Au-pair USA: Unsere Expertin Christina im Interview

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Unsere Mitarbeiterin Christina war in den USA, um sich dort bei einer Konferenz über die Regelungen und Anforderungen für einen Au-pair Aufenthalt in den USA zu informieren. Zusätzlich hat sie den Trip genutzt, um bei unserer Partnerorganisation vorbeizuschauen und Hallo zu sagen. Wir haben eine kleine Lücke in Christinas Terminkalender genutzt, um sie darüber auszuquetschen :-).

Stepin: Warum genau warst du in den USA?

Christina: Unser US-Partner führt jedes Jahr eine Konferenz durch. Dazu werden sowohl die Mitarbeiter der Partnerorganisation, als auch die »Local Coordinators«, die für die Betreuung von den Au-pairs vor Ort zuständig sind, sowie die »International Cooperators«, also wir, die internationalen Partnerorganisationen, eingeladen. Dieses Mal fand die Veranstaltung in Miami statt, was ich mir natürlich nicht entgehen lassen wollte ;-).

Stepin: Du Glückliche :-)! Welche Punkte und Veranstaltungen standen auf deiner Agenda?

Christina: Die Konferenz hat mit einer Tour im Glasbodenboot begonnen, bei dem wir uns alle in gemütlicher und informeller Runde kennenlernen konnten. Abends gab es dann einen Empfang, bei dem wir uns über das Programm austauschen und internationale Kontakte knüpfen konnten. Die folgenden zwei Tage bestanden aus der eigentlichen Konferenz, bei der viele wichtige Änderungen, Neuerungen, Innovationen, Informationen und Empfehlungen weitergegeben, diskutiert und besprochen wurden.

Strandpromenade in MiamiEs war sehr interessant, auch einmal die amerikanische Seite persönlich kennenzulernen und im direkten Austausch zu erfahren, was genau die Arbeit der Kollegen in Amerika beinhaltet. Die Konferenz bietet einfach eine unvergleichlich gute Möglichkeit des Austausches mit Kollegen aus aller Welt.

Am letzten Abend wurde dann auch das »Au-pair of the Year« gekürt. Jedes Jahr können sowohl die Au-pairs selbst als auch die Gastfamilien einen Au-pair für diese Auszeichnung vorschlagen. Unser Partner entscheidet dann über den Gewinner/die Gewinnerin, was für das Au-pair selbst natürlich eine ganz besondere Auszeichnung darstellt. Anschließend an die eigentliche Konferenz konnte ich ebenfalls die Chance nutzen, noch nach New York weiterzureisen. Dort hat – glücklicherweise genau zu diesem Zeitpunkt – die Au-pair Orientation stattgefunden, an der alle unsere Au-pairs in den ersten Tagen nach der Ankunft teilnehmen.

Stepin: Unser US-Partner war erst letzte Woche bei uns zu Besuch und ihr steht in regelmäßigem Kontakt. Was zeichnet unsere Partnerorganisation aus und warum sind nicht nur wir, sondern auch unsere Au-pairs, die in die USA gehen, so von deren Service begeistert?

Christina: Das Besondere an unserem Partner ist ganz klar, dass es sich um ein Unternehmen mit viel Erfahrung handelt. Es ist einer der ältesten Au-pair-Anbieter in den USA und gehört zu den Vermittlern mittlerer Größe, was meiner Meinung nach nur Vorteile mit sich bringt. Unsere Partner vermitteln jedes Jahr genügend Au-pairs in genügend Gastfamilien, um von ausgezeichneten Möglichkeiten und einem großen Pool an Erfahrung sprechen zu können.

Ausflug an den StrandDennoch handelt es sich nicht um einen großen »Massenveranstalter«. Bei unserem Partner zählt jedes Au-pair als ein individueller Teilnehmer mit individuellen Bedürfnissen und Vorstellungen. Auch wird der enge Kontakt zu den Au-pairs groß geschrieben. Kundenfreundlichkeit und Betreuung steht bei unseren Partnern an allererster Stelle. So gibt es monatliche Treffen mit anderen Au-pairs und dem »Local Coordinator«, zum einen, um sich über das Programm auszutauschen und Fragen zu klären, zum andern natürlich aber auch, um Spaß zu haben und die USA gemeinsam mit den anderen Au-pairs zu erleben.

Stepin: Du hattest ja schon erwähnt, dass es eine Einführungswoche im Herzen von New York, nämlich in Manhattan gibt. Wie kann ich mir so eine Woche vorstellen? Was machen die Au-pairs dort?

Christina: Bei der Orientation handelt es sich um eine Veranstaltung, an der alle unsere Teilnehmer zu Beginn des Aufenthaltes teilnehmen. Alle Au-pairs kommen montags in New York an und reisen von dort mit dem Shuttle-Bus zum Hotel weiter. Das Hotel ist übrigens ein Traum ;-). Es handelt sich um ein sehr gutes Hotel mitten in Manhattan. Wer schnell zu Fuß ist, erreicht den Times Square in ungefähr fünf Minuten, wer es etwas gemütlicher angehen lässt, ist in spätestens zehn Minuten dort. Es gibt zahlreiche Shops und Restaurants und eigentlich alles, was das Herz begehrt. Von Dienstag bis Donnerstag findet dann die eigentliche Orientation statt. Es handelt sich dabei um ein recht straffes Programm, bei dem von morgens bis nachmittags wichtige Inhalte des Programms vermittelt werden.

