Malina in Asien

Malina in Asien

Fast drei Monate lang kam Malina 2014 in den Genuss, ein Stückchen asiatische Kultur zu erkunden. Im Mittelpunkt standen die Stepin Freiwilligenprojekte in Thailand und Sri Lanka, in deren Rahmen sie einige Eindrücke über diesen vielfältigen Kontinent sammeln und erleben durfte. Als Gastautorin hat sie den einen oder anderen frisch erlernten Asia-Tipp beigesteuert und uns in neun tollen Berichten an ihren Erlebnissen teilhaben lassen: eindrucksvolle Kultur, ehrwürdige Traditionen, pures Leben und so manche Extreme.

Malina in Asien #6: Auf nach Sri Lanka

Ich muss ehrlich zugeben, ich wusste nicht viel über Sri Lanka. Ich hatte gehört, es sei eine Insel in Form einer Träne, oder – weniger dramatisch – eines Tropfens, gelegen im Indischen Ozean. Wahrscheinlich hätte ich dem Land die Attribute exotisch, traumhaft und schön zugemessen und dabei an Werbeplakatstrände von Reisemagazinen gedacht. Sri Lanka ist jedoch viel mehr.

Malina in Asien #5: Die Buddhismus-Woche

Rot, Blau, Grün, Violett, Orange... Ich befinde mich für einen Augenblick in einem Meer aus Farben, als mir zahlreiche bunte Bonbons entgegenfliegen. Ich knie auf dem Boden, lächle verlegen und weiß mir kaum zu helfen. Vor mir sitzt im Schneidersitz ein wohlgenährter Mönch mit rundem Gesicht und Brille und lacht aus tiefster Seele, während er fortwährend Süßigkeiten aus einem Gefäß schaufelt und sie auf mich niederregnen lässt. Er sieht aus wie eine dieser runden Buddhastatuen. Als er schließlich befindet, ich habe genug bekommen, richtet er sein orangenes Wickelgewand zurecht und sieht mich eine Weile mit schiefgelegtem Kopf freudig an. »Faran«, er will mich segnen. Mit einem kleinen Bambusstab tappt er mir ein paar Minuten lang auf dem Kopf herum und summt. Ich muss schmunzeln, welch außergewöhnliche Szenerie.

Malina in Asien #4: Das Waisenhausprojekt

Mit Pinsel und Farbe ausgestattet sitze ich vor einer Wand am Boden im Innenhof des Waisenhauses in Inburi. Neben mir ein fröhlich kreischender Junge, der an meinem Arm rüttelt. Nachdem wir uns beide zuvor etwas schüchtern begutachtet hatten, plaudert er nun ausgelassen mit mir in Thai, während ich nicke, improvisiere und versuche seinen Fragen und Aufforderungen nachzukommen. Er zeigt an Stellen auf der Wand, an denen ich bestimmte Gegenstände malen soll und macht mir schließlich pantomimisch klar, dass er einen Hasen gezeichnet haben will. Er quietscht vor Glück, als ich beginne den Nager auf die Wand zu skizzieren. Am Ende lachen wir beide so stark, dass ich Mühe habe, einen geraden Strich zu ziehen.

Malina in Asien #3: Im Reich der Elefanten

Noch etwas unbeholfen versuche ich mich den gemächlichen Schritten des Elefanten anzupassen, um nicht herunter zu fallen. Ich sitze direkt über seinen Schulterblättern und spüre jede Bewegung des Dickhäuters. Um genau zu sein, handelt es sich um eine Dickhäuter-Dame. Ihre ledrige Haut fühlt sich angenehm warm an und die vereinzelten dicken Borsten, die ihren Körper übersäen, kitzeln an meinen Beinen. Während sie in den Fluss hineintrottet, um sich von uns waschen zu lassen, schwimmt unser Guide schon voraus und lacht herzlich, als mich ein Schwall kalten Wassers aus dem Elefantenrüssel trifft.

Malina in Asien #2: Same, same, but different

»Same in your country?«, fragt mich unser Gruppenleiter, als wir bei einem kleinen Schuppen stehen bleiben, in dem Getränke, Snacks und Allerlei verkauft werden. Ich schüttle heftig den Kopf, denn der ist definitiv nicht wie der Supermarkt in meinem Ort zu Hause. »Mai!«, verneine ich und gehe in Gedanken weitere Thai Phrasen durch, die er mir in der Sprachstunde davor beigebracht hat. Er lacht und scherzt: »Same, same, but different!«, – ein Satz, den ich hier schon oft in anderen Situationen zu hören bekommen habe. Ein Ausdruck, der für mich zur Kultur der Thais gehört.

Malina in Asien #1: Sawadee Kha – Willkommen in Thailand

Hier bin ich also, in der Lobby eines Hostels mitten im Handwerkerviertel Bangkoks. Ein paar Gehminuten nach Norden erwartet mich das quirlige Chinatown, östlich ragen moderne Wolkenkratzer in die Luft. Durch die offene Tür zur Straße dringt das laute Knattern der Motorräder und Tuktuks herein, gemischt mit den Schreien der Marktsteher, die ihre Ware anpreisen. Hin und wieder fährt ein geschäftstüchtiger Thai auf seinem, zur dampfenden Garküche umgebauten, Fahrrad vorbei.