Charlotte hat ein halbes Jahr beim Schüleraustausch in Kanada verbracht. Sie wollte unbedingt weit weg und etwas neues, anderes erleben. Ihre Zeit in Belleville, Ontario, war die perfekte Mischung aus Natur und Großstadtflair. Über ihre Anfangszeit, das Freunde finden und ihre Highlights des Aufenthalts erzählt sie in ihrem Erfahrungsbericht.

Gruppe Jugendlicher vor Canada Sign

Ich habe mich im Sommer 2017 dazu entschieden, ein halbes Jahr ins Ausland zu gehen. Ich selbst hatte die Idee, eine High School in einem anderen Land zu besuchen und einfach eine unvergessliche Zeit zu erleben. Daraufhin habe ich angefangen, Youtube Videos darüber zu schauen und mich dann nach einer Organisation umzuschauen. Stepin war von Anfang an mein Favorit und nach dem Gespräch waren wir uns sicher. Meine Wahl fiel auf Kanada, denn ich wollte unbedingt weiter weg und aufgrund der politischen Lage kam die USA nicht mehr in Frage. Bei dem Kanada Programm war das Beste, dass ich mir aussuchen konnte, wo genau ich hinmöchte. Ich wollte Natur – und dafür ist Kanada nun mal bekannt – aber auch alle großen Städte sehen und so habe ich mich für Ontario, Belleville, entschieden. Belleville liegt zwischen Toronto, Ottawa und Montreal und ich bin SO froh, dort gelandet zu sein.

Der Anfang

Obwohl ich mich sehr gefreut habe, ist mir der Abschied doch sehr schwergefallen. Aber als ich in Frankfurt eine Freundin getroffen habe, die auch mit Stepin nach Toronto flog, wurden Aufregung und Vorfreude immer größer. Ich freute mich irre darauf meine Gasteltern und ihre drei Hunde und den Vogel kennenzulernen. Aber ich war auch ein wenig nervös, denn ich hatte natürlich auch ein paar Geschichten von Problemen mit der Gastfamilie gehört. Der Flug war lang und es wechselte immer zwischen »OMG, ich bin so aufgeregt, bald sind wir da« und »Ugh, ich bin so müde, ich will nicht mehr sitzen, wann sind wir endlich da?«.

Wir kamen abends an und wurden nacheinander zu unseren Gastfamilien gefahren, ich als letzte. Meine Gastmutter hat mir die Tür aufgemacht und hatte einen Hund auf dem Arm, der andere bellte mich von unten an, danach wurde ich 10 Minuten lang abgeschleckt. Ich habe mich in dem Haus und bei meiner Familie direkt wohlgefühlt und auch, wenn wir an dem Abend nur höflich ein bisschen über den Flug redeten, hatte ich schon das Gefühl angekommen zu sein.

Am nächsten Tag hat mich mein Gastvater Jim ein bisschen rumgefahren und mir die Gegend gezeigt. Wir redeten über Deutschland und er fragte mich, welches Auto wir dort fahren. Ich sagte ihm, einen Ford. Er hat mich kurz komisch von der Seite angeschaut, aber nichts weiter gesagt. Später fragte mich auch meine Gastmutter, was für ein Auto wir hätten und wieder sagte ich, einen Ford. Da fing sie an zu lachen und meinte, Jim hätte »fart« also Pups verstanden und ab da war das Eis gebrochen. Meine Gasteltern sind die lustigsten und liebsten Menschen die ich kenne, die ganze Familie hat mich wie eine Tochter aufgenommen und der »fart« war bis zu Ende unser Running Gag :-)

Freunde finden

Ich möchte dir gerade zu diesem Thema ein paar Tipps mitgeben, weil ich finde, es ist gleich nach der Gastfamilie, die dich ja freiwillig aufnimmt, das wichtigste Thema. Alle Leute an der Schule haben schon Freunde und ich denke, daher kommt die Angst, die fast jeder hat, keine Freunde zu finden.

