Hanna in China #7: Abenteuer im Süden Chinas

Hanna in China #7: Abenteuer im Süden Chinas

Unsere Autorin Hanna Dreßen hat sich entschieden, mit unserem Teach and Travel Programm ein halbes Jahr in China zu verbringen, um dort Englisch zu unterrichten. Was haben Strände, Pandas und ungeheizte Räume miteinander zu tun? Alles gibt es im Süden Chinas – wie Hanna festgestellt hat.

Unsere Wohngegend

Wir wohnen ziemlich zentral, vor unserer Tür ist ein großer Basketballplatz und hundert Meter weiter der Night Market, ein großer Markt mit all dem Streetfood. Da verbringen wir fast jeden Abend. Und so langsam füllt sich auch mein Apartment, ich habe sogar schon eine Dusche ;)! Besonders lustig finde ich aber, dass meine Freundin in Shenyang in ihrer Winterjacke friert. Sie hat erzählt, dass es heute zum ersten Mal schneit! Und ich sitze braun gebrannt in meinem Büro. Außentemperatur: 30 Grad!

Geburtstag am Strand und ein deutsches Butterbrot

Übers Wochenende sind wir an den Strand in Na’nao, Shenzhen gefahren und haben in einer wunderschönen Bucht gecampt! Das war ein tolles Geburtstagswochenende. Doch Chinesen singen einfach überall Karaoke. Kurz nachdem wir unser Zelt aufgebaut hatten, fing jemand neben uns an Musik zu spielen. Als wir dann nachts nach Hause kamen sangen sie immer noch und mit jedem Lied schiefer… Heute Morgen habe ich noch ein verspätetes Geschenk bekommen:

Hanna und ihre Freundin am Strand in ChinaMeine Freundin unterrichtet eine deutsche Familie. Deshalb bekommt sie regelmäßig ein deutsches Graubrot mit richtiger Kruste geschenkt. Als wir heute Morgen zur Schule gegangen sind, hat sie mir ein Butterbrot mit Marmelade und echter Butter in die Hand gedrückt! Eigentlich unmöglich, so etwas in China zu bekommen!

Halloween in Sanxiang…

Am Wochenende sind wir nach Sanxiang gefahren, eine dreistündige Fahrt mit dem Bus. Je südlicher wir kamen, desto schöner die Landschaft. Während sich in Dongguan die Schuhfabriken aneinanderreihen, kommen in Sanxiang eher Urlaubsgefühle auf. Alles ist grün, es gibt zahllose Bananenplantagen und Reisfelder und in der klaren Luft liegt ein Hauch von Meer.

In der Stadt arbeiten ein paar andere TTC-Interns an einer der besten Schulen des Landes mit fast 10.000 Schülern. Sie wohnen im »Teacher’s Village«, eine Anlage, in der nur die vielen Lehrer der Schule wohnen. Sie haben eine große Halloweenparty organisiert.

…aber zunächst ein Friseurbesuch

Aber zuvor sind wir erst einmal zum Friseur gegangen. Woah. Da können sich die deutschen Haarsalons definitiv eine Scheibe von abschneiden. Zuerst das Haare waschen: Anstatt wie in Deutschland einen steifen Hals von den unbequemen Waschbecken zu bekommen, legt man sich hier auf eine gemütliche Liege. Zwanzig Minuten lang wurde uns dann in diversen Spülgängen der Kopf, Nacken und Rücken massiert. Unglaublich. Nachdem der Friseur mir die Haare nach chinesischer Präzisionsarbeit geschnitten hatte, wurden sie noch ewig lang geföhnt, gelockt, gestyled und fixiert. Unter der Trockenhaube kann man an den vielen Laptops in Ruhe seine Mails checken. Für umgerechnet 5,50 Euro kann man da echt nichts gegen sagen…

Hanna und ihre Freunde verkleidet an HalloweenDie Halloweenparty am selben Abend hat so viel Spaß gemacht! Unsere Freunde haben sich unglaublich viel Mühe mit der Deko gegeben und so ein langweiliges Apartment in eine Gruselkammer verwandelt. Mit Gräbern, Kürbissen, blutbespritzen Badezimmern und allem, was dazugehört. Für viele Chinesen war es ihre erste Halloweenparty und sie hatten die kreativsten Kostüme.

