Erfahrungsbericht: Hotelarbeit in Kanada – Ein Hoteljob wie jeder andere? Nicht in Kanada…

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Stepin-Teilnehmer Ljubisa aus Baden-Württemberg hat an unserem Programm Hotelarbeit Kanada teilgenommen und sich komplett in das Land und seine Bewohner verliebt – so stark, dass er gleich einfach mal da geblieben ist. Als ihm ein fester Job als Restaurant-Manager angeboten wurde, konnte er nicht nein sagen. Heute erzählt er uns von seinem kanadischen Traum :-)

First things first: Warum hast du dich für Hotelarbeit und speziell in Kanada entschieden?
Hotelarbeit in Kanada: Ljubisa am Maligne LakeDas ist eine sehr gute Frage. Ich begann im Jahr 2009 meine Ausbildung zum Hotelfachmann in einem kleinen Hotel (Familien-Betrieb) im südlichen Schwarzwald und beendete diese im Sommer 2012. Als ich die Ausbildung begann, wusste ich schon, dass ich mit Sicherheit ins Ausland gehen würde für ein Jahr. Mein Ziel war zu diesem Zeitpunkt noch unklar, aber das hat sich dann schnell geändert.

Man sagt doch immer, nach der Schulzeit bzw. nach der Ausbildung sollte man ins Ausland gehen, einfach mal was Neues entdecken und die Sprachkenntnisse ein bisschen verbessern. Ich denke das war ein Grund, warum ich Hotelarbeit gewählt habe. In meinem Job, speziell in der Gastronomie, sollte man so viel Erfahrung sammeln, wie nur möglich, und da ist Auslandserfahrung im einem englischsprachigen Land genau das Richtige, da man Englisch sowieso überall braucht. Ich habe Kanada gewählt, weil ich das Land einfach liebe: Die Berge, die Flüsse, die Seen sind atemberaubend und die Leute hier einzigartig. Viele Freunde zu Hause in Deutschland hatten mir schon von Kanada erzählt – da wusste ich, dass das mein Ziel sein würde.

Inwiefern hast du dich vorbereitet? Wie gefiel dir die Vorbereitung durch Stepin?
Am Anfang wusste ich erst nicht, wie ich mich auf dieses Abenteuer vorbereiten sollte. Ich kaufte mir erst mal ein paar Bücher. Ihr wisst schon, Englische Grammatik, Wörterbuch und so, das Übliche halt. Kurz nach meiner Anmeldung habe ich schon alle möglichen Informationen von Stepin zugesendet bekommen, d.h. viele Formulare, Fragen, die die Firmen einem stellen würden, und Infos über all die Papiere, die man für das Visum braucht. Da ich gerade vom Visum spreche, ich habe speziell diese Vorbereitung von Stepin geliebt: Alle Informationen zur Beantragung des Visums erhielt ich bildlich. Da bei der Beantragung alles auf Englisch ist, hat mir das echt gut geholfen.

Hat alles geklappt bei der Ankunft in Kanada? Wie war der erste Kontakt mit den Partnern vor Ort?
Bei der Ankunft hat alles richtig gut funktioniert. Die Informationen, die ich von Stepin bekommen hatte, haben mir recht gut geholfen. Mir wurde schon vorab Bescheid gegeben, was ich zu den Zöllnern sagen müsse, wo mein Shuttle-Bus los fährt und zu welcher Uhrzeit; zudem alle Infos über meinen Aufenthalt im Hostel. Ich muss sagen, den Kontakt mit den Partnern hatte ich bisher nie, das hatte jedoch damit zu tun, dass ich nicht in Vancouver gestartet bin, sondern in Edmonton, da ich recht zeitnah in Jasper sein sollte. Aber ich hatte nie Bedenken, dass mir niemand helfen würde, falls etwas passiert. Und ich hatte stets Kontakt mit Michaela Schäfer von Stepin.

Hotelarbeit in Kanada: Camper vor BergpanoramaWie warst du untergebracht? Und wie lief das mit der Verpflegung?
Meinen Aufenthalt in Jasper habe ich geliebt und liebe ich immer noch. Die Hotelkette, für die ich arbeite, bietet auch Unterkünfte für ihre Mitarbeiter an (recht günstig, um die 108,- CAD für 14 Tage). Ich habe mir ein Zimmer mit einem Mitbewohner geteilt. Um es besser auszudrücken, man lebt auf einer Etage mit ca. 14 Personen, und alle teilen sich die Küche und das Wohnzimmer.

