Hanna in China #6: Eine lange Reise in den Süden

Hanna in China #6: Eine lange Reise in den Süden

Unsere Autorin Hanna Dreßen hat sich entschieden, mit unserem Teach and Travel Programm ein halbes Jahr in China zu verbringen, um dort Englisch zu unterrichten. Heute ist sie mit dem Zug unterwegs an ihre neue Schule in Dongguan.

China und seine Zugabenteuer

Ein Nachtzug in China hat schon seinen ganz eigenen Charme. In einem dreistöckigen Bett habe ich die 22-stündige Zugfahrt von Peking nach Guangzhou, der Hauptstadt der Provinz Guangdong, verbracht.

Blick in eine moderne Bahnhofshalle in ShenyangAuf der obersten Etage des dreistöckigen Betts blies mir konstant die Klimaanlage ins Gesicht und eine grüne Neonleuchte strahlte auf mich herab. Drum herum ein geheimnisvolles Knacken geheimnisvoller Sonnenblumen- und sonstiger Kerne meiner Nachbarn.

Obwohl ich es als einziger Westler schon ein wenig unheimlich fand, wurde ich sofort nett aufgenommen. Wir haben diskutiert warum China mit seinen Schriftzeichen die Welt retten wird. Manche Chinesen sind der festen Überzeugung, dass ihre Art zu schreiben die globale Erwärmung stoppen wird. Da chinesische Schriftzeichen einfach kürzer als unsere Wörter sind, verbrauchen sie viel weniger Papier…

Was es mit dem Kerneknacken auf sich hat

Am nächsten Morgen habe ich dann auch herausgefunden, was es mit diesen Kernen auf sich hat. Eine Dame hat mir welche aus ihrem riesigen Plastiksack angeboten. Höflich und neugierig habe ich einen probiert. Kürbiskerne! Ist gar nicht so einfach, die aus ihrer Schale zu bekommen… Ich habe mich bedankt und wollte mich wieder meinem Buch widmen, aber hartnäckig zeigt sie weiter auf ihre Tüte.

Zugfenster eines chinesischen Hard-Sleeper-AbteilsNach einem weiteren Kern und einer Unterrichtsstunde, wie man die Dinger ganz ohne Hände knackt schöpft sie mit beiden Händen und bevor ich mich wehren kann liegt ein Berg Kürbiskerne vor mir. Eine Stunde später war es fast geschafft (meine Knacktechnik hatte schon etwas Chinesisches), doch da hatte ich schon die nächste Handvoll vor mir liegen. Dankend habe ich abgelehnt. Manchmal sind die Chinesen einfach zu nett.

Meine neue Schule in Dongguan

In Guangzhou wurde ich von einer Lehrerin abgeholt und nach Dongguan gebracht. An der Schule hat Eli aus Norwegen mich abgeholt. Wir arbeiten beide an der Junior Oxford International School. Nach einer Nacht im Hotel, mein Apartment war noch nicht fertig, hatte ich meinen ersten Arbeitstag. Gott sei Dank durfte ich erst einmal Elis Klassen besuchen und die Kinder kennenlernen.

Die meisten Lehrer und Kinder sind Taiwanesen, aber ansonsten gleicht die Schule jeder anderen: In jedem Jahrgang gibt es eine internationale Klasse mit Kindern aus Frankreich, Kanada und sogar einem kleinen Mädchen aus Deutschland, das in meiner ersten Klasse ist. Wir Foreign Teachers werden wie Prestigeobjekte in einem großen Glaskasten direkt am Eingang der Schule präsentiert. Unser Office ist also schön offen, hell und vor allem klimatisiert!

Auf geht’s in mein neues Zuhause

Tafel und Laut-Plakat in der GrundschuleNach der Schule konnte ich dann in mein Apartment. Es ist direkt zwischen den Wohnungen meiner Freunde aus Beijing und ganz neu. Aber noch ziemlich leer. Bis auf einen Toaster mit antiken Brotkrümeln. Kein Kleiderschrank, keine Vorhänge, kein Internet, keine Spüle, keinen Kühlschrank, kein heißes Wasser, keine Dusche. Meine erste Nacht war schon etwas einsam. Gut, dass die Türen meiner Nachbarn immer weit offenstehen!

Gerade sitze ich im Office an meinem zweiten Unterrichtstag. Dank der wunderbaren Kid’s Box sind alle Materialien gegeben und alle Stunden perfekt vorbereitet. Es ist so einfach und macht wirklich Spaß zu unterrichten. Die Zeit vergeht wie im Flug und es ist lange nicht so anstrengend wie im Kindergarten. Das einzige Problem ist, dass wir nicht als Praktikanten, sondern Lehrer angesehen werden. Auf die Frage, was denn meine bisherigen Erfahrungen als Lehrerin sind, musste ich erstmal lachen. Jetzt bin ich für die gesamte Stufe der Erstklässler verantwortlich und stelle nächste Woche die Midterm Examen. Ziemlich große Verantwortung für eine 19-jährige Abiturientin finde ich…

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About Hanna

Hanna

Hanna aus NRW war bereits mit Stepin im High School USA-Programm unterwegs. Nun ist sie mit Teach & Travel China auf Reisen. Von ihren Trips und spannenden Erlebnissen berichtet sie live auf der Weltneugier.

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