Hollywood – die Stadt mit den zwei Gesichtern

Hollywood – die Stadt mit den zwei Gesichtern

Bald ist es wieder soweit: George Clooney, Christoph Waltz, Steven Spielberg und Quentin Tarantino und viele weitere Berühmtheiten werden vor dem Dolby Theater in Los Angeles auf dem roten Teppich auf und ab spazieren und sich ehren lassen, denn die Verleihung der Oscars steht unmittelbar bevor. Am 24. Februar wird ganz Hollywood im Rampenlicht leuchten, Kamera-Teams werden anrücken und die teuersten Hotelzimmer der besten Hotels sind sicherlich schon längst ausgebucht. Warum also nicht eine kleine Reise in die Staaten unternehmen und am Ort des Geschehens einmal persönlich vorbeischauen? Was die Metropole, deren abgeblätterter Goldbezug sich immer wieder verzweifelt zu halten versucht, außerdem ausmacht, erfahrt ihr in unserem heutigen Artikel über das Hollywood der Neuzeit.

Los Angeles: Hollywood BoulevardCopyright: hao$

Die zweitgrößte Stadt Amerikas, Wirtschafts-, Kultur- und Bildungszentrum sowie weltweiter Vorreiter in der Flug- und Raumfahrtindustrie, liegt direkt am Pazifik im US-Bundesstaat Kalifornien. Weswegen Los Angeles weltweit berühmt ist, ist wahrscheinlich aber die Film- und Musikindustrie, welche die riesigen Filmstudios und die berühmten Schauspieler oder die, die es unbedingt werden wollten, nach Hollywood gebracht hat. Auch wenn der schillernde Filmboom der 30er längst vorbei ist, alte schwarz-weiß Filme in tiefen Kellergewölben verstauben und die Stadt viel von ihrem ursprünglichen Glamour verloren hat, erinnern vor allem die neun großen Buchstaben auf dem Mount Lee an die märchenhaften Zeiten.  Wer die Gesellschaft vieler Touristen liebt, der kann versuchen, sich zum Mount Lee durchzudrängeln oder aber zum Griffith Park gehen und die Aussicht auf das Hollywood Konterfei von dort aus genießen. Gleichzeitig könnt ihr dabei das Griffith Observatorium besuchen, was auf dem Mount Hollywood steht.

Hollywood: Hollywood SignCopyright: Fabio Ikezaki

Nun aber erst einmal ganz von vorne: Die Gegend um Hollywood wurde von spanischen Siedlern bebaut und landwirtschaftlich genutzt. Bananen, Ananas, Getreide und Heu wurden angebaut und verkauft und bald florierte die Agrarwirtschaft. Bildungseinrichtungen, Kirchen und Häuser wurden gebaut, die dann von wohlhabenden Weißen als Winterresidenz gekauft wurden. 1911 öffnete das erste Filmstudio in einer alten Taverne. Nach dem ersten folgten viele weitere und mit ihnen kamen Restaurants, Bars, Clubs, Hotels, Kinos und Banken. Zuerst bewohnten Stars und Sternchen die Hotels am Hollywood Boulevard. Marilyn Monroe lebte zum Beispiel ganze zwei Jahre lang im Hollywood Roosevelt Hotel.

Hollywood: Sunset BoulevardCopyright: Loren Javier

Auf dieser langen Straße, die sich vom Sunset Boulevard bis  zur Vermont Avenue durch die Stadt zieht, befinden sich heute viele bekannte Sehenswürdigkeiten, wie der Walk of Fame, ein Gehweg über 18 Häuserblocks, auf dem berühmte Stars in Form eines in den Boden eingelassenen Sterns geehrt werden. Auch das Dolby Theater, in welchem seit 1995 die Oscar-Verleihung stattfindet, liegt am Hollywood Boulevard. Echte Fans können auch Hollywood´s Madame Tassaud´s einen Besuch abstatten und Fotos mit den angebeteten Stars wie Rihanna, Lady Gaga, Silvester Stallone oder E.T. machen.

Weiter westlich findet man nach einigen Metern auch den Hollywood Forever Cemetery, ein Friedhof, auf dem alle berühmten Menschen, die in Hollywood gelebt haben, beerdigt wurden. Darunter befindet sich beispielsweise der Schauspieler Rudolph Valentino.