Es war am Anfang recht schwer für mich, mich einzuleben, da ich allein nach Kanada gekommen war und mein Englisch nicht sehr gut war, aber das hieß für mich nie aufgeben. Meine Mitbewohner kamen aus Tschechien, Australien, England, Neuseeland, Indien – man kann auch sagen, aus der ganzen Welt. Wie schon gesagt, ich hatte mich nach 14 Tagen recht schnell eingelebt.

Mit der Verpflegung läuft es folgendermaßen ab: Während der Arbeitszeit bekommt man alle Gerichte 50% günstiger, alles was nach der Arbeitszeit ist, bekommt man 25% günstiger. Am Ende vom Lied hatte ich immer was zu essen und konnte sogar durch das günstigere Essen und preiswerte Wohnen noch Geld sparen. Kann nur eins sagen, alles war 1A.

Was waren deine Aufgaben? Wie lief ein typischer Tag ab?
Die Aufgaben waren eigentlich recht normal, wie man das so aus der Gastronomie kennt. Ich hatte Frühschichten und Spätschichten. Die Hotelkette hat tagsüber nicht geöffnet (also fürs Mittagessen), würde auch keinen Sinn machen, da die meisten Gäste erst abends anreisen und während des Tages niemand im Hotel ist. Aber das hat mir nichts ausgemacht, denn so konnte ich Kanada im Sommer wie im Winter von allen Seiten genießen.

Ein typischer Tag mit Frühschicht:

  • aufstehen morgens um 6.00 Uhr
  • Frühschicht bis ca. 12 Uhr mittags
  • An sonnigen Tagen: danach ab zum See und das Wetter und die Berge genießen

Ein typischer Tag mit Spätschicht:

  • Aufstehen um 9, danach Frühschicht
  • vielleicht Fahrrad fahren gehen oder auch zum See
  • um 15:30 heimkommen und für die Arbeit fertig machen, die um 16:30 begann
  • Schichtende so gegen 23.30 Uhr

Ich hatte also total viel Zeit, um Kanada genießen zu können. :-)

Hotelarbeit in Kanada: Ljubisa bei TrekkingStichwort Kulturschock: Welche Unterschiede/Gemeinsamkeiten sind dir besonders in Erinnerung geblieben?
Es gibt ein paar Unterschiede, aber dass ich geschockt war, kann man nicht sagen. Es ist einfach total verschieden. Die ersten Tage hier in Kanada war ich immer verblüfft: Kaum kommt man in einen Laden, wird schon gefragt: “Hey, how’re you doing today?”. Man wird von Leuten auf der Straße angesprochen, wie es einem geht.

In letzten November bin ich nach Vancouver gefahren für 10 Tage, um meine Eltern zu sehen. Als ich in Vancouver ankam, bin ich mit meinem kleinen Koffer in die Stadt gelaufen mit einem Stadtplan in der Hand. Jeder, der mir entgegen kam, hat mich gefragt, ob ich klarkomme oder vielleicht Hilfe bräuchte, was man in Deutschland nicht erwarten würde.
Ein weiterer Punkt, den ich auf Kulturschock beziehen würde, ist, niemand sagt hier in Kanada eigentlich Sir oder Madame. Manager oder Chefs werden einfach mit dem Vornamen angesprochen. Man kann sagen, die sind einfach viel lockerer als wir Deutschen, was für neue Leute das Leben in Kanada richtig erleichtert!