Zwei Mädels schauen in die Kamera

Am Anfang dauert das nämlich auch. In jedem Fach hatte ich Leute, die nett zu mir waren, mir den Weg gezeigt haben und neben die ich mich setzen konnte. Aber das sind nicht direkt die besten Freunde, die man den ganzen Auslandsaufenthalt haben wird. Es sind freundliche Menschen, die dir helfen.

Halte dich am Anfang an die Internationals, also an die anderen Austauschschüler. Sie sind in der gleichen Situation und suchen auch Anschluss. Die Internationals sind erstmal deine Gruppe und es ist echt cool jemanden aus Brasilien, Korea oder Mexiko als Freund zu haben. Wenn du dann im Alltag angekommen bist, deine Fächer langsam kennst und dich dort wohlfühlst, kommen die kanadischen Freunde von ganz allein. Meine besten Freunde habe ich in der Drama Class, Community Fitness und in den Sportaktivitäten nachmittags gefunden. Was passt, findet sich auch, ihr müsst nur freundlich sein und immer Kontakt suchen. Beim Community Fitness waren wir im Fitnessstudio als Unterricht und ich habe mich einfach an die Mädchen gehängt. Man unterhält sich währenddessen und so schnell und einfach gings. Ich hatte während der Klasse dort meine Gruppe gefunden. In Drama war es einfach ein Haufen »weirdos«, ich könnte kein passenderes Wort finden. Aber ich habe mich wohlgefühlt und auch dort während der Klasse einfach meinen Haufen gefunden, wir haben uns unterhalten und es hat einfach gepasst.

Sport und Clubs nach der Schule

Meine Schule hat echt viel angeboten. Abhängig von der Jahreszeit kamen immer mehr und verschiedene Sportarten dazu. Ich habe Lacrosse, Boxen, Track and Field und Tennis gemacht. Angeboten wurde aber auch Drama nach der Schule oder Volunteer Work etc. Mach bei allem mit was dich interessiert. Man lernt so viele Leute kennen und freundet sich mit ihnen an.

Zwei Mädels in Sportoufit mit Medaillen um den Hals

Meine schönsten Erlebnisse

Ich hatte so so viele schöne Erlebnisse, dass ich nicht alle aufzählen kann. Aber hier sind meine Top Ten:

  1. Ottawa Trip mit Schlittschuhlaufen vor dem Parlament
  2. Mit meiner Freundin nach Kingston und zu den Sandbanks schwimmen
  3. Canada´s Wonderland (Amusement Parc)
  4. KYGO Konzert mit meinen Freundinnen
  5. Prom mit anschließendem Sonnenaufgang
  6. Trip nach Toronto (CN Tower besuchen)
  7. Jedes Essen gehen mit Freunden und Hostfamily (DairyQueen, Sushi etc.)
  8. Ontario East Regionals Track and Field Competition mit anschließendem Sturm
  9. Overnight Montreal-Trip mit Shoppen und Gesangsparty
  10. Übernachtung mit kayaken, Handy verlieren, Lagerfeuer mit »Smores« und Sonnenaufgang

Die meisten dieser Erlebnisse waren so unvergesslich, weil so viel schiefgelaufen ist und wir immer darüber lachen konnten. Das waren meine Lieblingsmomente. Bei meinem Lieblingserlebnis waren wir bei einer Freundin und kayaken. Eine wollte unbedingt schwimmen gehen, also ist sie ins Wasser gesprungen und wollte sich an meinem Kayak wieder hochziehen, das daraufhin gedreht ist. Ich war im Wasser, sie war im Wasser und mein Handy auch. Ich habe es nie wiedergesehen. Das Kayak ist irre weit rausgetrieben – falsch herum natürlich – und doch saßen wir am Ende mit »Smores« am Lagerfeuer und konnten darüber lachen. Als wir zusammen den Sonnenaufgang angeschaut haben, war mein Handy schon fast vergessen.

Kanadisches Gericht namens Beavertail

Ein letzter Tipp: Verlasse Kanada nicht, ohne einen »Beavertail« gegessen zu haben!

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