Beverly Hills

In den 50ern ungefähr zogen sich Stars und Sternchen ein bisschen mehr zurück in die Beverly Hills, die sich unmittelbar neben dem Stadtteil von Hollywood befinden. Diese Wohngegend der Reichen und Schönen ist vor allem durch TV Serien wie die „Beverly Hills Cop“ oder „90210“ berühmt geworden. Für 5 Dollar kann man eine sogenannte „Star Map“ am Straßenrand erwerben und nachschauen, welche berühmten Schauspieler, Regisseure, Models oder Sportler hinter welcher hohen Mauer und strengen Sicherheitsanlage wohnen. Der Rodeo Drive, ebenfalls eine bekannte Straße, ist die Einkaufsmeile von Beverly Hills – natürlich nur mit den teuersten Geschäften und Marken ausgestattet.

Sehr viel Sonne kann man am Venice Beach tanken. Eine Promenade mit Straßenkünstlern, Souvenirshops und Imbissständen führt vom Santa Monica Pier (der übrigens auch einen Besuch wert ist) in Richtung Marina del Rey, dem Hafen.

Hollywood: Venice BeachCopyright: young grasshopper

Hollywood´s Schattenseite

Protzige Filmstudios, eine beeindruckende Skyline, operierte Strandschönheiten und Sonnenschein  zu Genüge –  doch längst ist nicht alles Gold, was glänzt. Hollywood ist weltweit mit einem bestimmten Image bekannt geworden, welches leider längst nicht mehr der Wahrheit entspricht. Das Fernsehen, Blockbuster- sowie die Finanzkrise haben dem Filmgeschäft sehr zugesetzt. Von gescheiterten Geschichten junger Menschen mit Hoffnung auf Ruhm und Ehre, der höchsten Obdachlosenrate in den ganzen USA, von Bandenkriegen und dem Drogenhandel bekommen wir hier zu Hause fast nichts mit. Besucht man aber die Stadt an der Gold Coast, wird einem dieser Kontrast von Arm und Reich sehr bewusst.

Die hohe Obdachlosigkeit, Armut und Kriminalität hängt vor allem mit den hohen Mietpreisen zusammen. In San Fransisco ist ein ähnliches Problem zu beobachten. Dadurch, dass Hollywood ein sehr beliebtes Wohn-Pflaster ist, steigen die Mietpreise immer weiter, wodurch es immer schwieriger wird, eine günstige Wohnung zu finden. Auch Häuser (wohlbemerkt aus Holz) in den Armenvierteln der Stadt kosten schon ein kleines Vermögen. Dadurch sind die vielen Wohnungslosen, die in den Straßen in Zelten oder Schlafsäcken wohnen, ein alltägliches Bild für viele Einwohner Hollywoods.

Ein weiteres Problem der Stadt ist der Smog, der durch die Abgase der vielen Autos entsteht. Der Ausbau des öffentlichen Netzes ist in L.A. eher dürftig, weswegen man darauf angewiesen ist, mit einem Auto zu fahren. Auch für Touristen ist es daher empfehlenswert, einen Mietwagen zu nehmen. Der Autoanbieter Europcar, den man auch aus Deutschland kennt, beispielsweise, bietet auch Leihwagen in Los Angeles an. Ein kleiner Tipp: der Verkehr, genauso wie der Smog, ist während der Rush Hour am schlimmsten, die gilt es also möglichst zu meiden.

Los Angeles: Stadt im SmogCopyright: TravelingOtter

Dennoch hört sich nun vieles schlimmer an, als es ist, denn die Stadt Los Angeles ist schon auf dem Vormarsch: In den vergangenen Jahren wurden viele Unterkünfte für Obdachlose in Auftrag gegeben, in denen sie nachts schlafen dürfen und versorgt werden. Eine Einheit der Polizei (aus 400 Mann bestehend), die sich nur auf Bandenkriminalität und Drogenhandel spezialisiert, ist im Einsatz, wodurch die Kriminalitätsrate schon bedeutend gesunken ist. Auch  gegen den Smog und die dadurch entstehenden Umweltprobleme wird vorgegangen mit Hilfe einer bestimmten Technologie, die das Kohlenstoffmonoxyd aus der Luft herausfiltert. Während man also durch die Straßen läuft, um sich das Leben von Hollywood, den Stars und den Filmstudios anzuschauen, braucht man also keine Gasmaske. ;)

Hollywood unternimmt sehr viel dafür, den alten Ruhm zu erlangen und auch die Stadt wieder auf Hochglanz  zu polieren – besonders vor den Oscars. Daher ist sie trotz Schattenseiten auf jeden Fall einen Besuch wert. ;)

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