befand sich der Queen Victoria Market, ein Markt, der bekannt für sein frisches Obst und Gemüse, hochwertige Boutiqueartikel, allerhand Kulinarisches oder Schnickschnack und kleine Souvenirs ist. Natürlich habe ich diese Gelegenheit genutzt und habe mir einen ganzen Vormittag Zeit genommen, um über den Markt zu schlendern. Wir waren sogar alle geschlossen als Familie bei einem der Winternachtmärkte. Dabei haben einige Händler ihre Stände nachts geöffnet, es gab Musik, Essen von allen Erdteilen und auch einige Schnäppchen zu ergattern.

Des Weiteren habe ich gemeinsam mit Paul, Olivia und Sebastian an einem anderen Tag das Melbourne Museum erkundet und mich dann auf eigene Faust zum Eureka Skydeck (ein Aussichtsdeck mit „Edge“-Attraktion, wo man in einem Glasraum 88 Stockwerke über dem Boden steht), dem Royalen Botanischen Garten und der Flinder Street Station (dem bekannten Bahnhofsgebäude) aufgemacht. Außerdem habe ich mir die Beine in dem Bauch gestanden, extra um eine von den berühmten, alten Straßenbahnen ganz aus Holz zu erwischen.

Nicht immer nur „Friede-Freude-Eierkuchen“
Natürlich habe ich bei Weitem nicht alle Sehenswürdigkeiten sehen können, weil es eben nur ein Kurztrip war. Ich möchte euch von einer Situation an meinem vorletzten Tag in Melbourne erzählen, um deutlich zu machen, dass ein Austauschjahr kein Erlebnisurlaub ist… Meine Gastmutter und die Kids sind in den Kinofilm „Inside Out“ gegangen und ich habe das Angebot abgelehnt, weil ich stattdessen lieber die Stadt anschauen wollte. Ich weiß nicht, wann ich das nächste Mal die Chance habe, nach Melbourne zu kommen und wollte von daher so viel wie möglich sehen. Im Nachhinein war ich jedoch traurig und mies gelaunt wegen meiner Reaktion. Ich habe so gut wie gar keine Zeit mit meiner Gastfamilie verbracht und das war sehr egoistisch. Ramani war enttäuscht von mir und ich hätte meine Entscheidung am liebsten rückgängig gemacht. Zum Glück konnte ich aber mit Ramani darüber reden, schließlich sind wir jetzt eine Familie und da gehört es nun einmal dazu, dass man Auseinandersetzungen hat, allerdings auch die Fehler des anderen verzeiht. Ich möchte einfach nur verdeutlichen, dass auch das Leben in Übersee nicht immer „Friede-Freude-Eierkuchen“ ist.

Alles in allem war der Kurztrip nach Melbourne jedoch eine wunderbare Zeit, in der ich viel gesehen habe. Das Spannende an Melbourne ist, dass die Stadt vielleicht nicht über so viele architektonische Sehenswürdigkeiten verfügt wie Sydney mit der Harbour Bridge und dem Opera Haus, man dafür aber eine total faszinierende Kultur und die unterschiedlichsten Traditionen vorfindet. Das Ganze ist etwas anderes als die Summe seiner Teile.

Freizeit in AustralienTreffen mit anderen Austauschschülern
Ansonsten habe ich seit meinem letzten Bericht an den Wochenenden immer mal kleine Ausflüge gemacht. Zum Beispiel war ich mit den Pfadfindern klettern oder bei einem der Treffen, dass von meiner Partnerorganisation veranstaltet wurden. Bei dem Ausflug zur Watsons Bay war ich das erste Mal seit meiner Ankunft in Australien in einem offenen Gewässer baden und es war einfach super. Das Wasser ist wunderbar klar und nicht zu kalt. Ich ein paar Austauschschüler aus der Gegend von Sydney getroffen und mich mit Eva verabredet, um zusammen durch Sydney zu schlendern, ein wenig Shoppen zu gehen oder uns ein paar Attraktionen anzusehen. Dabei muss ich gestehen, auch Deutsch gesprochen zu haben und es hat wirklich Ewigkeiten gedauert, die richtigen Worte zu finden. Es ist auch anfangs anstrengend für mich, meine Blogeinträge auf Deutsch zu schreiben, weil sich mein Kopf immer umstellen muss. Anscheinend gewöhne ich mich wohl wirklich daran, Englisch zu sprechen, auch wenn ich momentan noch in meinem Kopf übersetze. Aber das geht schon noch vorbei.

Nach Melbourne habe ich eigentlich damit gerechnet, die nächsten paar Wochen ganz normal Schule zu haben, aber dann ich wurde von einer Grippe übermannt. Krank zu werden ist wirklich etwas, mit dem die wenigsten Austauschschüler rechnen und dennoch war ich nicht die Einzige, die es erwischt hat. Zum Glück hat mich Stepin in dieser Zeit wegen der Versicherung unterstützt. Ich erzähle euch das, um noch mal zu zeigen, dass man eben manchmal auch kleine Rückschläge einstecken muss. Wie dem auch sei, nach ein paar Tagen Bettruhe konnte ich mich auch schon wieder in das nächste Abenteuer stürzen und ich kann es kaum erwarten, euch davon in meinem nächsten Blogpost zu berichten! :-)

Bis dahin,

Eure Lara

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About Lara

Lara

Lara aus Aschersleben hat im Rahmen ihres Stipendiums 5 Monate lang eine australische High School besucht. Hier auf der Weltneugier hat die 16-Jährige regelmäßig von ihren Eindrücken berichtet.

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