Neues aus dem Job

Heute bin ich in die Oral Exams gestartet. Einfach herrlich fünfzig Mal hintereinander dasselbe zu hören, besonders wenn die Lehrer vorher die Fragen ausspionieren und den Kindern die Antworten eintrichtern. Auf einmal wollen alle Doktor werden und ihre Lieblingssendungen sind Tierdokus.

Ich habe jetzt einen Nebenjob! Heute nach der Schule fahre ich mit Franziska im Schulbus nach Hause und unterrichte sie, ihren Bruder und ihre Mutter in Deutsch. Ihr Vater kommt aus Duisburg, ist aber immer nur unterwegs und zu faul, seiner Familie Deutsch beizubringen. Ich habe noch keine Ahnung, wie ich das am besten mache. Eine Sprache, die ich selber bewusst gelernt habe, kann ich glaube ich viel einfacher vermitteln. Aber das wird schon, ich bin gespannt!

So langsam wird es auch hier Winter

Es ist kalt. Richtig kalt. Aus dem Nichts. Dreizehn Grad draußen sind okay, aber weil mein Apartment nur aus Fenstern und Türen besteht, habe ich diese dreizehn Grad auch drinnen. Meine Dusche ist auf der anderen Seite vom Balkon. Bei 13 Grad duschen macht mir auch keinen Spaß. Eine Heizung habe ich auch noch nicht. Warme Luft gilt in China als ungesund.

Zwei Chinesen fahren auf einem Lasten-Tuk-TukIn den Klassenräumen herrscht daher immer noch Durchzug, die kleinen Köpfe brauchen ja frische Luft zum Denken! Jetzt tragen wir alle ständig unsere Winterjacken. Irgendein blöder Kaiser hat beschlossen, dass im Süden nicht geheizt werden soll. Der Yangtse ist die Heizungsgrenze. Drei Monate lang darf man dann im Süden halt frieren.

Mir ist wieder eingefallen warum mir die Arbeit so unglaublich Spaß macht und ich mein Dauergrinsen, wenn ich die Kinder sehe, nicht mehr loswerde. Hier ein kleiner Ausschnitt aus der letzten Unterrichtsstunde:

Lǎoshī Hanna: Do you think Maskman is a Superhero?

Class: YES!

Lǎoshī Hanna: Do you know any other Superheros?

Class: YES! You! Superteacher Hanna!

Aaaaaaw :)

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2 Kommentare

  1. Katharina

    18. November 2012 at 14:29

    Keine Matratze??? Hanni, wie schläfst du denn da bitte?
    Acht Wochen sind immerhin noch 40 Unterrichtstage. Das geht doch eigentlich ;) Und was danach kommt, ist ja auch nicht unbedingt das Schlimmste ;) Aber genieß deine Zeit noch in Chinaaaa!
    Küsschen von deiner Schwester

    Antworten

    • Hanna Dreßen

      Hanna Dreßen

      19. November 2012 at 06:47

      Man gewöhnt sich dran, zuhause kann ich dann wahrscheinlich garnicht mehr auf meiner wunderbar weichen matraze schalfen :P 40 Seiten, die ich im Buch noch durchziehen muss, aber leider keiner 40 Tage mehr, da gibt es Sportsdays, Spelling Bee Wettbewerbe und Final Exams… Puh!
      Aber übermorgen erstmal Chengdu, ich freu mich!!
      Küsschen zurück an meine große Schwester ;)

      Antworten

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Hanna aus NRW war bereits mit Stepin im High School USA-Programm unterwegs. Nun ist sie mit Teach & Travel China auf Reisen. Von ihren Trips und spannenden Erlebnissen berichtet sie live auf der Weltneugier.

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