Laura in Australien #2: Hitzewelle und Buschfeuer in Australien – und Laura mittendrin

Laura in Australien #2: Hitzewelle und Buschfeuer in Australien – und Laura mittendrin

Nachdem Laura uns von ihrem Weihnachten in Tasmanien erzählt hat, sendet sie uns heute ihren zweiten Beitrag, in dem sie uns von der aktuell schwierigen Situation in Australien erzählt, die viele Teile der Bevölkerung in Atem hält:

Rauch am HorizontWie sicherlich die meisten von euch schon in den Nachrichten gesehen oder in der Zeitung gelesen haben, herrscht in Australien im Moment eine der schlimmsten Hitzewellen seit Aufzeichnung des Wetters. Aufgrund dieser Temperaturen über 40 Grad entstanden Buschfeuer, die sich nicht nur auf dem australischen Festland, sondern auch auf Tasmanien in kürzester Zeit verbreiteten und mittlerweile tausende von Hektar in Asche begraben haben.

Als vor ungefähr 2 Wochen die Temperaturen in kürzester Zeit unnormale Höhen erreichten und den Anfang für eine langwirkende Katastrophe auf dem gesamten Kontinent mit sich brachte, hatte noch niemand eine Vorstellung von dem, was in den vergangenen zwei Wochen nicht nur auf die Feuerwehrmänner, sondern auch auf Tausende von Anwohnern zukam.

Als wir am Freitag, den 4. Januar, mit 42 Grad den heißesten Tag in der Geschichte der Wetteraufzeichnung Tasmaniens hatten, die Luftfeuchtigkeit mit nur 10 % extrem trocken war und dazu noch ein starker und kräftiger Wind kam, kamen die drei besten Voraussetzungen für die Entstehung von Wald- und Grasbränden zusammen. Und genauso entfachten sie. Mit teilweise 10 km/h haben sich die tasmanischen Buschfeuer an dem ersten Tag in Richtung Süden bewegt. In wenigen Stunden wurden in ganz Tasmanien um die 50 Buschfeuer gemeldet und dies war erst der Beginn von Hunderten von gemeldeten Feuern auf dem gesamten Kontinent, wobei einige noch immer unkontrolliert brennen. Neben vielen kleinen Feuern in Tasmanien, haben die drei Größten viel Sorge, Angst und Verlust mit sich gebracht und mehr als 100.000 Hektar in Asche zurück gelassen.

Flammen am HorizontViele Bewohner mussten innerhalb von Minuten ihre wichtigsten Dokumente, etwas Nahrung und das wichtigste Hab und Gut zusammen suchen, und ihr Zuhause zurücklassen und dem Schicksal bzw. den Flammen überlassen. Viele hatten Glück, doch einige auch nicht. Häuser, die teilweise schon seit Generationen stehen, Firmen, die mehrere Millionen Dollar wert sind und öffentliche Gebäude wie Schulen, Versammlungshäuser und Tankstellen waren nach nur wenigen Augenblicken für immer verloren. Familien und Unternehmen stehen vor dem nichts, denn das Feuer hat ihnen alles genommen.

Und somit habe auch ich das erste Mal in meinem Leben ein Buschfeuer mit meinen eigenen Augen gesehen. Auch wenn man es schon hunderte Male im Fernsehen gesehen hat, Australien dafür bekannt ist und für unseren Wohnort zum Glück keine Gefahr bestand, ist es extrem unheimlich und angsteinflößend, wenn die Hügel am Horizont bei Nacht in Orange und Rot glühen. Das Feuer, welches unter dem Namen des „Forcett Fire“ bekannt ist und letztendlich fast 25.000 Hektar verbrannt hat, konnte ich von meinem Haus ziemlich gut beobachten.

Durch Rauch verdeckte SonneDenn auch als das Feuer nach einigen Tagen nur noch im Süden von Tasmanien wütete, und somit weit weg von mir war, konnten wir die Folgen und Auswirkungen eines Feuers am eigenen Leibe sehen, spüren und riechen. Die sonst so wunderschön wirkende Umgebung war diesmal nicht in Sonnenschein getaucht, sondern wir befanden uns in einer Rauchwolke. Man konnte gerade einmal bis zu den Bäumen am Ende unseres Grundstückes gucken und sobald man ein Fenster oder die Tür öffnete, fühlte man sich, als ob man vor einem offenen Kamin stehen würde. Dieser stickige, unangenehme und fast schmerzende Geruch machte es fast unmöglich, das eigentlich tolle Sommerwetter draußen zu genießen und man entschied sich im Haus zu bleiben, was deutlich angenehmer war. Die Sonne sah die ganzen Tage über so aus, als ob sie feuerrot wäre. Fast 3 Tage waren wir unter dieser Rauchglocke gefangen. 3 Tage voller Ungewissheit, Angstgefühlen und höchstem Mitgefühl für alle Menschen, die ihr Heim verloren haben und für alle Feuerwehrmänner, die mit letzter Kraft versuchten, dem Katastrophenzustand ein Ende zu setzen.

Auch wenn alle Buschfeuer auf Tasmanien unter Kontrolle gebracht sind und viele Anwohner in ihre Häuser und Heimaten zurückkehren durften, haben die Feuerwehrtruppen auf dem australischen Festland noch immer mit den Flammen zu kämpfen und die Hitzewelle ist noch nicht vorbei. Erst letzte Woche zeigte das Thermometer in Sydney wieder 46 Grad und bewies, dass ein Ende noch lange nicht in Sicht ist. Spendenaktionen und besondere Veranstaltungen werden in vielen Regionen des Landes abgehalten, um Geldspenden wie aber auch Möbel-, Lebensmittel- und Spielzeugspenden einzusammeln und somit all den Familien helfen, die alles verloren haben.

Diese katastrophale Situation beweist und zeigt aber einmal wieder, wie sehr die Australier zusammenhalten. „Jeder hilft Jedem“ wird in Australien groß geschrieben und ich bin mir sicher, dass trotz der Feuer am 26. Januar das Gesicht eines jeden Australiers strahlen wird, wenn sie, wie jedes Jahr, ihren Nationalfeiertag feiern.
Ich sende ganz liebe Grüße aus dem fernen und „heißen“ Australien und hoffe, dass euch das europäische Schneechaos nicht allzu sehr beeinträchtigt. Ich melde mich wieder, wenn es heißt „Australia Day – Celebrate what’s great“.

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About Laura R.

Laura R.

„If you can dream it – you can do it.“ Laura Ribbehege ist seit Juli 2012 in ihrem Auslandsjahr in Hobart, Australien und hat sich damit ihren Traum erfüllt.

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