Wie hast du deine Freizeit gestaltet?
Hier im Jasper National Park hat man zahlreiche Möglichkeiten, um die freie Zeit zu verbringen: Die meiste Zeit habe ich mit Wandern verbracht. Aber das ist nicht die einzige Freizeitmöglichkeit hier in Jasper. Von Fahrradfahren über Schwimmen in einem kristallklaren See bis White-Water-Rafting in einem der Flüsse, die in der Nähe von Jasper fließen. Im Winter ist einfach Skifahren angesagt. Der Berg ist ja direkt vor der Haustür. Ich hatte eine Saisonkarte für das Skigebiet (bekam ich vergünstigt von meinem Arbeitgeber), also hieß es für mich an vier Tagen die Woche Skifahren – dann ist es egal, ob man morgens arbeitet oder abends, man hatte immer Zeit für die Piste. Dann gibt es noch Hundeschlitten fahren, Schneeschuhwandern, Eiswandklettern und und und … Jasper ist einfach voller Überraschungen.

Worauf sollten sich zukünftige Teilnehmer in Kanada einstellen/vorbereiten (i.e. was hättest du gern vorher gewusst)?
Ich denke, man bekommt schon die meisten Informationen von Stepin. Ich würde nur noch einmal unterstreichen: Man sollte ja gute Kleidung mitbringen, denn hier in den Bergen hat man an manchen Tagen alle vier 4 Jahreszeiten in nur einem Tag. Viele haben immer Bedenken, wenn man die Temperaturen in den Bergen im Winter hört: Minus 34 Grad hört sich extrem an, jedoch kann ich euch sagen, dass es sich mit Sicherheit nicht so kalt anfühlt. Man kann -34 Grad hier in Kanada meines Erachtens mit -5 Grad in Deutschland vergleichen, da sich die Luft recht trocken anfühlt, im Gegensatz zu Deutschland.

Hotelarbeit in Kanada: Ljubisa am GletscherStichwort Verlängerung: Wie genau lief das ab? Was genau ist jetzt deine Arbeit? Und wie geht es dir zur Zeit?
Das hört sich eigentlich recht komisch an: Ich wollte eigentlich letzten Februar nach Hause kommen, aber mein Plan hatte sich dann schlagartig geändert. Ich kann mich erinnern, an einem Tag war ich Skifahren und dabei hatte ich die Personalleiterin getroffen. Wir haben uns ganz normal unterhalten. Von einem zum nächsten Moment hat sie zu mir gesagt, dass sie den Gedanken hatten, mir den Job als Restaurant Manager anzubieten, in einem Restaurant der Hotelkette. Sie meinte, dass sich das ja eh erledigt hätte, da ich ja sowieso schon plante, nach Hause zu fliegen.

Ich dachte zuerst, sie will mich auf den Arm nehmen, doch so änderte sich alles: Eine Woche später bin ich normal zur Arbeit, meine Managerin kam ins Restaurant, hat sich mit ernster Mine an die Bar gesetzt und sagte: „Ljubi, sie bieten dir den Job in dem neuen Hotel an, das im Sommer eröffnet wird. Das Hotel wird das neue Flag Ship der Kette. Sie bieten dir diese Chance an, denk darüber nach und rede mit der Personalleiterin.“ Drei Tage lang stand ich quasi unter Schock und wusste nicht, was ich machen sollte. Ich hatte ja auch schon ein Jobangebot in Deutschland. Dann habe ich mit meinen Eltern darüber geredet und beide meinten, das ich dumm wäre, es nicht anzunehmen. Und es stimmt ja auch, denn erstens wurde mir das Angebot schon nach neun Monaten gemacht und zweitens bekommt man so eine Chance in Deutschland nicht so einfach. Tja, jetzt bin ich also immer noch hier :)

Mein neuer Titel lautet „Dining Room Manager“. Ich habe meine Mitarbeiter, die ich einarbeite. Ich organisiere die Abläufe im Restaurant, zum Beispiel schreibe ich Dienstpläne, bestelle Getränke, kümmere mich um Rechnungen… Ums kurz zu machen: alles was ein Restaurantmanager so macht :-)

Derzeit geht es mir sehr gut. Seit zwei Monaten arbeite ich nun schon in dieser Position und werde immer noch ausgebildet. Die Sommersaison läuft auch schon seit zwei Monaten, d. h. ich habe direkt von null auf hundert in einer neuen Position angefangen.
Ich kann nur eins sagen: Ich liebe Kanada und ich liebe Jasper.

Was möchtest du unbedingt noch loswerden?
Vielen lieben Dank für die tolle Unterstützung! Ich werde Stepin jedem empfehlen!

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