Au-pair mit Kindern in einer KutscheEs geht um Inhalte wie das Autofahren in den USA, den Versicherungsschutz, den Kulturschock und das Leben mit der Gastfamilie, genauso werden aber auch Themen wie Erste Hilfe oder die Besonderheiten und Beschäftigungsmöglichkeiten von Kindern der unterschiedlichen Altersgruppen durchgesprochen.

Zusätzlich findet Dienstagabend dann noch eine Stadtführung durch New York statt. Diese ist optional und kann gegen einen kleinen Aufpreis dazugebucht werden. Donnerstagabend setzen sich unsere Partner dann noch einmal mit jedem Au-pair individuell zusammen, um die genaue Weiterreise zur Gastfamilie am Freitag zu besprechen und Fragen zu klären. Insgesamt war es für mich sehr interessant, mitzuerleben, was genau in den ersten Tagen nach der Ankunft für unsere Au-pairs alles passiert.

Der Transfer vom Flughafen zum Hotel, das Kennenlernen der anderen Au-pairs, Erste-Hilfe-Übungen an Kinderpuppen, kreatives Basteln und das »Zum-Affen-machen« vor den anderen Au-pairs habe ich genauso mitgemacht und miterlebt, wie es unsere Teilnehmer auch machen.

Stepin: Die Auswahlkriterien sowohl für die Gastfamilien als auch für die Au-pairs sind ja in Amerika recht streng und nicht jede wird am Ende auch ausgewählt. Welche Anforderungen müssen die Gastfamilien erfüllen?

Christina: Als Au-pair Teilnehmer aus Deutschland ist es eine tolle Gelegenheit, die USA kennenzulernen. Für die Gastfamilien sieht dies ganz anders aus, da so ein Au-pair einen sehr hohen finanziellen Aufwand für ein Jahr bedeutet. Zunächst einmal muss sich die Gastfamilie ein Au-pair also leisten können. Zusätzlich muss natürlich jedem Au-pair ein eigenes Zimmer zur Verfügung gestellt werden und die Familien müssen tolerant und offen gegenüber fremden Kulturen und Ansichten sein. Genauso wie die Au-pairs müssen auch die Gastfamilien verschiedene Referenzen vorweisen, um am Programm teilnehmen zu können.

Zwei Kinder geben unserm Au-pair ein Küsschen

Der wichtigste Punkt ist aber sicherlich, dass jede einzelne Gastfamilie vorab von unseren Partnern besucht wird und sich die Partner so selbst ein Bild von den Gegebenheiten vor Ort machen können. Erst wenn unsere Partner ein gutes Gefühl haben, wird eine Gastfamilie auch ins Programm aufgenommen.

Stepin: Was muss ein Au-pair alles vorweisen können, wenn er/sie in die USA will?

Christina: Die Au-pairs müssen ganz verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Ganz oben steht natürlich die Kinderbetreuungserfahrung. Rein vom Gesetzlichen her müssen die Bewerber mindestens 250 Stunden Kinderbetreuungserfahrung mitbringen. Die Empfehlung unserer Partner liegt allerdings bei 500 Stunden Kinderbetreuungserfahrung oder mehr, um gute Chancen auf eine Vermittlung zu haben. Zusätzlich sind ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis, ein gültiger Führerschein, mindestens mittlere (bis gute) Englischkenntnisse und die Fachoberschulreife für eine Teilnahme erforderlich. Außerdem sind Durchhaltevermögen, das Interesse an anderen Kulturen und die Liebe zu Kindern unabdingbar.

Stepin: Welchen Steppies würdest du ein Au-pair Programm in den USA empfehlen? Unterscheidet es sich von den Au-pair Programmen in anderen Ländern?

Christina: Das Au-pair-Programm in den USA kann ich den Steppies empfehlen, die mindestens ein Jahr Zeit aufwenden wollen, viel Kinderbetreuungserfahrung haben und idealerweise bereits Interesse an der amerikanischen Kultur mitbringen. Das Programm ist nicht als Urlaubsprogramm zu verstehen, denn es ist mit harter Arbeit verbunden (bis zu 45 Stunden pro Woche). Wer diese Voraussetzungen mitbringt und bereit ist, sich für ein ganzes Jahr auf eine andere Kultur und eine neue Familie einzulassen, der wird sicherlich eine der besten Erfahrungen seines Lebens machen.

Ein Au-pair mit Kind beim Erdbeeren Pflücken

Die Unterschiede zu den anderen Programmen liegen zum einen darin, dass dort auch eine kürzere Aufenthaltsdauer möglich ist. Auch sind die Wochenarbeitsstunden meist geringer, die Bezahlung allerdings auch. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis ist das Programm in den USA unschlagbar, da die Gastfamilien einen großen Teil der Kosten übernehmen.

Dies sollte aber keine Grundlage für eine Entscheidung sein, da noch deutlich mehr dazu gehört, als Au-pair zu arbeiten, als einfach nur »ab und zu« mal auf die Kinder aufzupassen. Wer aber mindestens ein Jahr Zeit mitbringt und großes Interesse an der Arbeit Au-pair mit Kindern hat (mit Kinderbetreuung und leichte Tätigkeiten im Haushalt) auf den wartet ein Land voller Möglichkeiten, herzlicher Menschen und einzigartig tollen Erfahrungen.

Stepin: Vielen Dank, liebe Chrissi, für dieses spannende Interview und deine ausführlichen und informativen Antworten!

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